Schlagwort: Afrika

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten und der Afrikanischen Union (AU) kommen in Angola zu einem Gipfeltreffen zusammen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika auszubauen und die Beziehungen zu stärken. Bundeskanzler Friedrich Merz sagt dazu: „Wer in die Zukunft investieren will, investiert in Afrika.“  Die EU will im Rahmen ihrer Initiative „Global Gateway“ zwischen 2021 und 2027 150 Milliarden Euro in Afrika investieren. Ziel ist es von klassischer Entwicklungshilfe, hin zu Wirtschaftsbeziehungen auf Augenhöhe.

Das Abschiebungsprogramm der Trump-Regierung hat mehreren afrikanischen Ländern finanzielle Anreize und Visaerleichterungen im Austausch für die Aufnahme von aus den USA abgeschobenen Personen gewährt. Eswatini erhielt 5,1 Millionen Dollar, Äquatorialguinea 7,5 Millionen Dollar und Ghana sicherte sich Visaerleichterungen.

Eswatini, das Land mit der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate, ist das erste afrikanische Land, das Lenacapavir erhält; die erste zweimal jährlich zu verabreichende HIV-Präventionsspritze, die von Gesundheitsbehörden weltweit als bahnbrechend im Kampf gegen das Virus gepriesen wird. UNAIDS hatte ursprünglich geplant, in diesem Jahr 250.000 Dosen an zehn Länder zu verteilen: Sambia, Botswana, Kenia, Malawi, Namibia, Ruanda, Tansania, Uganda und Simbabwe. Doch die Kürzungen von Donald Trump bei der Entwicklungshilfe haben die Gesundheitsprogramme Afrikas schwer beeinträchtigt. In Südafrika kritisieren Zivilgesellschaftliche Gruppen Gilead, den Produkthersteller, weil er lokale Hersteller von freiwilligen Lizenzvereinbarungen ausschließt, obwohl Südafrika an klinischen Studien beteiligt war.

Das UK-Innenministerium erklärt, dass keine Visa für Staatsangehörige aus Angola, Namibia und der Demokratischen Republik Kongo mehr ausgestellt werden, wenn deren Regierungen nicht verstärkt mit Großbritannien bei der Abschiebung ihrer Staatsangehörigen zusammenarbeiten. In einer Erklärung heißt es, dass Visumsverbote verhängt würden, „sofern sie nicht die Rückführung ihrer Kriminellen und illegalen Einwanderer akzeptieren … Derzeit halten sich Tausende illegaler Einwanderer und Kriminelle aus diesen Ländern im Vereinigten Königreich auf”, heißt es weiter. Das Innenministerium werde die Maßnahmen einführen, wenn in den „kommenden Monaten” keine Verbesserungen erzielt würden. Ähnliche Maßnahmen gegen andere Länder würden ebenfalls in Betracht gezogen.

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha erklärte, dass mehr als 1.400 Menschen aus 36 afrikanischen Ländern bekanntermaßen für Russland im Krieg gegen die Ukraine kämpfen, und forderte die Regierungen auf, ihre Bürger davor zu warnen, sich einem Konflikt anzuschließen, in dem sie „schnell getötet werden“.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sehen sich mit Gegenreaktionen wegen angeblicher Rolle im sudanesischen Gold- und Waffenhandel konfrontiert. Die VAE, Sudans größter Goldkäufer, werden beschuldigt, die Rapid Support Forces (RSF) zu unterstützen, eine mächtige paramilitärische Gruppe, die gegen die nationale Armee kämpft. Die Rolle Abu Dhabis im Sudankrieg bleibt unklar. Die VAE unterhalten enge wirtschaftliche Beziehungen zur sudanesischen Regierung unter General Abdel Fattah al-Burhan und sind ein wichtiger Handelspartner. Die VAE hat in der ersten Hälfte des Jahres 2025 rund 90 % der legalen Goldexporte des Landes importiert. Der World Gold Council stuft den Sudan mit einer Produktion von 74 Tonnen im Jahr 2024 an fünfter Stelle in Afrika ein. Gleichzeitig beschuldigt die sudanesische Armee Abu Dhabi, habe Waffen an den RSF-Kommandeur Mohamed Hamdan Dagalo geliefert. Amnesty International teilte im Mai 2025 mit, dass in China hergestellte Lenkbomben und Haubitzen über die VAE an die RSF geliefert wurden.

Finanzministerin Vera Daves de Sousa versicherte Steuereinnahmen für die digitale Transformation des Landes einzusetzen. Sie sprach bei einem ministeriellen Runden Tisch mit Investoren zum Thema „Finanzierung der digitalen Transformation in Afrika“. Der Gipfel in Luanda, an dem zweitausend Delegierte teilnehmen, wird Angola in den Mittelpunkt großer Infrastrukturinvestitionen auf dem Kontinent rücken und das afrikanische Engagement für die Agenda 2063 der Afrikanischen Union stärken; aber auch die Vereinfachung der Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren erleichtern. Es wird erwartet, dass der Gipfel bis zu 160 Milliarden US-Dollar für den Kontinent mobilisieren wird.

Die Universität Johannesburg (UJ) hat ihr 20-jähriges Jubiläum mit der Gründung des AI and the Law Institute gefeiert, einer wegweisenden Initiative, die ihre Führungsrolle bei der rechtlichen, ethischen und technologischen Transformation Afrikas festigt. Das Institut für KI und Recht wird als kontinentale Drehscheibe für die Entwicklung rechtlicher, regulatorischer und ethischer Rahmenbedingungen für KI und neue Technologien dienen. Es soll Maßstäbe setzen, wie afrikanische Institutionen technologischen Fortschritt mit menschenzentrierter Gerechtigkeit in Einklang bringen können.

GSMA (Global System for Mobile Communications) hat zwei wichtige Initiativen angekündigt, die darauf abzielen, die digitale Kluft in Afrika zu schließen: eine konzentriert sich auf die Erschwinglichkeit von Smartphones, die andere auf die Entwicklung einer inklusiven KI-Sprache. Sie hat sechs der größten Mobilfunknetzbetreiber Afrikas (Airtel, Axian Telecom, Ethio Telecom, MTN, Orange und Vodacom) zusammengebracht, um eine neue Kategorie kostengünstiger 4G-Smartphones mit grundlegenden Leistungsstandards zu definieren. Das Ziel ist es, Smartphones für Hunderte Millionen Menschen zugänglich zu machen, die aufgrund der hohen Gerätepreise noch immer offline sind.

Etwa 4 Millionen Menschen sind derzeit in Burkina Faso, Mali, Niger und den Nachbarländern auf der Flucht – etwa 2/3 mehr als noch vor fünf Jahren, sagte Abdouraouf Gnon-Konde, der UNHCR-Regionalleiter für West- und Zentralafrika. 

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