Schlagwort: Südsudan

Tausende Menschen sind aus der südsudanesischen Stadt Akobo und den umliegenden Gebieten des Bundesstaates Jonglei geflohen.  Die Regierungstruppen (SSPDF) führen die „Operation Enduring Peace“ durch, um Gebiete der Opposition (SPLA-IO) im Bundesstaat Jonglei zurückzuerobern. Die jüngsten Kämpfe haben die UNO dazu veranlasst, vor einer möglichen Rückkehr zu einem ausgewachsenen Bürgerkrieg in der jüngsten Nation der Welt zu warnen. Die Auseinandersetzungen führen zu einer humanitären Katastrohe:  280.000 Menschen wurden vertrieben, ca. 10 Millionen der 14 Millionen Einwohner benötigen Nahrungsmittelhilfe. 

Die südsudanesische Armee (SSPDF) hatte am 6. März 2026 ein 72-stündiges Ultimatum zur Evakuierung der Stadt für Zivilisten, UN-Friedenstruppen und Hilfsorganisationen angeordnet, da sie einen Angriff auf die Opposition (SPLA-IO) planen. Akobo, das als sicherer Zufluchtsort galt und mehr als 82.000 Vertriebene beherbergte, ist eine der letzten Hochburgen der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Opposition (SPLM-IO), die dem inhaftierten ehemaligen Vizepräsidenten des Südsudans, Riek Machar, treu ergeben ist. Der Befehl ist eine Fortsetzung der Gegenoffensive der Regierung, die im Januar gestartet wurde und den Namen „Operation Enduring Peace” trägt.

Der Chef der südsudanesischen Streitkräfte hat den Soldaten sieben Tage Zeit gegeben, um den Aufstand im Osten, der eine potenzielle Bedrohung für die Hauptstadt Juba darstellt, „niederzuschlagen”. Vor kurzem hat die Sudanesische Volksbefreiungsarmee in Opposition (SPLA-IO) mehrere Gebiete im Bundesstaat Jonglei angegriffen und eingenommen. Die jüngsten Kämpfe bedrohen die Hauptstadt von Jonglei, Bor, die zwei Autostunden von Juba entfernt liegt. Die südsudanesische Armee wird von Soldaten aus Uganda unterstützt. Der Konflikt im Südsudan, dem jüngsten Staat der Welt, brach 2013, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit, aus, als Präsident Salva Kiir Machar vorwarf, einen Plan zu schmieden, um ihn zu stürzen. Ein Friedensabkommen aus dem Jahr 2018 beendete den Bürgerkrieg, in dem fast 400.000 Menschen ums Leben gekommen waren, aber es wurde nie richtig umgesetzt, und die Beziehungen zwischen Kiir und Machar sind angesichts ethnischer Spannungen und sporadischer Gewalt zunehmend angespannt.

Die ölreiche Region Kordofan im Sudan ist zu einer wichtigen Frontlinie im Krieg zwischen der Armee und rivalisierenden paramilitärischen Kräften geworden, da beide Seiten versuchen, in dem Konflikt, die Oberhand zu gewinnen. Angriffe, bei denen Anfang dieses Monats Hunderte von Zivilisten getötet wurden, haben die Aufmerksamkeit auf die Kämpfe in diesem Teil des Landes gelenkt. Die Armee kontrolliert weiterhin die Ölfelder in der Region, aber die RSF hatte gedroht, den Krieg auf das Ölfördergebiet Heglig in Süd-Kordofan nahe der Grenze zum Südsudan auszuweiten, falls die Luftangriffe nicht eingestellt würden.  Der Konflikt hat etwa 150.000 Menschen das Leben gekostet und etwa 12 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben – das entspricht in etwa der Bevölkerung Tunesiens oder Belgiens. Die Region ist auch für den Binnenstaat Südsudan von entscheidender Bedeutung, da dessen Öl über Pipelines in Kordofan transportiert wird, bevor es exportiert wird. Daher hat Südsudan ein großes Interesse an der Stabilität in Kordofan.

