Schlagwort: Afrika

AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa – „Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika“) ist eine 2006 durch die Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) und die Rockefeller Foundation gegründete Entwicklungshilfeorganisation mit Fokus auf Afrika. Sie wollte den Hunger in seinen afrikanischen Partnerländern halbieren und die Landwirtschaft produktiver machen. Rund 20 Jahre später sieht eine zivilgesellschaftliche Studie diese Ziele weitgehend verfehlt. Die Zahl der unterernährten Menschen in den Fokusländern im Zeitraum von 2006 bis 2024 um 58 % gestiegen, von 94,6 auf 149,6 Millionen. Deutschland war über mehrere Jahre hinweg ein wichtiger europäischer Geldgeber von AGRA. Nach anhaltender Kritik hat die BRD jedoch schrittweise seine direkte finanzielle Unterstützung (2021) beendet.

Der weltweit tätige Fahrdienstvermittler Uber hat die sofortige Einstellung seines Betriebs in Nigeria und Uganda angekündigt. Dies ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung des globalen Geschäfts, die auch zur Entlassung von rund 3.300 Mitarbeitern weltweit geführt hat. Uber nahm 2014 den Betrieb in Nigeria auf und zwei Jahre später in Uganda. Das Unternehmen sah sich zunehmend schwierigen Bedingungen gegenüber, darunter steigende Kraftstoffkosten, Druck durch konkurrierende Fahrdienstvermittlungsplattformen sowie Beschwerden von Fahrern über niedrige Fahrpreise und hohe Provisionsgebühren. Der Rückzug des Unternehmens aus Nigeria und Uganda folgt auf den kürzlich erfolgten Rückzug aus der Elfenbeinküste und Tansania. Uber erklärte, die Entscheidung beschränke sich auf diese beiden Länder und habe keine Auswirkungen auf die verbleibenden Aktivitäten in Subsahara-Afrika, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben weiterhin Wachstumschancen sehe.

Die UNO hat eine neue Weltkarte verabschiedet, die „Equal Earth“-Projektion, die die tatsächlichen Größen der Landmassen besser wiedergibt und die Größe Afrikas präziser darstellt. Togo hatte die Resolution „Correct the map“ eingebracht. 164 Staaten stimmten dafür, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Togos Außenminister, Robert Dussey, sprach von einem historischen Moment. Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus. „Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen“.

Aus 7 Ländern nahmen mehr als 200 Forscher, Unternehmer, Regulierungsbehörden und Finanzpartner an dem Treffen des Africa Food Systems Forum in Kigali teil. „Saatgut spricht weder Französisch noch Englisch“, sagte Natasha Kofoworola Quist, Regionaldirektorin von AGRA für Westafrika. „Wir haben in der Region alles, was wir brauchen: die Wissenschaftler, die Institutionen, die Unternehmer, die Landwirte und die Märkte. Es geht nur darum, sicherzustellen, dass alles miteinander vernetzt bleibt.“ Nach wie vor ist es schwierig, Saatgut, das in einem Land freigegeben wurde, in einem anderen Land zu verkaufen. Die Herausforderung besteht daher nicht mehr nur darin, neue Sorten zu entwickeln, sondern auch darin, deren Vermehrung und Vertrieb auf regionaler Ebene zu ermöglichen.

Afrika und China vertiefen ihre Zusammenarbeit im Mediensektor. Das 7. Forum zur chinesisch-afrikanischen Medienzusammenarbeit wurde in Peking unter dem Motto „Entwicklungsmöglichkeiten teilen, die audiovisuelle Zukunft gestalten“ eröffnet und brachte führende Persönlichkeiten und Fachleute aus der Medienbranche aus ganz Afrika und China zusammen.

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile für mehr als die Hälfte der gemeldeten Cyberkriminalität in ganz Afrika verantwortlich. Kriminellen können schnellere, überzeugendere und groß angelegte Angriffe verüben. 55 % der Cyberkriminalitätsfälle auf dem gesamten Kontinent sind mit dem Einsatz von KI verbunden. Basierend auf Daten aus 36 afrikanischen Ländern kommt die 40-seitige Analyse zu dem Schluss, dass sich die Cyberkriminalität zu einer hochgradig organisierten, grenzüberschreitenden Industrie entwickelt hat, die für die Behörden immer schwerer aufzudecken und zu unterbinden ist. INTERPOL’s African Cyberthreat Assessment Report 2026.

