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Das Großprojekt im Wert von 350 Millionen US-Dollar für ein neues US-Konsulat in Mailand ist wegen Arbeiterausbeutung in den Schlagzeilen. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das in Alabama ansässige Unternehmen Caddell Construction, einen führenden Auftragnehmer für diplomatische Einrichtungen der USA weltweit. Zwei Manager der italienischen Niederlassung von Caddell Construction wurden festgenommen. Ausländischen Arbeitskräften, die vorwiegend aus Indien und Kenia rekrutiert wurden, waren Jahresgehälter von über 25.000 Euro versprochen worden. Stattdessen erhielten sie nur 1,55 bis 2 Euro (1,80 US-Dollar) pro Stunde. Der Mindestlohn im Baugewerbe in Mailand beginnt bei 13,39 Euro pro Stunde. Massive, unangekündigte monatliche Abzüge für minderwertige Verpflegung und Unterkunft (die oft 800 Euro ihres Verdienstes verschlangen) ließen den Arbeitern nur 500 Euro im Monat zum Leben. Die Beschäftigten wurden gezwungen, 10 bis 12 Stunden am Tag an 6 Tagen in der Woche zu arbeiten, was die in Italien gesetzlich festgelegte Arbeitszeit von 40 Stunden bei weitem überschritt. Personalverantwortliche sollen beschwerdeführende Arbeiter mit sofortiger Abschiebung in ihre Heimatländer bedroht haben. Krankschreibungen waren strengstens verboten.

Die Militärregierung von Niger hat offiziell ein neues Strafgesetz in Kraft gesetzt, das erstmals gleichgeschlechtliche Beziehungen und LGBTQIA+-Praktiken ausdrücklich unter Strafe stellt: Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden mit 5 bis 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe geahndet; wer „unanständige oder widernatürliche Handlungen“ begeht oder zu begehen versucht, muss mit derselben Strafe von 5 bis 10 Jahren rechnen; das Eingehen einer gleichgeschlechtlichen Ehe wird mit 10 bis 20 Jahren Haft streng bestraft; Versuche, das Geburtsgeschlecht zu verändern wird unter Strafe gestellt. Gleichgeschlechtliche Beziehungen in dem mehrheitlich muslimischen Land sind stark stigmatisiert, stellten jedoch bislang keine Straftat dar. Mit der Verabschiedung dieser Reform folgt das Land dem Beispiel anderer westafrikanischer Staaten, die strenge Anti-LGBTQ-Gesetze erlassen haben.

Die regierende Militärjunta in Burkina Faso hat die größte und älteste Studentenvereinigung des Landes, die Allgemeine Vereinigung der burkinischen Studenten (UGEB), zunächst für drei Monate suspendiert. Die Regierung warf der Vereinigung offiziell vor, Terrorismus zu „befürworten“ und zu „verherrlichen“, nachdem diese eine Erklärung veröffentlicht hatte, in der sie die Sicherheitsmaßnahmen der Regierung öffentlich kritisiert hatte. Die Suspendierung stellt eine erhebliche Eskalation der anhaltenden Aktionen der Militärjunta gegen unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen, die Medien und kritische Stimmen im Land dar.

An der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 (11.06. – 19.07.2026) in den USA, Kanada und Mexiko nehmen 10 afrikanische Länder teil: Marokko, Senegal, Ägypten, Algerien, Tunesien, Elfenbeinküste, Südafrika, Ghana, Kap Verde, Demokratische Republik Kongo. Südafrika spielt als erstes afrikanisches Land gegen Mexiko.

Die Liberia Refugee Repatriation and Resettlement Commission (LRRRC) hat bekannt gegeben, dass der rasche Zustrom von Burkinabè-Migranten nach Südostliberia für das Land besorgniserregend ist. Laut dem LRRRC-Bericht leben derzeit etwa 140.000 Burkinabè-Staatsangehörige in den Countys Grand Gedeh und River Gee. Die Konzentration ausländischer Staatsangehöriger in einem begrenzten geografischen Gebiet wirft Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs um Ressourcen, des Druck auf die Landnutzung und der Fähigkeit der lokalen Behörden auf, die Situation effektiv zu managen. In Bergbaugebieten kam es bereits zu Spannungen.

