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Südsudan – Die slowakische Ordensfrau Veronika T. Rachova, eine Ärztin, war Anfang der Woche mit einem Patienten unterwegs zum Krankenhaus in Yei, als sie von Schüssen getroffen wurde. Sie konnte noch nach Nairobi ausgeflogen werden, erlag aber ihren Verletzungen. Drei mutmaßliche Täter wurden festgenommen. Trotz Friedensabkommen und der letzten Monat gebildeten Regierung der nationalen Einheit gehen Kämpfe zwischen verschiedenen Milizen weiter; sie kümmern sich weder um Machar noch um Kiir.

Südsudan – Über eine Woche mussten sie im Käfig am Flughafen ausharren. Nun ist der Rebellenführer Riek Machar, als Teil des UN-vermittelten Friedensabkommens, gestern nach Juba zurückgekehrt und wurde gleich als Vizepräsident vereidigt. Er soll mit seinem ehemaligen Rivalen Kiir für 30 Monate eine Übergangsregierung anführen. Die Bischöfe Südsudans hatten zu einer landesweiten Gebetsaktion um Frieden aufgerufen, denn viele fürchteten sich vor Machars Rückkehr. Er selbst versprach, sich an das Friedensabkommen zu halten, um den „Prozess der Versöhnung und Heilung“ zügig zu beginnen.

Südsudan – Schon seit Montag wartet man in Juba auf die angesagte Rückkehr von Rebellenführer Riek Machar, damit er als Vizepräsident vereidigt werden könnte. „Logistische Gründe“ verzögern die Ankunft. Angebliche Streitobjekte sind die Anzahl der begleitenden Kämpfer und mitgeführte lasergeleitete Raketen und schwere Maschinengewehre. Vertrauen zwischen den Bürgerkriegsparteien ist nicht vorhanden, Die UNO und USA sind besorgt über das Friedensabkommen und alle befürchten das Neuaufflammen des Bürgerkrieges.

Südsudan – Der Vize-Rebellenführer Alfred Ladu Gore ist mit einer kleinen Gruppe als Vorschub in Juba eingetroffen. Sein Chef Riek Machar will am Montag in die Hauptstadt kommen, um den Posten des Vize-Präsidenten einzunehmen, denselben Posten den er inne hatte bevor im Dezember 2013 der Konflikt mit Salva Kiir ausbrach. Der Bürgerkrieg kostete tausende Menschenleben und verursachte unsagbares Leid für Millionen. Um Machars Sicherheit zu garantieren, wurden letzte Woche bereits 1,300 seiner Rebellenkämpfer nach Juba eingeflogen.

Südsudan – Kämpfer haben die Freiheit, sich ihre Bezahlung selbst zu holen, in Form von Vergewaltigung, Rinderdiebstahl, Raub oder Entführung von Frauen und Mädchen. Vermutliche Sympathisanten der Opposition können willkürlich verbrannt, erstickt, erhängt und zerstückelt werden. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte bezeichnet die Situation als eine der furchtbarsten Menschenrechtslagen in der Welt.

Südsudan – Das von Krieg zerrüttete Land wurde gestern bei dem Treffen in Arusha als sechstes Mitglied in die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) aufgenommen. Zu den ursprünglichen Ländern: Kenia, Tansania und Uganda kamen später Ruanda und Burundi dazu. Ziel der Gemeinschaft ist die Festigung der wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Zusammenarbeit im Hinblick auf eine gemeinsame Währung und langfristig eine Föderation. Die Mitgliedstaaten bemühen sich zurzeit, Konflikte in Südsudan und Burundi zu lösen. Den Anspruch Burundis, den diesjährigen Vorsitz zu führen, haben sie abgewiesen.

Südsudan – Nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) kamen 18 Zivilisten um, auch zwei ihrer Mitarbeiter. Die Kampfparteien müssten die Zufluchtsstätten unbedingt schützen. Etwa 47,500 Menschen leben in dem Lager nahe Malakal. Im Krankenhaus hatten 600 meist Frauen und Kinder Schutz gesucht. Die Kriegsparteien haben seit Anfang der Kämpfe bereits acht Feuerpausen vereinbart – und alle gebrochen.

Südsudan – Als Teil des Friedensabkommens hat Präsident Kiir heute seinen erbitterten Gegner und früheren Vizepräsident Machar offiziell wiederernannt. Die Entlassung des letzteren vor knapp drei Jahren hat zu dem blutigen Bürgerkrieg geführt, der Tausende Opfer forderte und über 2 Mio. Menschen entwurzelte. Machar, im Moment außer Landes, begrüßte die Entscheidung, wird aber erst nach Juba zurückkehren, wenn die nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen sind.

Südsudan – Laut einem gestern beim AU Gipfel veröffentlichen Bericht der Monitoring-Kommission haben Soldaten im Unity State die Menschen bei einer sengenden Hitze von 40°C in einen Schiffscontainer gepfercht und ersticken lassen. Metall Container werden häufig als provisorische Gefängnisse gebraucht. Die Kritik wird immer lauter, dass trotz eines im August unterzeichneten Friedensabkommens solche Gräueltaten passieren, und Menschen verhungern, während Millionen Dollar in Waffenkäufe für den Machtkampf zwischen Kiir und Machar gehen.

Südsudan – Laut UNICEF Berichten geht 51% aller Kinder zwischen 6 und 15 Jahren (1,8 Mio.) nicht in die Schule, weltweit der höchste Prozentsatz. Die Lage war schon vorher prekär, aber seit Ausbruch des Bürgerkrieges wurden 800 Schulen zerstört. Nur ein Zehntel der südsudanesischen Schüler schaffen den Abschluss einer Volksschulbildung wegen Mangel an Lehrer und Einrichtungen. Der im August unterzeichnete Friedensplan hat die Lage keineswegs verbessert.

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