Nachrichten aus Afrika
Kinderschutz gegenüber dem „digitalen Chaos“
Das ägyptische Parlament arbeitet laut eigenen Angaben an einem Gesetz, das die Exposition von Kindern gegenüber dem sogenannten „digitalen Chaos“ der sozialen Medien regulieren soll. Präsident Abdel Fattah el-Sissi forderte die Abgeordneten auf, ein Gesetz zu verabschieden, das die Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen „bis zu einem Alter, in dem sie damit richtig umgehen können“ einschränkt. Laut einem Bericht aus dem Jahr 2024 nutzen etwa 50 % der Kinder unter 18 Jahren in Ägypten Social-Media-Plattformen, auf denen sie wahrscheinlich schädlichen Inhalten, Cybermobbing und Missbrauch ausgesetzt sind
„Geldsträuße” verboten
Die Zentralbank hat gewarnt, dass die Verwendung von Banknoten zur Herstellung von Blumensträußen illegal ist und zu einer Gefängnisstrafe mit bis zu sieben Jahren führen kann. Der von Social-Media-Influencern populär gemachte Trend besteht darin, Bargeld zu rollen und zu dekorativen Arrangements für Feierlichkeiten zu stecken. Die kenianische Zentralbank (CBK) erklärt jedoch, dass diese Praxis die Währung „verunstaltet” und die Integrität der Banknoten beeinträchtigt. Kenia ist nicht das einzige afrikanische Land, das entschlossen gegen den kreativen Missbrauch von Geld vorgeht. In Nigeria geht die Zentralbank gegen die traditionelle Praxis des „Geldsprühens” bei Hochzeiten und Partys vor. Mehrere prominente Persönlichkeiten wurden kürzlich wegen „Manipulation” der Naira verhaftet, nachdem Videos zeigten, wie sie Banknoten warfen oder mit Füßen traten. In ähnlicher Weise haben die Behörden in Ghana vor „Geldkuchen” (mehrstöckigen Strukturen aus gefalteten Banknoten) gewarnt, und die Bürger daran erinnert, dass der Cedi Staatseigentum ist.
Nationaler Mindestlohn € 1,60 pro Stunde
Ab März 2026 wird der gesetzliche nationale Mindestlohn (NMW) von 28,79 Rand (€1,52) auf 30,23 Rand (€1,60) pro normale Arbeitsstunde angehoben. Die Anhebung um 1,44 Rand (€0,08) kommt allen Arbeitnehmern zugute, einschließlich schutzbedürftigen Landarbeitern und Hausangestellten. Der nationale Mindestlohn ist seit 2019 eine gesetzliche Vorgabe für den südafrikanischen Arbeitsmarkt. Das NMW-Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber mit Ausnahme der Mitglieder der South African National Defence Force, der National Intelligence Agency und des South African Secret Service. Der nationale Mindestlohn umfasst keine Zulagen wie Transport, Werkzeuge, Verpflegung oder Unterkunft, Sachleistungen (Unterkunft oder Verpflegung), Trinkgelder, Boni und Geschenke.
Trump unterzeichnet Verlängerung von AGOA
US-Präsident Donald Trump hat die einjährige Verlängerung des African Growth and Opportunity Act (AGOA) unterzeichnet. Afrikanische Länder haben nun bis zum Ende des Jahres wieder zollfreien Zugang zum US-Markt. Die Verlängerung des AGOA gilt rückwirkend vom 30. September 2025, als das Programm auslief, bis zum 31. Dezember 2026. Das AGOA-Gesetz wurde erstmals im Jahr 2000 verabschiedet und ermöglicht es qualifizierten Ländern südlich der Sahara, mehr als 1.800 Produkte zollfrei zu exportieren. Zu den größten Nutznießern zählen Südafrika und Nigeria. Das Auslaufen des Gesetzes hatte den Handel gestört und Arbeitsplätze auf dem gesamten Kontinent gefährdet. Die Verlängerung erfolgt inmitten angespannter Beziehungen zwischen den USA und Südafrika, doch der südafrikanische Handelsminister Parks Tau begrüßte die Verlängerung.
US-Streitkräfte in Nigeria
Die USA haben eine kleine Truppe von Streitkräften nach Nigeria entsandt. Ein US-Team ist entsandt worden, nachdem beide Länder übereingekommen sind, dass mehr getan werden müsse, um die terroristische Bedrohung in Westafrika zu bekämpfen. Im Dezember Präsident ordnete Donald Trump Luftangriffe auf Ziele des Islamischen Staates in Nigeria an. Mindestens seit Ende November hat die USA seit Überwachungsflüge über dem Land von Ghana aus durchgeführt. Nigeria steht unter starkem Druck seitens Washington, zu handeln, nachdem Präsident Trump dem westafrikanischen Land vorgeworfen hatte, Christen nicht vor islamistischen Militanten zu schützen, die im Nordwesten operieren.
