Schlagwort: Somalia

Die Regierung gab am 29. August bekannt, dass die türkische Marine in Zusammenarbeit mit somalischen Streitkräften das Frachtschiff „MV Lutuf“ nach einer zehntägigen Verfolgungsjagd befreit, dabei 14 Piraten getötet und vier ihrer Boote zerstört habe. Das Schiff war am 17. August vor Jifle an der Küste von Puntland gekapert worden. Das Verteidigungsministerium in Mogadischu führte die Befreiung auf ein Verteidigungsabkommen aus dem Jahr 2024 zwischen Somalia und der Türkei zurück. Die Zahl der Piratenüberfälle in somalischen Gewässern und im Golf von Aden ist seit dem Frühjahr stark angestiegen. Ein Grund dafür ist eine Verlagerung der Aufmerksamkeit der Marine auf andere Gebiete in der Region. Die Vereinigten Staaten und Israel befinden sich seit Ende Februar im Krieg mit dem Iran. Die Piraten nutzen die Verlagerung der Marinekräfte in andere Gebiete aus.

Das somalische Militär führte mit Unterstützung türkischer Streitkräfte Luftangriffe mit F-16-Kampfflugzeugen gegen Stellungen der Al-Shabab im Gebiet Godey in der Region Lower Shabelle durch. Die Angriffe richteten sich gegen Tunnel, Waffenlager und Unterstände, die von der mit Al-Qaida verbundenen militanten Gruppe genutzt werden. Das Ministerium dankte der Türkei für ihre anhaltende Unterstützung bei Somalias Kampf gegen al-Shabab und erklärte, dass gemeinsame Operationen gegen die Führung und die Kämpfer der Gruppe so lange fortgesetzt würden, bis die Bedrohung durch die Militanten beseitigt sei. Al-Shabab, die seit mehr als 15 Jahren einen Aufstand gegen die somalische Bundesregierung führt, verübt trotz anhaltender Militäroperationen somalischer Streitkräfte und internationaler Partner regelmäßig Bombenanschläge und bewaffnete Angriffe.

Sechs Monate nachdem Israel als erstes Land Somaliland als unabhängigen Staat anerkannte hat Somaliland hat eine Botschaft in Jerusalem eröffnet.  Netanjahu lobte Somalilands Entscheidung, seine Vertretung in Jerusalem, statt in Tel Aviv zu eröffnen. Viele Länder, darunter auch Großbritannien, haben ihre Botschaften in Tel Aviv belassen, seit die USA ihre Botschaft 2018 (während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump) kontroverserweise nach Jerusalem verlegt hatte. Auch Guatemala, Honduras, der Kosovo, Papua-Neuguinea, Paraguay und Fidschi unterhalten nun Botschaften in der Stadt.

Omar Artan, der als erster Somalier bei einer Fußballweltmeisterschaft als Schiedsrichter zum Einsatz kommen sollte, wurde die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert. Artan, Schiedsrichter des Jahres 2025 der Confédération Africaine de Football (CAF), wurde am Miami International Airport die Einreise verweigert. Die US-Einwanderungsbehörden haben keinen Grund für Artans Rückführung genannt, doch Somalia ist eines von mehreren Ländern auf einer von der Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Liste mit Einreiseverboten. Die Fifa teilt mit: Gastgeber entscheidet über Visa.

Die internationale Gemeinschaft hat tiefe Besorgnis über die politische Lage in Somalia geäußert und die Regierung sowie die Opposition aufgefordert, den Dialog dringend wieder aufzunehmen und eine Einigung über den Fahrplan für die Wahlen im Land zu erzielen. „Wir rufen alle Seiten dazu auf, den Dialog so bald wie möglich wieder aufzunehmen und rasch einen Konsens über einen Fahrplan für die Wahlen zu erzielen.“ Die Erklärung wurde von der Delegation der Europäischen Union in Somalia, der Übergangsmission der Vereinten Nationen in Somalia sowie den Botschaften von Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich abgegeben. Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender politischer Spannungen im Zusammenhang mit dem Wahlprozess in Somalia, wobei die Meinungsverschiedenheiten zwischen Regierungs- und Oppositionsvertretern über die künftige Ausrichtung des politischen Systems des Landes zunehmen.

