Schlagwort: Republik Zentralafrika

Jahre, nachdem der Bürgerkrieg viele Muslime aus Sibut vertrieben hatte, hallt der Gebetsruf nun wieder aus der wiederaufgebauten Zentralmoschee der Stadt. Zurückkehrende Einwohner und christliche Nachbarn bemühen sich, das Vertrauen wiederherzustellen und eine Gemeinschaft wiederzubeleben, die einst für ihr friedliches Zusammenleben bekannt war. Viele muslimische Einwohner flohen, nachdem in der Zentralafrikanischen Republik infolge des Seleka-Aufstands im Jahr 2013 und des Aufstiegs der Anti-Balaka-Milizen religiös motivierte Gewalt ausgebrochen war.

Die USA haben rund zwei Dutzend Migranten in die Zentralafrikanische Republik abgeschoben, einen der ärmsten und konfliktreichsten Staaten der Welt. Unter den Migranten an Bord befinden sich Staatsangehörige aus Jordanien, Armenien, der Türkei, Georgien, Afghanistan und ein iranischer Demokratieaktivist. Das Flugzeug aus Alexandria, Louisiana machte einen planmäßigen Zwischenstopp in Ghana. Es ist unklar, ob es auch dort Abschiebungen gab.  Im Rahmen ihrer verschärften Maßnahmen hat die Trump-Regierung den Kreis der von Abschiebung betroffenen Personen erweitert und die Möglichkeiten für deren Abschiebungsziele ausgeweitet. Die umstrittenen und oft geheimen Abschiebeabkommen wurden mit Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik und Ghana sowie mindestens sieben weiteren afrikanischen Staaten geschlossen. Die Menschen werden aus den USA abgeschoben und in Länder verfrachtet, in denen sie haben keinen Aufenthaltsstatus, keine Verbindungen und kein Unterstützungsnetzwerk haben.

Der von der UNO unterstützte Sonderstrafgerichtshof in der Zentralafrikanischen Republik hat mit ausländischen Richtern den Prozess in Abwesenheit gegen den ehemaligen Präsidenten François Bozizé wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eröffnet. Die Anklagepunkte beziehen sich vor auf weit verbreitete Misshandlungen, Folter und Hinrichtungen, die von seiner Präsidentengarde zwischen 2009 und 2013 verübt wurden. Der 79-jährige Bozizé, war 2003 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen.10 Jahre später wurde er von Rebellen gestürzt. Er lebt seit März 2023 im Exil in Guinea-Bissau. Während Bozizé im Ausland bleibt, befinden sich drei seiner ehemaligen hochrangigen Militärs (Eugene Barret Ngaikosset, Vianney Semndiro und Firmin Junior Danboy) in Untersuchungshaft in der Zentralafrikanischen Republik.

Präsident Faustin-Archange Touadera versprach bei seiner Vereidigung „Frieden, Sicherheit, Versöhnung und nationale Einheit festigen“. Die Amtseinführung fand vor rund 20.000 Zuschauern in der Hauptstadt Bangui in Anwesenheit des burundischen Präsidenten Evariste Ndayishimiye, der den rotierenden Vorsitz der Afrikanischen Union innehat, sowie der Staatschefs des Kongo, Gabuns und der Komoren statt. Touadera, der seit 2016 im Amt ist, wurde bei den Wahlen im Dezember mit 77,90 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahl wurde von der Opposition und seinem Hauptkonkurrenten Anicet George Dologuele angefochten, der massiven Wahlbetrug geltend machte.

Dutzende Frauen nahmen an einem Bootsrennen nur für Frauen auf dem Fluss Oubangui teil, um den Internationalen Frauentag (8. März) zu feiern. Das erstmals offiziell als „Course de pirogues des femmes“ ausgetragene Rennen, in den traditionellen Einbäumen (Pirogen) markiert das Recht der Frauen. Das Pirogen-Rennen ist ansonsten ein zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 1. Dezember. In Teams bis zu 30 Ruderern pro Piroge (historisch eine Männerdomäne) treten Verschiedene Volksgruppen, wie die Mbaka, Sango, Modjombo und Yakoma), gegeneinander an.

