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  • Elfenbeinküste

Der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo und sein Jugendminister Charles Blé Goudé wurden vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) endgültig von Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen; sie hatten stets ihre Unschuld beteuert. Der heutige Präsident Alassane Ouattara hatte 2010 die Wahl gewonnen, doch Gbagbo hatte sich geweigert, die Macht abzugeben. Der Konflikt dauerte bis April 2011 und mehr als 3000 Menschen wurden getötet und Hunderttausende vertrieben. Präsident Ouattara sagt, Gbagbo sei frei und könne zurückkehren; die Reisekosten würden vom "Staat Côte d'Ivoire" getragen. Er sagte jedoch nichts zu der Verhängung einer 20-jährige Haftstrafe wegen Veruntreuung von Geldern der regionalen Zentralbank, die ein ivorisches Gericht in 2019 in Abwesenheit ausgesprochen hatte.

  • Kenia

Die Blumenfarm „Rift Valley Roses“ gewinnt jetzt ihren Strom aus einer schwimmenden Photovoltaik-Anlage. Die Solaranlage schwimmt platzsparend auf einem Wasserreservoir der Farm; dies ist nicht nur platzsparend, es verringert auch die Verdunstung, dämmt die Algenblüte und kühlt die Solarmodule, die so effizienter arbeiten. Das Projekt wurde von dem Unternehmen Ecoligo in Berlin realisiert, das sich über Crowdinvesting finanziert. Private Investoren erhalten so die Möglichkeit, Geld in nachhaltige Projekte anzulegen.

  • Marokko
  • Westsahara

Außenminister Sabri Boukadoum rief zu "direkten und ernsthaften" Verhandlungen zwischen der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (SADR) und Marokko auf, um eine Beilegung des Westsahara-Konflikts zu erreichen, da die im November wieder aufgenommenen Feindseligkeiten einen 30 Jahre alten Waffenstillstand zerbrachen. Seit dem Abzug der spanischen Kolonialmacht 1975 ist die Souveränität über die Westsahara ungeklärt. Marokko beansprucht Westsahara als Teil seines Staatsgebietes, während die Polisario die Unabhängigkeit des gesamten Territoriums anstrebt.

  • Sudan

Im Bundesstaat West-Darfur wurde der Notstand ausgerufen. In der Stadt El Geneina kam es zu gewaltigen Auseinandersetzungen zwischen arabischen Gruppen und der nicht-arabischen Volksgruppe der Massalit. Im Januar führte der Konflikt zum Tod von mindestens 129 Einwohnern und zur Vertreibung von über 108.000 Menschen. Die Stadt ist die Drehscheibe für die Lieferung von Hilfsgütern. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 700.000 Menschen von der Verschlechterung der Sicherheitslage betroffen.

  • Namibia

Im Okovangodelta beginnt das kanadische Unternehmen ReconAfrica, das Lizenzen in ganz Namibia und Botswana gekauft hat, mit Erkundungsbohrungen. Geologen vermuten hier eines der größten Ölfelder der Welt. Es könnte Namibia und seine Nachbarn mit zu den reichsten Ölförderländern machen. Die Bewohner fürchten jedoch, dass eine großflächige Ölförderung massive Umweltschäden verursachen könnte, und sehen ihre Lebensgrundlage gefährdet. Sie argumentieren, dass die Bohrstellen die Reviere und Wanderwege von vielen Wildtierarten einschränken, inklusive der weltweit größten noch verbliebenen Population wilder Elefanten. ReconAfrika versucht die Argumente zu entkräften und betont, dass sie die Gesetze Namibias kenne und respektiere. Die Bewohner im Caprivi-Zipfel misstrauen jedoch der Ölfirma.

  • Mosambik

Kommandeur Chongo Vidigal, Leiter der Militäroperationen zur Wiedererlangung der Kontrolle über Palma, sagte dem staatlichen Fernsehen TVM, dass eine "signifikante" Anzahl von Kämpfern im Kampf um die Stadt und Gasdrehscheibe Palma getötet wurde; das Gebiet sei „sicher", obwohl er nicht erklärte, dass die Armee die Kontrolle wiedererlangt habe. Nach UN-Angaben sind mehr als 11.000 Zivilisten aus Palma geflohen, darunter viele Kinder. Palma ist etwa 25 km entfernt von einem Baucamp für Gasentwicklungen.

