Schlagwort: Simbabwe

Simbabwe soll bis Ende nächsten Jahres als erstes Land neben Dubai über einen unbemannten Grenzübergang verfügen, an dem Reisende mit ihren elektronischen Reisepässen ein- und ausreisen und ihre Fingerabdrücke und Gesichter gescannt werden, ohne dass sie die traditionelle bemannte Grenzkontrolle passieren müssen. Bei diesem System werden die im Pass gespeicherten biometrischen Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtserkennung verwendet, um die Identität des Reisenden zu überprüfen, dessen Gesicht und Fingerabdrücke gescannt und verglichen werden. Sobald die Identität des Reisenden überprüft wurde, hebt sich die Absperrung und der Reisende darf den unbemannten Grenzübergang passieren.

Viele Simbabwer waren äußerst erstaunt, als sie hörten, dass ihr Finanzminister Mthuli Ncube von Reputation Poll International zum „besten afrikanischen Finanzminister des Jahres“ gekürt wurde. Dabei geht das Land durch wirtschaftliche Turbulenzen: die Arbeitslosenquote liegt bei 85% und, wegen mangelndem Vertrauen in die eigene Währung, werden 80% der Transaktionen in US $ abgewickelt. Während Ncube sich in der Anerkennung seiner Leistungen sonnt, sehen Kritiker die Ehre als „Beleidigung“ für die Bevölkerung, die schon Jahrzehnte unter der Misswirtschaft der Zanu-PF Partei leidet,  deren „korrupte und fehlgeleitete Politik“ die „schlimmste Wirtschaft der Welt“ geschaffen hat.

Wegen eines Choleraausbruchs, der im ganzen Land Dutzende von Menschenleben forderte, wurde in der Hauptstadt Harare der Notstand ausgerufen. Harare, eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern, wurde von Cholera schwer getroffen. Dieser Ausbruch geschieht auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise des Landes. Die meisten öffentlichen Krankenhäuser sind aufgrund von Medikamentenknappheit und der Abwanderung von Gesundheitspersonal geschlossen. Es werden Vergleiche mit dem Jahr 2008 gezogen, als die Cholera in Simbabwe mindestens 4.000 Menschenleben forderte und wenigstens 100.000 Menschen erkrankten.

Tapfumanei Masaya, Oppositionsaktivist, wurde in verwestem Zustand am Rande der Hauptstadt Harare gefunden, wie seine Partei, die Citizens Coalition for Change, mitteilte. Nach Angaben der CCC wurde der Aktivist am Samstag von bewaffneten Männern in ein Fahrzeug gezwungen, während er für einen Kandidaten der Partei vor den Wahlen am 9. Dezember warb. Der Tod des Aktivisten reiht sich ein in eine Reihe von Entführungen von Oppositionspolitikern und Menschenrechtsaktivisten in Simbabwe. Die CCC hat staatliche Agenten für die Gewalt gegen ihre Mitglieder verantwortlich gemacht – was die regierende Zanu-PF-Partei bestritten hat.

In allen 10 Provinzen des Landes werden Cholera – Fälle registriert. Im Bezirk Zaka, rund 340 km südlich der Hauptstadt, hat die lokale Regierung öffentliche Versammlungen verboten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 4.645 Cholera-Verdachtsfälle und 30 Todesfälle bestätigt. Im südlichen Afrika – in Malawi, Südafrika und Mosambik – kam es in jüngster Zeit zu Cholera-Ausbrüchen. Die WHO warnte davor, dass das Risiko großflächiger Ausbrüche mit der Erwärmung des Klimas steigt.

Mindestens neun Bergleute sind beim Einsturz eines Schachts der Berhose-Mine in Chegutu ums Leben gekommen; 13 Bergleute konnten bisher gerettet werden, 21 weitere sind noch eingeschlossen.

Präsident Emmerson Mnangagwa hat seinen Sohn, den 35-jährigen Kudakwashe Mnangagwa, der zum ersten Mal in die Legislative gewählt wurde, als stellvertretenden Minister für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung in sein Kabinett berufen. Neu hinzugekommen ist auch Tongai Mnangagwa, ein Neffe des Präsidenten, als stellvertretender Minister für Tourismus. Fadzayi Mahere von der oppositionellen Bürgerkoalition für den Wandel (CCC) bezeichnete das neue Kabinett als „unhaltbar“ und warf Mnangagwa vor, Vetternwirtschaft zu schüren. Die Wiederwahl des Präsidenten wurde von der Opposition unter Berufung auf Betrugsvorwürfe angefochten, während ein Teil der Beobachter erklärte, die Wahl entspreche nicht den regionalen und internationalen Standards.

Nur drei (Südafrikas Präsidenten Cyril Ramaphosa, Filipe Nyusi aus Mosambik und Felix Tshisekedi aus der Demokratischen Republik Kongo) der 16 Staatsoberhäupter der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) nahmen am Montag an der Amtseinführung des simbabwischen Präsidenten Emmerson Mnangagwa in Harare teil. Mit 52,6 % der Stimmen gegenüber den 44 % des Hauptkonkurrenten Nelson Chamisa von der Bürgerkoalition für den Wandel wird Mnangagwa in den nächsten fünf Jahren ein Land regieren, das mit einer der höchsten Inflationsraten der Welt, einer scheiternden Wirtschaft und Korruption zu kämpfen hat. Doch Mnangagwa sieht es anders: „Simbabwe ist sicherlich auf dem Vormarsch. Unsere nationale Entwicklungsphilosophie ‚ein Land wird von seinem eigenen Volk aufgebaut‘ wird auch weiterhin das Leuchtfeuer unserer volksfreundlichen Politik sein, die auf panafrikanischen Werten und Normen beruht…“Wir sind bereit, die Nationen willkommen zu heißen, die mit der neuen Zanu-PF-Regierung zusammenarbeiten wollen, um dauerhafte Partnerschaften aufzubauen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Der simbabwische Präsident Emmerson Mnangagwa wird für eine zweite Amtszeit vereidigt. Nach den offiziellen Ergebnissen, die nach Ansicht internationaler Beobachter nicht den demokratischen Standards entsprachen, erhielt er fast 53 % der Stimmen. Mnangagwas Hauptkonkurrent Nelson Chamisa hat zu Neuwahlen aufgerufen. Der Chef der Militärjunta in Gabun, General Brice Oligui Nguema, soll als Interimspräsident des Landes vereidigt werden. Die Armee hatte am Mittwoch Präsident Ali Bongo gestürzt, kurz nachdem dieser zum Sieger einer umstrittenen Wahl erklärt worden war.

China erklärte seine Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit der Regierung Simbabwes fortzusetzen, und gratulierte Präsident Emmerson Mnangagwa. Auch der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, ein Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, und Mnangagwa lobten Mnangagwa für seine „gut gemachte Arbeit“. Tansania unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan von Chama Cha Mapinduzi (CCM), Südafrika unter dem ANC und die South West Africa People’s Organisation (Swapo) in Namibia unter Präsident Hage Geingob haben Zanu-PF zu der Wahl gratuliert. Die Vereinigten Staaten haben angekündigt, dass sie mit den regionalen Staats- und Regierungschefs über die umstrittenen Parlamentswahlen in Simbabwe und die Auswirkungen auf das internationale Ansehen des Landes sprechen werden. Die Regierung Simbabwes hat am Montag die im Land akkreditierten Botschafter der Europäischen Union (EU) vorgeladen und ihnen wegen eines vernichtenden Berichts der Wahlbeobachtungsmission der EU über die gerade beendeten Wahlen in Simbabwe die Leviten gelesen.

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