Schlagwort: Simbabwe

Der Aufruhr gegen chinesische Investoren hört nicht auf. Von Muvuradonha in Mashonaland Central bis Mutoko in Mashonaland East werden chinesische Gold-, Chrom- und Granitabbauunternehmen beschuldigt, empfindliche Landschaften zu zerstören und zu versuchen, Tausende von Dorfbewohnern von ihrem angestammten Land zu vertreiben. In Mutorashanga sind chinesische Investoren, die Chrom abbauen, mit der Gemeinde aneinandergeraten, weil sie versuchen, Wasser aus dem „heiligen“ Green Pool zu entnehmen. Der „Green Pool“ bildete sich nach dem Einsturz eines Asbestschachtes im Jahr 1964, bei dem 68 Arbeiter des Steinbruchs Ethel Mine ums Leben kamen. Für die Bevölkerung ist die Entnahme von Wasser aus diesem Becken gleichbedeutend mit einer Störung der heiligen Chinhoyi-Höhlen; beides sind auch wichtige Tourismusziele.

Der südafrikanische Minister im Präsidialamt Mondli Gungubele verkündigte, die Regierung hat beschlossen, ein mehr als 10 Jahre altes Programm, das rund 300 000 Simbabwern erlaubte, im Land zu leben und zu arbeiten, zu beenden und die „ZSP-Genehmigungen“ nicht zu verlängern. Die Inhaber haben 1 Jahr Zeit, andere Visa zu beantragen. „Nach Ablauf dieser 12 Monate müssen diejenigen, die nicht erfolgreich sind, die Republik verlassen oder werden abgeschoben „, so Gungubele. In Südafrika leben 3 Mill. Migranten in einer Bevölkerung von 60 Millionen. Viele von ihnen sind Simbabwer, die durch zwei Jahrzehnte politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Zusammenbruchs in den Süden getrieben wurden. Die Mehrheit von ihnen hat keine Papiere, und das ZSP gilt nur für diejenigen, die sich bei seiner Einführung 2009 registriert haben. Die südafrikanische Regierung befürchtet unkontrollierbare fremdenfeindliche Übergriffe auf Simbabwer, sobald sie die Verlängerung der „ZSP-Genehmigungen“ bekannt gegeben hätten. „Das wird zu einer humanitären Katastrophe führen“, sagt Sharon Ekambaram, Leiterin des Programms für Flüchtlings- und Migrantenrechte bei Lawyers for Human Rights in Johannesburg. „Es ist eine sehr unmenschliche Entscheidung.“

Informationsministerin Monica Mutsvangwa hat klargestellt, dass die Regierung von Simbabwe mit einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) experimentieren möchte. Sie versicherte aber auch, dass die Regierung „keine weitere Währung in die Wirtschaft einführen möchte, wie es in einigen Medien hieß. Unsere lokale Währung ist weiterhin der Simbabwe Dollar (ZW$) und keine Kryptowährung.“

Die neue Fluggesellschaft „Eurowings Discover“ wird ab März 2022 jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag den Flug von Frankfurt nach Windhuk zu den „Vic Falls“ verlängern.  So wird es erstmals Direktflüge von Deutschland aus zu den Victoria-Fällen in Simbabwe geben.

Das Land hat eine Rekordernte von Mais und anderen Getreidesorten eingefahren, die die 14,65 Millionen Einwohner des Landes für das nächste Jahr ernähren kann. Dieser Maisertrag wird auf das Dreifache der Ernte 2020 geschätzt. Für den Agrarsektor wird in diesem Jahr ein Wachstum von 34 % prognostiziert. Im Jahr davor 2020/21 wurde Mais aus Südafrika importiert. Von den 2,6 Millionen Tonnen Mais, die Südafrika exportierte, gingen etwa 20 % nach Simbabwe. Im Mai dieses Jahres kündigte Simbabwes Agrarmarketingbehörde unter Hinweis auf die erwartete Rekordernte und den Überschuss ein vollständiges Einfuhrverbot für Mais an. Die simbabwische Regierung rechnet mit Einsparungen von schätzungsweise 300 Mio. US$ durch das Verbot. Die Rekordernte ist in erster Linie den günstigen Niederschlägen zu verdanken. Regierungsprogramme unterstützten die Landwirte und sorgten dafür, dass  rechtzeitig für die Anbausaison 2020/21 ausreichende Betriebsmittel zur Verfügung standen.

