Die Milizen der Union of Islamic Courts (UIC) haben die Ortschaft Barhakaba, 60 km von Baidoa, eingenommen und scheinen sich auf den Sitz der Übergangsregierung zuzubewegen. Sie drohen Äthiopien, das nach Presseberichten Truppen nach Baidoa entsandt haben, mit 'Heiligem Krieg'.
Nach zwei Wochen schwerer Kämpfe kontrollieren die Kämpfer der Union of Islamic Courts (UIC) fast die ganze Hauptstadt und - nach UN-Schätzungen - 20% des Landes. Die Clan-Milizen übergaben den Hafen von Mogadischu, seit 15 Jahren wegen Clan-Rivalitäten nicht benutzt werden konnte, kampflos an die UIC. In Sudan sollen Verhandlungen mit der geschwächten Übergangsregierung in Kürze beginnen.
Die Allianz der Scharia-Gerichte, die Mogadiscio seit Anfang Juni grösstenteils kontrolliert, hat sich ein «Parlament» gegeben und einen von den USA gesuchten Terrorverdächtigen zu dessen Chef ernannt.
Unter Vermittlung der Arabischen Liga haben die somalische Übergangsregierung und die in den Kämpfen um die Hauptstadt Mogadischu siegreichen Islamisten ein Abkommen zur Beendigung der Kämpfe unterzeichnet. In der Vereinbarung sichern sich beide Seiten die gegenseitige Anerkennung zu.
Verhandlungen in Khartum zwischen den islamistischen Milizen und der somalischen Übergangsregierung, die von der arabischen Liga vorbereitet wurden, werden vor Beginn von gegenseitigen Anschuldigungen belastet. Der Regierung wird vorgeworfen, vom Erzfeind Äthiopien unterstützt zu werden, den Islamisten wird die Unterstützung durch radikale ausländische Fundamentalisten nachgesagt.
Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba begannen Beratungen über dasGesuch der Übergangsregierung, eine Friedenstruppe nach Somalia zu entsenden. Der Einsatz von ausländischen Truppen ist in Somalia unpopulär und wird von vielen Staaten skeptisch beurteilt. Die letzten Warlords sind auf Booten aus Mogadischu auf ein US-Kriegsschiff geflohen.
Der Anführer der islamidstischen Milizen, Scheich Scharif Scheich Ahmed, warf Äthiopien vor mit 300 Soldaten in Somalia einmarschiert zu sein. Die äthiopische Regierung warnte vor einem Einmarsch der Islamisten. Viele Bewohner der Ogaden-Region sind ethnische Somalier.
Nach der Eroberung Mogadischus stoßen die islamistischen Milizen ohne großen Widerstand in andere Teile des Landes vor. Den Anführern werden Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt, weshalb die USA die gegnerische Allianz der Warlords unterstützte.
Die ostafrikanischen Länder wollen gegen somalische Warlords Sanktionen wie Einreiseverbote und die Sperrung von Bankkonten verhängen. Auch eine Anklage vor dem Internationalen Gerichtshof wird erwogen. Nach der Niederlage der von den USA unterstützten Warlords versucht Washington mit einer neuen 'Kontaktgruppe zu Somalia' die Position der Übergangsregierung zu stärken. Die neue Führung in Mogadischu hat sich gegen den Einsatz ausländischer Friedenstruppen ausgesprochen.
Nach Berichten aus Mogadischu haben die islamischen Milizen, die fast die ganze Stadt kontrollieren, öffentliche Übertragungen der WM Spiele unterbunden. Es ist nicht klar, ob diese Maßnahmen gegen den Fußball oder gegen Filme gerichtet ist, die als verderblich für die Jugend angesehen werden.