Präsident Faustin-Archange Touadéra sieht sich nur wenige Tage nach Beginn seiner dritten Amtszeit mit erneuten Gewalttaten im abgelegenen Südosten des Landes konfrontiert. Touadéra steht in der Präfektur Haut-Mbomou vor einer bewaffneten Herausforderung. Es kam zu tödlichen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und der Miliz Azandé Ani Kpi Gbè (AAKG), die ursprünglich mit russischer Unterstützung gegründet wurde. Am 28. Dezember startete die AAKG eine Offensive auf die Grenzstadt Bambouti, angeblich mit Unterstützung aus dem benachbarten Südsudan. Bei den Zusammenstößen sollen Dutzende Menschen getötet und Tausende aus ihren Häusern vertrieben worden sein. Am 6. Januar flohen die Menschen in die katholische Mission, die nun einem provisorischen Flüchtlingslager gleicht, oder suchten Zuflucht im örtlichen Krankenhaus. Die UN-Mission Minusma gab an, dass etwa 2.500 Menschen, also der Großteil der Bevölkerung von Bambouti, in die Demokratische Republik Kongo geflohen sind.

Präsident Faustin-Archange Touadera tritt eine dritte Amtszeit an. Die bekannt gegebenen Ergebnisse zeigten, dass Touadera 76,15 % der Stimmen erhielt, während der ehemalige Premierminister Anicet-Georges Dologuele 14,66 % und der ehemalige Premierminister Henri-Marie Dondra 3,19% erhielten. Die wichtigste Oppositionskoalition, BRDC, boykottierte die Wahl mit der Begründung, sie sei nicht fair. Das Verfassungsgericht hat bis zum 20. Januar Zeit, um über etwaige Einsprüche zu entscheiden und die endgültigen Ergebnisse bekannt zu geben. Touadera warb im Wahlkampf mit seiner Erfolgsbilanz in Sachen Sicherheit in dem chronisch instabilen Land, nachdem er die Hilfe russischer Söldner und ruandischer Soldaten in Anspruch genommen hatte. Außerdem unterzeichnete er in diesem Jahr Friedensabkommen mit mehreren Rebellengruppen. Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten und instabilsten Länder Afrikas, obwohl sie reich an Ressourcen wie Diamanten und Uran ist. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung von humanitärer Hilfe abhängig ist.

Lokale Beobachter berichten von keinen größeren Störungen in den Wahllokalen. „Wir können sagen, dass die Wahl sehr gut verlaufen ist. Es gab keine größeren Störungen. Die Vertreter der Parteien und auch der Kandidaten haben sich sehr gut verhalten, ganz zu schweigen vom Vorsitzenden des Wahllokals, der sehr entgegenkommend war.“ Bei den Wahlen am 28. Dezember 2025 strebt der amtierende Präsident Faustin-Archange Touadéra nach einer Verfassungsänderung, durch die die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten aufgehoben wurde, eine umstrittene dritte Amtszeit an. Rund 2,3 Millionen Wähler geben ihre Stimme für den Präsidenten, die Abgeordneten und lokale Ämter ab. Die vorläufigen Ergebnisse werden für Anfang Januar erwartet.

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Faustin-Archange Touadera, strebt eine umstrittene dritte Amtszeit an, nachdem er sich nach einem Jahrzehnt im Amt für die Sicherheit des Landes an Russland gewandt hat, im Austausch für Zugang zu Gold und anderen Ressourcen. Der 68-jährige Mathematiker hat 2023 ein Referendum durchgeführt hatte, mit dem die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten abgeschafft wurde. Im Jahr 2018 war die Zentralafrikanische Republik das erste Land in West- und Zentralafrika, das russische Wagner-Söldner ins Land holte, ein Schritt, dem später Mali, Burkina Faso und Niger folgten.

Präsident Faustin-Archange Touadéra, hat eine Meme-Münze eingeführt, um das Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, bekannter zu machen. Meme-Münzen werden verwendet, um einen viralen Internet-Trend oder eine Bewegung populär zu machen, und die Fans werden dazu angeregt, sie zu sammeln und ihnen einen Wert zu geben, aber sie sind extrem volatile Investitionen. Touadéra kündigte die Einführung der Münze, die unter dem Namen $CAR bekannt ist, am Wochenende auf seinem X-Konto an und erklärte am Montag, sie sei ein „Erfolg“ gewesen. Doch der Wert der Münze ist laut spezialisierten Websites um bis zu 90 % eingebrochen. Im Jahr 2022 wurde CAR nach El Salvador das zweite Land der Welt, das die Kryptowährung Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführte.

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