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Das Parlament von Simbabwe hat allen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind, den Besuch von Gottesdiensten untersagt. Bereits Anfang des Monats hatte es die Impfung für Beamte und Lehrer zur Pflicht gemacht. Geimpft sein ist auch eine Voraussetzung für den Handel auf Märkten, das Training in Fitnessstudios, den Besuch von Restaurants und das Ablegen von Universitätsprüfungen. Die unterversorgten Impfstoffzentren in Simbabwe haben Mühe, die steigende Nachfrage zu befriedigen. Das Land war bisher auf in China, Indien und Russland hergestellte Impfstoffdosen angewiesen, hat aber vor kurzem die Verwendung des Impfstoffs von Johnson & Johnson für Notfälle genehmigt. Etwas mehr als 2,8 Millionen der 15 Millionen Einwohner Simbabwes haben bisher eine erste Impfdosis erhalten.

Buschbrände stellen eine ernsthafte Herausforderung für die Umwelt und die Nachhaltigkeit in Simbabwe dar, da sie Ernten, Bodenfruchtbarkeit, Vegetation und Tierarten zerstören. Die Umweltbehörde hat in der laufenden Feuersaison einen Anstieg der Feldbrände um 84,97 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020 verzeichnet. Die Buschbrände haben landwirtschaftliche Erzeugnisse, Ausrüstung, Hausrat und Plantagen im Wert von 187 167 US-Dollar zerstört. Die aktuelle Feuersaison endet offiziell am 31. Oktober. Händler von Strohgras spielen eine wichtige Rolle bei der Verhinderung von Bränden, indem sie das Gras vor allem entlang von Straßen abschneiden. Die Ernte und der Verkauf von Strohgras ist ein lukratives Geschäft.

Die Deutsche Bank hat die Bankbeziehungen mit der simbabwischen Niederlassung der Standard Bank Group abgebrochen und damit einem der wenigen verbliebenen internationalen Bankdienstleister in dem Land im südlichen Afrika einen schweren Schlag versetzt. Die Stanbic Bank Zimbabwe (lokaler Name) ist der jüngste Kreditgeber, dessen US-Dollar-Bankdienste – die für die Erleichterung des Devisenumtauschs und des Zahlungsverkehrs von entscheidender Bedeutung sind – von einer internationalen Bank gekündigt wurden. Gründe für die Kündigung wurden nicht genannt. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Die Stanbic Bank, die zu ihren Kunden große Exporteure, Nichtregierungsorganisationen und Botschaften zählt, erklärte, dass sie nun über ihre Muttergesellschaft in Südafrika eine US-Dollar-Korrespondenzbankbeziehung unterhält. Die Reserve Bank of Zimbabwe schätzt, dass in den letzten zehn Jahren mindestens 102 Bankbeziehungen verloren gegangen sind, weil das Land aufgrund der Sanktionen ein hohes Risiko darstellt.

Nach Gesprächen zwischen Präsident Emmerson Mnangagwa und Stammeshäuptlingen sollen die Opfer von dem Gukurahundi-Massaker entschädigt werden. Einige Opfer sollen exhumiert und nach den örtlichen Gebräuchen neu beigesetzt werden. 1983 setzte Robert Mugabe eine von Nordkorea ausgebildete Militäreinheit ein, um einen Aufstand in der südwestlichen Region Matabeleland niederzuschlagen; schätzungsweise wurden 20. 000 Menschen getötet. Die meisten Opfer gehörten dem Stamm der Ndebele an. Mnangagwa war zu dieser Zeit Sicherheitsminister und daher auch involviert.

Die 14jährige Memory starb nach der Entbindung in einem kirchlichen Schrein. Die Praxis der Kinderheirat innerhalb der apostolischen Kirchen Simbabwes, die auch Polygamie zulassen, kam so an die Öffentlichkeit. Das Land hat zwei Ehegesetze, den Marriage Act und den Customary Marriages Act; keines der beiden Gesetze sieht ein Mindestalter für die Zustimmung zur Ehe vor, während es das Gewohnheitsrecht von Polygamie zulässt. Nach UN-Schätzung wird eines von drei Mädchen in Simbabwe verheiratet, bevor es 18 Jahre alt ist. Die Vereinten Nationen haben die Praxis von Ehen mit Minderjährigen verurteilt.

