Nachrichten aus Afrika
Tinubu und Merz: Sicherheits- und Energieabkommen
Der nigerianische Präsident Bola Tinubu und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz haben in einem Telefonat über eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Energie und Infrastruktur gesprochen. Die beiden Staatschefs diskutierten die Wiederaufnahme eines ins Stocken geratenen Stromprojekts, an dem Siemens beteiligt ist, sowie den Kauf gebrauchter deutscher Hubschrauber. Sie vereinbarten zudem eine engere Kooperation in den Bereichen Schienenverkehr und berufliche Bildung. Merz befürwortete Pläne für ein „Museum für afrikanische Kunst“.
Sperre aller wichtigen Social-Media-Plattformen
Die Regierung hat „bis auf Weiteres“ soziale Medienplattformen (darunter Facebook, TikTok, Instagram, WhatsApp und YouTube) gesperrt; und begründet dies mit der Befürchtung, dass Beiträge den sozialen Zusammenhalt untergraben und die Stabilität der Institutionen sowie die nationale Sicherheit gefährden könnten. Es kämpft mit Schulden, da es mit einer akuten Liquiditätskrise konfrontiert ist. Die rund 2,5 Millionen Menschen, des Öl produzierenden Landes, sind arm und stark von Lebensmittelimporten abhängig.
Somaliland strebt internationale Anerkennung an
„Wir sind bereit, den Vereinigten Staaten exklusiven Zugang zu unseren Bodenschätzen zu gewähren. Außerdem sind wir offen dafür, den Vereinigten Staaten Militärstützpunkte anzubieten“, so Khadar Hussein Abdi, Minister im Präsidialamt. Der Präsident von Somaliland, Abdirahman Mohamed Abdullahi, hatte bereits in den vergangenen Wochen vorgeschlagen, Israel privilegierten Zugang zu den Bodenschätzen des Landes zu gewähren. Khadar Hussein Abdi sagte auch, er könne nicht ausschließen, dass Israel auch eine militärische Präsenz aufbauen dürfe. Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud hingegen verurteilte dies als „größte Verletzung der Souveränität Somalias“ und als „Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität der Welt und der Region“. Die Afrikanische Union und die meisten arabischen Länder unterstützten Somalia und verurteilten diesen Schritt.
HIV-Präventionsmedikament Lenacapavir landesweit eingesetzt
Die Gesundheitsbehörden Simbabwes haben am 19. Februar mit der Verabreichung des langwirksamen injizierbaren HIV-Präventionsmedikaments Lenacapavir begonnen. Das Land ist eines der ersten weltweit, dass dieses Medikament einführt. Im Gegensatz zur täglichen Pilleneinnahme bietet die Injektion einen nahezu 100-prozentigen Schutz und reduziert Probleme bei der Therapietreue sowie die soziale Stigmatisierung. Es wird als halbjährliche Spritze (Depotpräparat) verabreicht. In der Anfangsphase werden etwa 46.000 Menschen an 24 Standorten davon profitieren werden, was nur einen Bruchteil der potenziellen Nachfrage in einem Land mit rund 15 Millionen Einwohnern ausmacht. Laut UNAIDS entfielen im Jahr 2024 63 % aller Neuinfektionen in Subsahara-Afrika auf Frauen und Mädchen aller Altersgruppen, was auf geschlechtsspezifische Ungleichheit, Armut und ungleichen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen ist.
Verbot privater E-Mails für Beamte
Die Regierung hat Beamten die Nutzung privater E-Mail-Adressen für den Versand offizieller Dienstnachrichten untersagt, da dies mit erheblichen Sicherheitsrisiken für staatliche Angelegenheiten begründet. Offizielle E-Mail-Systeme der Regierung müssen genutzt werden.
Strategische Chance – oder strategische Abhängigkeit?
