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Ein UN-Bericht schätzt, dass etwa 27.000 somalische Kinder in den letzten drei Monaten verhungert sind. Die Menschen, die vor der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren geflohen waren, leiden seit Tagen unter extrem starken Regenfällen, befolgen aber trotz Hunger das Ramadan-Fasten. Kämpfe zwischen Shabaab-Milizen und Regierungs- und UN-Truppen in Mogadischu behindern die Arbeit der Hilfsorganisationen. Die Bundesmarine hat eine zweite Fregatte in die Region entsandt, die Hilfslieferungen schützen soll. Ein von der Afrikanischen Union für den 9. August einberufenes Gebertreffen ist um zwei Wochen verschoben worden.   
Einen Tag nach Einrichtung der Luftbrücke gibt es in Mogadischu heftige Kämpfe. Von der AU unterstützte Regierungstruppen haben eine Hochburg der Shabaab Islamisten angegriffen. Es ist noch nicht klar, ob sie die Rebellen vor Beginn des Ramadan zurücktreiben oder eine bessere Versorgung der hungernden Menschen in den Katastrophengebieten ermöglichen wollen.
Die von der UNO organisierte Luftbrücke stieß beim kenianischen Zoll auf Schwierigkeiten, während Helfer verzweifelt auf energiereiche Nahrung für verhungernde Kinder warteten. Für die nächsten Tage sind mehrere Hilfsflüge von Nairobi nach Somalia und Äthiopien geplant. Neben der Direkthilfe ist es zwingend notwendig, auch über Aufbauhilfen für die Landwirtschaft zu sprechen.
So lautet das Urteil eines britischen Staatssekretärs über die Reaktion mancher Länder auf die verheerende Katastrophe. Zum ersten Mal seit 1992 hat die UNO die kritische Lage in zwei somalischen Gebieten mit dem emotionalen Wort „Hungersnot“ bezeichnet. Laut UNICEF spricht man von Hungersnot, wenn über 30% der Menschen in einem Gebiet an akuter Mangelernährung leiden oder wenn von 10,000 Kindern täglich mehr als vier sterben. Ohne schnelle und massive Hilfe werden sich die Krisengebiete ausweiten.
Menschen, die vor der Dürre flüchteten, kamen in heftiges Unwetter. Kälte, Sturm und tagelanger peitschender Regen waren für manche schwangere Frauen und Kinder unter fünf, die von Unterernährung und Krankheit gezeichnet waren, zu viel.
Seit 2009 hat die al-Shabat Miliz jede ausländische Hilfe für die von ihr beherrschten Gebiete gesperrt. Angesichts der Hunger Katastrophe und der Massenflucht bitten sie um Nahrungsmittel. Ob Muslim oder nicht, alle dürfen helfen, solange sie keine Hintergedanken haben. Die EU-Kommission hat sofort 5,7 Millionen Euro bereitgestellt, hauptsächlich für das Dadaab- Auffanglager, das größte der Welt.
In nur zwei Wochen sind 20,000 weitere Flüchtlinge über die Grenze in das überfüllte Lager Dadaab in Kenia geflohen. Das Lager war für 90,000 Menschen errichtet, aber inzwischen suchen 360,000 dort Zuflucht. Nicht nur der dramatische Anstieg sondern auch der Zustand der Ankömmlinge sei schockierend, sagte ein UN Sprecher. Der langwierige Konflikt hat zu massiven Verschiebungen geführt. Neben den Hunderttausenden Flüchtlingen in der Region gibt es auch 1,46 Million Binnenvertriebene.
Abdullah Farmajo folgte dem Drängen seines Präsidenten, der nur so weitere Unterstützung der UNO Truppen behalten kann. Das Land sinkt tiefer ins Chaos. Zum ersten Mal wurden nun sechs Ausländer zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sie mit Millionen von Dollar Lösegeld für Piraten geschnappt wurden.
Der somalische Innenminister Hassan kam in seinem Haus in Mogadischu in einem Selbstmordattentat um, das von seiner eigenen Nichte, noch ein Teenager, ausgeführt wurde. Sie hatte sich der militanten Gruppe der Islamisten angeschlossen, die sich zu der Tat bekannte.
Nach einem kurzen Feuergefecht hat die indische Marine 61 Piraten von einem gekaperten Schiff im Arabischen Meer gefangen genommen. Indien hat schon mehrere erfolgreiche Rettungsaktionen durchgeführt. In den vergangenen Monaten haben Gewalt und Lösegeldforderungen zugenommen. Im Februar befanden sich 30 Schiffe und etwa 660 Geiseln in Piratenhand.
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