Schlagwort: Republik Togo

Für das Volk der Guin markiert das jährliche Epe-Ekpe- oder Ekpessosso-Fest im September den Beginn des neuen Ahnenjahres. Die traditionelle Zeremonie der „Entnahme des heiligen Steins“ ist ein fester Bestandteil des Festes, der bis ins Jahr 1663 zurückreicht und von Siedlern aus der ehemaligen Goldküste – dem heutigen Ghana – ins Leben gerufen wurde. „Der Stein kann verschiedene Farben annehmen: Weiß, ein Symbol für Frieden und Wohlstand; Himmelblau, ein Zeichen für reichliche Ernten; oder Rot, das ein Jahr der Hungersnot, des Krieges und des Unglücks ankündigt“, sagte Wlomo Nomo Combietey VIII. Nii Labite, Hüter des heiligen Waldes. „Er kann aber auch mehrfarbig sein, was ein Zeichen für Krankheit oder eine große Epidemie ist“, fügte der zeremonielle Hüter hinzu. Beim jährlichen Ekpessosso-Festival im Südosten von Togo haben Voodoo-Priester eine weiße Stein-Orakel enthüllt, die für das kommende Jahr Reinheit, Frieden und Wohlstand voraussagt.

Die UNO hat eine neue Weltkarte verabschiedet, die „Equal Earth“-Projektion, die die tatsächlichen Größen der Landmassen besser wiedergibt und die Größe Afrikas präziser darstellt. Togo hatte die Resolution „Correct the map“ eingebracht. 164 Staaten stimmten dafür, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Togos Außenminister, Robert Dussey, sprach von einem historischen Moment. Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus. „Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen“.

Togo stellt die weltweit am häufigsten verwendete Weltkarte in Frage und fordert eine Abkehr von der Mercator-Projektion. Gerardus Mercator (1569), für die Seefahrt gestaltete Karte, vergrößert Gebiete in Polnähe (wie Europa und Grönland) und verkleinert Regionen am Äquator. Afrika erscheint so groß wie Grönland, obwohl es in der Realität etwa 14-mal größer ist. In Zukunft soll die Equal Earth-Projektion, eine flächentreue Karte, verwendet werden. Sie zeigt die relativen Größen der Kontinente korrekt an: Afrika ist demnach flächenmäßig größer als die USA, China, Indien und der Großteil Europas zusammen. Die entsprechende Resolution soll im September vor die UN-Generalversammlung gebracht werden.

Auf dem Gipfeltreffen, an dem Vertreter sowohl der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch der Allianz der Sahelstaaten (AES) sowie internationale Gesandte, unter anderem aus Frankreich und der Europäischen Union, teilnahmen, stellte Togo seine neue geopolitische und sicherheitspolitische Strategie für den Sahel vor. Die Initiative zielte darauf ab, den Dialog mit den Regierungen von Mali, Niger und Burkina Faso zu fördern, die sich in den letzten Jahren zugunsten Russlands von der ECOWAS und ihren westlichen Partnern distanziert haben. Togos Sahel-Strategie für 2026–2028 stützt sich auf fünf Säulen: der politische Dialog mit der AES, regionale und internationale Zusammenarbeit, die Bekämpfung des Terrorismus und die Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration. Die Länder der Allianz der Sahelstaaten sind mit dschihadistischer Gewalt durch Gruppen konfrontiert, die mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat in Verbindung stehen und in weiten Teilen ihres Territoriums Tausende von Menschenleben gefordert haben. Diese Gruppen dehnen ihren Einfluss auf Küstenstaaten wie Togo und Benin aus.

Togo und Ruanda haben ein gegenseitiges Visumbefreiungsabkommen unterzeichnet. Das Abkommen zielt darauf ab, Reisen zu erleichtern, den wirtschaftlichen Austausch zu fördern, den Tourismus zu unterstützen und die zwischenmenschlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Lomé und Kigali zu stärken. Es kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Länder eine Vertiefung der Zusammenarbeit in strategischen Bereichen wie Digitaltechnik, Landwirtschaft, Handel, Investitionen, und grüne Energie anstreben. Togo und Ruanda sind seit 2018 auch durch ein Luftverkehrsabkommen verbunden, das es RwandAir und der in Lomé ansässigen ASKY Airlines ermöglicht, Direktflüge zwischen den beiden Hauptstädten ohne Begrenzung der Flugfrequenz durchzuführen.

