Schlagwort: Simbabwe

Simbabwes katholische Bischöfe äußern sich „zutiefst besorgt“ darüber, dass die geplante Verfassungsrevision „grundlegende Verfassungsprinzipien untergräbt, die institutionelle Unabhängigkeit schwächt, die direkte demokratische Teilhabe einschränkt und die verfassungsmäßigen Garantien gegen Machtkonzentration und -missbrauch aushöhlt“. Sie appellieren daher „respektvoll an das Parlament, jene Bestimmungen des Gesetzentwurfs abzulehnen, die mit der verfassungsmäßigen Demokratie, der Souveränität des Volkes und der langfristigen Stabilität und Integrität der simbabwischen Verfassungsordnung unvereinbar sind“. Andere christliche Konfessionen, wie der Zimbabwe Council of Churches (ZCC), die Evangelical Fellowship of Zimbabwe haben sich ebenfalls gegen die Verfassungsreform ausgesprochen.

Die Regierung plant, ab 2027 alle Schulen zur Einführung eines einheitlichen nationalen Prüfungssystems (Zimbabwe School Examinations Council, ZIMSEC) zu verpflichten. Die Maßnahme zielt darauf ab, das „zweigleisige System“ zu beenden, bei den Privatschulen häufig das ZIMSEC zugunsten internationaler Prüfungsgremien wie Cambridge Assessment International Education umgingen. Die Reform ist Teil einer umfassenderen Umstellung auf den Heritage-Based Curriculum, die lokalen Inhalte, nationale Identität und indigene Sprachen (wie Shona, Ndebele und Kalanga) in den Vordergrund stellt.

Am 46. Unabhängigkeitstag werden landesweite kostenlose WLAN-Hotspots eingeführt. Die diesjährigen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag fanden im Maphisa Open Space im Bezirk Matobo in der Provinz Matabeleland South statt und standen unter dem Motto „“Zim@46: Einheit und Entwicklung hin zur Vision 2030″. Seine Hoheit Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, sandte ein Glückwunschtelegramm. Ähnliche Glückwunschtelegramme sandten Seine Hoheit Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Premierminister und Herrscher von Dubai, Darin werden die tiefen Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Republik Simbabwe sowie das Engagement für eine verstärkte Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zum Ausdruck gebracht. Dies dient den Interessen beider Länder und ihrer befreundeten Völker.

Die Reserve Bank of Zimbabwe (RBZ) hat eine neue Serie von ZiG-Banknoten vorgestellt, die als „Big Five“ bekannt ist.  Die Simbabwer haben auf die Einführung der überarbeiteten Zimbabwe-Gold-Banknoten (ZiG) mit Skepsis reagiert; viele sind der Meinung, dass es der Landeswährung nach wie vor an Wert und breiter Akzeptanz im täglichen Zahlungsverkehr mangelt. Straßenbefragungen zeigten Frustration über die fortgesetzte Einführung neuer Banknoten. Die Einwohner in vielen Teilen Simbabwes, insbesondere in Provinzen wie Masvingo und Matabeleland, verlassen sich weiterhin hauptsächlich auf den südafrikanischen Rand und den US-Dollar, während sich die Verwendung von ZiG weitgehend auf Harare konzentriert.

Vier Männer mussten sich vor einem Gericht in Harare wegen des Vorwurfs verantworten, Simbabwer nach Russland verschleppt zu haben.  Berichten zufolge wurden die Opfer gezwungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu kämpfen. Sie wurden als Feuerwehrleute angeworben. Die über Social-Media-Plattformen wie Facebook, Telegram und WhatsApp rekrutierten Opfer reisten nach Russland, wo ihnen ihre Dokumente beschlagnahmt wurden. Anstatt als Feuerwehrleute zu arbeiten, wurden sie zum Militärdienst gezwungen. Der Betrug flog auf, nachdem die Opfer Verwandte in Simbabwe kontaktierten.