Malawi hat mit den Vereinigten Staaten einen Mineralienvertrag unterzeichnet. Die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) bringt Sovereign Metals Limited und Traxys North America in Bezug auf das Kasiya-Rutil-Graphit-Projekt in Lilongwe zusammen. Das Kasiya-Projekt wird als eines der weltweit größten natürlichen Rutilvorkommen angepriesen, neben bedeutenden Flockengraphit-Ressourcen. Rutil und Graphit werden von den Vereinigten Staaten als kritische Mineralien eingestuft, die in Verteidigungssystemen, der Luft- und Raumfahrttechnik, der fortschrittlichen Fertigung und der Batterieproduktion verwendet werden. Das MOU enthält eher Marketingabsichten als verbindliche Produktions- oder Ertragsgarantien. Es gibt keine öffentlichen Angaben zu Preisstrukturen, Lizenzgebühren oder den prognostizierten finanziellen Erträgen für Malawi während der Laufzeit der Vereinbarung. Das Kasiya-Projekt befindet sich im Distrikt Lilongwe, einem Gebiet, in dem die Gemeinden bereits Klarheit über Landentschädigungen, Umweltschutzmaßnahmen und Beschäftigungsaussichten verlangen.
Islamische Polizei verhaftet Muslime wegen Nichtfastens
Die islamische Polizei im nördlichen Bundesstaat Kano hat neun Muslime verhaftet, die am ersten Tag des diesjährigen Ramadan-Fastens beim Essen gesehen wurden. Die islamische Polizei, bekannt als Hisbah, durchsucht jedes Jahr während des Ramadan Cafés, Restaurants und Märkte, um sicherzustellen, dass die Muslime die Fastenzeiten einhalten. Einige Einrichtungen bleiben in Gegenden von Kano, in denen viele Christen leben, geöffnet. Kano hat eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung, wo neben dem säkularen Recht auch die Scharia gilt.
Löwen-DNA überführt Wilderer
Löwen-DNA wurde weltweit zum ersten Mal erfolgreich zur Strafverfolgung von Wilderern eingesetzt. Experten für Wildtierkriminalität haben mitgeteilt, wie sie das einzelne Tier anhand von Körperteilen identifizieren konnten, die im Dorf eines Verdächtigen gefunden wurden. Die DANN stimmte mit einem Profil in der Löwendatenbank Simbabwes überein. Zuvor war dem männlichen Löwen, der von den Behörden im Hwange-Nationalpark mithilfe eines Funkhalsbands verfolgt wurde, eine Blutprobe entnommen worden. Zwei Wilderer wurden für den Vorfall aus dem Jahr 2024 verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Löwen (Panthera leo) besitzen einen diploiden Chromosomensatz von 38 Chromosomen. Es besteht eine genetische Ähnlichkeit von 95% mit Tigern und Hauskatzen.
Baubeginn: Trans-Saharan Gas Pipeline
Niger und Algerien verkünden nach Pipeline-Gesprächen in Algier den Baubeginn (nach dem Ramadan) der Trans-Saharan Gas Pipeline. Die neue Pipeline verläuft von Algerien nach Nigeria und wird das Gebiet von Niger durchqueren. Die 4.128 km lange Trans-Sahara-Gaspipeline wird in Nigeria gefördertes Gas nach Algerien transportieren und ist seit mehr als 15 Jahren in der Planung. Ziel ist es afrikanischem Erdgas nach Europa zu exportieren, um die Abhängigkeit von russischen Lieferungen weiter zu verringern. Das Projekt ist mit 13 Milliarden US-Dollar veranschlagt.
Angepasste Lösung
Außerhalb von Nairobi in der Schneiderei von Mary Mwangi können Brustkrebsüberlebende farbenfrohe, weiche und erschwingliche gestrickte Prothesen kaufen. Es hilft Frauen das Stigma nach einer Mastektomie zu überwinden. Die Prothesen sind in verschiedenen Größen und Farben erhältlich und werden mit Garn gefüllt, bevor sie in speziell angepasste BHs mit Taschen eingesetzt werden. Die gestrickten Prothesen kosten etwa 11 US-Dollar (€ 9) während Silikonbrüste etwa 170 $(€144) kosten und damit für viele unerschwinglich sind. Mehr als 6.700 kenianische Frauen erkranken jedes Jahr an Brustkrebs; diejenigen, die sich einer Mastektomie unterziehen müssen, kämpfen sowohl mit physischen als auch mit psychischen Narben.

