Schlagwort: Südsudan

Südsudan – Nach langen Verhandlungen unterzeichnete Rebellenführer Riek Machar in Khartum ein Friedensabkommen, das die Bildung einer Übergangsregierung mit ihm als Vize-Präsidenten vorsieht. Der Sudan vermittelte zwischen den Konfliktparteien in dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg, der 4 Millionen Menschen in die Flucht getrieben hat. Ein ähnliches 2015 abgeschlossenes Abkommen scheiterte.

Südsudan – Nachdem das letzte Waffenstillstands-Abkommen wieder gescheitert ist, hat die südsudanesische Regierung vorgeschlagen, Kiirs Amtszeit offiziell um drei Jahre zu verlängern. Schon einmal, in 2015, wurde das Mandat verlängert, weil der Bürgerkrieg keine Wahl zuließ. Bis 2021 hätte Kiir 10 Jahre im Amt. Die Opposition verurteilt die Entscheidung. Die Kämpfe gehen trotz Feuerpause verbittert weiter.

Südsudan – Südsudans Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar haben bei ihren Gesprächen in Khartum einige Blockaden überwunden. Einzelheiten sollen heute bekannt gemacht werden. Die Gespräche kamen durch Vermittlung der Organisation IGAD zustande. Einige lokale Medien wollen wissen, dass die beiden Rivalen eine permanente Waffenruhe unterzeichnet hätten. Es war ihr erstes Treffen seit fast zwei Jahren.

Südsudan – Zum ersten Mal in zwei Jahren sollen sich Staatschef Kiir Salva und der unter Hausarrest in Südafrika lebende Rebellenführer Riek Machar auf Einladung des neuen äthiopischen Premiers Abiy Ahmed Ali am 20. Juni in Addis Abeba treffen. Beide haben ihre Bereitschaft erklärt. Der 5-jährige Bürgerkrieg mit 2 Mio. Binnenvertriebenen, 2.5 Mio. Flüchtlingen in 6 Nachbarländern, unvorstellbarem Hunger und fataler Unterfinanzierung humanitärer Hilfe, hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Man hofft, dass das von IGAD geplante Treffen zu echten Friedensgesprächen führt.

Südsudan – Gouverneur Majok Meen vom Gok Staat arbeitet an einem Plastiktisch, mit seinem Namen versehen, unter einem Baum. Seine Minister tun das Gleiche; dazu müssen diese noch weite Strecken zu Fuß zurücklegen, weil es an Fahrzeugen fehlt. Die Lage ist bedingt durch die Umstrukturierung des Landes in 2015, als Präsident Salva Kiir aus 10 Bundesstaaten 28 machte. So hatten viele Staaten nach der Trennung weder Ausrüstung noch Budget. Die Öffentlichkeit ist nun dabei, ein Gebäude für ihren Gouverneur zu errichten.

Südsudan – Durch Vermittlung von UNICEF wurden gestern 207 Kinder (112 Jungen und 95 Mädchen) in der Gegend von Yambio von ihrem Soldatendasein befreit. Im Februar waren schon 300 Jugendliche entlassen worden. Sie werden mit ziviler Kleidung ausgestattet, erhalten ärztliche und psychologische Betreuung, werden bei Schulung und Berufsausbildung unterstützt und gehen durch ein Reintegrationsprogramm. In den nächsten Monaten sollen bis zu tausend weitere befreit werden, aber noch immer werden, laut UNICEF Berichten, 19.000 von Rebellengruppen und Regierungseinheiten als Soldaten missbraucht. Viele müssen kämpfen, andere sind Lastenträger, Spione, Boten, Köche oder Sex-Sklavinnen, die meisten gezwungen.

Südsudan – Salva Kiir hat heute in drei Staaten eine sofortige Entwaffnung angeordnet. Neben dem fortdauernden Bürgerkrieg gab es in letzter Zeit viele bewaffnete Kämpfe, verursacht durch gewaltsame Viehdiebstähle, knappes Weideland und andere ethnische Konflikte, besonders im Bundesstaat Lakes, wo es 170 Tote gab. Die Armee soll den Ausnahmezustand für drei Monate rigoros durchsetzen. Wenn Zivilisten ihre Waffen nicht friedlich abgeben, sollten die Soldaten Gewalt anwenden. Die Beilegung dieser Konflikte bedeutet aber noch kein Ende des Bürgerkrieges.

Südsudan – Für Überwachungsdrohnen und – Kameras hat Präsident Kiir der israelischen Firma Global Millionen bezahlt. Er will die wachsende Kriminalität bekämpfen. Keiner solle „ungestraft davonkommen“. Doch die Menschen seines Landes leiden Hunger und Not und sind von Folter, Flucht und Tod bedroht. Die Bischöfe wünschten sich einen Besuch von Papst Franziskus, dem er aber im Moment nicht nachkommen kann; er schickte aber finanzielle Hilfe vom Vatikan.

Südsudan – Die UNO schätzt, dass im Bürgerkriegsland diese Zahl bis Jahresende noch auf 1.25 Mio. klettern könnte. Dazu kommen noch fast 5 Mio., die nicht genügend zu essen haben. 4 von 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Der UN-FAO Experte drängt auf eine schnelle Lösung des jahrelangen Konflikts, um eine noch größere Katastrophe zu vermeiden.

Südsudan – Frère Alois von Taizé, der gerade vom Südsudan zurückkehrte, berichtet von großer Not, von Angst und Unsicherheit, von Vertreibung und von bewundernswerter Humanität, besonders unter den Frauen. Gestützt von Ordensleuten können sie inmitten der gegenseitigen Kämpfe in Lagern Schutz suchen und ihren Kindern improvisierte Schulen anbieten. Neben ihren eigenen Kindern nehmen sie auch solche mit, die auf der Flucht von ihren Eltern getrennt wurden. Wie kritisch die Lage ist, zeigt die Episode der US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, die bei ihrem ersten Besuch im Land während einer gefährlichen Demonstration gegen Präsident Kiir aus einem Flüchtlingslager evakuiert werden und weiterreisen musste.

Länder