KI-Tools bringen lokale Sprachen in die Schulen
Die Regierung ist eine strategische Partnerschaft mit Google eingegangen. Im Rahmen der Vereinbarung werden KI-basierte Bildungstools in mehreren lokalen Sprachen, darunter Hausa, Twi, Ewe und Dagbani, in das nationale Bildungssystem integriert. Ziel ist es Sprachbarrieren im Bildungswesen abzubauen und die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitskräfte zu verbessern Die Bildungstools von Google werden für Nutzer ohne Datengebühren verfügbar sein. Die Plattform wird Lernmaterialien bereitstellen, die auf den nationalen Lehrplan Ghanas abgestimmt sind. Offizielle Statistiken für 2025 zeigen, dass fast 30 % der erwachsenen Bevölkerung Analphabeten sind, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten gibt.
80 Geiseln entkommen
Insgesamt 80 Gläubige, die während des Angriffs auf Kurmin Wali im Verwaltungsbezirk Kajuru der Entführung entkommen waren, sind nach etwa zwei Wochen nach Hause zurückgekehrt. Sie hatten sich in benachbarten Dörfern versteckt. 86 Gläubige werden jedoch weiterhin in Gefangenschaft gehalten. Ortsvorsteher Dan'azumi appellierte an die Regierung und das Militär, die Rettungsbemühungen zu intensivieren, und warnte davor, dass einige versuchten, das Trauma der Gemeinde zu politisieren. Kajuru hat weiterhin mit wiederkehrenden Banditenangriffen zu kämpfen, die zu weitreichenden Vertreibungen und Todesfällen führen.
Keine Politik in Kirchen
Präsident William Ruto hat politische Führer dazu aufgefordert, Politik aus Gotteshäusern fernzuhalten: „Kirchen müssen Orte des Friedens, des Gebets und der Einheit bleiben.“ Er warnte davor, „Altäre zu Plattformen für politische Konfrontationen zu machen“. Der ehemalige Vizepräsident Rigathi Gachagua soll während eines Sonntagsgottesdienstes, in Othaya im Bezirk Nyeri, angegriffen worden sein. Polizeibeamte, begleitet von bewaffneten Personen, sollen Tränengas in und um das Kirchengelände geworfen haben. Der Vorfall hat öffentliche Empörung ausgelöst und zu erneuten politischen Spannungen geführt. In der wählerstarken Region Mt. Kenya sind die Beziehungen zwischen der Regierung und den Mainstream-Kirchen angespannt. Oppositionsführer haben mit landesweiten Demonstrationen gedroht, sollten die Polizeibeamten, die angeblich an dem Vorfall in Othaya beteiligt waren, nicht verhaftet und angeklagt werden.
Mehr Gasexporte nach Europa bis 2030
Libyen plant, seine Erdgasproduktion in den nächsten fünf Jahren zu steigern, um bis Anfang 2030 mehr Lieferungen für den Export nach Europa zur Verfügung zu haben. Derzeit exportiert das Land nur eine vernachlässigbare Menge Erdgas über die Greenstream-Pipeline (520km lang von Mellitah nach Gela, Sizilien). Ausländische Investoren sind zurückhaltend, wenn es um Investitionen in das OPEC-Mitglied Libyen geht. Seit dem Sturz von Muammar Gaddafi im Jahr 2011 ist das Land in einem schwierigen Zustand. Streitigkeiten zwischen rivalisierenden bewaffneten Fraktionen über Öleinnahmen haben häufig zur Schließung von Ölfeldern geführt.
Nach Überschwemmungen Evakuierung
Marokko hat Rettungseinheiten der Armee eingesetzt, um bei der Evakuierung Tausender Menschen zu helfen. Heftige Regenfälle und steigende Flusspegel hatten Teile des Nordwestens des Landes überschwemmt. Der Fluss Loukous überschwemmte mehrere Stadtteile in Ksar Kbir, etwa 190 km nördlich von Rabat. Mehr als 20.000 Menschen wurden in Notunterkünfte und Lager gebracht. Die reichlichen Niederschläge beendeten eine siebenjährige Dürreperiode, die das Land zu hohen Investitionen in Entsalzungsanlagen veranlasst hatte.