Die Bewohner von Glen View, einem Vorort mit hoher Bevölkerungsdichte, waren fassungslos, als schwer bewaffnete Polizisten und Beamte der Stadtverwaltung begannen, Marktstände und andere informelle Handelsplätze abzureißen.  In Mbare, Melfort, Goromonzi, wurden ebenfalls Verkaufsstände abgerissen. Die informellen Händler in Harare haben die Entscheidung der Regierung ihre Marktstände abzureißen, mit einem Todesurteil gleichgesetzt, da der Verkauf ihre einzige Überlebensquelle war. Der Minister der lokalen Regierung, Juli Moyo, verteidigte jedoch die laufenden Abrisse in Harare und sagte, die Behörden könnten nicht weiterhin das „Chaos in unseren Städten“ mit ansehen. Nun hat die Regierung die Zerstörungsaktionen gestoppt.

Simbabwe sieht sich mit längeren Stromausfällen konfrontiert. Stromimporte aus Südafrika beeinträchtigten das Kariba-Wasserkraftwerk und die kohlebefeuerte Hwange-Anlage. Kariba wurde seitdem wiederhergestellt; es ist das einzige der 5 Kraftwerke des Landes, das funktioniert. In Teilen von Harare nutzen Geschäfte Dieselgeneratoren, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält die simbabwische Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga (am 14. Februar 1959 in Mutoko geboren). In den Büchern ihrer Romantrilogie geht es um das Leben einer Frau im postkolonialen Simbabwe, die nach Selbstbestimmung strebt. „Nervous Conditions“ („Aufbrechen“) wurde 1989 mit dem Commonwealth Writers’ Prize ausgezeichnet und 2018 von der BBC in die Liste der 100 wichtigsten Bücher aufgenommen, die die Welt geprägt haben. In ihren Filmen spricht sie Probleme an, die durch das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne entstehen. Gleichzeitig kämpft sie für Freiheitsrechte. Nachdem sie 2020 zur Teilnahme an einer Antikorruptionsdemo aufgerufen hatte, wurde sie für kurze Zeit inhaftiert. 2021 erhielt sie den PEN Pinter Prize sowie den PEN International Award for Freedom of Expression, mit dem Schriftsteller ausgezeichnet werden, die trotz Verfolgung weiterschreiben.  Die Verleihung, des mit 25.000 Euro dotierten Preises soll am 24. Oktober 2021 in der Frankfurter Paulskirche stattfinden und wird live um 11 Uhr im ZDF übertragen. Preisträger des letzten Jahres ist der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen.

Die Regierung hat Impfstoffe der Firma Johnson und Johnson von der Afrikanischen Union abgelehnt, da angeblich die empfohlenen Kühlkettenkapazitäten nicht vorhanden sind. Eine erste Zuteilung ist für August vorgesehen. In den letzten Wochen wurden Hunderte von Menschen von den Impfzentren im Land abgewiesen, da die Vorräte des Landes an chinesischem Sinovac-Impfstoff scheinbar aufgebraucht waren. Das Auswärtige Amt stuft Simbabwe als Risikogebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Virusvarianten-Gebiet) ein, da vermehrt Fälle der ansteckenderen Varianten von COVID-19 festgestellt wurden.

Der Oberste Gerichtshof Simbabwes hat entschieden, dass die umstrittene Verlängerung der Amtszeit des „Chief Justice“ (vgl. Präsident des Bundesverfassungsgerichts) durch Präsident Emmerson Mnangagwa illegal ist. Mnangagwa hatte bekannt gegeben, dass er die Amtszeit von Luke Malaba um 5 Jahre verlängert hatte, nur wenige Stunden bevor der Oberste Richter in den Ruhestand gehen sollte.  In einem Grundsatzurteil erklärten die 3 Richter des Obersten Gerichtshofs, dass Malaba aufhörte, Chief Justice zu sein, als er 70 Jahre alt wurde, in Übereinstimmung mit der Verfassung von 2013. Präsident Mnangagwas Handlung wurde als Schritt gesehen, seine Macht zu konsolidieren.

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