Schlagwort: Simbabwe

Die Bewohner von Glen View, einem Vorort mit hoher Bevölkerungsdichte, waren fassungslos, als schwer bewaffnete Polizisten und Beamte der Stadtverwaltung begannen, Marktstände und andere informelle Handelsplätze abzureißen.  In Mbare, Melfort, Goromonzi, wurden ebenfalls Verkaufsstände abgerissen. Die informellen Händler in Harare haben die Entscheidung der Regierung ihre Marktstände abzureißen, mit einem Todesurteil gleichgesetzt, da der Verkauf ihre einzige Überlebensquelle war. Der Minister der lokalen Regierung, Juli Moyo, verteidigte jedoch die laufenden Abrisse in Harare und sagte, die Behörden könnten nicht weiterhin das „Chaos in unseren Städten“ mit ansehen. Nun hat die Regierung die Zerstörungsaktionen gestoppt.

Simbabwe sieht sich mit längeren Stromausfällen konfrontiert. Stromimporte aus Südafrika beeinträchtigten das Kariba-Wasserkraftwerk und die kohlebefeuerte Hwange-Anlage. Kariba wurde seitdem wiederhergestellt; es ist das einzige der 5 Kraftwerke des Landes, das funktioniert. In Teilen von Harare nutzen Geschäfte Dieselgeneratoren, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält die simbabwische Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga (am 14. Februar 1959 in Mutoko geboren). In den Büchern ihrer Romantrilogie geht es um das Leben einer Frau im postkolonialen Simbabwe, die nach Selbstbestimmung strebt. „Nervous Conditions“ („Aufbrechen“) wurde 1989 mit dem Commonwealth Writers’ Prize ausgezeichnet und 2018 von der BBC in die Liste der 100 wichtigsten Bücher aufgenommen, die die Welt geprägt haben. In ihren Filmen spricht sie Probleme an, die durch das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne entstehen. Gleichzeitig kämpft sie für Freiheitsrechte. Nachdem sie 2020 zur Teilnahme an einer Antikorruptionsdemo aufgerufen hatte, wurde sie für kurze Zeit inhaftiert. 2021 erhielt sie den PEN Pinter Prize sowie den PEN International Award for Freedom of Expression, mit dem Schriftsteller ausgezeichnet werden, die trotz Verfolgung weiterschreiben.  Die Verleihung, des mit 25.000 Euro dotierten Preises soll am 24. Oktober 2021 in der Frankfurter Paulskirche stattfinden und wird live um 11 Uhr im ZDF übertragen. Preisträger des letzten Jahres ist der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen.

Die Regierung hat Impfstoffe der Firma Johnson und Johnson von der Afrikanischen Union abgelehnt, da angeblich die empfohlenen Kühlkettenkapazitäten nicht vorhanden sind. Eine erste Zuteilung ist für August vorgesehen. In den letzten Wochen wurden Hunderte von Menschen von den Impfzentren im Land abgewiesen, da die Vorräte des Landes an chinesischem Sinovac-Impfstoff scheinbar aufgebraucht waren. Das Auswärtige Amt stuft Simbabwe als Risikogebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Virusvarianten-Gebiet) ein, da vermehrt Fälle der ansteckenderen Varianten von COVID-19 festgestellt wurden.

Der Oberste Gerichtshof Simbabwes hat entschieden, dass die umstrittene Verlängerung der Amtszeit des „Chief Justice“ (vgl. Präsident des Bundesverfassungsgerichts) durch Präsident Emmerson Mnangagwa illegal ist. Mnangagwa hatte bekannt gegeben, dass er die Amtszeit von Luke Malaba um 5 Jahre verlängert hatte, nur wenige Stunden bevor der Oberste Richter in den Ruhestand gehen sollte.  In einem Grundsatzurteil erklärten die 3 Richter des Obersten Gerichtshofs, dass Malaba aufhörte, Chief Justice zu sein, als er 70 Jahre alt wurde, in Übereinstimmung mit der Verfassung von 2013. Präsident Mnangagwas Handlung wurde als Schritt gesehen, seine Macht zu konsolidieren.

