Schlagwort: Afrika

Nachdem eine bewaffnete Gruppe im Dorf Madegoua in der Nähe der Stadt Makary in der Region „Far North“ in Kamerun 15 Menschen getötet hatte, sind hunderte Menschen sind aus ihren Häusern geflohen. Der Angriff löste eine Fluchtwelle aus zehn umliegenden Dörfern aus. „Boko Haram hat uns aufgefordert, unsere Dörfer zu verlassen. Sie kommen, um uns zu töten und unsere Habseligkeiten zu rauben“, berichtete ein vertriebener Dorfbewohner gegenüber Africanews.  Kamerun ist Teil der Multinational Joint Task Force, deren Auftrag es ist, Boko Haram und andere bewaffnete Gruppen rund um den Tschadsee zu bekämpfen.

Antonio Guterres (Generalsekretär der Vereinten Nationen), erklärte gegenüber der Global Africa Business Initiative, dass Afrika ein Marktpotenzial von 3 Billionen US-Dollar biete und die Welt dies endlich als „Gamechanger für die globale Wirtschaft“ anerkenne. Afrika hat die am schnellsten wachsende Erwerbsbevölkerung der Welt. Es verfügt über 30 % der weltweiten Bodenschätze und besitzt 60 % des Solarpotenzials. Kenia generiert mittlerweile mehr als 90 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen. Marokko entwickelt Pläne für die „Pont de la Méditerranée“, ein Unterseekabel zur Versorgung Europas mit grünem Strom. Tunesien mischt weltweit bei KI und Computer-Vision-Software mit. Ruanda leistet Pionierarbeit bei der landesweiten Lieferung per Drohne. „Auch im Unterhaltungssektor geht der Stern Afrikas auf“, stellte Guterres fest, wobei Nigeria, Südafrika und der Senegal Musik und Filme für ein weltweites Publikum produzieren. Die Welt müsse jedoch sicherstellen, dass Afrikas riesige natürliche Ressourcen – insbesondere kritische Mineralien – vor Ort Wertschöpfung und menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen, anstatt einfach ins Ausland verschifft zu werden.

Die Zahl der Migranten, die über Seewege nach Europa gelangen, ist seit Januar dieses Jahres stark zurückgegangen; dies berichtet die Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervorgeht. In diesem Jahr 2026 haben bislang etwa 60.000 Migranten und Flüchtlinge mit dem Boot Europa erreicht; ein Rückgang um 39 % gegenüber rund 98.000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mindestens 2.292 Menschen sind bei dem Versuch, die Überfahrt zu bewältigen, ums Leben gekommen oder werden vermisst; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 1.999. Die Ankünfte über das zentrale Mittelmeer, die Hauptroute von Nordafrika nach Italien, gingen um mehr als die Hälfte zurück, dennoch stieg die Zahl der Todesfälle dort von 844 auf 996. Griechenland verzeichnete einen geringeren Rückgang der Ankünfte bei gleichzeitigem starkem Anstieg der Todesfälle von 284 auf 417. In Spanien gingen sowohl die Ankünfte als auch die Gesamtzahlen zurück, allerdings starben oder wurden 879 Menschen auf den dorthin führenden Routen vermisst. Die Organisation hat dokumentiert, dass in jüngster Zeit mehr als 104.000 Menschen vor dem Krieg im Jemen geflohen sind, während es im Libanon und in Syrien angesichts der anhaltenden Konflikte in der Region zu groß angelegten Vertreibungen kam. Die Europäische Union hat im Juni neue Regeln beschlossen, die die Abschiebung von Migranten in Länder außerhalb der Union ermöglichen. Die IOM fordert stattdessen mehr legale Migrationswege nach Europa und strengere Maßnahmen zur Verringerung der Risiken entlang bestehender Überquerungsrouten.

Auf Afrika entfallen fast 80 % der Krankheit Sichelzellanamie.  Medikamente dagegen gibt es nur als extrem teure Importe aus Europa oder Amerika.  Das Pharmaunternehmen Teranga Pharma hat mit der Produktion von DREPAF begonnen, eine Generikum-Version von Hydroxyurea.  DREPAF ist das erste hergestellte Medikament zur Behandlung von Sichelzellkrankheit in Afrika. Es gibt Millionen von Betroffenen Hoffnung. Ländern wie Burkina Faso, Guinea, der Elfenbeinküste, Gabun, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo haben bereits Lieferanfragen gestellt.

