Schlagwort: Südsudan

Der südsudanesische Präsident Salva Kiir und sein Vizepräsident Riek Machar haben sich darauf geeinigt, die Gespräche über die Zusammenführung ihrer rivalisierenden Streitkräfte unter einem gemeinsamen Kommando nach Wochen des eskalierenden Konflikts wieder aufzunehmen. Kiir und Machars Streitkräfte unterzeichneten 2018 ein Friedensabkommen, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg beendete. Die Umsetzung kam jedoch nur langsam voran, und die gegnerischen Kräfte sind häufig wegen Meinungsverschiedenheiten über die Aufteilung der Macht aneinandergeraten.

Der 44-jährige Italiener Christian Carlassare wurde kurz nach seiner Ernennung zum Bischof von Rumbek von Einbrechern viermal ins Bein geschossen. Sechs  Personen, darunter auch ein Mitglied des Klerus, stehen noch vor Gericht. Carlassare selbst hat sich nach mehreren Operationen bereit erklärt, in den Südsudan zurückzukehren. Nun fand die Bischofsweihe statt. Kardinal Gabriel Zubeir Wako, emeritierter Erzbischof von Khartum, leitete die Feierlichkeiten. Der Italiener ist der erste Europäer, der von einem afrikanischen Kardinal im Südsudan zum Bischof geweiht wurde.

Im Juli will Papst Franziskus 2 afrikanische Länder besuchen: DR Kongo und Südsudan. Beide stehen seit Jahren auf der Liste des Papstes, doch die politischen Zustände erlaubten bisher keine Reise. Im Kongo ermöglichte erst die Amtsübernahme von Felix Tshisekedi Verhandlungen mit dem Vatikan. Franziskus will die Hauptstadt Kinshasa und, mit dem Präsidenten, die im Osten gelegene Stadt Goma besuchen, wo seit Jahren ein blutiger Konflikt mit verschiedenen Milizen wütet. Der Besuch im Südsudan, wahrscheinlich zusammen mit dem anglikanischen Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, soll eine ökumenische Friedensreise sein. Schon in 2019 hatten die beiden Kirchenmänner Präsident Salva Kiir und seinen Rivalen Rick Machar zu Besinnungstagen in den Vatikan eingeladen. Beim Abschluss des Treffens kniete der Papst in einer „spektakulären Geste“ vor den Rivalen nieder, flehte sie an, ihrem Volk Frieden zu verschaffen und küsste ihnen die Füße.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben schwere Regenfälle und Sturzfluten 13 der 18 sudanesischen Bundesstaaten heimgesucht und mehr als 288 000 Einwohner und Flüchtlinge in Mitleidenschaft gezogen. Im benachbarten Südsudan hat die Flut rund 426.000 Menschen betroffen und vertrieben. Die Dorfbewohner sagen, dass sie solche Überschwemmungen seit 40 Jahren nicht mehr erlebt haben.

Die Hoffnungen waren groß, als 2011, nach jahrzehntelangem Krieg mit dem Norden, der Süden mit überwältigender Mehrheit für die Abspaltung stimmte und so der Südsudan zur jüngsten Nation der Welt wurde. Ehemalige Rebellenführer wurden Führer des Landes: Salva Kiir, erster Präsident, Riek Machar Stellvertreter. Viele Südsudanesen, die geflohen waren, kehrten zurück, während die internationale Gemeinschaft Millionen von Dollar in die Unterstützung der neuen Regierung steckte. Im Machtkampf (2013 – 2018) zwischen Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar verloren rund 400 000 Menschen ihr Leben, 3,9 Millionen Südsudanesen, wurden zu Flüchtlingen. 2018 wurde ein Einheitsvertrag für eine Koalitionsregierung geschlossen. Heute ist das ölreiche Land eines der ärmsten Länder der Welt, in dem 8 Mill. Menschen, 2/3 der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Emmanuel Taban war erst 17 Jahre alt, als er – bereits geprügelt, inhaftiert und angeschossen – seine Heimatstadt Juba im kriegszerrütteten Südsudan verließ. Heute ist er einer der berühmtesten Lungen Spezialisten in Afrika. Seit dem Ausbruch der Pandemie hat er in einer Johannesburger Klinik über 170 Covid19 Patienten vor dem Erstickungstod bewahrt. Er revolutionierte die  diagnostische Bronchoskopie für therapeutische Zwecke, riskant aber effektiv, wandte sie aber nur an, wo sonst nichts mehr half. In seiner Autobiografie „Der Junge, der niemals aufgab“ dankte ihr den katholischen Missionaren, die ihm zur ersten Bildung verhalfen und ihn auf seiner langen Flucht unterstützten, sowie den Deutschen, weil er dort einen Teil seiner medizinischen Ausbildung erhielt.  Den Rest seines Lebens will er medizinische Hilfe geben und am Weltfrieden mitwirken.

In Gumbo, im Südsudan, werden ökologische Häuser gebaut, indem Plastikflaschen in ökologische Ziegelsteine umgewandelt werden. Die gesamte Gemeinschaft beteiligt sich Plastikflaschen zu sammeln, sie mit Sand zu füllen und in Öko-Ziegel umzuwandeln. In der Zeit der Covid-19-Pandemie koordiniert Schwester Lourdes die Arbeiten zum Wiederaufbau der Toilettenanlagen der Gumbo-Schule mit Plastikflaschen, damit die Grundschüler und die Mädchen des Alphabetisierungsprogramms nach ihrer Rückkehr in die Schule saubere und hygienisch sichere Toiletten genießen können. Junge lokale Bauherren verwenden ökologische Ziegel beim Bau kleiner Gebäude, und Familien erfreuen sich an kühleren Konstruktionen, da der Sand die Wärme isoliert und gleichzeitig die Umwelt respektiert.

Kurz nach dem Start vom internationalen Flughafen Juba, stürzte das Flugzeug, das Geld für das Welternährungsprogramm der UNO transportierte – Gehälter für WFP-Mitarbeiter in Wau, ab. Acht der neun Menschen an Bord wurden getötet.  Der Verkehrsminister des Südsudan Madut Biar Yel sagte, 35.000 US Dollar seien bei dem Absturz zu Asche verbrannt.

Südsudan – Ethnische Konflikte sind die Hauptursache der Probleme des Landes. Auch die katholische Kirche bleibt davon nicht verschont. Papst Franziskus ernannte den Bischof von Torit, Stephen Ameyu, zum neuen Erzbischof von Juba. Ein Brief des lokalen Klerus nach Rom machte falsche Beschuldigungen gegen den neuen Bischof, der nicht der größten Ethnie der Bari angehört. Der Papst bekräftigte daraufhin die Ernennung und schickte einen Delegaten nach Juba, um die Einführung des neuen Bischofs vorzubereiten. Aus Protest verprügelten Jugendliche den Pfarrer der Kathedrale.

Südsudan – Papst Franziskus und der anglikanische Primas Justin Welby wollen gemeinsam in den Südsudan reisen. Zuvor müssten jedoch die Konfliktparteien eine Einheitsregierung aufstellen. Der Termin war für Anfang November geplant, musste aber wegen strittigen Punkten wieder um 100 Tage verschoben werden. Die beiden Kirchenmänner sind besorgt über die Lage der Christen weltweit, besonders über die Not der Menschen im Südsudan. Franziskus hat sich wiederholt um eine friedliche Lösung bemüht und hatte sogar die Rivalen Kiir und Machar in den Vatikan eingeladen, wo der damals 82-jährige Papst in einer spektakulären Geste sich hinkniete und den politischen Gegnern die Füße küsste.

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