Um im Kampf gegen Corona die Überbelegung der Gefängnisse zu reduzieren hat Präsident Mnangagwa 3000 Gefangenen eine Amnestie angeboten. Zur Zeit müssen 22.000 Straftäter sich mit dem Platz für 17.000 begnügen. Alle Frauen, die keine Gewalttaten verübten und ein Drittel ihrer Strafe verbüßt haben, sind in die Amnestie eingeschlossen. Wegen Mord, Verrat, Menschenhandel und Sexualverbrechen Verurteilte bleiben weiter  hinter Gitter, werden aber jetzt geimpft. Die Reduzierung der Insassen verringert auch die Unterhaltskosten der Gefängnisse. Die Gefahr, von Hunger und Krankheitsausbrüchen weggerafft zu werden, war immer präsent.

David Ngwerume, international anerkannter Künstler, hat eine Steinskulptur geschaffen, die für die Covid-19-Impfung wirbt. Die Skulptur mit dem Titel „Arme“ besteht aus schwarzem und weißem Quellstein und zeigt einen Mann mit einer chirurgischen Maske, der seine Covid-19-Impfung erhält. Ngwerume sagt, dass er sich gezwungen fühlte, die Menschen zu ermutigen, sich impfen zu lassen. Bilder dazu
Simbabwe hat bisher (24.04.2021) 0,3% der Bevölkerung vollständig geimpft. Quelle:Our World in Data.

Mosambik und Simbabwe haben den Import von Geflügel und Geflügelprodukten aus Südafrika ausgesetzt. Auf einer kommerziellen Hühnerfarm in Ekurhuleni, Gauteng, brach die hochpathogene Geflügelpest (HPAI) aus. Die Geflügelpest ist eine hochinfektiöse und ansteckende Viruserkrankung, die mehrere Arten von Vögeln zur Nahrungsmittelerzeugung (Hühner, Truthähne, Wachteln, Perlhühner, Heim- und Wildvögel) befällt.

Vizepräsident und Gesundheitsminister Constantino Chiwenga und der chinesisiche Botschafter waren am Flughafen, um die Ankunft des Fliegers mit 200.000 Dosen des Sinopharm-Impfstoffes  aus China zu erleben. Die Regierung von Präsident Emmerson Mnangagwa hat weitere 600.000 Impfdosen von Sinopharm gekauft, die Anfang März eintreffen sollen. Chiwenga kommentierte, „Es ist uns nicht entgangen, dass China in Zeiten der Not schnell reagiert hat,… es ist eine weitere Demonstration des langen Bandes der Freundschaft und der Solidarität“. Bis Sonntag wurden in Simbabwe 35.172 bestätigte Fälle von COVID-19 registriert, darunter 1.400 Todesfälle. Ägypten und Äquatorialguinea hatten schon Impfstoffe von China erhalten.

In Mosambik hat der tropische Wirbelstorm Eloise schwere Schäden und Überschwemmungen verursacht. Straßen in Teilen der Provinzen Sofala, Zambezia, Inhambane und Manica sind unpassierbar geworden. Bis zum 23. Januar waren mindestens 163.283 Menschen betroffen, fast 7000 Menschen mussten fliehen. In Simbabwe haben schwere Regenfälle zu Überschwemmungen, Schlammlawinen und Zerstörung der Infrastruktur in den Provinzen Manicaland, Mashonaland East und Central, Matabeleland South und Masvingo geführt; mindestens 3 Menschen mussten ihr Leben lassen. In Südafrika werden Überschwemmungen und Stromausfälle befürchtet. In Botswana warnt die Regierung vor schweren Regenfällen, starken Winden und lokalen Überschwemmungen.

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