Nachrichten aus Afrika
Historische HIV-Impfstoffstudie beginnt
Der erste Teilnehmer an der ersten klinischen Studie am Menschen für den HIV-Impfstoff BRILLIANT 011 sind von der Desmond Tutu HIV Foundation (DTHF) im Groote Schuur Hospital aufgenommen worden. Die bahnbrechende Studie wird vom South African Medical Research Council (SAMRC) in Zusammenarbeit mit der DTHF und dem Wits Health Consortium durchgeführt. Diese historische Initiative (2024 ins Leben gerufen) vereint führende Forscher aus Südafrika, Nigeria, Uganda, Kenia, Tansania, Simbabwe, Sambia und Mosambik. Sie weckt neue Hoffnung auf einen HIV-Impfstoff, der von afrikanischen Wissenschaftlern für die afrikanische Bevölkerung entwickelt wird.
Rückzug aus der UN-Friedensmission im Kongo
Südafrika wird seine Truppen aus der Friedensmission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo abziehen. Es unterstützt seit 27 Jahren die Friedensbemühungen der UN im Kongo und hat dort mehr als 700 Soldaten stationiert. Das Mandat der UN-Mission besteht darin, gegen die vielen Rebellengruppen vorzugehen, die im Osten des Kongo aktiv sind. kürzlich ist es zu einer Eskalation der Kämpfe gekommen ist. Südafrika wird gemeinsam mit den Vereinten Nationen den Zeitplan und andere Modalitäten für den Abzug festlegen, der bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Ramaphosa erklärte: „Südafrika werde weiterhin enge bilaterale Beziehungen zur kongolesischen Regierung unterhalten und andere multilaterale Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Kongo unterstützen“.
Überfall und Geiselnahme in Kauru
Bewaffnete töteten drei Menschen und entführten den katholischen Priester Nathaniel Asuwaye, Pfarrer der Holy Trinity Catholic Church in Karku, sowie zehn weitere Personen, bei einem Angriff am auf die Residenz des Geistlichen im Bundesstaat Kaduna. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte in einer Stellungnahme, dass die Sicherheitskrise in Nigeria „zunehmend außer Kontrolle gerät“. Sie warf der Regierung „grobe Inkompetenz“ und Versagen beim Schutz der Zivilbevölkerung vor.
Veränderte Kriegsführung: Luftkrieg - Drohnen
Dschihadistische Gruppen führen in Westafrika zunehmend Drohnenangriffe durch, was Befürchtungen weckt, dass sie die Fähigkeit aufbauen, einen „Krieg aus der Luft“ zu führen. Seit 2023 wurden in Burkina Faso und Mali mindestens 69 Drohnenangriffe einer mit Al-Qaida verbundenen Gruppe registriert, während zwei mit dem Islamischen Staat (IS) verbundene Gruppen etwa 20 Angriffe durchgeführt haben – hauptsächlich in Nigeria. ISWAP hat seit 2024 zehn Drohnenangriffe im Nordosten Nigerias sowie im Norden Kameruns, im Süden Nigers und im Süden Tschads durchgeführt. Die Dschihadistengruppe, die Drohnen am häufigsten einsetzt, ist die mit Al-Qaida verbündete Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM). Sie hat 69 Angriffe in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso sowie einen über die Grenze hinweg in Togo durchgeführt. Die Dschihadisten führten ihre Angriffe in der Regel mit im Handel erhältlichen, relativ kostengünstigen Quadcopter-Drohnen (unbemannten Drohnen) durch.
Kinderschutz gegenüber dem „digitalen Chaos“
Das ägyptische Parlament arbeitet laut eigenen Angaben an einem Gesetz, das die Exposition von Kindern gegenüber dem sogenannten „digitalen Chaos“ der sozialen Medien regulieren soll. Präsident Abdel Fattah el-Sissi forderte die Abgeordneten auf, ein Gesetz zu verabschieden, das die Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen „bis zu einem Alter, in dem sie damit richtig umgehen können“ einschränkt. Laut einem Bericht aus dem Jahr 2024 nutzen etwa 50 % der Kinder unter 18 Jahren in Ägypten Social-Media-Plattformen, auf denen sie wahrscheinlich schädlichen Inhalten, Cybermobbing und Missbrauch ausgesetzt sind
„Geldsträuße” verboten
Die Zentralbank hat gewarnt, dass die Verwendung von Banknoten zur Herstellung von Blumensträußen illegal ist und zu einer Gefängnisstrafe mit bis zu sieben Jahren führen kann. Der von Social-Media-Influencern populär gemachte Trend besteht darin, Bargeld zu rollen und zu dekorativen Arrangements für Feierlichkeiten zu stecken. Die kenianische Zentralbank (CBK) erklärt jedoch, dass diese Praxis die Währung „verunstaltet” und die Integrität der Banknoten beeinträchtigt. Kenia ist nicht das einzige afrikanische Land, das entschlossen gegen den kreativen Missbrauch von Geld vorgeht. In Nigeria geht die Zentralbank gegen die traditionelle Praxis des „Geldsprühens” bei Hochzeiten und Partys vor. Mehrere prominente Persönlichkeiten wurden kürzlich wegen „Manipulation” der Naira verhaftet, nachdem Videos zeigten, wie sie Banknoten warfen oder mit Füßen traten. In ähnlicher Weise haben die Behörden in Ghana vor „Geldkuchen” (mehrstöckigen Strukturen aus gefalteten Banknoten) gewarnt, und die Bürger daran erinnert, dass der Cedi Staatseigentum ist.
