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Ruanda wird von Uruguay 2027 den Vorsitz der Gruppe der 77 (G77) und Chinas übernehmen. Die Gruppe der 77 wurde am 15. Juni 1964 von 77 Entwicklungsländern gegründet. Im Oktober 1967 hielt sie in Algier, Algerien, ihr erstes Ministertreffen ab, bei dem die Mitglieder die Charta von Algier verabschiedeten. Seitdem ist die Mitgliederzahl von ursprünglich 77 Ländern auf 134 angewachsen, doch der Name G77 wurde aufgrund seiner historischen Bedeutung beibehalten. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als die größte zwischenstaatliche Organisation von Entwicklungsländern innerhalb des UN-Systems. Die G77 bietet den Entwicklungsländern eine Plattform, um ihre Positionen abzustimmen und gemeinsame Interessen innerhalb des UN-Systems zu verfolgen.

Ruanda und Kenia feierten die Ankunft der „MT Sea Wolf“, die die erste Ladung der Rwanda National Energy Company (RNEC) in Höhe von 40.000 Tonnen raffinierter Erdölprodukte zum Kipevu Oil Terminal 2 (KOT2) der Kenya Pipeline Company (KPC) brachte. Mit der Ankunft der Kraftstofflieferung wurde die neue Route in Betrieb genommen, über die Ruanda künftig raffinierte Erdölprodukte in großen Mengen über den Nordkorridor importieren wird. Das Kipevu Oil Terminal 2 (KOT2) ist als vorgelagerte künstliche Insel konzipiert und verfügt über eine 770 Meter lange Anlegestelle. Fünf Unterwasserpipelines, die 26 Meter tief im Meeresboden vergraben sind, verbinden das Terminal mit sechs Onshore-Pipelines. Diese leiten die Produkte direkt in die Lagertanks von KPC. Die beiden Regierungen erklärten, sie betrachteten die neue Route als „praktischen Beweis für die regionale Integration“ im Rahmen der Ostafrikanischen Gemeinschaft und der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone. Es wird die regionale Energiesicherheit stärken, die Effizienz der Lieferketten verbessern und die Logistikkosten für Ruandas Erdölsektor senken.

Vincent Brown, ein 65-jähriger Arzt, der früher als Vincent Bajinya bekannt war, ist die erste Person, die in Großbritannien wegen des Völkermords angeklagt wird. Mehr als 800.000 Menschen, die meisten davon Angehörige der ethnischen Minderheit der Tutsi, kamen in dem über 100 Tagen landesweiten Massaker ums Leben. Brown muss offiziell vor dem Central Criminal Court (Old Bailey) erscheinen, wo ihm vorgeworfen wird, in der ersten Woche des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994 sechs Morde angeordnet zu haben. Er bestreitet jegliches Fehlverhalten. Der aus Kigali stammende Brown soll 1998 als Asylsuchender nach Großbritannien eingereist sein.

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo und die von Ruanda unterstützte Rebellengruppe M23 haben sich auf einen Fahrplan für Friedensgespräche geeinigt. „Die Parteien einigten sich darauf, einen Mechanismus einzurichten, dessen Aufgabe es ist, die Fortschritte zu überprüfen und Herausforderungen bei der Umsetzung der Verpflichtungen und Zusagen im Rahmen des Doha-Rahmenabkommens anzugehen“, hieß es in der Erklärung unter Bezugnahme auf das Abkommen von 2025.

Die Behörden verstärken landesweit ihr Vorgehen gegen die illegale Herstellung und den Vertrieb von Alkohol und haben weitere 27 Unternehmen geschlossen; nachdem schon 109 Brennereien zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen wurden. Das Gesundheitsministerium berichtete, dass giftige Produkte in diesem Jahr bisher 50 Todesfälle verursacht haben und Hunderte weitere Menschen nach dem Konsum von illegalem Alkohol medizinisch behandelt werden mussten. Die ruandische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde wies die Hersteller an, unverzüglich einen vollständigen Produktrückruf einzuleiten und jegliche Werbung sowie Verkaufsförderung für die verbotenen Getränke zu unterbinden.