Die AXIAN-Gruppe und die Afrikanische Entwicklungsbank haben ein umfangreiches Programm zur finanziellen Inklusion von Frauen ins Leben gerufen. Es soll den Zugang zu Finanzmitteln und unternehmerischer Unterstützung für mehr als 34.000 von Frauen geführte Unternehmen in fünf afrikanischen Ländern zu verbessern. Es umfasst zwei sich ergänzende Komponenten:  die Bereitstellung maßgeschneiderter digitaler Finanzprodukte und -dienstleistungen für 34.000 von Frauen geführte Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen in Madagaskar, Tansania und Senegal; und Schulungen in den Bereichen Finanzwissen, digitale Kompetenzen und Unternehmertum für 25.000 Frauen in Madagaskar, Tansania, Senegal, Togo und auf den Komoren. Das Programm nutzt Mobile-Money-Dienste, digitale Kreditlösungen und alternative Bonitätsprüfungsverfahren, um Unternehmerinnen zu erreichen, die von herkömmlichen Finanzsystemen traditionell nur unzureichend versorgt wurden. Afrika weist weltweit die höchste Quote an weiblichem Unternehmertum auf.

AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa – „Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika“) ist eine 2006 durch die Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) und die Rockefeller Foundation gegründete Entwicklungshilfeorganisation mit Fokus auf Afrika. Sie wollte den Hunger in seinen afrikanischen Partnerländern halbieren und die Landwirtschaft produktiver machen. Rund 20 Jahre später sieht eine zivilgesellschaftliche Studie diese Ziele weitgehend verfehlt. Die Zahl der unterernährten Menschen in den Fokusländern im Zeitraum von 2006 bis 2024 um 58 % gestiegen, von 94,6 auf 149,6 Millionen. Deutschland war über mehrere Jahre hinweg ein wichtiger europäischer Geldgeber von AGRA. Nach anhaltender Kritik hat die BRD jedoch schrittweise seine direkte finanzielle Unterstützung (2021) beendet.

Der weltweit tätige Fahrdienstvermittler Uber hat die sofortige Einstellung seines Betriebs in Nigeria und Uganda angekündigt. Dies ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung des globalen Geschäfts, die auch zur Entlassung von rund 3.300 Mitarbeitern weltweit geführt hat. Uber nahm 2014 den Betrieb in Nigeria auf und zwei Jahre später in Uganda. Das Unternehmen sah sich zunehmend schwierigen Bedingungen gegenüber, darunter steigende Kraftstoffkosten, Druck durch konkurrierende Fahrdienstvermittlungsplattformen sowie Beschwerden von Fahrern über niedrige Fahrpreise und hohe Provisionsgebühren. Der Rückzug des Unternehmens aus Nigeria und Uganda folgt auf den kürzlich erfolgten Rückzug aus der Elfenbeinküste und Tansania. Uber erklärte, die Entscheidung beschränke sich auf diese beiden Länder und habe keine Auswirkungen auf die verbleibenden Aktivitäten in Subsahara-Afrika, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben weiterhin Wachstumschancen sehe.

Die UNO hat eine neue Weltkarte verabschiedet, die „Equal Earth“-Projektion, die die tatsächlichen Größen der Landmassen besser wiedergibt und die Größe Afrikas präziser darstellt. Togo hatte die Resolution „Correct the map“ eingebracht. 164 Staaten stimmten dafür, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Togos Außenminister, Robert Dussey, sprach von einem historischen Moment. Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus. „Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen“.

Aus 7 Ländern nahmen mehr als 200 Forscher, Unternehmer, Regulierungsbehörden und Finanzpartner an dem Treffen des Africa Food Systems Forum in Kigali teil. „Saatgut spricht weder Französisch noch Englisch“, sagte Natasha Kofoworola Quist, Regionaldirektorin von AGRA für Westafrika. „Wir haben in der Region alles, was wir brauchen: die Wissenschaftler, die Institutionen, die Unternehmer, die Landwirte und die Märkte. Es geht nur darum, sicherzustellen, dass alles miteinander vernetzt bleibt.“ Nach wie vor ist es schwierig, Saatgut, das in einem Land freigegeben wurde, in einem anderen Land zu verkaufen. Die Herausforderung besteht daher nicht mehr nur darin, neue Sorten zu entwickeln, sondern auch darin, deren Vermehrung und Vertrieb auf regionaler Ebene zu ermöglichen.

Afrika und China vertiefen ihre Zusammenarbeit im Mediensektor. Das 7. Forum zur chinesisch-afrikanischen Medienzusammenarbeit wurde in Peking unter dem Motto „Entwicklungsmöglichkeiten teilen, die audiovisuelle Zukunft gestalten“ eröffnet und brachte führende Persönlichkeiten und Fachleute aus der Medienbranche aus ganz Afrika und China zusammen.

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