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18 Monate nach den Wahlen will das Parlament zum ersten Mal in Baidoa zu einer Sitzung zusammenkommen. Die Abgeordneten, zu denen auch die 'Warlords' gehören, konnten sich bisher nicht auf einen Standort des Parlaments einigen.   
Am Horn von Afrika droht nach Angaben der FAO mehr als elf Millionen Menschen eine Hungersnot. Besonders schlimm ist die Lage in Somalia, wo knapp zwei Millionen Menschen auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Im Süden des ostafrikanischen Landes wird ein großer Teil der Ernte ausfallen, weil die Regenzeit in den vergangenen Monaten ausgeblieben ist. Die anstehende Ernte wird schätzungsweise so schlecht sein wie seit rund zehn Jahren nicht mehr,
Zum zweiten Mal ist Premierminister Ali Mohammed Gedi einem Bombenanschlag entkommen, als er die Hauptstadt Mogadischu besuchte. 9 Personen seine Entourage kamen ums Leben. Die neue Regierung befindet sich aus Sicherheitsgründen immer noch in Jowhar, 90 km nördlich der Hauptstadt.
Bei einem Volksaufstand gegen die Vereinigung der Shariagerichte hat es nach Angaben der Exilregierung in Yowhar mindestens vier Tote gegeben. Der Dachverband der Shariagerichte, der versucht die Macht in der Hauptstadt von den Warlords zu übernehmen, hatte ein Studio, das indische Filme für Somalia synchronisiert, in Brand gesteckt, weil es die Filme für unmoralisch hielt.
Jedes Jahr riskieren Zehntausende von Somalis die gefährliche Überfahrt nach Jemen, um von dort nach Europa zu gelangen. Auf dem Weg zurück transportieren die Schiffe Waffen, um das UN-Embargo zu umgehen. Seit Jahresanfang wurden vor der somalischen Küste über zwei Duzend Schiffe von Piraten gekapert.
Bewaffnete Piraten kaperten ein weiteres Schiff, das Nahrungsmittel des Welternährungsprogramms (WFP) für Tsunami-Opfer nach Somalia bringen sollte.
Somaliland, das sich 1991 von Somalia abtrennte, hält seine ersten Wahlen ab. Erste Priorität aller Parteien ist die internationale Anerkennung des Landes.
Nach einem UN-Bericht sind etwa 54.000 Menschen vor allem auf der 650 km langen nord-östlichen Küstelinie von der Tsunami Flutwelle betroffen. Viele Ortschaften sind immer noch für die Hilfsorganisationen unzugänglich. Die Zahl der Todesopfer ist auf 300 gestiegen.
Die Afrikanische Union hat sich bereit erklärt, eine Friedensmission nach Somalia zu entsenden, um die Rückkehr der neuen Regierung nach Mogadischu zu ermöglichen. Die Regierung Kenia hatte den somalischen Präsidenten Abdullahi Yusuf aufgefordert, seine Regierung nach Somalia zu verlegen.
Premierminister Ali Mohammed Ghedi hat in Kenia ein neues Kabinett mit 89 Ministern und Stellvertretenden Ministern vorgestellt, darunter nur vier Frauen. Sein erster Kabinettsvorschlag wurde vom Parlament abgelehnt. In Mogadischu demonstrierten Tausende gegen einen Einsatz einer Friedenstruppe der Afrikanischen Union.
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