Schlagwort: Afrika

Afrikanische und karibische Länder haben eine offizielle Entschuldigung und Wiedergutmachungszahlungen von den Ländern gefordert, die vom transatlantischen Sklavenhandel profitiert haben. Die Forderungen wurden zum Abschluss einer dreitägigen Konferenz in Ghana gestellt.  Ziel es war, die Bemühungen, um Wiedergutmachungsgerechtigkeit voranzutreiben. Sie folgen auf eine wegweisende UN-Resolution vom März, in der die transatlantische Sklaverei als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ anerkannt und die UN-Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, zu einem Wiedergutmachungsfonds beizutragen. Etwa 12 bis 15 Millionen afrikanische Männer, Frauen und Kinder wurden vom 15. bis zum 19. Jahrhundert gefangen genommen und nach Amerika verschleppt, um dort als Sklaven zu arbeiten. Im Rahmen der „Next Steps“-Konferenz in der ghanaischen Hauptstadt Accra wurde ein 19-Punkte-Plan für Wiedergutmachungszahlungen verabschiedet.

Die USA haben rund zwei Dutzend Migranten in die Zentralafrikanische Republik abgeschoben, einen der ärmsten und konfliktreichsten Staaten der Welt. Unter den Migranten an Bord befinden sich Staatsangehörige aus Jordanien, Armenien, der Türkei, Georgien, Afghanistan und ein iranischer Demokratieaktivist. Das Flugzeug aus Alexandria, Louisiana machte einen planmäßigen Zwischenstopp in Ghana. Es ist unklar, ob es auch dort Abschiebungen gab.  Im Rahmen ihrer verschärften Maßnahmen hat die Trump-Regierung den Kreis der von Abschiebung betroffenen Personen erweitert und die Möglichkeiten für deren Abschiebungsziele ausgeweitet. Die umstrittenen und oft geheimen Abschiebeabkommen wurden mit Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik und Ghana sowie mindestens sieben weiteren afrikanischen Staaten geschlossen. Die Menschen werden aus den USA abgeschoben und in Länder verfrachtet, in denen sie haben keinen Aufenthaltsstatus, keine Verbindungen und kein Unterstützungsnetzwerk haben.

Simbabwe hat seinen Kryptowährungssektor durch die Rechtsverordnung Nr. 99 von 2026 formalisiert und legalisiert. Unternehmen, die am Kauf, Verkauf, Transfer oder der Verwahrung virtueller Vermögenswerte beteiligt sind, müssen sich jährlich bei der Financial Intelligence Unit (FIU) registrieren. Die Registrierung kostet 500 USD pro Jahr. Ein Betrieb ohne entsprechende Zulassung gilt ab sofort als Straftat. Das Land schließt sich damit einer wachsenden Zahl afrikanischer Staaten an, darunter Südafrika, Nigeria, Kenia und Mauritius, die digitalen Vermögenswerte regulieren. Auf dem gesamten Kontinent steigt die Krypto-Nutzung rasant an. Subsahara-Afrika verzeichnete zwischen Juli 2024 und Juni 2025 einen On-Chain-Wert Anstieg von 52% gegenüber dem Vorjahr.

Das Großprojekt im Wert von 350 Millionen US-Dollar für ein neues US-Konsulat in Mailand ist wegen Arbeiterausbeutung in den Schlagzeilen. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das in Alabama ansässige Unternehmen Caddell Construction, einen führenden Auftragnehmer für diplomatische Einrichtungen der USA weltweit. Zwei Manager der italienischen Niederlassung von Caddell Construction wurden festgenommen. Ausländischen Arbeitskräften, die vorwiegend aus Indien und Kenia rekrutiert wurden, waren Jahresgehälter von über 25.000 Euro versprochen worden. Stattdessen erhielten sie nur 1,55 bis 2 Euro (1,80 US-Dollar) pro Stunde. Der Mindestlohn im Baugewerbe in Mailand beginnt bei 13,39 Euro pro Stunde. Massive, unangekündigte monatliche Abzüge für minderwertige Verpflegung und Unterkunft (die oft 800 Euro ihres Verdienstes verschlangen) ließen den Arbeitern nur 500 Euro im Monat zum Leben. Die Beschäftigten wurden gezwungen, 10 bis 12 Stunden am Tag an 6 Tagen in der Woche zu arbeiten, was die in Italien gesetzlich festgelegte Arbeitszeit von 40 Stunden bei weitem überschritt. Personalverantwortliche sollen beschwerdeführende Arbeiter mit sofortiger Abschiebung in ihre Heimatländer bedroht haben. Krankschreibungen waren strengstens verboten.

