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Nach den vielleicht schwersten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes hat Präsident Pohamba den Notstand ausgerufen und als Soforthilfe 30 Millionen Namibia-Dollar bereitgestellt. In der nördlichen Region kamen 62 Menschen um, 19,000 mussten vor den Wassermassen flüchten, besonders aus der Stadt Oshakati. Tausende mehr müssen umgesiedelt werden. 247 Schulen mit 100,000 Kindern mussten geschlossen werden; 22 Krankenhäuser sind außer Betrieb. Ernte und Vieh wurden weggeschwemmt.
Elefanten hassen den schrillen Lärm und fliehen, wenn ein Farmer mit dieser „Trompete“ sein Maisfeld beschützt. Um den sich zuspitzenden Konkurrenzkampf zwischen Elefanten und hungrigen Menschen einzudämmen, soll die Fertigstellung der ehrgeizigsten Schutzzone Afrikas vorangetrieben werden. Fünf angrenzende Länder – Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe – sollen in den Schutzkorridor einbezogen werden. Der zusammenhängende Naturraum KAZA (abgeleitet von den Flüssen Kavango und Zambesi) schützt die Tiere und könnte auch den Dörflern Wohlstand bringen, wenn Touristen mit einem einzigen Visum sich grenzüberschreitend an Safaris, Jagdtouren und Öko-Lodges beteiligen und die einzigartige Tierwelt erleben können.
Bei den Drehvorbereitungen für die Weihnachtsausgabe von „Um Himmels Willen“ wurde eine Mitarbeiterin von einem filmerfahrenen und zahm geglaubten Leoparden angefallen und tödlich verletzt.
Letzte Woche hat WACS (West African Cable System) Swakopmund erreicht. Das 14,900 km lange Glasfaserkabel zwischen London und Südafrika wird eine Reihe Staaten, an der Küste und inland, mit schnellem Internet versorgen. Der Datendurchsatz ist 5,12 TBit pro Sekunde. Die Vorbereitung für den Anschluss in Namibia hatte „Erste-Welt-Standard“. Wenn das Kabel im August voll in Betrieb genommen wird, wird es sich zeigen, wie schnell die explosionsartig gewachsene Kommunikation Afrika aus der Isolation herausholt und die Entwicklung vorantreibt.
Die Regierungspartei SWAPO, an der Macht seit der Unabhängigkeit in 1990, konnte in den Regionalwahlen am Wochenende 92% der Wahlbezirke gewinnen. Von den 1,18 Millionen registrierten Wählern gaben nur etwa 40% ihre Stimme ab.
Das oberste Gericht erklärte den Antrag, von neun Oppositionsparteien, auf Annullierung der vergangenen Parlamentswahl für zulässig. Der Antrag auf Wahlannullierung wird an das Obergericht zurückverwiesen und dieses muss darüber befinden, ob die Klage inhaltlich begründet ist.
Die katholische Frauenbewegung Namibias hat den Menschenhandel im südlichen Afrika sehr scharf verurteilt. Besonders zur Zeit der WM seien sehr viele Frauen als Prostituierte benutzt worden. Die NCWM fordert Familien auf, jede Verschwundene der Polizei zu melden. Die Regierung soll streng gegen Menschenhandel vorgehen.
Die San Leute in Namibia, ähnlich wie in Botswana, werden immer mehr eingeengt. Im Bwabwata National Park, wo sie jetzt leben, soll ein 10,000 ha Agrarprojekt entstehen. Die Bäume und Sträucher, die für Generationen ihr Überleben sicherten, werden verschwinden. Demeter International will im Oktober mit dem Pflügen beginnen. Die San Leute wehren sich, wohl ohne Erfolg, und Umweltexperten bedauern die Zerstörung eines bisher geschützten wertvollen Öko-systems.
Entlang einem 3 km langen Küstenstreifen in der Nähe einer Entsalzungsanlage ereignet sich ein Massensterben von Miesmuscheln und Meeresschnecken. Der französische Energiekonzern Areva, dem die Anlage zur Hälfte gehört, weist jede Schuld zurück. Zu keiner Zeit hätte es einen Rücklauf von Salzlauge ins Meer gegeben. Untersuchungen gehen weiter.
Wie erwartet, sind Pohamba und seine SWAPO Partei wieder an der Macht, der Präsident mit 76.4 % der Stimmen, die Partei mit 74%. Acht von den dreizehn Oppositionsparteien wollen das Resultat anfechten.
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