Schlagwort: Mosambik

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bot bei einem Besuch in Mosambik Moskaus Unterstützung bei der Beseitigung der dort bestehenden „terroristischen Bedrohung“ an. „Wir unterstützen weiterhin die Bemühungen von Präsident Chapo, die Lage im Norden zu stabilisieren, die terroristische Bedrohung zu beseitigen und die echte Souveränität Mosambiks zu festigen“, sagte Lawrow.  Regierungstruppen bekämpfen in der ölreichen nördlichen Provinz Cabo Delgado einen Aufstand, der mit der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ in Verbindung steht. Cabo Delgado verfügt über enorme Gasvorkommen. Seit 2021 sind ruandische Streitkräfte in dem Gebiet stationiert, um die mosambikanische Armee bei einer Operation zu unterstützen, die von der EU mit mehreren Millionen Euro gefördert wird. Lawrow bereist diese Woche mehrere afrikanische Länder, darunter Äthiopien und Niger. Russland baut seine sicherheitspolitische Präsenz auf dem Kontinent aus.

Der Klimawandel und unberechenbare Wetterextreme verändern die Situation bei durch Stechmücken übertragenen Krankheiten. In Malaria-Hotspots wird die Krankheit verstärkt und in bisher nicht betroffene Regionen neue Fälle gemeldet. Das auftretende Wetterphänomen La Niña hat Anfang 2026 in Teilen des südlichen Afrikas überdurchschnittliche Niederschläge brachte und Überschwemmungen verursachte, die zu mehr Brutstätten für Mücken führten. Einen Anstieg der Malariafälle von 68 % (8.760 Fälle) gegenüber dem Vorjahr meldete Namibia.  Das von Überschwemmungen heimgesuchte Mosambik verzeichnete in den ersten sechs Wochen des Jahres mehr als 1,35 Millionen Fälle, ein Anstieg um 55 %. Gauteng, in dem Johannesburg und Pretoria liegen und in der Malaria nicht endemisch ist, verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mehr als 400 Fälle und 11 Todesfälle. Experten berichten, dass die alte Annahme, Malaria trete ausschließlich in den Sommermonaten auf, nicht mehr zutrifft, da sich die Krankheit mittlerweile auch im Winter ausbreitet

Bischof Osório Citora Afonso von Quelimane (54) wurde in den frühen Morgenstunden des 6. Juni in seiner Residenz erschossen aufgefunden. Seine Ermordung beendete abrupt das Leben und Wirken eines der vielversprechendsten kirchlichen Führer Mosambiks. Zuletzt hatte er Alarm geschlagen wegen der eskalierenden Gewalt in Cabo Delgado, wo erneute Angriffe islamistischer Rebellen weiterhin Zivilisten töten, Gemeinden zerstören und Tausende von Menschen vertreiben. Bischof Afonso hatte die Mosambikaner dazu aufgerufen, gemeinsam Verantwortung für Frieden und Versöhnung zu übernehmen. Die Gruppe „Islamischer Staat“ hat ihre Angriffe auf mehrheitlich christlich besiedelte Gebiete in der Provinz Cabo Delgado konzentriert, darunter die Brandstiftung an 18 Kirchen in Dörfern des Bezirks Chiúre im Jahr 2024 und die Enthauptung von sechs Christen in Ancuabe. Anfang Mai wurde die historische Pfarrkirche Saint Louis de Montfort, die seit 1946 ein Symbol der christlichen Präsenz in der Region ist, in Brand gesteckt. Der „Islamische Staat“ (IS) ist eine dschihadistisch-salafistische Terrororganisation und ehemalige militante Miliz, die sich zum Ziel gesetzt hat, einen weltweiten islamischen Gottesstaat (Kalifat) zu errichten.

In Cabo Delgado, Mosambik, wo seit über acht Jahren ein Krieg tobt, der mehr als 6.200 Menschenleben gefordert und über 1,3 Millionen Menschen vertrieben hat, ist eine neue Welle dschihadistischer Gewalt ausgebrochen. Kämpfer der Ahlu al-Sunna wa al-Jama’a, griffen das Dorf Meza im Bezirk Ancuabe im Norden der Provinz Cabo Delgado an. Die Angreifer plünderten Wohnhäuser und steckten historische Pfarrkirche Saint Louis de Montfort, die seit 1946 ein Symbol der christlichen Präsenz in der Region ist, in Brand.  Die Kirche wurde vollständig zerstört und in Schutt und Asche gelegt. Zivilisten wurden während des Überfalls festgehalten und gezwungen, Hassbotschaften der Milizen anzuhören. Bischof Juliasse Ferreira Sandramo ruft zur internationalen Solidarität auf.