An der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 (11.06. – 19.07.2026) in den USA, Kanada und Mexiko nehmen 10 afrikanische Länder teil: Marokko, Senegal, Ägypten, Algerien, Tunesien, Elfenbeinküste, Südafrika, Ghana, Kap Verde, Demokratische Republik Kongo. Südafrika spielt als erstes afrikanisches Land gegen Mexiko.

Der Klimawandel und unberechenbare Wetterextreme verändern die Situation bei durch Stechmücken übertragenen Krankheiten. In Malaria-Hotspots wird die Krankheit verstärkt und in bisher nicht betroffene Regionen neue Fälle gemeldet. Das auftretende Wetterphänomen La Niña hat Anfang 2026 in Teilen des südlichen Afrikas überdurchschnittliche Niederschläge brachte und Überschwemmungen verursachte, die zu mehr Brutstätten für Mücken führten. Einen Anstieg der Malariafälle von 68 % (8.760 Fälle) gegenüber dem Vorjahr meldete Namibia.  Das von Überschwemmungen heimgesuchte Mosambik verzeichnete in den ersten sechs Wochen des Jahres mehr als 1,35 Millionen Fälle, ein Anstieg um 55 %. Gauteng, in dem Johannesburg und Pretoria liegen und in der Malaria nicht endemisch ist, verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mehr als 400 Fälle und 11 Todesfälle. Experten berichten, dass die alte Annahme, Malaria trete ausschließlich in den Sommermonaten auf, nicht mehr zutrifft, da sich die Krankheit mittlerweile auch im Winter ausbreitet

Mehrere afrikanische Staaten repatriieren, mit Sonderflügen und Busreisen ihre Bürger, aus Südafrika. Nigeria hat Evakuierungsflüge für über 1.000 Landsleute genehmigt. Auch Länder wie Ghana, Malawi und Simbabwe repatriieren Hunderte oder Tausende ihrer Staatsbürger. In der Provinz Westkap, wird von Tür zu Tür Einschüchterungen, sowie vom Tod zweier Mosambikaner in Mossel Bay, berichtet. 150 Malawiern, die in Mossel Bay, in Notunterkünften Zuflucht gesucht hatten, wurden zurückgeholt. Eine schwere Wirtschaftskrise mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 30% führten zu anti-migrantischen Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen. Anti-Migranten-Gruppen fordern, dass Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung das Land verlassen – und haben den 30. Juni als Frist gesetzt.

Omar Artan, der als erster Somalier bei einer Fußballweltmeisterschaft als Schiedsrichter zum Einsatz kommen sollte, wurde die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert. Artan, Schiedsrichter des Jahres 2025 der Confédération Africaine de Football (CAF), wurde am Miami International Airport die Einreise verweigert. Die US-Einwanderungsbehörden haben keinen Grund für Artans Rückführung genannt, doch Somalia ist eines von mehreren Ländern auf einer von der Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Liste mit Einreiseverboten. Die Fifa teilt mit: Gastgeber entscheidet über Visa.

Die Außenminister Afrikas und Südkoreas vereinbarten eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Technologie, Infrastruktur, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Klimaschutz sowie Frieden und Sicherheit, um angesichts wachsender globaler Unsicherheiten ihre Beziehungen zu stärken. Die Verpflichtungen wurden in einer gemeinsamen Erklärung dargelegt, die auf dem Korea-Afrika-Außenministertreffen vom 1. bis 2. Juni in Seoul verabschiedet wurde. An dem Treffen nahmen Vertreter aus 50 afrikanischen Ländern und wichtigen kontinentalen Institutionen teil, darunter die Afrikanische Union (AU), die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), das Sekretariat der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) und die Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (Africa CDC).

Die Vereinigten Staaten bereiten sich darauf vor, die Zahl der diplomatischen Vertretungen in Afrika, die Visumanträge bearbeiten können, deutlich zu reduzieren (von 50 auf 20). Dieser Schritt dürfte Tausende von Reisenden betreffen, die in die USA einreisen möchten. Die 20 afrikanischen Städte, die ihre volle Visumbearbeitungskapazität behalten werden, sind: Abidjan, Accra, Addis Abeba, Kapstadt, Dakar, Daressalam, Dschibuti, Johannesburg, Kampala, Kigali, Kinshasa, Lagos, Lomé, Luanda, Malabo, Monrovia, Nairobi, Port Louis, Praia und Yaoundé. Die Maßnahme ist Teil der umfassenderen Bemühungen der Trump-Regierung, die Einwanderungskontrollen zu verschärfen und die Verfahren zur Visumprüfung zu straffen.

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