Das Ministerium für Industrie und Handel hat ein Verbot für den Import von Secondhand-Kleidung erlassen. Nach den neuen Vorschriften werden Genehmigungen für die Vermarktung solcher Waren nur unter strengen Auflagen erteilt. Einige Händler haben Bedenken hinsichtlich des Zeitpunkts der Maßnahme geäußert und argumentieren, dass diese zwar darauf abzielt, die lokale Industrie wiederzubeleben, jedoch an die tatsächliche Produktionskapazität des Sektors angepasst werden sollte. Daten zeigen, dass Simbabwe im Jahr 2024 Kleidung im Wert von etwa 1,37 Millionen US-Dollar aus China importierte, was die erhebliche Abhängigkeit des Landes von ausländischer Bekleidung unterstreicht.

Seit dem 20. März streiken in Harare und den Midlands die Krankenschwestern. Die Lehrergewerkschaft ARTUZ will, sich dem Streik der Pflegekräfte anzuschließen. Die Streikenden fordern eine Gehalterhöhung, höhere Nachtdienstzulagen und kostenlose medizinische Versorgung in staatlichen Kliniken. Laut Gewerkschaften ist die monatliche Pendlerpauschale von 500 ZiG (ca. 15 USD) nicht ausreichend, da tägliche Pendlerkosten oft 6 USD erreichen. Viele Pflegekräfte verdienen weniger als 300 USD im Monat. Ein Gehalt das nicht den Lebensunterhalt sichert.

Die katholischen Bischöfe Simbabwes haben Bedenken hinsichtlich des vorgeschlagenen Verfassungsänderungsgesetzes Nr. 3 geäußert und erklärt, dass dies weitreichende Auswirkungen auf die demokratischen Prozesse des Landes haben könnte. Der Gesetzentwurf sieht mehrere Änderungen vor, darunter die Verlängerung der Amtszeit von Präsident Emmerson Mnangagwa und die Änderung des derzeitigen Systems, nach dem der Präsident direkt von den Bürgern gewählt wird. „Das Recht auf die Direktwahl des Präsidenten ist ein zentraler Mechanismus der Volkssouveränität. Die Übertragung dieser Befugnis auf das Parlament entfernt die Exekutivgewalt vom Volkswillen“, so die Bischöfe.

Simbabwe bekommt neue Geldscheine als Teil größerer Reformen, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Simbabwe hat eine Geschichte gescheiterter Währungen. Der zur Unabhängigkeit 1980 eingeführte Zimbabwe Dollar wurde in den 2000er Jahren Opfer der Hyperinflation der Mugabe-Ära. Als nach mehreren Abwertungen im Jahr 2009 sogar Geldscheine im Nominalwert von 100.000.000.000.000 Zim-Dollar ausgegeben werden mussten, wurden ausländische Währungen amtliche Zahlungsmittel, vor allem der US-Dollar und der südafrikanische Rand. Ein neuer Zim-Dollar, genannt RTGS-Dollar (Real Time Gross Settlement) wurde 2019 eingeführt, konnte sich aber gegen die ausländischen Währungen nicht durchsetzen und wurde 2024 zugunsten der aktuellen Währung ZiG abgeschafft, die angeblich durch Goldreserven abgedeckt und damit stabil ist.

Die Gesundheitsbehörden Simbabwes haben am 19. Februar mit der Verabreichung des langwirksamen injizierbaren HIV-Präventionsmedikaments Lenacapavir begonnen. Das Land ist eines der ersten weltweit, dass dieses Medikament einführt. Im Gegensatz zur täglichen Pilleneinnahme bietet die Injektion einen nahezu 100-prozentigen Schutz und reduziert Probleme bei der Therapietreue sowie die soziale Stigmatisierung. Es wird als halbjährliche Spritze (Depotpräparat) verabreicht. In der Anfangsphase werden etwa 46.000 Menschen an 24 Standorten davon profitieren werden, was nur einen Bruchteil der potenziellen Nachfrage in einem Land mit rund 15 Millionen Einwohnern ausmacht. Laut UNAIDS entfielen im Jahr 2024 63 % aller Neuinfektionen in Subsahara-Afrika auf Frauen und Mädchen aller Altersgruppen, was auf geschlechtsspezifische Ungleichheit, Armut und ungleichen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen ist.

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