Nachrichten aus Afrika
Kotoka International Airport wieder Accra International Airport
Die Regierung hat ihren wichtigsten internationalen Flughafen umbenannt und den Namen eines Militärs gestrichen, der mit dem Sturz des ersten Präsidenten des Landes, Kwame Nkrumah, im Jahr 1966 in Verbindung steht. Dieser Schritt hat alte politische und historische Spannungen wieder angefacht. Die derzeitige Regierung erklärt, dass die Wiederherstellung des ursprünglichen Namens des Flughafens die demokratische Entwicklung Ghanas besser widerspiegelt, mit der Identität der Hauptstadt im Einklang steht und ein Versuch ist, eine neutralere nationale Identität zu präsentieren.
USA beende lebensrettende Hilfe
Die Trump-Regierung streicht humanitäre Hilfsprogramme, die sie zuvor als lebensrettend eingestuft hatte. Mit der neuen Kürzungsrunde werden alle humanitären Hilfsgelder der USA in sieben afrikanischen Ländern eingestellt – Burkina Faso, Kamerun, Malawi, Mali, Niger, Somalia und Simbabwe. Neun weitere Länder, darunter Äthiopien, Sudan und die Demokratische Republik Kongo, müssen aufgrund einer überarbeiteten Vereinbarung mit den Vereinten Nationen mit einer Umverteilung der Gelder rechnen. Die Begründung ist, dass es keinen Zusammenhang zwischen der humanitären Hilfe in diesen Ländern und den nationalen Interessen der USA gebe.
Grenzschließung zu Sudan
Der Tschad hat am Montag seine östliche Grenze zum Sudan „bis auf Weiteres“ geschlossen. Die Maßnahme sei notwendig, um wiederholte Übergriffe sudanesischer bewaffneter Gruppen zu stoppen. Die Schließung wurde bekannt gegeben, nachdem es in der Grenzstadt al-Tina zu schweren Kämpfen zwischen den sudanesischen Rapid Support Forces (RSF) und lokalen Kämpfern gekommen war, die mit der sudanesischen Armee verbündet sind. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2023 sind fast eine Million Sudanesen über die Grenze in den Tschad geflohen.
Tinubu und Merz: Sicherheits- und Energieabkommen
Der nigerianische Präsident Bola Tinubu und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz haben in einem Telefonat über eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Energie und Infrastruktur gesprochen. Die beiden Staatschefs diskutierten die Wiederaufnahme eines ins Stocken geratenen Stromprojekts, an dem Siemens beteiligt ist, sowie den Kauf gebrauchter deutscher Hubschrauber. Sie vereinbarten zudem eine engere Kooperation in den Bereichen Schienenverkehr und berufliche Bildung. Merz befürwortete Pläne für ein „Museum für afrikanische Kunst“.
Sperre aller wichtigen Social-Media-Plattformen
Die Regierung hat „bis auf Weiteres“ soziale Medienplattformen (darunter Facebook, TikTok, Instagram, WhatsApp und YouTube) gesperrt; und begründet dies mit der Befürchtung, dass Beiträge den sozialen Zusammenhalt untergraben und die Stabilität der Institutionen sowie die nationale Sicherheit gefährden könnten. Es kämpft mit Schulden, da es mit einer akuten Liquiditätskrise konfrontiert ist. Die rund 2,5 Millionen Menschen, des Öl produzierenden Landes, sind arm und stark von Lebensmittelimporten abhängig.
Somaliland strebt internationale Anerkennung an
„Wir sind bereit, den Vereinigten Staaten exklusiven Zugang zu unseren Bodenschätzen zu gewähren. Außerdem sind wir offen dafür, den Vereinigten Staaten Militärstützpunkte anzubieten“, so Khadar Hussein Abdi, Minister im Präsidialamt. Der Präsident von Somaliland, Abdirahman Mohamed Abdullahi, hatte bereits in den vergangenen Wochen vorgeschlagen, Israel privilegierten Zugang zu den Bodenschätzen des Landes zu gewähren. Khadar Hussein Abdi sagte auch, er könne nicht ausschließen, dass Israel auch eine militärische Präsenz aufbauen dürfe. Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud hingegen verurteilte dies als „größte Verletzung der Souveränität Somalias“ und als „Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität der Welt und der Region“. Die Afrikanische Union und die meisten arabischen Länder unterstützten Somalia und verurteilten diesen Schritt.
