logo Netzwerkafrika

Die geplanten Stromausfälle werden auf bis zu sechs Stunden pro Tag erhöht, um einen katastrophalen Zusammenbruch des Stromnetzes zu verhindern. Der größte Stromversorger Eskom macht seine streikenden Beschäftigten, die eine Lohnerhöhung von 10 % fordern, für diese neuen erzwungenen Stromausfälle – „load shedding“ wie er im Land genannt wird - verantwortlich. Die Probleme von Eskom resultieren aus einer Schuldenlast von 26 Mrd. $ (21 Mrd. £) und einem alten und maroden Stromnetz. Eskom hat zwar kürzlich zwei neue Kraftwerke gebaut, doch beide weisen Konstruktionsfehler auf und sind nicht in der Lage, kontinuierlich Strom zu liefern. Südafrika ist das am stärksten industrialisierte Land des Kontinents, und diese Unterbrechung der Stromversorgung von Haushalten und Unternehmen kommt mitten im kalten Winter der südlichen Hemisphäre.

Als am Freitagmorgen etwa 2000 Menschen versuchten, den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla zu überwinden, kamen 23 von ihnen ums Leben. Manche sollen im Gedränge gestorben sein und andere von dem 7 Meter hohen gefährlichen Grenzzaun gefallen sein. Die marokkanischen Sicherheitskräfte werden beschuldigt, „ungerechtfertigte Gewalt“ gebraucht zu haben. Etwa 100  Migranten sei es gelungen, über den Zaun auf spanisches Territorium zu gelangen. Es war der erste Massenübertrittsversuch seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und Marokko im März. In den Wäldern um Melilla und auch um die 250 km westlich gelegene Exklave Ceuta lauern oft Zehntausende Afrikaner, vorwiegend aus sub-Sahara Afrika, auf eine Chance, in die EU zu gelangen. Der spanische Premier macht die Menschenhändler- Mafia für die Grausamkeit gegen die verletzten Migranten verantwortlich.

In der Nacht zum Sonntag sind mindestens 22 junge Menschen in einer Kneipe in East London gestorben. Da sie keine sichtbaren Verletzungen aufzeigten und deshalb Massenpanik und Kämpfe ausgeschlossen wurden, vermutet die Polizei eine Vergiftung. Obduktionen  - einschließlich toxologischer Tests  - versuchen nun, die Todesursache festzustellen. Man spricht von einer Schulabschlußfeier, bei der auch reichlich Alkohol geflossen sei. Präsident Cyril Ramaphosa schickte vom G 7 Gipfel in Elmau sein „tiefstes Beileid“ an die Familien der Opfer. Die Tragödie geschah im Monat der Jugend, in dem die sozioökonomischen Bedingungen der Jugendlichen verbessert werden sollten.

Rebellen griffen die Polizeistation in der Stadt Dassari an, der Angriff ist der jüngste in einer Reihe von tödlichen Angriffen in einem Gebiet, das von einem Übergreifen der Rebellenaktivitäten in den Nachbarländern Burkina Faso und Niger betroffen ist. Dassari ist eine Stadt etwa 600 km nordwestlich von Benins größter Stadt Cotonou, nahe der Grenze zu Burkina Faso. Sie ist etwa 250 km von einer Polizeistation in der Gemeinde Karimama nahe der Grenze zu Niger entfernt, die am 26. April von bewaffneten Angreifern überfallen wurde, wobei mindestens ein Mensch getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Gruppen, die mit Al-Qaida und ISIL (ISIS) in Verbindung stehen und im Norden Benins und in der westafrikanischen Sahelzone aktiv sind, haben in den letzten Wochen verstärkt Anschläge verübt.

Die National Oil Spills Detection and Response Agency (NOSDRA) hat ein Leck in einem Ölbohrloch in der Oil Mining Lease (OML) 18 bestätigt, die von einem einheimischen Betreiber, Eroton Exploration and Production Limited, betrieben wird. Die Anwohner berichteten, dass aus der Anlage seit einer Woche Öl und Gas in die Küstenregion austritt. In Nigeria kommt es jedes Jahr zu mehreren hundert Ölaustritten.  Für eine Übersicht der Öllecks siehe „Nigerian Oil Spill Monitor”.