Das Land positioniert sich als regionaler Vorreiter im Kampf gegen Finanzkriminalität und bewirbt sich um die Einrichtung der regionalen Ausbildungsakademie der Eastern and Southern African Anti-Money Laundering Group (ESAAMLG) in Gaborone. Die geplante Akademie soll als Kompetenzzentrum für Schulungen im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CTF) in ganz Ost- und Südafrika dienen und die Fähigkeiten von Ermittlern, Aufsichtsbehörden und Fachleuten des Finanzsektors im Kampf gegen illegale Finanzströme stärken. Das Land konkurriert mit Kenia und Mauritius um die Einrichtung.

Der ehemalige Oberste Richter David Maraga gehörte zu mehreren Umweltaktivisten, die bei Protesten gegen die geplante Abtrennung von 76 Acres geschützter Fläche für einen Parkplatz im Nairobi-Nationalpark festgenommen wurden. Umweltschützer haben wiederholt vor der Zersplitterung von Wildkorridoren und geschützten Ökosystemen gewarnt und erklärt, dass weitere Landabtrennungen negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt, den Tourismus und die Naturschutzbemühungen in Kenia haben könnten. Richter David Maraga möchte bei den Wahlen 2027 für das Präsidentenamt kandidieren.

Der Klimawandel und unberechenbare Wetterextreme verändern die Situation bei durch Stechmücken übertragenen Krankheiten. In Malaria-Hotspots wird die Krankheit verstärkt und in bisher nicht betroffene Regionen neue Fälle gemeldet. Das auftretende Wetterphänomen La Niña hat Anfang 2026 in Teilen des südlichen Afrikas überdurchschnittliche Niederschläge brachte und Überschwemmungen verursachte, die zu mehr Brutstätten für Mücken führten. Einen Anstieg der Malariafälle von 68 % (8.760 Fälle) gegenüber dem Vorjahr meldete Namibia.  Das von Überschwemmungen heimgesuchte Mosambik verzeichnete in den ersten sechs Wochen des Jahres mehr als 1,35 Millionen Fälle, ein Anstieg um 55 %. Gauteng, in dem Johannesburg und Pretoria liegen und in der Malaria nicht endemisch ist, verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mehr als 400 Fälle und 11 Todesfälle. Experten berichten, dass die alte Annahme, Malaria trete ausschließlich in den Sommermonaten auf, nicht mehr zutrifft, da sich die Krankheit mittlerweile auch im Winter ausbreitet

Mehrere afrikanische Staaten repatriieren, mit Sonderflügen und Busreisen ihre Bürger, aus Südafrika. Nigeria hat Evakuierungsflüge für über 1.000 Landsleute genehmigt. Auch Länder wie Ghana, Malawi und Simbabwe repatriieren Hunderte oder Tausende ihrer Staatsbürger. In der Provinz Westkap, wird von Tür zu Tür Einschüchterungen, sowie vom Tod zweier Mosambikaner in Mossel Bay, berichtet. 150 Malawiern, die in Mossel Bay, in Notunterkünften Zuflucht gesucht hatten, wurden zurückgeholt. Eine schwere Wirtschaftskrise mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 30% führten zu anti-migrantischen Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen. Anti-Migranten-Gruppen fordern, dass Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung das Land verlassen – und haben den 30. Juni als Frist gesetzt.

Omar Artan, der als erster Somalier bei einer Fußballweltmeisterschaft als Schiedsrichter zum Einsatz kommen sollte, wurde die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert. Artan, Schiedsrichter des Jahres 2025 der Confédération Africaine de Football (CAF), wurde am Miami International Airport die Einreise verweigert. Die US-Einwanderungsbehörden haben keinen Grund für Artans Rückführung genannt, doch Somalia ist eines von mehreren Ländern auf einer von der Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Liste mit Einreiseverboten. Die Fifa teilt mit: Gastgeber entscheidet über Visa.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

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