Kongo-RDC – Nach dem Tod von Etienne Tshisekedi haben die meisten der neun-Parteien Gruppierung seinen Sohn Felix ernannt. Somit wird er Präsident der Oppositions-Allianz, die sich Joseph Kabila entgegenstellt. Etienne war einer der Unterzeichner des Interim-Abkommens mit Kabila; sein Tod löste Zusammenstöße zwischen Opposition und Sicherheitskräften in Kinshasa aus. Die UNO verurteilte die ungebremste Gewalt der Sicherheitskräfte, die „komplette Straffreiheit“ genießen.
Ghana – Am 6. März begeht das Musterland Ghana den 60. Jahrestag der Unabhängigkeit, aber die Feierlaune ist nicht sehr groß. Trotz Dankbarkeit und Stolz über die erreichte Stabilität und besonders über die letzte friedliche Machtübergabe lähmt die Sorge um die stockende Wirtschaft den Eifer. Es wurde viel erreicht, aber es ist noch viel zu tun, besonders im Müllmanagement und in der Kanalisation. Es gibt zu wenige Arbeitsplätze für die junge Generation, zu wenig verarbeitendes Gewerbe. Sogar Kakaosäcke müssen importiert werden, und Kakao wird als Rohstoff exportiert. Der neue Präsident Akufo-Addo inspiriert die Jugend und gibt Grund zu Hoffnung.
Botswana – Der Binnenstaat in der Kalahari Halbwüste ist stolz, dabei zu sein, wenn die diesjährige Internationale Tourismus-Börse (ITB) vom 8. Bis 12. März in Berlin stattfindet. Am Vorabend gestalten Künstler aus Botswana die Eröffnungsfeier unter dem Motto #ilovebotswana und geben einen Einblick in den Reichtum der Tierwelt, besonders im Okavango Delta, und in die Kultur ihres Landes. Auch soll auf die Gefährdung durch die Erderwärmung hingewiesen werden sowie auf die Notwendigkeit eines nachhaltigen Tourismus.
Simbabwe – Laut einem Urteil des Obersten Gerichts könnte sich die Art, Kinder zu strafen, für immer ändern, denn die Prügelstrafe soll in Schule und Familie für ungesetzlich erklärt werden. Sobald das Verfassungsgericht zustimmt, machen sich Eltern und Erzieher strafbar. Eine Mutter, deren 6-jährige Tochter mit Prellungen und Blutergüssen heimkam, hat die längst überfällige Reform ins Rollen gebracht.
Äthiopien – Ein äthiopischer Regierungssprecher berichtet, dass 20 eritreische Rebellen gefasst wurden, als sie einen Anschlag auf den riesigen im Bau befindlichen Staudamm verüben wollten. 13 von ihnen seien getötet worden. Der eritreische Informationsminister jedoch hält die Anklage für absurd; sie sei mit böser Absicht fabriziert worden. Der Staudamm am Blauen Nil, der größte in Afrika, hat zu manchen Konflikten in der Region geführt, und das Verhältnis zwischen Äthiopien und Eritrea ist auch 25 Jahre nach der Unabhängigkeit noch sehr angespannt.
Simbabwe – Nur Tage nach seinem pompös gefeierten 93. Geburtstag reiste Mugabe wieder nach Singapur für medizinische Behandlung, während daheim die Krankenschwestern sich dem Streik der Ärzte angeschlossen haben, und das auf unbestimmte Zeit. Obwohl medizinisches Personal vom Militär einspringt, können noch nicht mal die Notfälle behandelt werden.
Kenia – Der kenianische Entrepreneur Anthony Kirori, überzeugt, dass kostbares Zedernholz nicht an kurzlebige Bleistifte verschwendet werden soll, ersetzt das Holz mit Altpapier. Fünf Jahre hat er daran getüftelt. Jetzt hat er eine kleine Fabrik in Juja, 30 km von Nairobi entfernt, in der 50 Mitarbeiter Graphit Minen in Zeitungspapier wickeln. Eine Maschine gibt die runde Form. Design ist Firmengeheimnis. Jährlich produziert er eine halbe Million Bleistifte. Seine besten Kunden sind Schulen und Betriebe. Er fürchtet keine Konkurrenz, denn noch immer importiert Kenia 150 Mio. Bleistifte im Jahr.
Nigeria – Lamido Sanusi II. arbeitet mit Islam-Wissenschaftlern und der Bayero Universität an einem Gesetzentwurf, der sich mit Zwangsehen, Polygamie, häuslicher Gewalt, Scheidung, Erbschaft und Unterhalt von Kindern befasst. Für den Emir besteht ein enger Zusammenhang zwischen Polygamie und Armut und Terrorismus. Ein Mann solle nur dann eine zweite Frau nehmen dürfen, wenn er sie unterhalten und seine Kinder ausbilden kann, damit sie nicht Gangstern und Terroristen in die Hände fallen. Der Entwurf, der erste seiner Art im muslimischen Norden, soll bald der Regierung des Bundesstaates Kano zur Billigung vorgelegt werden.
Ägypten – Nachdem mehrere koptische Christen auf der Sinai Halbinsel ermordet wurden und IS mit noch mehr Gewalt gegen die christliche Minderheit gedroht hat, sind ganze Familien von Al-Arisch geflohen. Über 250 Menschen haben in der Stadt Ismalia am Suezkanal Schutz gesucht. Zum ersten Mal hat der ägyptische Präsident al-Sisi auf die Angriffe reagiert und seine Minister aufgefordert, den Geflüchteten zu helfen.
Tansania – Zwischen 600 und 1000 Flüchtlinge kommen täglich in den drei Lagern an, die mit 290.000 Menschen, drei Viertel aus Burundi, schon überfüllt sind. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ befürchtet, dass durch die unhygienischen Bedingungen Malaria, Diarrhoe, Haut- und Atemwegs-Erkrankungen unkontrollierbar werden. Ein viertes Lager ist beantragt, doch die tansanische Regierung will den automatischen Flüchtlingsstatus für Burundier rückgängig machen.