Schlagwort: Afrika

Die Anti-Korruptionskonferenz des Commonwealth legt eine Vision für den KI-gestützten Kampf gegen Korruption in Afrika vor. In Yaoundé versammelten sich Vertreter aus 20 afrikanischen Staaten sowie über 200 internationale Expertenmit dem Ziel moderne Oversight-Mechanismen zu etablieren, um Haushaltsunregelmäßigkeiten, Unterschlagung und mangelnde Transparenz in öffentlichen Verwaltungen zu bekämpfen. Nigeria präsentierte seine Technologie-Initiative CEPTI (Constituency and Executive Projects Tracking Initiative) Das System nutzt Geospatial-Mapping und Datenanalysen zur Echtzeitüberwachung staatlich finanzierter Projekte. Seit dem Start der Initiative wurden Projekte im Wert von 22,9 Billionen Naira überwacht, über 4,9 Milliarden Naira direkt aus mangelhaften Verträgen zurückgewonnen und Einsparungen von 91,4 Milliarden Naira durch das Verhindern künstlich aufgeblähter Budgets erzielt.

Der 1 Million Dollar Milken-Motsepe-Preis für KI und Fertigung ging an das Unternehmen BleagLee. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Edea, einer Stadt in der Küstenregion von Kamerun, wird die Abfallwirtschaft optimiert und nachhaltige Praktiken gefördert.  Eine patentierte KI-basierte Software hilft die Müllansammlungen in Gemeinden aufzuspüren und einzusammeln. BleagLee verarbeitet Kunststoff-, Landwirtschafts- und Elektroschrott zu hochwertigen Industrieprodukten wie recycelten Polymeren, Filamenten für den 3D-Druck und biobasierten Kohlenstoffmaterialien. Das in Tansania ansässige Unternehmen Freshpack Technologies wurde für seine KI-gestützte Kühlhauslösung zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung in Afrika, mit dem mit 250.000 Dollar dotierten, zweiten Preis ausgezeichnet. Der im Mai 2025 ins Leben gerufene „AI and Manufacturing“-Preis hat mehr als 2.000 Unternehmer aus 100 Ländern auf fünf Kontinenten dazu bewegt, sich zu bewerben.

Togo stellt die weltweit am häufigsten verwendete Weltkarte in Frage und fordert eine Abkehr von der Mercator-Projektion. Gerardus Mercator (1569), für die Seefahrt gestaltete Karte, vergrößert Gebiete in Polnähe (wie Europa und Grönland) und verkleinert Regionen am Äquator. Afrika erscheint so groß wie Grönland, obwohl es in der Realität etwa 14-mal größer ist. In Zukunft soll die „Equal Earth-Projektion“, eine flächentreue Karte, verwendet werden. Sie zeigt die relativen Größen der Kontinente korrekt an: Afrika ist demnach flächenmäßig größer als die USA, China, Indien und der Großteil Europas zusammen. Die entsprechende Resolution soll im September vor die UN-Generalversammlung gebracht werden.

Präsident Emmanuel Macron will bei der Eröffnung des „Africa Forward“ Gipfels in Kenia, der zum ersten Mal in einem englischsprachigen Land stattfindet, Frankreichs neuen Ansatz gegenüber Afrika vorstellen.  Schwerpunktmäßig geht es um die Förderung von Innovationen, grüner Energie, digitaler Technologie und die Reform der internationalen Finanzarchitektur. Es werden bis zu 30 Staats- und Regierungschefs sowie rund 4.000 Wirtschaftsvertreter und Innovatoren erwartet.

Wie jedes Jahr wird am 8. Mai der Internationale Tag des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds begangen. Dieser Tag bietet die Gelegenheit, das anhaltende Engagement des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sowie seiner Freiwilligen für die weltweite humanitäre Hilfe zu würdigen.