Nationaler Mindestlohn € 1,60 pro Stunde
Ab März 2026 wird der gesetzliche nationale Mindestlohn (NMW) von 28,79 Rand (€1,52) auf 30,23 Rand (€1,60) pro normale Arbeitsstunde angehoben. Die Anhebung um 1,44 Rand (€0,08) kommt allen Arbeitnehmern zugute, einschließlich schutzbedürftigen Landarbeitern und Hausangestellten. Der nationale Mindestlohn ist seit 2019 eine gesetzliche Vorgabe für den südafrikanischen Arbeitsmarkt. Das NMW-Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber mit Ausnahme der Mitglieder der South African National Defence Force, der National Intelligence Agency und des South African Secret Service. Der nationale Mindestlohn umfasst keine Zulagen wie Transport, Werkzeuge, Verpflegung oder Unterkunft, Sachleistungen (Unterkunft oder Verpflegung), Trinkgelder, Boni und Geschenke.
Trump unterzeichnet Verlängerung von AGOA
US-Präsident Donald Trump hat die einjährige Verlängerung des African Growth and Opportunity Act (AGOA) unterzeichnet. Afrikanische Länder haben nun bis zum Ende des Jahres wieder zollfreien Zugang zum US-Markt. Die Verlängerung des AGOA gilt rückwirkend vom 30. September 2025, als das Programm auslief, bis zum 31. Dezember 2026. Das AGOA-Gesetz wurde erstmals im Jahr 2000 verabschiedet und ermöglicht es qualifizierten Ländern südlich der Sahara, mehr als 1.800 Produkte zollfrei zu exportieren. Zu den größten Nutznießern zählen Südafrika und Nigeria. Das Auslaufen des Gesetzes hatte den Handel gestört und Arbeitsplätze auf dem gesamten Kontinent gefährdet. Die Verlängerung erfolgt inmitten angespannter Beziehungen zwischen den USA und Südafrika, doch der südafrikanische Handelsminister Parks Tau begrüßte die Verlängerung.
US-Streitkräfte in Nigeria
Die USA haben eine kleine Truppe von Streitkräften nach Nigeria entsandt. Ein US-Team ist entsandt worden, nachdem beide Länder übereingekommen sind, dass mehr getan werden müsse, um die terroristische Bedrohung in Westafrika zu bekämpfen. Im Dezember Präsident ordnete Donald Trump Luftangriffe auf Ziele des Islamischen Staates in Nigeria an. Mindestens seit Ende November hat die USA seit Überwachungsflüge über dem Land von Ghana aus durchgeführt. Nigeria steht unter starkem Druck seitens Washington, zu handeln, nachdem Präsident Trump dem westafrikanischen Land vorgeworfen hatte, Christen nicht vor islamistischen Militanten zu schützen, die im Nordwesten operieren.
KI-Tools bringen lokale Sprachen in die Schulen
Die Regierung ist eine strategische Partnerschaft mit Google eingegangen. Im Rahmen der Vereinbarung werden KI-basierte Bildungstools in mehreren lokalen Sprachen, darunter Hausa, Twi, Ewe und Dagbani, in das nationale Bildungssystem integriert. Ziel ist es Sprachbarrieren im Bildungswesen abzubauen und die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitskräfte zu verbessern Die Bildungstools von Google werden für Nutzer ohne Datengebühren verfügbar sein. Die Plattform wird Lernmaterialien bereitstellen, die auf den nationalen Lehrplan Ghanas abgestimmt sind. Offizielle Statistiken für 2025 zeigen, dass fast 30 % der erwachsenen Bevölkerung Analphabeten sind, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten gibt.

