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Der Rebellenführer Rajoelina hat das Angebot des Präsidenten, ein Referendum zur Beilegung der politischen Konflikte zu halten, abgelehnt. Stattdessen droht er mit einer Stürmung des Präsidentenpalasts. Es sollen schon Schüsse gefallen sein. Die AU berät über die Krise.
Im Machtkampf droht die Armee mit Putsch, wenn die politischen Kräfte den lähmenden Disput nicht beilegen können, doch oppositionstreue Soldaten sollen ins Hauptquartier eingedrungen sein und den Rücktritt des Armeechefs Rasolofomahandry gefordert haben.
Demonstranten, die lautstark den Rücktritt von Präsident Ravalomanana wegen Steuerbetrug, Unterdrückung der Medien und seiner diktatorischen Regierung forderten, wurden durch Sicherheitskräfte zerstreut. Seit Januar sind im Machtkampf zwischen dem Präsidenten und dem Führer der Demokratiebewegung, Andry Rajoelina, über 130 Menschen getötet worden.
Als Oppositionsanhänger bei einer Kundgebung ein Regierungsgebäude stürmen wollten, schoss die Polizei in die Menschenmenge, tötete 28 Demonstranten und verwundete über 200. In der letzten Woche waren schon über 100 Opfer der politischen Krise zu beklagen. Aus Protest gegen das Blutvergießen ist die Verteidigungsministerin zurückgetreten. Die katholische Kirche veranstaltete auf Einladung von Papst Benedikt einen Tag des Gebetes für Versöhnung und Gerechtigkeit und bot sich als Vermittlerin zwischen den Konfliktparteien an.  
Die Regierung hat den Bürgermeister der Hauptstadt und Führer der Oppositionsbewegung, Andry Rajoelina, seines Amtes enthoben. In Antananarivo kam es zu weiteren gewaltsamen Protesten.  
Nach einer Woche gewalttätiger Demonstrationen, die mindestens 44 Tote hinterließen, hat der Anführer der Opposition, der Bürgermeister von Antananarivo, Andry Rajoelina, erklärt, er habe die Regierungsgeschäfte übernommen. President Ravalomanana hat darauf noch nicht reagiert.  
In Antananarivo haben Regierungsgegner den staatlichen Radiosender in Brand gesetzt, das Geschäftsviertel Chinatown geplündert und das Gefängnis gestürmt. Der Protest von bis zu 80.000 Menschen richtet sich gegen Staatspräsident Marc Ravalomanana, dem Diktatur und Verletzungen der Pressefreiheit vorgeworfen wird. In dem bitter armen Land gehören dem Präsidenten neben reichlich Privatbesitz einer der größten Lebensmittelkonzerne, eine Radio- und Fernsehstation, zwei Tageszeitungen, eine Straßenbaufirma und eine Druckerei.
Zwei durchziehende Wirbelstürme richteten schwere Schäden an. An der Westküste wurde Morondava fast vollständig zerstört; im Osten der Insel gab es starke Verwüstungen. Mehr als 20.000 Menschen sind odachlos. Die Sturmsaison endet normalerweise Mitte April.
Ein Abkommen des südkoreanische Handelskonzern Daewoo Logistics, Land von der Größe des Saarlandes für 99 Jahre in Madagaskar zu pachten, um darauf Mais und Palmöl für den Export anzubauen, wurde nach heftigen nationalen und internationalen Protesten nicht unterschrieben.
Die südkoreanische Firma Daewoo hat eine riesige Plantage – halb so groß wie Belgien – für 99 Jahre gepachtet und will jährlich bis zu 5 Millionen Tonnen Getreide anbauen, um die Abhängigkeit an die USA zu reduzieren. Auch soll Palmöl produziert werden. Mit den steigenden Getreidepreisen sind mehrere asiatische Länder an landwirtschaftlichen Investitionen in Afrika interessiert.
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