Am 18. Mai 2026 feiert Somaliland den 35. Jahrestag seiner einseitigen Unabhängigkeitserklärung von Somalia im Jahr 1991, und seinen ersten Unabhängigkeitstag seit der historischen diplomatischen Anerkennung durch Israel im Dezember 2025. Tausende versammelten sich in der Hauptstadt Hargeisa zu einer Militärparade und traditionellen Tänzen. Die Führung Somalilands betont, dass die Stabilität des Gebiets, seine relative Demokratie und seine Lage am Golf von Aden, in der Nähe wichtiger Schifffahrtswege und des von Konflikten zerrütteten Jemen, es zu einem strategischen Militär- und Handelsknotenpunkt machen. Allerdings kontrolliert Somaliland das von ihm beanspruchte Gebiet nicht vollständig. Der Konflikt mit der abtrünnigen, somalia-freundlichen Region North East State (Las Anod) im Osten des beanspruchten Territoriums droht erneut zu eskalieren. Auch regt sich teils Widerstand in der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung.

Israel hat seinen ersten Botschafter in Somaliland ernannt, Monate nachdem es die abtrünnige Region in Somalia offiziell anerkannt hatte. Das somalische Außenministerium veröffentlichte jedoch eine Erklärung, in der es Israels Entscheidung zur Ernennung eines Botschafters verurteilte und diese als „direkten Verstoß“ gegen die Souveränität und Einheit des Landes bezeichnete. Somaliland erklärte 1991 nach einem verheerenden Bürgerkrieg seine Unabhängigkeit von Somalia, wurde jedoch von Somalia nie anerkannt. Die Anerkennung Somalilands durch Israel stieß auf breite Kritik seitens des UN-Sicherheitsrats, der Afrikanischen Union, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und der Europäischen Union. Somaliland hat im Februar Dr. Mohamed Omar Haji Mohamoud zum ersten Botschafter Somalilands in Israel ernannt. Israel will sich seinen Einfluss an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer sichern.

Das Bohrschiff „Çağrı Bey“ der Turkish Petroleum Corporation steuert die Hoheitsgewässer Somalias im Arabischen Meer an, um dort die ersten Offshore-Ölbohrungen aufzunehmen. Forscher schätzen, dass das Land über Ölreserven in Milliardenhöhe verfügt, doch die Exploration wurde durch jahrzehntelange Konflikte und politische Instabilität behindert. Ankara hat seine Beziehungen zu Somalia vertieft und investiert seit mehr als einem Jahrzehnt in das Land. Außerdem hat es in den letzten Jahren seine militärische Präsenz dort ausgebaut, wo es seit 2017 einen großen Stützpunkt betreibt.

Im März hat das US-Militär Luftangriffe gegen Kämpfer des Islamischen Staates im Nordosten Somalias, in Puntland (Golis-Gebirges und Cal Miskaad-Berge), durchgeführt. Ziel ist es den IS am Horn von Afrika zu schwächen.  Die Behörden von Puntland führen seit Ende 2024 anhaltende Militäroperation gegen Kämpfer des Islamischen Staates durch und haben dabei einen Großteil des Gebiets im Cal-Miskaad-Gebirge, das zuvor von der Gruppe kontrolliert wurde, erfolgreich zurückerobert

Somalia hat eine neue Verfassung verabschiedet, nach der die Abgeordneten erstmals direkt vom Volk gewählt werden. In den letzten Jahren wählten Clanführer und Älteste die Abgeordneten sowohl in der Bundesregierung als auch in den Regionalstaaten.  Der Präsident wird weiterhin vom Parlament gewählt; dessen Amtszeit wurde von vier auf fünf Jahre verlängert und auf maximal zwei Amtszeiten begrenzt. Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat sich für die neue Verfassung eingesetzt und angekündigt, dass Wahlen im Juni stattfinden werden. Der oppositionelle Somali Future Council bezeichnete die Verabschiedung als verfassungswidrig und mehrere Oppositionsführer und Abgeordnete aus den Bundesstaaten Puntland und Jubaland boykottierten die Abstimmung.

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