Der Interuniversitäre Rat für Ostafrika hat auf seiner 17. Jahrestagung und Konferenz in Nairobi ein regionales KI-Netzwerk der Universitäten sowie dessen Strategieplan 2026–2031 vorgestellt. Die Organisation der Ostafrikanischen Gemeinschaft setzt sich dafür ein, die KI-Kapazitäten in einer Region zu bündeln, in der nationale Bemühungen bislang größtenteils parallel statt gemeinsam verliefen. Das KI-Netzwerk soll Einrichtungen miteinander verbinden, die in den Bereichen KI-Ausbildung, -Forschung und -Innovation tätig sind. Fachwissen und Infrastruktur bündeln und die Fähigkeit der Hochschulen stärken, künstliche Intelligenz verantwortungsvoll einzusetzen. Die Zukunft Ostafrikas liegt in der Zusammenarbeit über Disziplinen, Sektoren und Landesgrenzen hinweg und nicht in isoliertem Handeln.

Staatsangehörige aus 50 Ländern, darunter 30 afrikanische, müssen bei der Beantragung bestimmter Geschäfts- und Touristenvisa im Rahmen eines von den Vereinigten Staaten angekündigten Programms für dauerhafte Visumbürgschaften eine Sicherheitskaution von bis zu 20.000 US-Dollar hinterlegen. Die Regelung trat am 3. August 2026 in Kraft und gilt für Antragsteller, die ein B-1-Geschäftsvisum und ein B-2-Touristenvisum beantragen. Konsularbeamte können eine Kaution als Voraussetzung für die Erteilung eines Visums verlangen; die Kaution verfällt, wenn der Reisende nach der Einreise in die Vereinigten Staaten gegen die Aufenthaltsbedingungen verstößt. Dreißig der 50 vom Programm erfassten Länder liegen in Afrika, darunter Uganda, Äthiopien, Mosambik und Simbabwe.

Der aus 12 Mitgliedern bestehende westafrikanische Wirtschaftsblock will die Währungsunion und die Einheitswährung „Eco“ im Juli 2027 einführen. Die ECOWAS erklärte, sie tendiere zu einer schrittweisen Einführung, bei der zunächst diejenigen Länder beitreten sollen, die die Konvergenzkriterien wie Inflation, Verschuldung und Währungsstabilität erfüllen. Guinea ist der erste Mitgliedstaat, der angekündigt hat, seine Landeswährung, den guineischen Franc, beizubehalten. Die wichtigsten Handelspartner des Landes liegen zudem außerhalb Westafrikas, wobei 80 % seiner Exporte nach Asien gehen. Durch die Bindung seiner Währung an die Währungen der Nachbarstaaten riskiere Conakry, bestimmte Einflussmöglichkeiten zu verlieren, erklärte der Ökonom Mohamed Camara gegenüber RFI. Der Wirtschaftsblock wird im Dezember erneut zusammenkommen, um offene Fragen zu klären, insbesondere hinsichtlich der künftigen Zentralbank, der Entscheidungsregeln und der Frage, welche Länder den „Eco“ als erste einführen werden.

TikTok führt für Nutzer in Südafrika, Nigeria und Kenia einen In-App-Hub zur KI-Kompetenz ein. Dies ist Teil einer Reihe von Ankündigungen zum Thema KI, die das Unternehmen auf dem „AI for Good Global Summit“ in Genf gemacht hat. Das Portal soll Nutzern helfen, KI-generierte Inhalte zu erkennen und zu verstehen. Es ist Teil des „AI Literacy Fund“ von TikTok, für das das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen zugesagte Investitionen in Höhe von mehr als 4 Millionen US-Dollar erhalten hat. TikTok teilte mit, dass die afrikanischen Partnerschaften des Fonds in Zusammenarbeit mit Moxi Africa in Südafrika, dem Centre for Journalism Innovation and Development, Africa Check und der Paradigm Initiative in Nigeria sowie Eveminet und Mtoto News in Kenia bereits mehr als 200 Millionen Aufrufe generiert haben.

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