Schlagwort: Burundi

Hunderte Burundier bemühen sich verzweifelt darum, Reisedokumente zu beschaffen, um das Land noch vor dem harten Durchgreifen gegen nicht zugelassene Kleinunternehmen, die von Migranten geführt werden, zu verlassen. Die burundische Botschaft in Nairobi stellt Bürgern, die in ihre Heimat zurückkehren möchten, kostenlose Notfall-Reisedokumente aus. Der kenianische Präsident William Ruto hat den Montag, 14.9.2026 als Frist gesetzt, bis zu dem Ausländer, die Kleinunternehmen betreiben, ihre Tätigkeit einstellen müssen. Das Handelsministerium hatte erklärt, einige hätten die Visabestimmungen ausgenutzt, um ohne die erforderlichen Genehmigungen zu arbeiten. Kenia beherbergt Hunderttausende Migranten aus ganz Ostafrika, die auf der Suche nach Arbeit und Geschäftsmöglichkeiten sind

Seit Dezember 2025 sind Zehntausende burundische Flüchtlinge in Tansania nach Burundi zurückgekehrt, vor allem aus dem Lager Nduta, das im April geschlossen wurde. Die meisten waren aus Burundi geflohen, nachdem die Entscheidung des ehemaligen Präsidenten Pierre Nkurunziza, eine dritte Amtszeit anzustreben, im Jahr 2015 gewalttätige Proteste ausgelöst hatte. Die Rückführungen beschleunigten sich nach November 2025, als die Dreierkommission aus Tansania, Burundi und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) vereinbarte, die Lager Nduta und Nyarugusu bis Mitte 2026 zu schließen, wovon etwa 142.000 burundische Flüchtlinge betroffen sind. Die Zwangsrückgeführten geraten in Burundi in eine prekäre Lage: Sie erhalten lediglich eine minimale finanzielle Starthilfe (ca. 150 USD) und stehen vor dem Nichts. Es fehlt an Wohnraum, Arbeitsplätzen und grundlegender Infrastruktur, was zu schweren Landkonflikten, Armut und erneuter Binnenvertreibung führt.

Burundi hat seine Nationale Strategie für künstliche Intelligenz 2026–2030, verabschiedet. Ziel ist es, KI nicht nur als Technologie, sondern als Entwicklungswerkzeug für die Modernisierung von Wirtschaft und Verwaltung zu nutzen. In den Bereichen:  Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Bildung, und Öffentliche Verwaltung sollen Pilotprojekte wirtschaftliche Impulse setzen. Die Strategie steht im Einklang mit Burundis umfassendem makroökonomischen Stabilisierungsprogramm und untermauert das Ziel der Regierung, digitale Instrumente zur Unterstützung des Strukturwandels und zur Effizienzsteigerung in Schlüsselbereichen der Wirtschaft einzusetzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat offiziell bekannt gegeben, dass Burundi das Trachom als öffentliches Gesundheitsproblem eliminiert hat. Das Trachom, das durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht wird, verbreitet sich durch persönlichen Kontakt, kontaminierte Oberflächen und Fliegen. Wiederholte Infektionen können zu Narbenbildung, nach innen gekehrten Augenlidern und schließlich zur Erblindung führen. Die Krankheit betrifft nach wie vor einige der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen der Welt, insbesondere dort, wo der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen eingeschränkt ist. In 2010 wurde eine Eliminierungskampagne gestartet unterstützt von Partnern wie der CBM Christoffel Blindenmission, dem END Fund, Geneva Global und der WHO. Pfizer hat über die Internationale Trachom-Initiative das Antibiotikum Azithromycin gespendet. Die Kampagne wurde in 12 Gesundheitsbezirken durchgeführt und erreichten etwa 2,5 Millionen Menschen. Diese Bemühungen orientierten sich an der von der WHO empfohlenen SAFE-Strategie – Chirurgie, Antibiotika, Sauberkeit im Gesicht und Verbesserung der Umwelt. Das Trachom stellt nach wie vor eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in 32 Ländern dar, wobei schätzungsweise 103 Millionen Menschen noch immer eine Behandlung benötigen. In der afrikanischen Region der WHO ist die Belastung mit 90% der gefährdeten Bevölkerung weltweit am höchsten.

