Kategorie: Allgemein

Starker Regen legte am Donnerstag, dem 17.09.2026, Teile der tunesischen Hauptstadt lahm, überschwemmte Straßen und Häuser, führte dazu, dass Menschen in ihren Autos festsaßen, und beeinträchtigte die Strom- und Internetversorgung. Die Region Groß-Tunis, in der fast drei Millionen Menschen leben, war in den letzten Jahren wiederholt von Überschwemmungen betroffen. Die letzten Überschwemmungen ereigneten sich nur wenige Monate nach den heftigen Regenfällen im Januar. Am Samstag bereitet sich das Land in Tunis auf einen landesweiten Marsch vor, bei dem die Organisatoren die Freilassung von vier Aktivisten fordern, die im Zusammenhang mit der Al-Soumoud-Flottille festgenommen wurden.

Die Zahl der Migranten, die über Seewege nach Europa gelangen, ist seit Januar dieses Jahres stark zurückgegangen; dies berichtet die Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervorgeht. In diesem Jahr 2026 haben bislang etwa 60.000 Migranten und Flüchtlinge mit dem Boot Europa erreicht; ein Rückgang um 39 % gegenüber rund 98.000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mindestens 2.292 Menschen sind bei dem Versuch, die Überfahrt zu bewältigen, ums Leben gekommen oder werden vermisst; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 1.999. Die Ankünfte über das zentrale Mittelmeer, die Hauptroute von Nordafrika nach Italien, gingen um mehr als die Hälfte zurück, dennoch stieg die Zahl der Todesfälle dort von 844 auf 996. Griechenland verzeichnete einen geringeren Rückgang der Ankünfte bei gleichzeitigem starkem Anstieg der Todesfälle von 284 auf 417. In Spanien gingen sowohl die Ankünfte als auch die Gesamtzahlen zurück, allerdings starben oder wurden 879 Menschen auf den dorthin führenden Routen vermisst. Die Organisation hat dokumentiert, dass in jüngster Zeit mehr als 104.000 Menschen vor dem Krieg im Jemen geflohen sind, während es im Libanon und in Syrien angesichts der anhaltenden Konflikte in der Region zu groß angelegten Vertreibungen kam. Die Europäische Union hat im Juni neue Regeln beschlossen, die die Abschiebung von Migranten in Länder außerhalb der Union ermöglichen. Die IOM fordert stattdessen mehr legale Migrationswege nach Europa und strengere Maßnahmen zur Verringerung der Risiken entlang bestehender Überquerungsrouten.

Der Marriage Act von 2024 definiert die Ehe strikt als eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Standesbeamten drohen Strafen (bis zu 4 Jahren), die dennoch gleichgeschlechtliche Ehen schließen. Im Mai 2023 entschied der Supreme Court (Oberstes Gereicht), dass im Ausland legal geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen von binationalen Paaren für Aufenthaltszwecke (Immigration) anerkannt werden müssen. Im Ehegesetz von 2024 wurde die Anerkennung ausländischer gleichgeschlechtlicher Ehen explizit verboten. So wurde das Urteil von 2023 unterlaufen.

Die USA haben Visabeschränkungen angekündigt, die sich gegen Personen richten, denen sie Diskriminierung der weißen Minderheit in Südafrika vorwerfen. Südafrika hat diese Pläne der Vereinigten Staaten, als Ergebnis von „Falschdarstellungen“ bezeichnet, die von „Randgruppen“ verbreitet würden. Die Maßnahme der US- Regierung bedeutet eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Die Houthis haben die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert; indem sie am Wochenende die Hafenstadt Mocha eingenommen und die strategisch wichtige Insel Mayyun (Perim) überrannt haben. Die Houthi-Truppen befinden sich nun nur noch 20 km von der afrikanischen Küste entfernt und kontrollieren faktisch die strategisch bedeutsame Meerenge von Bab al-Mandeb, eine Engstelle für den Seeverkehr im Roten Meer. Über Bab al-Mandeb werden rund 12 % des weltweiten Handels abgewickelt, darunter 11 % des Öltransports auf dem Seeweg und 8 % des Flüssigerdgases (LNG). Der starke Rückgang des Transits durch das Rote Meer wirkte sich auf die ägyptische Wirtschaft aus, die in hohem Maße auf die Mautgebühren des Suezkanals als wichtige Devisenquelle angewiesen ist. Ägypten verlor zwischen 2023 und 2024 laut offiziellen Angaben rund 7 Mrd. US-Dollar, was etwa 60 % der Einnahmen des Suezkanals entspricht. Die Besetzung der jemenitischen Küste führt zu einem wirtschaftlichen Engpass für Ägypten, zu Sicherheitsrisiken für den Sudan und Somalia sowie zu einem Druckmittel für Eritrea und Dschibuti.