Verheerende Überschwemmungen haben mehr als 640.000 Menschen vertrieben.  Am stärksten betroffen sind der Süden Mosambiks, vor allem die Provinzen Gaza, Maputo und Inhambane , sowie Sofala und Nampula. Mehr als die Hälfte der Provinz Gaza steht unter Wasser. Die regionale Hauptstadt Xai-Xai ist komplett überflutet. Die vernichtenden Überschwemmungen haben mehr als 72.000 Häuser zerstört und wichtige Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Gesundheitseinrichtungen schwer beschädigt. Die Angst vor Hunger und Krankheiten wächst.

Außergewöhnlich starke Regenfälle führen im südlichen Afrika zu schweren Überschwemmungen. Besonders dramatisch ist die Lage in Mosambik. Mehr als 200.000 Menschen sind von den Unwettern betroffen. In Maputo wurden Zwangsevakuierungen angeordnet. Auch im benachbarten Simbabwe und dem nordöstlichen Südafrika wurden ganze Landstriche überschwemmt. Häuser sind nicht mehr bewohnbar, Ernten zerstört, sauberes Trinkwasser knapp. Große Teile des weltberühmten Krüger-Nationalparks stehen ebenfalls unter Wasser. Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen weitere sintflutartige Regenfälle voraus.

Fast 100.000 Menschen im Norden Mosambiks mussten in den letzten Wochen fliehen, nachdem bewaffnete Gruppen ihre Dörfer gestürmt, Häuser niedergebrannt und Zivilisten angegriffen hatten. Dies ist der vierte massive Zustrom von Vertriebenen in den letzten Monaten und setzt die ohnehin schon fragilen Aufnahmegemeinden unter Druck. In der Provinz Nampula sind Schulen, Kirchen und Freiflächen mit neu angekommenen Familien überfüllt. Der Aufstand von Kämpfern, die dem sogenannten Islamischen Staat angehören, hat seit seinem Beginn im nördlichsten Bundesstaat Cabo Delgado im Jahr 2017 bereits mehr als 1,3 Millionen Menschen vertrieben.

Großbritannien hat seine Pläne aufgegeben, mehr als 1 Milliarde US-Dollar für das Flüssigerdgasprojekt des französischen Energiekonzerns TotalEnergies bereitzustellen. Auch die Niederlande werden sich nicht mehr an der Finanzierung des LNG-Projekts beteiligen. Das ursprünglich im Jahr 2020 unterstützte Projekt hatte zum Ziel, Mosambik als wichtigen LNG-Exporteur nach Europa und Asien zu etablieren. Die Entscheidung der britischen Regierung fällt in eine Zeit wachsender internationaler Kritik an der Rolle von TotalEnergies im Norden Mosambiks. Vom Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) wurde gegen TotalEnergies eine Klage eingereicht. Der Ölkonzern soll Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Folter und Verschleppungen in der Nähe der Projektanlagen begangen haben. Die Klimaschutzorganisation Friends of the Earth lobte die Entscheidung der Regierung und verwies auf Schätzungen, wonach das Gas aus diesem Feld während seiner Lebensdauer rund 4,5 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen verursachen könnte – mehr als die jährlichen Emissionen aller 27 EU-Länder zusammen.

Der Distrikt Manica beherbergt einige der reichsten Goldreserven Mosambiks und hat sich zum Epizentrum des Kleinbergbaus entwickelt. Tausende von sogenannten „Garimpeiros“ strömen in die goldreiche Region entlang des Revue-Flusses und seiner Nebenflüsse. Diese illegalen Goldgräber stammen nicht nur aus ganz Mosambik, sondern auch aus Nachbarländern wie Simbabwe, Malawi und Sambia. Sie bewegen sich außerhalb des gesetzlichen Rahmens, missachten bestehende Umweltgesetze und verursachen Umweltschäden.  Die giftigen Chemikalien wie Quecksilber, Zyanid und Arsen, aus der Goldgewinnung sickern während des Abbauprozesses in den Boden und ins Wasser; besonders betroffen sind der Chicamba-Staudamm, die wichtigste Trinkwasserquelle der Region, und der Revue-Fluss. Umweltschützer und Regierungsbehörden schlagen Alarm

Dschihadistische Kämpfer haben ihre Angriffe auf Dörfer in mehreren Distrikten der unruhigen Provinz Cabo Delgado verstärkt Berichten zufolge haben die Militanten auch Straßensperren errichtet und humanitäre Hilfslieferungen für Tausende von Vertriebenen behindert. Seit Beginn der Aufstände im Jahr 2017 wurden mehr als 6.000 Menschen getötet und Zehntausende weitere vertrieben. Die Gewalt hat den Bau eines mehrere Milliarden Dollar teuren Flüssiggas-Terminals in der Region behindert.

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