Simbabwe – Während das Land um das wirtschaftliche Überleben kämpft und Menschen vom Hungertod bedroht sind, zahlt die Regierung 155 000 US Dollar für 64 Justizperücken aus der britischen Kolonialzeit. "Die (koloniale) Tradition der Justizperücken wird in Simbabwe mit all ihren Kosten und Kontroversen fortgesetzt", obwohl sie nichts zur Qualität der Rechtsprechung beiträgt. In Südafrika wurden die kolonialen Überreste größtenteils abgeschafft, doch Kenia, Ghana und Malawi halten auch 50 Jahre nach Ende der britischen Herrschaft an den Perücken fest.
Tansania – In Tansania ist der Menschenhandel ein lukratives Geschäft. Je größer die Armut, umso mehr Kinder werden von zu Hause weggelockt. Die Dunkelziffer ist hoch. Ordensfrauen in Tansania arbeiten im Rahmen des internationalen Netzwerks „Talitha kum“, das vor genau zehn Jahren von der Generaloberinnenkonferenz UIGS in Rom gegen den Menschenhandel gegründet wurde. Weltweit bemühen sich über 2000 Schwestern in 77 Ländern, die Sklaverei zu beenden. Auch helfen sie den Opfern von Gewalt, Missbrauch, ritueller Verstümmelung und Organhandel. Effektiv bekämpfen könne man den Kinderhandel nur durch eine garantierte gediegene Bildung.
Uganda – Filda wurde als Kind von der LRA (Lord’s Resistance Army) entführt und hat unendlich viel Grausamkeit gesehen und erfahren. Sie war traumatisiert und suizidgefährdet, als sie von der Organisation „Comfort Dog Project“ mit einer verstoßenen Welpe zusammengebracht wurde. Das hat beiden das Leben gerettet. Filda und „Lok Oroma“ unterstützten sich gegenseitig im Heilungsprozess. Inzwischen helfen sie andern in einer ähnlichen Lage. Filda ist aktiv in dem Projekt, das streunende Tiere aufnimmt, sie zu Therapiehunden ausbildet und an Kriegsüberlebende weitergibt. Die Heilkraft der Hundebegleitung ist äußerst wertvoll in einem Land, in dem psychologische Einrichtungen überfordert und stigmatisiert sind. Amelia Martyn-Hemphill hat die Story im Film festgehalten.
Burkina Faso – Präsident Kaboré von Burkina Faso appellierte auf dem G7-Gipfel in Biarritz an die internationale Gemeinschaft, sich ernstlich zu bemühen, die Instabilität in Libyen zu beenden, um die Ausbreitung des Terrorismus in der Region zu stoppen. Auch sollten internationale Partner in die Entwicklung und in eine militärische Lösung investieren, um den Frieden in der Sahelzone zu sichern. Seit dem Sturz Gaddafis vor neun Jahren haben Dschihadisten und Milizen in der ganzen Sahelzone Waffen eingesetzt, die in Libyen geplündert wurden. Noch vorige Woche wurden in Burkina Faso 24 Soldaten bei einem Sturm auf ihre Basis getötet. 220.000 seiner Landleute sind auf der Flucht. Macron und Merkel stehen hinter der Sahel Initiative.
DR Kongo – Bei seiner Amtseinführung hatte sich Präsident Felix Tshisekedi bereit erklärt, mit seinem Vorgänger Joseph Kabila zusammenzuarbeiten. Die Wahl im Dezember 2018 war heftig umkämpft und das Ergebnis umstritten, aber sie ermöglichte den ersten friedlichen Machtwechsel seit der Unabhängigkeit des Landes von Belgien in 1960. In dem neuen Koalitionsvertrag teilen sich die beiden rivalisierenden Blöcke die Macht. Das Dekret ist unterzeichnet und das Parlament tritt am 7. September zu einer außerordentlichen Sitzung unter dem neuen Premier Sylvetre Ilunga zusammen, um die neue Regierung einzusetzen.
Sudan – Kurz nach dem Amtsantritt der mühsam geformten Übergangsregierung musste die neue Führung in der östlichen Provinz „Red Sea“ den Notstand erklären und den Gouverneur sowie den regionalen Sicherheitsrat entlassen. In der Haupt – und Hafenstadt Port Sudan waren bei ethnischen Auseinandersetzungen 16 Menschen getötet worden. Was die blutige Gewalt zwischen den Bani Amer und den Nuba Gruppen verursachte, ist noch nicht bekannt. Port Sudan ist das größte Handelszentrum des Landes und exportiert auch Öl aus Südsudan.
Senegal – Das größte Hospitalschiff der Welt ist in Dakar angekommen und bleibt für zehn Monate im Hafen der Hauptstadt verankert. Die Organisation „Mercy Ships“ will in der Zeit 1 500 kostenlose chirurgische Eingriffe in schiffseigenen OP Sälen anbieten und einheimisches Fachpersonal schulen. Auf dem Festland soll es eine Zahnklinik und in Hafennähe ein Patientenzentrum für Nachbehandlungen geben. Die großzügigen Spender und ehrenamtlich Arbeitenden an Bord werden ihr Bestes geben, um den Senegalesen Hoffnung und Heilung zu bringen und bleibende Hilfe zurückzulassen, wenn die „Africa Mercy“ im Juni 2020 weiterzieht.
Simbabwe – Die beliebte Samantha Kureya, unter dem Künstlername „Gonyeti“ bekannt, hatte eine Skizze über das Verbot von Protesten angefertigt, in denen sie Polizei und Regierung kritisierte. Gestern Abend wurde sie von Bewaffneten aus ihrem Haus geholt und geschlagen. Sie befindet sich in einer Polizeistation. Vor ihr wurden kürzlich bereits sechs Kritiker entführt. Komiker, die mit Gonyeti in der Comedy-Show „BustopTV“ auftreten, twitterten, dass die Behörden „das Lachen der Menschen nicht ersticken könnten“. Nach Harare wurden auch Proteste in Bulawayo und Gweru unterdrückt.
Nigeria – Als letztes Land auf dem Kontinent wurde jetzt Nigeria poliofrei erklärt und so die Krankheit als ausgerottet gesehen. Der letzte Poliofall wurde im August 2016 festgestellt. Die Präsenz von Boko Haram im Norden des Landes hatte den Kampf gegen den Virus erschwert. Hunderttausenden Freiwilligen ist es zu verdanken, dass 50 Mio. nigerianische Kinder unter 5 Jahren geimpft werden konnten. Mit dem Erfolg fließt auch das Geld für die Impfkampagnen nicht mehr. Trotzdem muss weitergeimpft werden, damit Polio nicht wiederkommt.
Sudan – Nach monatelangen Protesten haben Militär und Zivilisten sich auf eine gemeinsame Übergangsregierung geeinigt. Der „Souveräne Rat“, bestehend aus sechs Zivilisten und fünf Militär, soll den geschundenen Staat durch eine dreijährige Übergangszeit zu Wahlen und zu einer Zivilregierung führen. Der am 11. April gestürzte Staatschef al-Bashir steht diese Woche in Khartum vor Gericht. Er hatte während seiner Amtszeit Millionen von Saudi-Arabien erhalten; bei Durchsuchung seiner Residenz fanden Ermittler etwa 13 Mio. $ in drei verschiedenen Währungen.