Durch einen massiven Zustrom von Geflüchteten aus dem Jemen verschärft sich die Lage in Dschibuti mit seinen rund 1 Millionen Einwohnern. Wegen der Houthi-Offensive an der Meerenge Bab al-Mandab fliehen Tausende. In den letzten Tagen waren es mehr als 2000 jemenitische Flüchtlinge, die in d er Küstenstadt Obock ankamen. Im Land selbst sind durch die drohende El-Niño-Dürre über 53.000 Menschen in Gefahr. Nach Berichten der Vereinten Nationen haben die Kämpfe im Jemen seit Juli 2026 zu mindestens 76.000 intern Vertriebenen geführt.

Aliko Dangote, Afrikas reichster Mann, ging mit der Dangote Petroleum Refinery an die nigerianische Börse (Nigerian Exchange Group). Er bezeichnete den Start als einen „historischen Tag“ und ein Projekt des „kollektiven Stolzes“ für ganz Afrika. Um Kleinanlegern den Einstieg zu erleichtern, liegt der Preis bei 525 Naira (ca. 0,40 US-Dollar) pro Aktie. Die Mindestabnahme beträgt nur 10 Aktien. Die Raffinerie profitierte von der gestiegenen Nachfrage nach ihren Produkten infolge von Versorgungsengpässen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.

Tunesien bereitet eine Änderung seines Drogengesetzes von 1992 vor, da die Behörden nach wirksameren Instrumenten zur Bekämpfung der zunehmend organisierten Drogenhandelsnetzwerke suchen. Die vorgeschlagenen Änderungen könnten Maßnahmen wie die Überwachung des Telekommunikationsverkehrs und verdeckte Ermittlungen ermöglichen. Nach Angaben der Behörden hat der Drogenhandel erheblich zugenommen: Die Zahl der Fälle stieg von etwa 5.000 im Jahr 2020 auf 15.000 im Jahr 2025, und die Zahl der Festnahmen lag bei rund 27.000. Tunesien gilt als Umschlagplatz für Drogen, die auf dem See-, Luft- und Landweg ins Land gelangen. Laut Behördenangaben sind Kokain, Ecstasy und verschreibungspflichtige Medikamente wie Lyrica zunehmend im Umlauf.

Auf Afrika entfallen fast 80 % der Krankheit Sichelzellanamie.  Medikamente dagegen gibt es nur als extrem teure Importe aus Europa oder Amerika.  Das Pharmaunternehmen Teranga Pharma hat mit der Produktion von DREPAF begonnen, eine Generikum-Version von Hydroxyurea.  DREPAF ist das erste hergestellte Medikament zur Behandlung von Sichelzellkrankheit in Afrika. Es gibt Millionen von Betroffenen Hoffnung. Ländern wie Burkina Faso, Guinea, der Elfenbeinküste, Gabun, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo haben bereits Lieferanfragen gestellt.

Die AXIAN-Gruppe und die Afrikanische Entwicklungsbank haben ein umfangreiches Programm zur finanziellen Inklusion von Frauen ins Leben gerufen. Es soll den Zugang zu Finanzmitteln und unternehmerischer Unterstützung für mehr als 34.000 von Frauen geführte Unternehmen in fünf afrikanischen Ländern zu verbessern. Es umfasst zwei sich ergänzende Komponenten:  die Bereitstellung maßgeschneiderter digitaler Finanzprodukte und -dienstleistungen für 34.000 von Frauen geführte Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen in Madagaskar, Tansania und Senegal; und Schulungen in den Bereichen Finanzwissen, digitale Kompetenzen und Unternehmertum für 25.000 Frauen in Madagaskar, Tansania, Senegal, Togo und auf den Komoren. Das Programm nutzt Mobile-Money-Dienste, digitale Kreditlösungen und alternative Bonitätsprüfungsverfahren, um Unternehmerinnen zu erreichen, die von herkömmlichen Finanzsystemen traditionell nur unzureichend versorgt wurden. Afrika weist weltweit die höchste Quote an weiblichem Unternehmertum auf.

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