HIV-Präventionsmedikament Lenacapavir landesweit eingesetzt
Die Gesundheitsbehörden Simbabwes haben am 19. Februar mit der Verabreichung des langwirksamen injizierbaren HIV-Präventionsmedikaments Lenacapavir begonnen. Das Land ist eines der ersten weltweit, dass dieses Medikament einführt. Im Gegensatz zur täglichen Pilleneinnahme bietet die Injektion einen nahezu 100-prozentigen Schutz und reduziert Probleme bei der Therapietreue sowie die soziale Stigmatisierung. Es wird als halbjährliche Spritze (Depotpräparat) verabreicht. In der Anfangsphase werden etwa 46.000 Menschen an 24 Standorten davon profitieren werden, was nur einen Bruchteil der potenziellen Nachfrage in einem Land mit rund 15 Millionen Einwohnern ausmacht. Laut UNAIDS entfielen im Jahr 2024 63 % aller Neuinfektionen in Subsahara-Afrika auf Frauen und Mädchen aller Altersgruppen, was auf geschlechtsspezifische Ungleichheit, Armut und ungleichen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen ist.
Verbot privater E-Mails für Beamte
Die Regierung hat Beamten die Nutzung privater E-Mail-Adressen für den Versand offizieller Dienstnachrichten untersagt, da dies mit erheblichen Sicherheitsrisiken für staatliche Angelegenheiten begründet. Offizielle E-Mail-Systeme der Regierung müssen genutzt werden.
Strategische Chance – oder strategische Abhängigkeit?
Malawi hat mit den Vereinigten Staaten einen Mineralienvertrag unterzeichnet. Die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) bringt Sovereign Metals Limited und Traxys North America in Bezug auf das Kasiya-Rutil-Graphit-Projekt in Lilongwe zusammen. Das Kasiya-Projekt wird als eines der weltweit größten natürlichen Rutilvorkommen angepriesen, neben bedeutenden Flockengraphit-Ressourcen. Rutil und Graphit werden von den Vereinigten Staaten als kritische Mineralien eingestuft, die in Verteidigungssystemen, der Luft- und Raumfahrttechnik, der fortschrittlichen Fertigung und der Batterieproduktion verwendet werden. Das MOU enthält eher Marketingabsichten als verbindliche Produktions- oder Ertragsgarantien. Es gibt keine öffentlichen Angaben zu Preisstrukturen, Lizenzgebühren oder den prognostizierten finanziellen Erträgen für Malawi während der Laufzeit der Vereinbarung. Das Kasiya-Projekt befindet sich im Distrikt Lilongwe, einem Gebiet, in dem die Gemeinden bereits Klarheit über Landentschädigungen, Umweltschutzmaßnahmen und Beschäftigungsaussichten verlangen.
Islamische Polizei verhaftet Muslime wegen Nichtfastens
Die islamische Polizei im nördlichen Bundesstaat Kano hat neun Muslime verhaftet, die am ersten Tag des diesjährigen Ramadan-Fastens beim Essen gesehen wurden. Die islamische Polizei, bekannt als Hisbah, durchsucht jedes Jahr während des Ramadan Cafés, Restaurants und Märkte, um sicherzustellen, dass die Muslime die Fastenzeiten einhalten. Einige Einrichtungen bleiben in Gegenden von Kano, in denen viele Christen leben, geöffnet. Kano hat eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung, wo neben dem säkularen Recht auch die Scharia gilt.

