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Die UN-Friedenstruppe will für die volatile Lage im Norden des Landes Drohnen einsetzen, um Zivilisten und Truppen zu schützen. Der Weg zur Stabilisierung ist lang und schwierig. Auch die Bundeswehr hat ihren Mali-Einsatz um ein Jahr verlängert.
Unter Einsatz seines Lebens hat Abdel Kader Haidara hunderttausende Manuskripte gerettet, als die Islamisten die nord-malische Stadt Timbuktu überfielen und die alte kostbare Bibliothek zerstörten. Die Handschriften – manche aus dem 11. Und 12. Jahrhundert – lagern zurzeit in der Hauptstadt Bamako. Für die Rettung des wichtigen Kulturerbes erhält Haidara von der Deutschen Afrika Stiftung den diesjährigen „Afrika-Preis“. Mit finanzieller Unterstützung von Dubai und der Schweiz wollen deutsche Experten bei der Digitalisierung und Auswertung der Handschriften mitarbeiten.
Anlässlich eines Besuchs des Regierungschefs Moussa Mara in Kidal kam es zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Tuareg-Rebellen. Es gab 36 Tote, viele Verletzte und 30 Geiselnahmen, meist von Regierungsvertretern. Die malische Armee will nun ernst gegen die Tuareg vorgehen, die eine Unabhängigkeit für den Norden des Landes fordern. Die UNO bemüht sich weiter um Waffenruhe.
Zusammen mit den meisten Bewohnern des malischen Dorfes Mole floh auch Massaya mit Frau und sechs Kindern vor dem Krieg. Sie schafften es mühsam zum mauretanischen Flüchtlingslager Mbera. Das Lager war ihr Glück, denn Taghri erwartete Vierlinge, und ohne den kompetenten Einsatz von „Ärzte ohne Grenzen“ hätten Mutter und Babys nicht überlebt. Noch leben die Eltern mit zehn Kindern in der Bruthitze eines Zeltes in der Sahara und harren auf eine Rückkehr.
Unbekannte, mit AK-47 Bewaffnete, haben ein großes Salzbergwerk im Norden Malis geschlossen, indem sie 800 Bergarbeiter gewaltsam vertrieben hatten. Das nördliche Mali wird immer noch von Tuaregs und arabischen Separatisten verunsichert.
Das wollte Ministerin von der Leyen sich machen, als die gleich nach der Entscheidung einer Ausweitung und Verlängerung des Bundeswehreinsatzes nach Senegal und Mali flog. Das Ringen dort um Sicherheit und Versöhnung ist lang und zäh. Zurzeit sind 627 Soldaten der Bundeswehr in sieben afrikanischen Ländern stationiert.
Die Präsidenten von Mali, Senegal, Mauretanien und Guinea eröffneten in der Nähe von Kayes am Senegalfluss ein Wasserkraftwerk mit einer anfänglichen Kapazität von 60 Megawatt, das die vier Länder mit Strom versorgen soll. Der Staudamm wurde von einem chinesischen Konsortium gebaut. Gleichzeitig wurde der Grundstein für eine weitere Staustufe gelegt, die zu 85% von der chinesischen Exximbank finanziert wird und in vier Jahren ans Netz gehen soll.  
Bei der zweiten Runde der Parlamentswahlen hat die Partei von Präsident Ibrahim Boubacar Keita, 'Rassemblement pour le Mali' zusammen mit Koalitionspartei 'L'Alliance pour la Democratie au Mali' mit 115 von 147 Sitzen die absolute Mehrheit errungen. Die Beteiligung bei der zweiten Runde der Parlamentswahlen ist sehr niedrig. Wählermüdigkeit für den vierten Wahlgang in einem Jahr und die immer noch prekäre Sicherheitssituation im Norden sind die Ursachen. In Kidal, der Hochburg der Unabhängigkeitsbewegung der Touareg, starben zwei senegalesische UN-Soldaten bei einem Selbstmordanschlag.  
Malis Präsident Keita und die Tuareg Rebellen beschuldigen Frankreich der Untätigkeit. Nach dem Sieg über die al Qaida Rebellen, sollen nun die Malier ihre Probleme selbst lösen. Frankreich könne nicht weiter „Polizei spielen“.
Erst im Sommer hat Mali Keita als Präsidenten gewählt, und am Sonntag, mit verminderter Beteiligung, ein neues Parlament. Über 1000 Kandidaten bewarben sich um 147 Mandate. Ergebnisse soll es in fünf Tagen geben und eine zweite Wahlrunde am 15.Dezember. Trotz Frankreichs Eingreifen, um den Vormarsch der Islamisten zu stoppen, gab es auch jetzt immer noch militärische Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und Islamisten, besonders in Gao und Kidal im Norden des Landes. Am Wahltag wurden Urnen gestohlen oder zerstört, um die Beteiligung zu verhindern. Ob die Tuareg-Bewegung und die Islamisten im Norden die Wahlentscheidung annehmen, ist noch offen.
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