Das Parlament von Simbabwe hat allen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind, den Besuch von Gottesdiensten untersagt. Bereits Anfang des Monats hatte es die Impfung für Beamte und Lehrer zur Pflicht gemacht. Geimpft sein ist auch eine Voraussetzung für den Handel auf Märkten, das Training in Fitnessstudios, den Besuch von Restaurants und das Ablegen von Universitätsprüfungen. Die unterversorgten Impfstoffzentren in Simbabwe haben Mühe, die steigende Nachfrage zu befriedigen. Das Land war bisher auf in China, Indien und Russland hergestellte Impfstoffdosen angewiesen, hat aber vor kurzem die Verwendung des Impfstoffs von Johnson & Johnson für Notfälle genehmigt. Etwas mehr als 2,8 Millionen der 15 Millionen Einwohner Simbabwes haben bisher eine erste Impfdosis erhalten.

Buschbrände stellen eine ernsthafte Herausforderung für die Umwelt und die Nachhaltigkeit in Simbabwe dar, da sie Ernten, Bodenfruchtbarkeit, Vegetation und Tierarten zerstören. Die Umweltbehörde hat in der laufenden Feuersaison einen Anstieg der Feldbrände um 84,97 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020 verzeichnet. Die Buschbrände haben landwirtschaftliche Erzeugnisse, Ausrüstung, Hausrat und Plantagen im Wert von 187 167 US-Dollar zerstört. Die aktuelle Feuersaison endet offiziell am 31. Oktober. Händler von Strohgras spielen eine wichtige Rolle bei der Verhinderung von Bränden, indem sie das Gras vor allem entlang von Straßen abschneiden. Die Ernte und der Verkauf von Strohgras ist ein lukratives Geschäft.

Die Deutsche Bank hat die Bankbeziehungen mit der simbabwischen Niederlassung der Standard Bank Group abgebrochen und damit einem der wenigen verbliebenen internationalen Bankdienstleister in dem Land im südlichen Afrika einen schweren Schlag versetzt. Die Stanbic Bank Zimbabwe (lokaler Name) ist der jüngste Kreditgeber, dessen US-Dollar-Bankdienste – die für die Erleichterung des Devisenumtauschs und des Zahlungsverkehrs von entscheidender Bedeutung sind – von einer internationalen Bank gekündigt wurden. Gründe für die Kündigung wurden nicht genannt. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Die Stanbic Bank, die zu ihren Kunden große Exporteure, Nichtregierungsorganisationen und Botschaften zählt, erklärte, dass sie nun über ihre Muttergesellschaft in Südafrika eine US-Dollar-Korrespondenzbankbeziehung unterhält. Die Reserve Bank of Zimbabwe schätzt, dass in den letzten zehn Jahren mindestens 102 Bankbeziehungen verloren gegangen sind, weil das Land aufgrund der Sanktionen ein hohes Risiko darstellt.

Nach Gesprächen zwischen Präsident Emmerson Mnangagwa und Stammeshäuptlingen sollen die Opfer von dem Gukurahundi-Massaker entschädigt werden. Einige Opfer sollen exhumiert und nach den örtlichen Gebräuchen neu beigesetzt werden. 1983 setzte Robert Mugabe eine von Nordkorea ausgebildete Militäreinheit ein, um einen Aufstand in der südwestlichen Region Matabeleland niederzuschlagen; schätzungsweise wurden 20. 000 Menschen getötet. Die meisten Opfer gehörten dem Stamm der Ndebele an. Mnangagwa war zu dieser Zeit Sicherheitsminister und daher auch involviert.

Die 14jährige Memory starb nach der Entbindung in einem kirchlichen Schrein. Die Praxis der Kinderheirat innerhalb der apostolischen Kirchen Simbabwes, die auch Polygamie zulassen, kam so an die Öffentlichkeit. Das Land hat zwei Ehegesetze, den Marriage Act und den Customary Marriages Act; keines der beiden Gesetze sieht ein Mindestalter für die Zustimmung zur Ehe vor, während es das Gewohnheitsrecht von Polygamie zulässt. Nach UN-Schätzung wird eines von drei Mädchen in Simbabwe verheiratet, bevor es 18 Jahre alt ist. Die Vereinten Nationen haben die Praxis von Ehen mit Minderjährigen verurteilt.

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