Nachrichten aus Afrika

Auf Afrika entfallen fast 80 % der Krankheit Sichelzellanamie.  Medikamente dagegen gibt es nur als extrem teure Importe aus Europa oder Amerika.  Das Pharmaunternehmen Teranga Pharma hat mit der Produktion von DREPAF begonnen, eine Generikum-Version von Hydroxyurea.  DREPAF ist das erste hergestellte Medikament zur Behandlung von Sichelzellkrankheit in Afrika. Es gibt Millionen von Betroffenen Hoffnung. Ländern wie Burkina Faso, Guinea, der Elfenbeinküste, Gabun, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo haben bereits Lieferanfragen gestellt.

Die AXIAN-Gruppe und die Afrikanische Entwicklungsbank haben ein umfangreiches Programm zur finanziellen Inklusion von Frauen ins Leben gerufen. Es soll den Zugang zu Finanzmitteln und unternehmerischer Unterstützung für mehr als 34.000 von Frauen geführte Unternehmen in fünf afrikanischen Ländern zu verbessern. Es umfasst zwei sich ergänzende Komponenten:  die Bereitstellung maßgeschneiderter digitaler Finanzprodukte und -dienstleistungen für 34.000 von Frauen geführte Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen in Madagaskar, Tansania und Senegal; und Schulungen in den Bereichen Finanzwissen, digitale Kompetenzen und Unternehmertum für 25.000 Frauen in Madagaskar, Tansania, Senegal, Togo und auf den Komoren. Das Programm nutzt Mobile-Money-Dienste, digitale Kreditlösungen und alternative Bonitätsprüfungsverfahren, um Unternehmerinnen zu erreichen, die von herkömmlichen Finanzsystemen traditionell nur unzureichend versorgt wurden. Afrika weist weltweit die höchste Quote an weiblichem Unternehmertum auf.

El Niño wird voraussichtlich der stärkste seit Beginn der vergleichbaren Aufzeichnungen vor vier Jahrzehnten sein, warnte die Klimabehörde der Vereinten Nationen. El Niño wird gegen Ende dieses Jahres seinen Höhepunkt erreichen. Seine Auswirkungen auf das Klima werden jedoch bis weit ins Jahr 2027 hineinreichen, so die WMO. In Kenia sagten Wetterexperten, das Phänomen könne zwischen Oktober und Dezember überdurchschnittliche Niederschläge verursachen. Das Nationale Katastrophenschutzzentrum erklärte, es bereite sich auf ein „Worst-Case-Szenario“ vor. Die Behörde gab an, dass bis zu 1,5 Millionen Menschen direkt von den starken Regenfällen betroffen sein könnten und 500.000 Menschen vertrieben werden könnten. Die kenianische Regierung sei besonders besorgt um die Wasserversorgung, die Stromnetze und die Kommunikationssysteme, berichtete die „Daily Nation“.

Für das Volk der Guin markiert das jährliche Epe-Ekpe- oder Ekpessosso-Fest im September den Beginn des neuen Ahnenjahres. Die traditionelle Zeremonie der „Entnahme des heiligen Steins“ ist ein fester Bestandteil des Festes, der bis ins Jahr 1663 zurückreicht und von Siedlern aus der ehemaligen Goldküste – dem heutigen Ghana – ins Leben gerufen wurde. „Der Stein kann verschiedene Farben annehmen: Weiß, ein Symbol für Frieden und Wohlstand; Himmelblau, ein Zeichen für reichliche Ernten; oder Rot, das ein Jahr der Hungersnot, des Krieges und des Unglücks ankündigt“, sagte Wlomo Nomo Combietey VIII. Nii Labite, Hüter des heiligen Waldes. „Er kann aber auch mehrfarbig sein, was ein Zeichen für Krankheit oder eine große Epidemie ist“, fügte der zeremonielle Hüter hinzu. Beim jährlichen Ekpessosso-Festival im Südosten von Togo haben Voodoo-Priester eine weiße Stein-Orakel enthüllt, die für das kommende Jahr Reinheit, Frieden und Wohlstand voraussagt.

AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa – „Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika“) ist eine 2006 durch die Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) und die Rockefeller Foundation gegründete Entwicklungshilfeorganisation mit Fokus auf Afrika. Sie wollte den Hunger in seinen afrikanischen Partnerländern halbieren und die Landwirtschaft produktiver machen. Rund 20 Jahre später sieht eine zivilgesellschaftliche Studie diese Ziele weitgehend verfehlt. Die Zahl der unterernährten Menschen in den Fokusländern im Zeitraum von 2006 bis 2024 um 58 % gestiegen, von 94,6 auf 149,6 Millionen. Deutschland war über mehrere Jahre hinweg ein wichtiger europäischer Geldgeber von AGRA. Nach anhaltender Kritik hat die BRD jedoch schrittweise seine direkte finanzielle Unterstützung (2021) beendet.