Seit dem 1. Mai 2026 gewährt China 53 afrikanischen Staaten (Eswatini ist wegen Taiwan ausgeschlossen) einen umfassenden zollfreien Marktzugang. Während Rohstoffe oft bereits zollfrei waren, profitieren nun vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse und verarbeitete Güter von wegfallenden Zollsätzen, die zuvor zwischen 8 % und 30 % lagen. China ist Afrikas größter Handelspartner mit einem Rekordvolumen von 348 Milliarden USD im Jahr 2025. Die neue Politik soll helfen, das massive Handelsdefizit Afrikas (102 Milliarden USD im Jahr 2025) abzumildern. Das wesentliche Problem existiert jedoch weiter.  Afrika exportiert weiterhin Rohstoffe und importiert Industriegüter. Diese Asymmetrie führt zu anhaltenden Handelsdefiziten, schränkt die Mobilisierung inländischer Einnahmen ein und begrenzt die Zahl der Arbeitsplätze sowie die Steuerbasis.

Während seiner Afrikareise – bei der er Algerien, Kamerun und Angola besuchte – hat Papst Leo XIV. offen und nachdrücklich Stellung bezogen, „Tyrannen“ dafür kritisiert, Milliarden für Kriege auszugeben, und die „Kolonisierung“ der Bodenschätze Afrikas verurteilt. „Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört, aber sie wird von einer Vielzahl solidarischer Brüder und Schwestern zusammengehalten.“ In Äquatorialguinea, einem der am strengsten kontrollierten Staaten Afrikas, forderte er auf sich „in den Dienst von Recht und Gerechtigkeit zu stellen“. Die 11-tägige Tour stand unter dem Motto „Pilger der Hoffnung, Versöhnung und des Friedens“.

Die Ökologin Dr. Iroro Tanshi wurde mit dem renommierten Goldman Environmental Prize 2026 (Grüner Nobelpreis) ausgezeichnet.  Im Afi-Mountain-Wildreservat wiederentdeckte sie die Fledermausart Kurzschwanz-Rundblattnase (Hipposideros curtus). In einem Land, in dem Fledermäuse oft mit Hexerei in Verbindung gebracht werden, hat Tanshi erfolgreich eine Kampagne ins Leben gerufen, um die Tiere zu schützen, indem Waldbrände in den Gebieten, in denen sie leben, verhindert werden. Sie gründete die Small Mammal Conservation Organization (SMACON) um Buschbrände zu verhindern.

Nachdem er von jubelnden Menschenmengen begrüßt worden war, richtete Papst Leo XIV. seine erste Ansprache in ungewöhnlich direktem Ton an die Amtsträger. Er forderte die kamerunischen Machthaber auf, ihr „Gewissen“ zu prüfen und „die Ketten der Korruption“ zu sprengen. „Sicherheit hat Priorität, muss aber stets unter Achtung der Menschenrechte ausgeübt werden,… Die öffentlichen Autoritäten sind dazu berufen, als Brücken zu dienen, niemals als Quellen der Spaltung, selbst wenn Unsicherheit vorherrschend zu sein scheint“, sagte der Papst in Anwesenheit von Biya; dessen Behörden hart gegen Proteste vorgingen, die durch seine umstrittene Wiederwahl für eine achte Amtszeit im Oktober ausgelöst worden waren. Zu seinen Zuhörern gehörte der 93-jährige Präsident Paul Biya, der das zentralafrikanische Land seit 1982 mit eiserner Hand regiert. Papst Leo XIV. forderte zudem ein Ende des Separatistenkonflikts im englischsprachigen Nordwesten, dass er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen besucht.

Papst Leo XIV. besucht vier Länder in Afrika, um die Staats- und Regierungschefs weltweit dazu aufzufordern, sich den Bedürfnissen des Kontinents anzunehmen. Mehr als ein Fünftel der Katholiken weltweit lebt in Afrika. Innerhalb von zehn Tagen besucht er elf Städte und Ortschaften in Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea.

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