Schlagwort: Sudan

Die Europäische Union (EU) hat den Kauf, den Import und den Transfer von Gold aus dem Sudan verboten und erklärt, der Handel sei zu einer wichtigen Finanzierungsquelle für den im April 2023 ausgebrochenen Bürgerkrieg des Landes geworden. Der Konflikt zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) hat eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt ausgelöst und mehr als 14 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Der Sudan ist einer der größten Goldproduzenten Afrikas, und seine riesigen Reserven sind laut Menschenrechtsorganisationen zu einer entscheidenden Einnahmequelle für beide Seiten geworden.

Das Europäische Parlament hat mit überwältigender Mehrheit (476 Ja-Stimmen, bei 28 Gegenstimmen und 96 Enthaltungen) die EU-Mitgliedstaaten und den Europäischen Rat aufgefordert die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in Sudan als Terrororganisation einzustufen. Die EU, die USA und Großbritannien, haben bisher Sanktionen gegen hochrangige Generäle der RSF und mit ihnen verknüpfte Unternehmen verhängt. Die Rapid Support Forces (RSF) als Terrororganisation zu listen würde weltweit Vermögenswerte einfrieren und die finanzielle Struktur der Miliz hart treffen.

Das sudanesische Finanzministerium hat ein Abkommen mit China unterzeichnet, um einen Teil der Auslandsschulden des Landes zu erlassen. Peking hat zugestimmt, vier zinslose Darlehen im Wert von rund 50 Millionen US-Dollar zu erlassen. Beide Seiten lobten die langjährige wirtschaftliche Zusammenarbeit, wobei China zudem seine Unterstützung für den Sudan durch Zuschüsse, Schulungen für Beamte sowie Projekte in den Bereichen Energie, Wasser und Landwirtschaft bekräftigte. Das Abkommen folgt kurz nach neuen Sanktionen der USA, die sich gegen sudanesische Akteure richten und die nicht-humanitäre Finanzhilfe einschränken.

Der UN-Sicherheitsrat hat Alarm geschlagen angesichts von Berichten, wonach die Rapid Support Forces (RSF) Truppen rund um El Obeid, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan, zusammenziehen. Er warnte, dass es zu schweren Menschenrechtsverletzungen kommen könnte. Der UN-Rat forderte die RSF auf, ihren Angriff unverzüglich einzustellen, und drängte alle Konfliktparteien im Sudan, die Feindseligkeiten einzustellen, die Zivilbevölkerung zu schützen und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit Jahresbeginn mehr als 1.000 Zivilisten bei Drohnenangriffen im Sudan getötet worden. Der Einsatz von Drohnen im Krieg hat stark zugenommen – eine Taktik, die einen Wendepunkt in dem seit drei Jahren andauernden Krieg markiert, der nach Ansicht der UNO zur „schwersten humanitären Krise der Welt“ geführt hat.

Die sudanesische Armee hat Khor Hassan, im südöstlichen Bundesstaat Blauer Nil, zurückerobert. Der Bundesstaat ist aufgrund seiner geografischen Lage ein zentraler Brennpunkt, des seit mehr als drei Jahren tobenden Bürgerkriegs mit den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), geworden. Wer ihn kontrolliert, hat größere Chancen, in die zentralen Regionen des Landes vorzudringen. Der Bundesstaat grenzt zudem an Äthiopien, das die sudanesische Regierung zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten beschuldigt, die RSF zu unterstützen. Beide Länder weisen die Vorwürfe zurück.

Die Region Darfur hat mit einer tödlichen Masernepidemie zu kämpfen, die sich aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs erheblich verschärft hat. In Labado (Ost-Darfur) wurden innerhalb weniger Wochen mindestens 70 Todesfälle und etwa 1.000 Infektionen gemeldet.

Drei Jahre nach Ausbruch des Krieges im Sudan hat sich die rohstoffreiche Region Kordofan (Gold und Öl) zum heftigsten Schauplatz der Kämpfe zwischen der Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) entwickelt.  Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein zwischen Januar und Mitte März mehr als 500 Zivilisten durch Drohnenangriffe getötet. Es wird angenommen, dass beide Seiten auf aus dem Ausland gelieferte Technologie zurückgreifen: die RSF über in China hergestellte Drohnen, die sudanesische Armee türkische und iranische Modelle. Die ständigen Drohnenangriffe haben die wichtigsten Versorgungsrouten zwischen El Obeid, Dilling und Kadugli unpassierbar gemacht. Dies verhindert die Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten. Über 88.000 Menschen sind in den letzten Monaten allein aus der Kordofan-Region geflohen

Die britische Regierung wird ab diesem Monat keine Studienvisa mehr an Personen aus Afghanistan, Kamerun, Myanmar und dem Sudan ausstellen, wie Innenministerin Shabana Mahmood mitteilte. Außerdem werden keine Arbeitsvisa für Fachkräfte aus Afghanistan mehr ausgestellt. Das Innenministerium begründete diese Maßnahme mit dem angeblich weit verbreiteten Missbrauch von Visa.  95 % der afghanischen Staatsbürger stellten nach dem Studienvisa einen Asylantrag. Die Anträge von Studierenden aus Kamerun und dem Sudan haben sich mehr als vervierfacht.

Die vom Militär geführte Regierung des Sudan ist nach fast drei Jahren, in denen sie von ihrem Kriegsstützpunkt in der östlichen Stadt Port Sudan aus operierte, in die Hauptstadt des Landes zurückgekehrt. Das Militär war 2023 durch den Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen den beiden Seiten von den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) vertrieben worden. Im März letzten Jahres gelang der Armee ein bedeutender Durchbruch, als sie die Stadt zurückeroberte. Khartum erholt sich seit Jahren von den Kämpfen. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen auf dem Höhepunkt des Konflikts etwa fünf Millionen Menschen aus der Stadt.

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