Präsident Adama Barrow hat angekündigt, dass das Land die Energieversorgung bis zum nächsten Monat ausbauen werde, in der Hoffnung, die gewalttätigen Proteste gegen anhaltende Stromausfälle zu unterbinden. In der Hauptstadt Banjul und den umliegenden Städten zündeten Demonstranten Reifen an und errichteten Barrikaden, um den Verkehr zu blockieren. Sie fordern Barrows Rücktritt. Im Dezember kandidiert Barrow für eine dritte Amtszeit. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die wiederholten Stromausfälle finden während der heißen Jahreszeit statt und dauerten an einigen Orten bis zu 48 Stunden. Die anhaltenden Stromausfälle sind zum Teil auf den Klimawandel und den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zurückzuführen. Der gambische Präsident kündigte zudem den Bau eines zusätzlichen 50-Megawatt-Solarkraftwerks an, mit dem bald begonnen werden soll.

Hunderte Burundier bemühen sich verzweifelt darum, Reisedokumente zu beschaffen, um das Land noch vor dem harten Durchgreifen gegen nicht zugelassene Kleinunternehmen, die von Migranten geführt werden, zu verlassen. Die burundische Botschaft in Nairobi stellt Bürgern, die in ihre Heimat zurückkehren möchten, kostenlose Notfall-Reisedokumente aus. Der kenianische Präsident William Ruto hat den Montag, 14.9.2026 als Frist gesetzt, bis zu dem Ausländer, die Kleinunternehmen betreiben, ihre Tätigkeit einstellen müssen. Das Handelsministerium hatte erklärt, einige hätten die Visabestimmungen ausgenutzt, um ohne die erforderlichen Genehmigungen zu arbeiten. Kenia beherbergt Hunderttausende Migranten aus ganz Ostafrika, die auf der Suche nach Arbeit und Geschäftsmöglichkeiten sind

Fünf Jahre nachdem Präsident Kais Saied am 25. Juli 2021 außerordentliche Exekutivbefugnisse an sich gerissen hat, hat sich die Menschenrechtslage in Tunesien dramatisch verschlechtert. Der 49-seitige Bericht „‚Wir leben auf geliehener Zeit‘: Unterdrückung der Zivilgesellschaft in Tunesien“ dokumentiert die eskalierende Unterdrückung lokaler und internationaler zivilgesellschaftlicher Gruppen, ihrer Mitarbeiter, Mitglieder und Partner durch die tunesischen Behörden mittels missbräuchlicher Strafverfolgungen, willkürlicher Festnahmen, Inhaftierungen, finanzieller und strafrechtlicher Ermittlungen, massenhafter Suspendierungen und Androhungen der Auflösung.

Der weltweit tätige Fahrdienstvermittler Uber hat die sofortige Einstellung seines Betriebs in Nigeria und Uganda angekündigt. Dies ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung des globalen Geschäfts, die auch zur Entlassung von rund 3.300 Mitarbeitern weltweit geführt hat. Uber nahm 2014 den Betrieb in Nigeria auf und zwei Jahre später in Uganda. Das Unternehmen sah sich zunehmend schwierigen Bedingungen gegenüber, darunter steigende Kraftstoffkosten, Druck durch konkurrierende Fahrdienstvermittlungsplattformen sowie Beschwerden von Fahrern über niedrige Fahrpreise und hohe Provisionsgebühren. Der Rückzug des Unternehmens aus Nigeria und Uganda folgt auf den kürzlich erfolgten Rückzug aus der Elfenbeinküste und Tansania. Uber erklärte, die Entscheidung beschränke sich auf diese beiden Länder und habe keine Auswirkungen auf die verbleibenden Aktivitäten in Subsahara-Afrika, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben weiterhin Wachstumschancen sehe.

Die ghanaische Goldbehörde (GoldBod) verpflichtet Goldexporteure, Golddore vor dem Versand ins Ausland vor Ort zu veredeln. Damit soll ein größerer Teil des durch die Goldindustrie des Landes erwirtschafteten Wertes im Land verbleiben. Dies gilt seit dem 1. September 2026. Widerrechtliche Handlungen sollen mit dem Entzug von Exportgenehmigungen geahnt werden. Bisher wurde der Großteil des Goldes in rohem Zustand exportiert, wodurch erhebliche Gewinne an ausländische Handelsplätze wie Dubai oder die Schweiz verloren gingen. Ghana ist der größte Goldproduzent Afrikas.

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„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...
Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."
Erklärung des Jesuitenordens in Europa