Der Viehfuttersektor in Togo wird ab 2026 von Einfuhrzöllen befreit, wie aus dem vom Ministerrat verabschiedeten Entwurf des Finanzgesetzes hervorgeht. Die Regierung erklärte, die Befreiung solle die lokale Fleischproduktion weiter fördern. Viehfutter ist einer der größten Kostenfaktoren für Vieh- und Geflügelzüchter. Die Maßnahme soll auch die heimische Produktion von Fleisch, Eiern und Geflügel ankurbeln, was zu niedrigeren Verbraucherpreisen und einem Rückgang der Importe von gefrorenem Geflügel und anderen Fleischprodukten beitragen könnte. Diese Steuererleichterung baut auf Maßnahmen auf, die in den letzten Jahren zur Unterstützung lokaler Produzenten umgesetzt wurden. Zusätzlich zu Schulungsprogrammen für Landwirte und Akteure der Branche hat die Regierung im Februar 2025 eine wichtige Vorschrift wieder eingeführt: Eine Verordnung des Ministeriums für Fischerei und Tierressourcen verpflichtet Importeure von Fisch, Geflügel und verwandten Produkten, mindestens 10 Prozent ihrer geplanten Lieferungen aus lokalen Produkten zu beziehen, bevor sie eine Importlizenz erhalten.

Das Projekt „Café-Lumière” wird in 6 Dörfern gestartet. Die Initiative wird von der NGO Electriciens sans frontières in Zusammenarbeit mit dem togolesischen Ministerium für erneuerbare Energien geleitet und von der französischen Entwicklungsagentur (AFD) finanziert. In der Gemeinde Haho 1 wurden die Dörfer Guèdèglèlè, Agoto und Hounon Copé mit Anlagen ausgestattet, die Haushalte und Kleinstunternehmen versorgen sollen. In den Gemeinden Haho 2 und 3 umfasst das Projekt Agbédougbé, Somoné Copé und Aboudikpé, wo der Strom hauptsächlich Schulen, kommunalen Einrichtungen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen zugutekommen wird. Das Programm basiert auf der Installation von photovoltaischen Mininetzen, die Haushalte, einkommensschaffende Aktivitäten und kommunale Infrastrukturen mit Strom versorgen können. „Café-Lumière ist ein innovatives, autonomes und nachhaltiges Modell, das traditionelle Elektrifizierungspläne ergänzt und das Ziel verfolgt, die Lebensbedingungen zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Gemeinden zu fördern.

Der Hafen von Lomé wird für Weltmächte immer attraktiver. Russland und die USA verstärken ihre Bemühungen sich Einfluss im viertgrößten Hafen Afrikas zu sichern. Die Lage am Meer und die Nähe zu Binnenmärkten wie Mali, Niger und Burkina Faso macht den Tiefseehafen, der jährlich über 30 Millionen Tonnen umschlagen kann, zu einer internationalen Anziehungskraft. In den letzten Wochen hat die US-Botschaft in Togo ihre wirtschaftlichen und diplomatischen Bemühungen verstärkt. Im Juni unterzeichneten togolesische und russische Verteidigungsbeamte ein neues bilaterales Abkommen über militärische Zusammenarbeit, dessen Schwerpunkte auf gemeinsamer Ausbildung, Ausrüstungslieferungen und medizinischer Notfallhilfe liegen. Russlands wachsende Rolle baut auf seiner zunehmenden militärischen Präsenz in der Sahelzone und im Golf von Guinea auf, wo es versucht, traditionelle westliche Mächte, insbesondere Frankreich, in den französischsprachigen Ländern Afrikas zu verdrängen.

Ab August 2025 wird in Lomé ein schwimmendes Terminal mit einer Kapazität von 160.000 Tonnen stehen, das von der United Petro Group (UPG) betrieben wird. Das Unternehmen ist in über 16 Ländern in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika tätig. Diese neue Erdölinfrastruktur wird 60.000 Tonnen Benzin und 100.000 Tonnen Diesel umfassen, die auf einem vor der Küste verankerten Schiff gelagert werden. Sie soll die ununterbrochene Versorgung der wichtigsten Märkte im westlichen und südlichen Afrika, darunter Ghana, Südafrika und Mosambik, sicherstellen. Das Projekt ist umstritten, da es die Rentabilität jeder Raffinerie in Subsahara-Afrika untergrabe. Togo betont jedoch die Effizienz des Seehandels.

Eine neue Verfassung, die es Togos langjährigem Staatschef Faure Gnassingbé ermöglicht, in eine neue Rolle als allmächtiger Premierminister zu wechseln – und sich dem Zwang der präsidialen Amtszeitbeschränkung zu entziehen – hat auf den Straßen der Hauptstadt Lomé für Aufruhr gesorgt. In den letzten Wochen sind mindestens fünf Demonstranten bei Auseinandersetzungen mit offiziellen Sicherheitskräften ums Leben gekommen. Kritiker sehen in der neuen Verfassung lediglich ein Mittel, um die Herrschaft der Gnassingbé-Dynastie aufrechtzuerhalten – ein Regime, das von regionalen westafrikanischen Medien als „republikanische Monarchie“ und „legalistischer Autoritarismus“ bezeichnet wird.

Länder