Die USA haben 8 Personen nach einem Rechtsstreit, bei dem sie mehrere Wochen lang nach Dschibuti umgeleitet wurden, in den Südsudan abgeschoben. Sie waren unter anderem wegen Mordes, sexueller Nötigung und Raubüberfällen verurteilt worden waren, hatten ihre Haftstrafen entweder bereits abgesessen oder standen kurz vor dem Ende ihrer Haftzeit. Nur einer der 8 ist aus dem Südsudan. Die übrigen sind Staatsangehörige von Myanmar, Kuba, Vietnam, Laos und Mexiko. US-Beamte erklärten, die meisten ihrer Heimatländer hätten sich geweigert, sie aufzunehmen. Die Trump-Administration arbeitet daran, ihre Abschiebungen auf Drittländer auszuweiten. Ruanda hat Gespräche bestätigt, und Benin, Angola, Äquatorialguinea, Eswatini und Moldawien wurden in Medienberichten als mögliche Empfängerländer genannt.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, dass die Trump-Regierung vorerst Einwanderer in Drittländer wie Libyen und den Südsudan abschieben darf – auch wenn sie nicht aus diesen Ländern stammen. Kritiker sagen, dass die Abschiebung von Menschen in instabile Länder wie Libyen und den Südsudan, in denen Folter, willkürliche Inhaftierung und Bürgerkrieg herrschen, sowohl gegen nationale als auch gegen internationale Gesetze verstößt. Trotzdem hat die Trump-Administration Berichten zufolge finanzielle Vereinbarungen mit diesen Ländern im Austausch für die Aufnahme von Abgeschobenen getroffen.

Die südsudanesische Armee erklärte, sie habe Nasir im Bundesstaat Upper Nile zurückerobert, die sie im März bei Zusammenstößen mit einer ethnischen Nuer-Miliz verloren hatte, die zur Verhaftung des Ersten Vizepräsidenten Riek Machar und einer sich zuspitzenden politischen Krise führten. Ugandas Präsident Yoweri Museveni besuchte Kiir Anfang des Monats, nachdem er seine Armee entsandt hatte, um die südsudanesische Hauptstadt Juba inmitten der zunehmenden politischen Spannungen zu sichern. Der ugandische Militärchef Muhoozi Kainerugaba, der auch Musevenis Sohn ist, behauptet, seine Truppen hätten seitdem 1 500 Kämpfer der Weißen Armee getötet, die im Bürgerkrieg an der Seite von Machars Truppen gekämpft hatte.

Außenministerin Annalena Baerbock teilte mit, dass Angesichts der Verschärfung der Gewalt im Südsudan, die deutsche Botschaft geschlossen wird. An der Grenze zu Äthiopien kämpft seit Wochen eine Miliz der Volksgruppe der Nuer, der auch Vizepräsident Machar angehört, gegen Regierungssoldaten. Nach UN-Angaben sind seit Februar mindestens 50.000 Menschen auf der Flucht. Die Armee wirft Machars Partei vor, den Konflikt anzuheizen. Machar beschuldigt wiederum Kiir, seine Anhänger entmachten zu wollen.

Im Südsudan bleiben alle Schulen für zwei Wochen geschlossen bleiben. Grund dafür ist die anhaltende extreme Hitzewelle es werden Temperaturen bis zu 42° erwartet. Öffentliche Einrichtungen werden in den nächsten zwei Wochen halbtags arbeiten. Dies ist das zweite Mal, dass das Land solche Maßnahmen ergreift. Im März letzten Jahres wurden die Schulen für einen ähnlichen Zeitraum geschlossen, als die Temperaturen über 40° stiegen. Der Südsudan ist eines der jüngsten Länder der Welt und durch die Auswirkungen der Klimakrise besonders gefährdet.

Die südsudanesischen Behörden haben den Zugang zu sozialen Medien für mindestens 30 Tage gesperrt, nachdem Videos, die die angebliche Ermordung südsudanesischer Staatsangehöriger im sudanesischen Bundesstaat El Gezira zeigen, zu Unruhen und tödlichen Racheakten geführt haben. Die Kunden der Mobilfunkbetreiber MTN South Sudan und Zain können für einen Zeitraum von maximal 90 Tagen nicht auf Facebook, TikTok und andere Plattformen zugreifen, teilten die Unternehmen mit.

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