Schlagwort: Südsudan

Die lang erwarteten Wahlen wurden erneut um weitere zwei Jahre verschoben. Seitdem der Südsudan 2011 seine hart erkämpfte Unabhängigkeit vom Sudan erlangt hat, warten die Bürgerinnen und Bürger darauf, ihre Führer zu wählen, wobei der jüngste Staat der Welt immer noch von Gewalt und politischen Machtkämpfen geplagt wird. Zwar beendete ein Friedensabkommen vor sechs Jahren den Bürgerkrieg zwischen Präsident Salva Kiir und seinem erbitterten Rivalen, Vizepräsident Riek Machar, der von 2013 bis 2018 andauerte, doch haben die Fehden zwischen den beiden den Übergang, der den Weg für künftige Wahlen ebnen sollte, wiederholt verzögert. Es wurde „eine Verlängerung der Übergangsperiode des Landes um zwei Jahre sowie eine Verschiebung der Wahlen, die ursprünglich für Dezember 2024 geplant waren, auf den 22. Dezember 2026 angekündigt“, so Kiirs Büro.

Der Südsudan bereitet sich auf eine Hitzewelle vor, bei der Temperaturen von bis zu 45°C erwartet werden. Die Regierung wird ab dem 18. März alle Schulen wegen der „ernsthaften Gesundheitsgefährdung“ der Schüler schließen. Dürreperioden und zunehmend extreme Regenfälle verschärfen die ohnehin schon schwierigen Lebensbedingungen im Südsudan, der seit seiner Unabhängigkeit vom Sudan im Jahr 2011 von Gewalt und wirtschaftlicher Instabilität geplagt wird. Wissenschaftler sagen, dass wiederkehrende Hitzewellen ein klares Anzeichen für die globale Erwärmung sind und dass diese Hitzewellen häufiger, länger und intensiver werden dürften.

Die Behörden im südsudanesischen Bundesstaat Zentraläquatoria haben den Verkauf eines beliebten „Makuei Gin“ verboten, nachdem mehrere Menschen nach dem Konsum des lokalen Gins gestorben waren; er soll vor allem junge Menschen süchtig machen. Die anglikanische Kirche in Juba hat den Gouverneur dringend aufgefordert, für die Durchsetzung des Verbots zu sorgen. Der Gin wurde 2019 nach dem Informationsminister Michael Makuei benannt, der als der redseligste Minister im Südsudan gilt. Letztes Jahr forderte der Minister das Verbot des Gins und verlangte die Schließung der Fabrik, die ihn herstellt.

Seit Beginn der bewaffneten Konflikte im April sind 130.000 Menschen vom Sudan in den Südsudan geflohen, die meisten von ihnen Süd Sudanesen, die in ihr Heimatland zurückkehrten. 10.000 sind als Flüchtlinge registriert, darunter viele unbegleitete Kinder, Behinderte und Menschen mit ernsten medizinischen Bedürfnissen. Für den Südsudan, der seit der Unabhängigkeit in 2011 wegen Bürgerkrieg, Konflikten, Dürren und Überschwemmungen noch ums Überleben kämpft, ist dies eine ernste Belastung. Von den anderen Nachbarländern hat Ägypten 255.000 und der Tschad 120.000 sudanesische Kriegsflüchtlinge aufgenommen.

Papst Franziskus hat seine Reise in den Südsudan mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Frieden und Vergebung in dem vom Krieg zerrissenen Land beendet. Er forderte die Gläubigen – einschließlich des Präsidenten des Landes und seiner Gegner – auf, die „blinde Wut der Gewalt“ zurückzuweisen. Auch rief er  dazu auf, Stammesdenken, finanzielles Fehlverhalten und die für viele Probleme des Landes verantwortliche Korruption zu beenden, und riet den Teilnehmern, „gute menschliche Beziehungen aufzubauen, um die Korruption des Bösen, die Krankheit der Spaltung, den Schmutz der betrügerischen Geschäfte und die Plage der Ungerechtigkeit zu bekämpfen“.

Pünktlich zum Papstbesuch Anfang Februar soll die Straße zur Vatikanbotschaft in Juba asphaltiert werden, eine Sensation in einem Land, in dem von 20.000 Straßenkilometern nur 400 Kilometer geteert sind. Papst Franziskus will am 31. Januar nach Kinshasa, DR Kongo, reisen und von dort eine Ökumenische Friedenswallfahrt in den Südsudan machen, wo er sich mit Vertretern der anglikanischen und presbyterianischen Kirche – Erzbischof Welby von Canterbury und Moderator der Kirche Schottlands, Iain Greenshields – gemeinsam um den Frieden bemühen will. In beiden Ländern will sich Franziskus solidarisch mit den leidenden Menschen zeigen und im Südsudan die Friedensmission weiterführen, die im Vatikan anfing, als er den beiden Rivalen, Kiir und Machar, die Füße küßte und sie zum Friedensschluss aufforderte.

Für den schlimmen Zustand der Straßen hat sich der südsudanesische Straßenminister bei der Öffentlichkeit entschuldigt, nachdem eine Studie ergab, dass sie die „schlechtesten“ in der Region seien. Die Verkehrswege, schon vorher vernachlässigt, sind nach den jüngsten sintflutartigen Regenfällen durch Überschwemmungen und Schlamm unpassierbar geworden, besonders zwischen der Hauptstadt Juba und dem westäquatorialen Bundesstaat, wo über 1.500 Lastwagen mit Lebensmittelvorräten gestrandet sind. Der Minister Simon Minjok Minjak erklärte, dass Ingenieure an den Straßen arbeiten und sich die Lastwagen in wenigen Tagen wieder bewegen könnten.

Die Gesundheitsbehörden des Südsudan untersuchen Personen, um festzustellen, ob sie sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben. Die Verdachtsfälle wurden in 3 regionalen Bundesstaaten entdeckt, die an das benachbarte Uganda und die Demokratische Republik Kongo grenzen. Uganda hat derzeit mit einem Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers zu kämpfen. Bisher wurden 34 Fälle bestätigt und 9 Todesfälle verzeichnet.

Bischof Christian Carlassare (Comboni Missionar) hat die Umweltzerstörung als ein soziales Problem angeprangert, das das Leben vieler Menschen betrifft, „insbesondere der Ärmsten, deren Schrei von der Welt oft nicht gehört wird“. Aus diesem Grund kündigte er an, dass an katholischen Schulen künftig auch ein Unterricht zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ im Lichte der Enzyklika Laudato Si‘ eingeführt werden soll. Er wies auch darauf hin, dass das afrikanische Land mit zahlreichen Umweltproblemen konfrontiert sei, darunter Probleme im Zusammenhang mit der Ölförderung und der Ausbeutung anderer natürlicher Ressourcen.

Nach Angaben der südsudanesischen Behörden sind in den letzten 2 Wochen bei ethnischen Zusammenstößen im Süden des Landes mehr als 230 Menschen getötet worden. Die Kämpfe um Vieh und Weideflächen fanden seit Anfang des Monats im Bundesstaat Eastern Equatorial statt. Der Gouverneur des Bundesstaates verurteilte die Tötungen und forderte die Regierung auf, dringend Sicherheitskräfte in das Gebiet zu entsenden, um zur Wiederherstellung der Ruhe beizutragen. Die Vorfälle ereigneten sich anlässlich des 11-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeit des Südsudan. Die Vereinten Nationen haben davor gewarnt, dass das Land aufgrund der Kämpfe zwischen den Volksgruppen, die Millionen von Menschen vertrieben haben, Gefahr läuft, in einen Bürgerkrieg zurückzufallen.

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