Die Regierungspartei, Conseil national pour la défense de la démocratie – Forces de défense de la démocratie (CNDD-FDD), hat bei den Parlamentswahlen alle 100 Sitze gewonnen. Die Oppositionspartei Uprona (Union pour le progrès national) kam mit etwas mehr als 1 % der Stimmen auf den zweiten Platz. Die Partei bezeichnete die Wahl als manipuliert. Ihr Vorsitzender Olivier Nkurunziza sagte: „Wir haben die Demokratie getötet.“ Die wichtigste Oppositionspartei, der Congrès national pour la liberté (CNL), fiel auf den dritten Platz zurück und erhielt nur 0,6 % der Stimmen.  Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Burundi eingeschränkt, und Kritiker sagen, dass diese Wahlen auf eine langanhaltende Kampagne der Einschüchterung und Schikanierung folgten. Wahlbeobachter der katholischen Kirche wurden laut Human Rights Watch aus einigen Wahllokalen abgewiesen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat rasch zusätzliche Hilfe in Burundi mobilisiert, um den großen Zustrom von Familien zu unterstützen, die vor der Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) fliehen. Seit Januar 2025 sind fast 70 000 Menschen – vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen – vor den Kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo nach Burundi geflohen, wobei viele von ihnen auf der Suche nach Sicherheit gefährliche Flussüberquerungen und lange Fußmärsche auf sich genommen haben. Jeden Tag kommen weitere Menschen hinzu, so dass es sich um den größten Zustrom nach Burundi seit Jahrzehnten handelt. Auch in den anderen Nachbarländern der Demokratischen Republik Kongo, darunter Ruanda, Uganda und Tansania, nimmt der grenzüberschreitende Zustrom aufgrund des eskalierenden Konflikts im Osten des Landes zu, was den Hunger in der gesamten Region zu verschärfen droht.

Burundische Soldaten, die im Osten der DR Kongo gegen die M23-Rebellen gekämpft haben, zogen sich nach dem Fall der Stadt Bukavu zurück. Schätzungen zufolge hat Burundi etwa 10 000 Soldaten in den Osten der DR Kongo entsandt, um an der Seite der kongolesischen Regierungskoalition zu kämpfen, zu der auch Truppen der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika und europäische Söldner gehören.

Das belgische Berufungsgericht hat die Regierung angewiesen, fünf gemischtrassigen Frauen, die im Belgisch-Kongo der Kolonialzeit gewaltsam von ihren Familien getrennt wurden, Entschädigung zu zahlen. Die Frauen, die heute 70 Jahre alt sind, wurden als Kleinkinder ihren Müttern weggenommen und im Rahmen einer staatlichen Politik in Waisenhäusern untergebracht. Das Gericht erklärte, die Regierung hatte einen „Plan, systematisch nach Kindern zu suchen und sie zu entführen, die von einer schwarzen Mutter und einem weißen Vater geboren wurden“. Die Richter sagten dies sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die belgische Regierung entschuldigte sich 2019 offiziell bei den schätzungsweise 20.000 Opfern von erzwungenen Familientrennungen in der DR Kongo sowie in Burundi und Ruanda.

Burundi „kann sich nicht nur auf Kaffee und Tee verlassen“, sagte Onesime Niyukuri über die begrenzten Exporte des Landes. Dollarknappheit führte zu sporadischen Engpässen bei Zucker und anderen Waren.  Burundi will bis 2030 jährlich mehr als 10 Millionen Tonnen Avocados exportieren. Ziel der Regierung ist es, in jeder der 17 burundischen Provinzen 50.000 Avocadobäume zu pflanzen. Die lokalen Behörden in Provinzen wie Kayanza wollen, dass jeder Haushalt mindestens 10 Bäume besitzt, die exportfähige Avocados produzieren. Dazu gehören die mexikanische Sorte Fuerte und vor allem die Hass-Avocado, die kommerziell erfolgreichste Sorte der Welt. Die Landwirte erhalten 70 Cent für ein Kilogramm Avocados. Auf den internationalen Märkten wird 1 kg zwischen 3 und 5 Dollar gehandelt. In Burundi leben 13 Millionen Menschen. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen lag im Jahr 2023 bei 199 US$ und gehört damit zu den niedrigsten weltweit; fast 65 % der Bevölkerung leben nach Angaben der Weltbank unterhalb der Armutsgrenze.

Starlink, der Satelliteninternetdienst von Elon Musks SpaceX, wird sein Hochgeschwindigkeitsinternetangebot auf Uganda, Kenia und Burundi ausweiten. In Kenia hat Starlink bereits den Betrieb aufgenommen und konzentriert sich auf die Bereitstellung von Hochgeschwindigkeits-Internet mit geringer Latenzzeit in unterversorgten Regionen. Es wird erwartet, dass der Dienst bis Ende 2024 in Uganda und Burundi an den Start geht, sofern die behördlichen Genehmigungen erteilt werden. Obwohl die Kosten des Starlink-Dienstes höher sind als die der lokalen Internet Service Provider (ISPs) – Privatanwender zahlen rund 110 US-Dollar pro Monat -, könnte er die Konnektivität in Gebieten mit schlechtem Internetzugang verbessern.

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