Großbritannien muss Ruanda keine Entschädigung zahlen. Ein internationales Gericht hat im Fall der gescheiterten Asylvereinbarung mit Ruanda zugunsten der britischen Regierung entschieden. Ruanda hatte mehr als 100 Millionen Pfund gefordert. Das Land argumentierte, Großbritannien habe gegen die Vereinbarung verstoßen, nachdem Premierminister Keir Starmer das Programm kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2024 aufgegeben hatte. Der Plan war ursprünglich unter Boris Johnson eingeführt und später von Rishi Sunak vorangetrieben worden. Er sah vor, Asylsuchende, die illegal im Vereinigten Königreich ankamen, zur Bearbeitung und möglichen Neuansiedlung nach Ruanda zu schicken. Er stieß jedoch auf wiederholte rechtliche Einwände, darunter eine Intervention des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, und wurde schließlich von der Labour-Partei im Rahmen ihrer Wahlversprechen aufgegeben.

Ruanda unterzeichnete Abkommen über die zivile nukleare Zusammenarbeit mit den USA und dem US-Unternehmen Holtec International, um seine Stromversorgung zu verbessern und das Wirtschaftswachstum zu fördern. Anfang der 2030er-Jahre soll der erste operative Atomreaktor in Betrieb genommen werden. Ruanda hat in der Vergangenheit bereits mit Russlands Staatskonzern Rosatom (2019) sowie dem kanadisch-deutschen Startup Dual Fluid Energy (2023) Vereinbarungen abgeschlossen. Für die USA ist das Abkommen wichtig, da sie sich als globale Exporteure im Bereich sicherer und fortschrittlicher Kernenergie positionieren wollen.

Das ruandische Parlament hat einstimmig ein wegweisendes Gesetz zur Legalisierung und Regulierung von Kryptowährungen und virtuellen Vermögenswerten verabschiedet. Das Gesetz markiert einen strategischen Wandel und öffnet Investoren, Fintech-Unternehmen und Finanzinstituten die Möglichkeit, im Rahmen einer formellen digitalen Wirtschaft tätig zu werden. Verstöße werden mit hohen Strafen geahndet.  Gesetzgeber schätzen, dass derzeit über 35.000 Personen – sowohl Ruander als auch Expatriates – virtuelle Vermögenswerte handeln. Kryptowährungen bleiben jedoch als gesetzliches Zahlungsmittel ausgeschlossen.

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen das ruandische Militär und vier seiner Spitzenbeamten wegen „direkter operativer Unterstützung“ der Rebellengruppe M23 verhängt.  Die M23 hat wichtige Städte im mineralreichen Osten des Landes eingenommen hat, darunter die Hauptstädte der Provinzen Nord- und Süd-Kivu. Ruanda weist die Vorwürfe zurück. Das Verhältnis zwischen den USA und Ruanda, das lange Zeit als enger Partner Washingtons galt, ist damit angespannt.  

Ruanda hat beim Ständigen Schiedshof in den Niederlanden Klage eingereicht und argumentiert, dass Großbritannien seine Verpflichtungen aus einem Abkommen zur Überstellung einiger Asylbewerber in das afrikanische Land nicht eingehalten habe. Im Rahmen des Abkommens, das von der vorherigen konservativen Regierung unterzeichnet wurde, hatte sich Großbritannien bereit erklärt, Zahlungen an Ruanda zu leisten, um Asylbewerber aufzunehmen und die Wirtschaft des Landes zu unterstützen. Premierminister Sir Keir Starmer kündigte das Abkommen im Jahr 2024, und das Innenministerium erklärte, dass 220 Millionen Pfund an „geplanten zukünftigen Zahlungen nicht an Ruanda geleistet werden müssen”.

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