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Strategische Afrikareise
Chinas Außenminister Wang Yi besucht Somalia, Tansania und Lesotho. Die Reise findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, daran arbeitet, seine politischen und wirtschaftlichen Interessen zu wahren, während die Konkurrenz durch die Vereinigten Staaten und Europa um Einfluss in Afrika zunimmt. Seine Reiseroute umfasst Regionen, die für Chinas globale Handelsrouten, den Zugang zu natürlichen Ressourcen und die diplomatische Positionierung von entscheidender Bedeutung sind. Ostafrika, insbesondere das Horn von Afrika, liegt zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer, einem wichtigen Seeweg für chinesische Exporte, die über den Suezkanal nach Europa transportiert werden. Tansania spielt eine zentrale Rolle in Chinas Strategie, sich den Zugang zu den Kupferressourcen Afrikas zu sichern. Chinesische Unternehmen sanieren derzeit die Tazara-Eisenbahn, eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Tansania und dem Kupfergürtel Sambias.
Touadera dritte Amtszeit
Präsident Faustin-Archange Touadera tritt eine dritte Amtszeit an. Die bekannt gegebenen Ergebnisse zeigten, dass Touadera 76,15 % der Stimmen erhielt, während der ehemalige Premierminister Anicet-Georges Dologuele 14,66 % und der ehemalige Premierminister Henri-Marie Dondra 3,19% erhielten. Die wichtigste Oppositionskoalition, BRDC, boykottierte die Wahl mit der Begründung, sie sei nicht fair. Das Verfassungsgericht hat bis zum 20. Januar Zeit, um über etwaige Einsprüche zu entscheiden und die endgültigen Ergebnisse bekannt zu geben. Touadera warb im Wahlkampf mit seiner Erfolgsbilanz in Sachen Sicherheit in dem chronisch instabilen Land, nachdem er die Hilfe russischer Söldner und ruandischer Soldaten in Anspruch genommen hatte. Außerdem unterzeichnete er in diesem Jahr Friedensabkommen mit mehreren Rebellengruppen. Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten und instabilsten Länder Afrikas, obwohl sie reich an Ressourcen wie Diamanten und Uran ist. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung von humanitärer Hilfe abhängig ist.
Mehr Geld für die Ukraine – weniger für AFRIKA
Benjamin Dusa, Schwedens Minister für Hilfe und Außenhandel, sagt: „Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt in der Geschichte Europas. Die Ukraine steht sowohl am Verhandlungstisch als auch an der Front unter Druck. Um die Unterstützung für die Ukraine zu verstärken, müssen wir schwierige Prioritäten setzen. Deshalb stellt Schweden schrittweise die Entwicklungshilfe für Simbabwe, Tansania, Mosambik, Liberia und Bolivien ein“. Die Botschaften in Bolivien, Liberia und Simbabwe werden geschlossen. Die diplomatischen Beziehungen zu diesen Ländern bleiben jedoch wichtig und werden beispielsweise durch die Akkreditierung eines anderen Landes in der Region aufrechterhalten. Seit dem Amtsantritt der rechtskonservativen Regierung im Jahr 2022 wurde die Hilfe für mehr als zehn Länder gekürzt, darunter Burkina Faso und Mali. Das skandinavische Land ist einer der größten Geber von Entwicklungs- und humanitärer Hilfe mit einem Budget von 56 Milliarden Kronen pro Jahr in den vergangenen drei Jahren.
Frauenrechtlerin ausgezeichnet
Die Frauenrechtlerin Karen Farisai Mukwasi aus Simbabwe erhielt den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar, dotiert mit 5000 €. Mit digitalen Kampagnen setzt sie sich für die Sicherheit von Frauen und sozialer Gerechtigkeit ein. Die Laudatio hielt Johannes von Dohnanyi von der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. „Ich widme diesen Preis allen Frauen weltweit, deren Stimmen durch Gewalt, Repression oder patriarchale Strukturen zum Schweigen gebracht werden“, sagte Mukwasi.
