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Burundi – Nachdem Adolphe Nshimirimana, ein enger Berater des Präsidenten, bei einem Angriff auf sein Auto starb, wurde wenig später der prominente Menschenrechtler Pierre-Claver Mbonimpa auf offener Straße angeschossen und schwer verwundet. Seit Pierre Nkurunziza sich durch einen Verfassungsbruch und umstrittene Wahlen eine dritte Amtszeit gesichert hat, kommt das Land nicht zur Ruhe. Auch das Verhältnis zwischen Regierung und katholischer Kirche, die eine große Rolle im Friedensprozess gespielt und sich gegen eine dritte Amtszeit ausgesprochen hatte, wird immer gespannter.

Burundi – Trotz monatelanger Proteste mit über 100 Toten und 140,000 Flüchtlingen findet die umstrittene Wahl heute statt. Sogar die vergangene Nacht wurde von Schüssen und Explosionen erschüttert. Die Opposition boykottiert, die internationalen Beobachter bleiben fern, während Nkurunziza gegen die Verfassung eine dritte Amtszeit sucht. Kritiker befürchten neue ethnische Konflikte.

Burundi – Die Ostafrikanische Staatengemeinschaft hat Ugandas Staatschef nach Bujumbura geschickt, um dem Land aus der durch Nkurunzizas 3. Amtszeit ausgelösten Krise zu retten. Obwohl die Präsidentschaftswahl verschoben wurde, geht die Gewalt weiter. An der Grenze zu Ruanda haben die Streitkräfte 31 mutmaßliche Rebellen getötet und 170 festgenommen. Man vermutet den Beginn eines bewaffneten Aufstands gegen die Regierung. Wie Museveni, selbst Dauerherrscher, da schlichten soll, ist fraglich.

Burundi – In der Nacht gab es Angriffe auf Wahllokale. Der Parlaments- und der Vizepräsident, die beide gegen die dritte Amtszeit von Präsident Nkurunziza sprachen, fühlten sich bedroht und flohen nach Belgien. Die Opposition rief zum Boykott auf. 100 Studenten sind in die US Botschaft geflüchtet. In den letzten Wochen gab es 70 Tote; 100,000 Menschen wurden zu Flüchtlingen. Trotz anhaltender Straßenkämpfe und Warnungen von AU und UNO, haben die Kommunalwahlen heute Morgen angefangen. Präsidentschaftswahlen sollen am 15. Juli folgen.

Burundi – Die ostafrikanischen Staatschefs drängten Burundi, die Wahlen um bis zu sechs Wochen zu verschieben. Die katholischen Bischöfe hatten sich schon von dem Wahlgremium zurückgezogen. Die Kirche könne nicht für unverantwortliche Wahlen bürgen. Auch die EU hat sich distanziert. Die burundische Regierung zeigt sich nun offen für eine Verschiebung, doch die Bevölkerung ist weiter in Aufruhr. Ihr geht es nicht um eine Verzögerung, sondern um die verhasste dritte Amtszeit.

Burundi – Die Ermordung des Oppositionsführers Zedi Feruzi am Samstag ließ auch den von der UNO vermittelten Dialog über die Beilegung des Konfliktes über eine 3. Amtszeit sofort abbrechen. Die Bevölkerung lebt in ständiger Angst. Von den 105,000 Geflohenen haben sich 70,000 am Viktoriasee niedergelassen. Unter ihnen ist die Cholera ausgebrochen. Die Zahl der Erkrankungen steigt täglich um 3-400. In Bujumbura lässt sich der Präsident derweil beim Fußballspielen fotografieren und lädt seine Landsleute per Video ein, wieder heimzukommen. Die Parlamentswahl wurde um eine Woche verschoben.

Burundi – Der Versuch eines Ex-Generals, Präsident Nkurunziza zu stürzen, während dieser auf einem Burundi-Krisengipfel in Tansania weilte, ist für nichtig erklärt, doch die Wut der Bevölkerung ist noch groß. Anhänger und Gegner des machthungrigen Präsidenten kämpfen weiter. 105.000 Burundier sind aus Angst nach Ruanda, Tansania und DR Kongo geflohen. Vier Generäle wurden festgenommen; Journalisten sind bedrängt und Ausländer werden evakuiert. Präsident Nkurunziza gibt sich gelassen, erwähnte den Putschversuch nicht, sondern sprach bei seinem ersten öffentlichen Auftritt über Drohungen gegen sein Land von Seiten der Terror-Miliz al-Shabaab aus Somalia.

Burundi – Unter dem Druck des amtierenden Präsidenten Nkurunziza hat das Verfassungsgericht trotz der blutigen Proteste in den Straßen, in eine dritte Amtszeit eingewilligt. Die erste wurde ausgeschlossen, weil der Präsident nicht vom Volk sondern vom Parlament gewählt wurde. Der Vizepräsident des Gerichts, der sich dem Druck nicht beugen wollte, floh, wie 21,000 seiner Landsleute aus Angst ins benachbarte Ruanda.

Burundi – In den Straßen von Bujumbura toben heftige Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Tausenden Demonstranten, die Nkurunzizas 3. Amtszeit nicht hinnehmen wollen. Es gibt Wasserwerfer, Tränengas, brennende Autoreifen, Verhaftungen, Tote und Verletzte. In den letzten Tagen sind schon 15.000 Burundier ins Nachbarland Ruanda geflohen. Ruanda will seine Staatsbürger evakuieren. Eine verfassungswidrige Wiederwahl von Nkurunziza könnte den zerbrechlichen erst vor zehn Jahren geschlossenen Frieden zwischen Hutu und Tutsi gefährden.

Burundi – Allein in diesem Monat sind 5,800 Burundier aus ihrem Land über die Grenze ins Nachbarland gegangen, weil sie die Gewalt sowie das Verschwinden und Inhaftieren von Oppositionellen vor den Wahlen am 26. Juni fürchten. Die Polizei geht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die eine dritte Amtszeit von Präsident Nkuruziza verhindern wollen. Das Land steht am Scheideweg. Sollten keine fairen Wahlen möglich sein, könnte Burundi in die „entsetzlich gewalttätige Vergangenheit“ zurückfallen.

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