Unterhändler der Vereinten Nationen haben in Nairobi Gespräche über ein neues globales Abkommen zum Schutz von Natur und Wildtieren aufgenommen, nachdem bei einer früheren Gesprächsrunde im März keine Fortschritte erzielt werden konnten. Die UNO fordert die Länder auf, bis 2030 30 % ihrer Land- und Meeresgebiete für den Naturschutz auszuweisen. Das Erreichen dieses "30-mal-30"-Ziels würde dazu beitragen, die Umwelt weltweit vor Wilderei, Umweltverschmutzung oder einer sich ausbreitenden menschlichen Nutzung zu schützen. Nur 17 % der Landflächen der Erde und 7% der Ozeane stehen derzeit in irgendeiner Form unter Schutz. Wissenschaftler warnen, dass schätzungsweise eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind.

Die Staats- und Regierungschefs von 54 Ländern - aus Afrika, Europa, Asien und Südamerika - sind bis zum 25. Juni in Kigali, Ruanda, zum Treffen der Regierungschefs des Commonwealth zusammengekommen.  Die meisten, der 54 Staaten, wurden früher von den Briten regiert, obwohl Mosambik, das 1995 beitrat, und Ruanda, das 2009 beitrat, diese historische Verbindung zum Vereinigten Königreich nicht teilen. Es gibt 19 Commonwealth-Staaten in Afrika, acht in Asien, drei in Europa (darunter Zypern und Malta, die beide auch Mitglieder der Europäischen Union sind), 13 in der Karibik und in Amerika und 11 im Pazifik. Simbabwe ist 2003 ausgetreten, versucht nun aber wieder, Mitglied zu werden. Kagame wird diese Woche den Amtierenden Vorsitz des Commonwealth vom britischen Premierminister Boris Johnson übernehmen, der die Organisation seit dem letzten CHOGM im Jahr 2018 leitet. Dem Commonwealth gehören 2,5 Milliarden Menschen an. Mindestens 60 % der Commonwealth-Bevölkerung sind 29 Jahre alt oder jünger.

Die Kenia-Konferenz der katholischen Bischöfe (KCCB) hat die Wähler aufgefordert, bei der Ausübung ihres Wahlrechts am 9. August nicht "lässig und unvorsichtig" zu sein. Erzbischof Martin Kivuva, der Vorsitzende der Konferenz, betonte, dass Führungspersönlichkeiten visionär sein sollten und dass ihre Visionen über ihre auf Papier festgehaltenen Manifeste hinausgehen sollten, und forderte die Wähler auf, sich die Zeit zu nehmen, die Manifeste der Führungspersönlichkeiten, die sie ins Amt wählen wollen, genau zu prüfen.

Zehntausende Vertriebene haben sich auf einem abgelegenen Hügel in der Ituri Provinz  im Osten des Landes in Sicherheit gebracht. Sie suchen Schutz vor den Angriffen, die die Region seit Jahrzehnten verwüsten. Unzählige bewaffnete Gruppen, darunter auch solche, die mit dem Islamischen Staat verbunden sind, bringen Angst und Terror. Es geht oft um ethnische Streitigkeiten, politische Instabilität und besonders um den Kampf um den riesigen Mineralreichtum des Landes. Auf dem Hügel ist das Wasser knapp, sanitäre Einrichtungen begrenzt, und es gibt keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Nahrungsbeschaffung ist riskant; um Pflanzen, die auf umliegenden Hügeln wachsen, zu sammeln, müssen die Menschen sich immer auf einen tödlichen Angriff gefasst machen. Nach UNO Angaben wurden rund 6 Mio. Kongolesen, meist aus Nord - und Süd Kivu und Ituri vertrieben.

An der ersten Konferenz "China-Horn von Afrika über Sicherheit, Regierungsführung und Entwicklung" nehmen bis Dienstag in Addis Abeba:  China, Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan und Uganda teil, Eritrea, das eingeladen war, ist nicht anwesend. Die Vereinigten Staaten haben Äthiopien im November wegen der Menschenrechtsverletzungen im Konflikt zwischen der Regierung und den Rebellen in der Region Tigray seit November 2020 aus einem wichtigen Handelsabkommen, dem Agoa, ausgeschlossen und 2021 Sanktionen gegen Eritrea wegen dessen Beteiligung an dem Konflikt verhängt. Der chinesische Außenminister Wang Yi hat zum Ausdruck gebracht, dass China gegen die US-Sanktionen gegen Eritrea ist. China erklärt sich bereit, für den Frieden am Horn von Afrika zu vermitteln und kündigte auch an, dass es bereit sei, verschiedene Projekte in den Bereichen Ernährungssicherheit, Gesundheit, Verkehr, Handelsförderung und Kapazitätsaufbau zu unterstützen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­