Schlagwort: Sudan

Sudans Militärchef Abdel Fattah al-Burhan hat versprochen, „jeden Zentimeter“ des von den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) kontrollierten Gebiets zurückzuerobern, und lehnt Verhandlungen zur Beendigung des dreieinhalbjährigen Krieges ab. Al-Burhans Versprechen, den Kampf fortzusetzen, erfolgte, nachdem bei einem Angriff der RSF im sudanesischen Bundesstaat West-Kordofan zehn Zivilisten getötet und mehrere weitere verletzt worden waren. Die sudanesische Armee und die RSF kämpfen seit April 2023 gegeneinander, nachdem sich die Anführer der Gruppen über Pläne zur Integration der paramilitärischen Truppe in die sudanesische Armee zerstritten hatten. Der Konflikt hat nach Schätzungen der UNO und internationaler Organisationen Zehntausende Menschen das Leben gekostet und rund 13 Millionen Menschen vertrieben.

Bei Drohnenangriffen auf zwei Lagerhäuser in der Ortschaft Shikan in Nord-Kordofan wurden über 292.000 Schulbücher, 40.000 Übungshefte für Arabisch und Mathematik sowie weitere Lernmaterialien zerstört. Die Materialien sollten ab Oktober 2026, zu Beginn des neuen Schuljahres, unter anderem an Schulen in West-Bara, Bara und Um Dam verteilt werden; der Verlust wird voraussichtlich das Lernen von Tausenden von Kindern beeinträchtigen.

Die Houthis haben die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert; indem sie am Wochenende die Hafenstadt Mocha eingenommen und die strategisch wichtige Insel Mayyun (Perim) überrannt haben. Die Houthi-Truppen befinden sich nun nur noch 20 km von der afrikanischen Küste entfernt und kontrollieren faktisch die strategisch bedeutsame Meerenge von Bab al-Mandeb, eine Engstelle für den Seeverkehr im Roten Meer. Über Bab al-Mandeb werden rund 12 % des weltweiten Handels abgewickelt, darunter 11 % des Öltransports auf dem Seeweg und 8 % des Flüssigerdgases (LNG). Der starke Rückgang des Transits durch das Rote Meer wirkte sich auf die ägyptische Wirtschaft aus, die in hohem Maße auf die Mautgebühren des Suezkanals als wichtige Devisenquelle angewiesen ist. Ägypten verlor zwischen 2023 und 2024 laut offiziellen Angaben rund 7 Mrd. US-Dollar, was etwa 60 % der Einnahmen des Suezkanals entspricht. Die Besetzung der jemenitischen Küste führt zu einem wirtschaftlichen Engpass für Ägypten, zu Sicherheitsrisiken für den Sudan und Somalia sowie zu einem Druckmittel für Eritrea und Dschibuti.

Die Europäische Union (EU) hat den Kauf, den Import und den Transfer von Gold aus dem Sudan verboten und erklärt, der Handel sei zu einer wichtigen Finanzierungsquelle für den im April 2023 ausgebrochenen Bürgerkrieg des Landes geworden. Der Konflikt zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) hat eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt ausgelöst und mehr als 14 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Der Sudan ist einer der größten Goldproduzenten Afrikas, und seine riesigen Reserven sind laut Menschenrechtsorganisationen zu einer entscheidenden Einnahmequelle für beide Seiten geworden.

Das Europäische Parlament hat mit überwältigender Mehrheit (476 Ja-Stimmen, bei 28 Gegenstimmen und 96 Enthaltungen) die EU-Mitgliedstaaten und den Europäischen Rat aufgefordert die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in Sudan als Terrororganisation einzustufen. Die EU, die USA und Großbritannien, haben bisher Sanktionen gegen hochrangige Generäle der RSF und mit ihnen verknüpfte Unternehmen verhängt. Die Rapid Support Forces (RSF) als Terrororganisation zu listen würde weltweit Vermögenswerte einfrieren und die finanzielle Struktur der Miliz hart treffen.

Das sudanesische Finanzministerium hat ein Abkommen mit China unterzeichnet, um einen Teil der Auslandsschulden des Landes zu erlassen. Peking hat zugestimmt, vier zinslose Darlehen im Wert von rund 50 Millionen US-Dollar zu erlassen. Beide Seiten lobten die langjährige wirtschaftliche Zusammenarbeit, wobei China zudem seine Unterstützung für den Sudan durch Zuschüsse, Schulungen für Beamte sowie Projekte in den Bereichen Energie, Wasser und Landwirtschaft bekräftigte. Das Abkommen folgt kurz nach neuen Sanktionen der USA, die sich gegen sudanesische Akteure richten und die nicht-humanitäre Finanzhilfe einschränken.

Der UN-Sicherheitsrat hat Alarm geschlagen angesichts von Berichten, wonach die Rapid Support Forces (RSF) Truppen rund um El Obeid, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan, zusammenziehen. Er warnte, dass es zu schweren Menschenrechtsverletzungen kommen könnte. Der UN-Rat forderte die RSF auf, ihren Angriff unverzüglich einzustellen, und drängte alle Konfliktparteien im Sudan, die Feindseligkeiten einzustellen, die Zivilbevölkerung zu schützen und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit Jahresbeginn mehr als 1.000 Zivilisten bei Drohnenangriffen im Sudan getötet worden. Der Einsatz von Drohnen im Krieg hat stark zugenommen – eine Taktik, die einen Wendepunkt in dem seit drei Jahren andauernden Krieg markiert, der nach Ansicht der UNO zur „schwersten humanitären Krise der Welt“ geführt hat.

Die sudanesische Armee hat Khor Hassan, im südöstlichen Bundesstaat Blauer Nil, zurückerobert. Der Bundesstaat ist aufgrund seiner geografischen Lage ein zentraler Brennpunkt, des seit mehr als drei Jahren tobenden Bürgerkriegs mit den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), geworden. Wer ihn kontrolliert, hat größere Chancen, in die zentralen Regionen des Landes vorzudringen. Der Bundesstaat grenzt zudem an Äthiopien, das die sudanesische Regierung zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten beschuldigt, die RSF zu unterstützen. Beide Länder weisen die Vorwürfe zurück.

Die Region Darfur hat mit einer tödlichen Masernepidemie zu kämpfen, die sich aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs erheblich verschärft hat. In Labado (Ost-Darfur) wurden innerhalb weniger Wochen mindestens 70 Todesfälle und etwa 1.000 Infektionen gemeldet.

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