  • Ägypten

22 Mumien von Königinnen und Königen sind wie von alters her, als verstorbene Herrscher mit großen Ehren zu ihren Grabstätten transportiert wurden, vom Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz ins neu eingeweihte Museum für Ägyptische Zivilisation (NMEC) gebracht worden. Eine Polizeikolonne sperrte die 7km lange Nil-Promenade ab. Das Fernsehen übertrug live.

  • Kamerun

Kardinal Christian Wiyghan Tumi, Kameruns erster Kardinal, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Kardinal machte im November 2020 Schlagzeilen, als er von bewaffneten Separatisten in Kameruns Nordwest-Region entführt wurde. In einer Videobotschaft konfrontierten Tumis Entführer den Kardinal mit seinen Aufrufen an die Kämpfer in Kamerun, ihre Waffen niederzulegen und wiesen ihn dann an, die Botschaft der Separatisten an die Öffentlichkeit zu bringen. Darauf antwortete der Kardinal: "Ich werde predigen, was die Wahrheit ist, mit pastoraler und biblischer Überzeugung"…. Niemand hat das Recht, mir zu sagen, dass ich das Gegenteil predigen soll, weil ich von Gott berufen wurde". Der Kardinal hat sich aktiv um eine friedliche Lösung der gewalttätigen anglophonen Krise bemüht. Er leistete einen wichtigen Beitrag bei der Gründung der Generalkonferenz der Anglophonen. Ende 2020 veröffentlichte er seine Memoiren mit dem Titel "Meine Nacht in der Gefangenschaft", in denen er schrieb: "Alles, was ich will, ist, dass die Waffen schweigen und dass der Frieden ins Land zurückkehrt."

  • Mosambik
  • Südafrika

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa gab bekannt, dass er Truppen nach Mosambik sandte, um Südafrikaner zu evakuieren, die im Zuge der jüngsten tödlichen Angriffe von ISIS-verbundenen Dschihadistenkämpfern eingeschlossen waren. Während eines viertägigen Angriffs übernahmen schwer bewaffnete Kämpfer die Kontrolle über die nördliche Küstenstadt Palma; sie zwangen Einwohner und Ausländer zur Flucht. Das französische Unternehmen Total kündigte die Evakuierung der restlichen Mitarbeiter der Gasanlage in Afungi an. Die Vereinigten Staaten haben Spezialkräfte nach Mosambik entsandt, um die Regierungstruppen in der Aufstandsbekämpfung zu schulen. Portugal hat seiner ehemaligen Kolonie ein ähnliches Angebot gemacht, ebenso wie die Europäische Union. Die Sicherheitskräfte der Regierung in Mosambik werden auch von einer südafrikanischen privaten Militärfirma, der Dyck Advisory Group (DAG), unterstützt.

  • Ägypten

Um dem Chaos von Kairo (17 Millionen Einwohner) zu entkommen, baut Ägypten 50 Kilometer östlich ein neues administratives Zentrum, das Ende 2021 offiziell eröffnet werden soll. Die Ministerien echoen  die grandiose Architektur der pharaonischen Tempel. Eine Riesen Moschee, viele Gebetshäuser, Universitäten und Kliniken, Residenzen und Parks entstehen. Eine elektronische Bahn und eine Monorail schaffen Verbindung nach Kairo. Alles ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Solarenergie, elektronische Kontrolle und bargeldloses Zahlen. Wenn komplett, soll die neue Stadt 6 Millionen Einwohner bergen und beschäftigen. Sie soll ein Hightech Model für Ägyptens Zukunft sein. Andere Städte – Kairo, Alexandria und Port Said – werden nicht vernachlässigt, sagt Präsident al-Sisi, doch die Eröffnung der neuen Hauptstadt sei „die Geburt eines neuen Staates“.

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