Arzneimittelfälschung
Die kenianische Arzneimittel- und Giftbehörde (PPB) hat nach einer Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine öffentliche Warnung vor gefälschtem SIMULECT (Basiliximab) herausgegeben, einem injizierbaren Immunsuppressivum, das zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen bei Nierentransplantationen eingesetzt wird. Das gefälschte Produkt, das in Ruanda, Bulgarien und der Türkei gemeldet wurde, trägt eine ungültige Chargennummer, SFYD2, und weist mehrere Abweichungen von der Originalverpackung auf, darunter falsche Dosierungsangaben, inkonsistente Angaben zum Herstellungsort und die missbräuchliche Verwendung eines US-amerikanischen National Drug Code.
Hubschrauberunglück am Kilimandscharo
An Weihnachten sind bei einem Rettungsflug am Kilimandscharo sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Auf dem 4.000 m hoch gelegenen Barafu Camp und der Kibo-Hütte benötigten tschechische Touristen medizinische Hilfe und sollten evakuiert werden. Der Hubschrauber stürzte laut Behördenangaben in einem schwer zugänglichen Gletschergebiet ab. Die extremen Bedingungen am Kilimandscharo, darunter dünne Luft, starke Winde und schnell wechselnde Wetterverhältnisse, machen Rettungs- und Bergungsarbeiten besonders schwierig. Auch Hubschraubereinsätze gelten in dieser Höhe als technisch anspruchsvoll und riskant.
Botschaft in Moskau
Botsuana plant die Eröffnung einer Botschaft in Moskau und hat russische Investoren zur Zusammenarbeit im Bereich Seltene Erden und Diamanten eingeladen. Phenyo Butale, Minister für internationale Beziehungen, sagte: „Wir sind fest davon überzeugt, dass Botsuana aufgrund seiner politischen und wirtschaftlichen Stabilität der beste Ort für Investitionen ist. Daher ermutigen wir russische Investoren nachdrücklich, nach Botsuana zu kommen.“ Diamanten machen normalerweise etwa 1/3 der Staatseinnahmen und ¾ seiner Deviseneinnahmen aus. Russland ist bestrebt, seine Position in Afrika angesichts der zunehmenden Konfrontation mit dem Westen zu stärken.
Mit Machtwort Hauptstadt verlegt
Der langjährige Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo ordnete per Dekret an, dass die Hauptstadt nicht länger Malabo ist, sondern Ciudad de la Paz. Die bisherige Hauptstadt Malabo liegt an der Nordspitze der Insel Bioko vor der Küste von Kamerun. In dem Präsidialdekret heißt es, Bioko als auch Bata (wichtigste Stadt auf dem Festland) haben durch Wachstum erhebliche Probleme: überlastete Verkehrs- und Kommunikationsnetze und Engpässe bei der Grundversorgung. Ciudad de la Paz, im Landesinneren, verfüge über ausreichend Flächen für eine geplante Stadterweiterung, biete Raum für moderne Verwaltungsgebäude und sei besser geeignet, als verbindendes Zentrum zwischen den verschiedenen Landesteilen zu fungieren. Der heute 83-jährige Präsident ist seit 1979 im Amt. 1968 erlangte das Land seine Unabhängigkeit von Spanien.
„Tit-for-Tat“-Visumsverbote für US-Bürger
Mali und Burkina Faso haben angekündigt, als Vergeltungsmaßnahme für das von US-Präsident Donald Trump verhängte Visumsverbot für ihre Bürger ein vollständiges Visumsverbot für US-Bürger zu verhängen. Die USA begründeten das Verbot mit den unzureichenden Überprüfungs- und Kontrollmöglichkeiten der Länder, ihren Richtlinien zum Informationsaustausch, der Häufigkeit von Visumsüberschreitungen und der Weigerung, ihre abgeschobenen Staatsangehörigen zurückzunehmen. Niger und Tschad hatten bereits zuvor die Erteilung von Visa an US-Bürger eingestellt.
Migrantenboot gesunken
Mindestens sieben Menschen sind ums Leben gekommen und viele weitere werden vermisst, nachdem ein Boot mit etwa 200 Migranten, die nach Europa gelangen wollten, vor der Küste Gambias gekentert ist. Die gefährliche Überfahrt über den Atlantik wird für afrikanische Migranten, die nach Europa gelangen wollen, immer häufiger zur Route ihrer Wahl. Im Jahr 2024 erreichten fast 47.000 Menschen die Kanarischen Inseln, und die spanische Nichtregierungsorganisation Caminando Fronteras schätzt, dass mehr als 9.000 Migranten dabei ums Leben gekommen sind.

