Schlagwort: Südsudan

Südsudan – Die Diözesen Malakal, Torit, Rumbek und Wau warten seit bis zu acht Jahren auf einen neuen Bischof. Nun hat der Apostolische Nuntius in Kenia versprochen, die Ernennungen voranbringen. Die Bürgerkriegssituation und fehlende Infrastruktur erschwert Prozesse im Land und vereitelt auch den Wunsch des Papstes, das gequälte Land zu besuchen.

Südsudan – Die südsudanesische Regierrung plant, im Mai 2018 Wahlen abzuhalten. Diese waren angesagt, als in 2015 ein Friedensplan in Aussicht war, aber dann flammte der Bürgerkrieg wieder auf. Bis jetzt sind, laut aller regionalen und internationalen Akteure, keine Voraussetzungen für eine Wahl gegeben. Ein Viertel der Bevölkerung ist vertrieben worden oder geflohen. Die Zahl der Toten in dem Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem früheren Vize Machar wird auf zwischen 50.000 und 300.000 geschätzt. Jetzt hat Präsident Kiir allen Rebellen Amnestie angeboten, wenn sie nach Hause kommen und am Frieden arbeiten, doch bisher hat sich keiner gemeldet.

Südsudan – Im freudigen Aufbruch nach der Unabhängigkeit des jüngsten Landes, brauchte die Hauptstadt Juba eine neue Brücke über den Weißen Nil; die alte klapprige konnte die benötigten massiven Importe von Mombasa nicht schaffen. Japan begann mit dem Bau. Dann kam der Bürgerkrieg, und die halbe Brücke steht heute als Mahnung, wie der ethnische Streit jeglichen Versuch, eine Nation aufzubauen, erdrosselt hat. Trotz internationaler Hilfe und Appelle und den dramatischen Worten des neuesten Hirtenbriefs gehen Morde, Entführungen, Plünderungen und Vertreibungen weiter.

Südsudan – Die Kathedrale von Wau, der zweitgrößten Stadt des Landes, beherbergt 10.000 Flüchtlinge. Im UN-Lager in der Stadt leben weitere 40.000. Im April und wieder im Juni richtete die Armee ein Blutbad in der Stadt an, dem über 400 Menschen zum Opfer fielen, darunter auch drei Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (WFP). Das größte Problem ist seitdem die Nahrungsmittelversorgung.

Südsudan – 54 israelische Bürger haben eine Petition eingereicht, um die Umstände einer Lieferung von Galil ACE Gewehr an eine der Regierung nahestehende Miliz zu klären. Die israelische Regierung wies die Petiton zurück. Israels Waffenlieferungen nach Afrika sind in den letzten Jahren von 71 auf 318 Millionen Dollar angestiegen.

Südsudan – Regierungstruppen haben den wichtigsten Stützpunkt der Rebellen unter Riek Machar in Pagak an der Grenze zu Äthiopien erobert. Nach heftiger Bombardierung mussten die Rebellen ihr Quartier schon Sonntagnacht aufgeben. Die Zahl der Toten ist nicht bekannt. Seit 2013 wütet der Bürgerkrieg zwischen Präsident Kiir vom Volk der Dinka und Machar von der Nuer Ethnie. Tausende kamen um; Millionen mussten fliehen, die Hälfte der Bevölkerung leidet Hunger und noch ist kein Ende in Sicht.

Südsudan – Salva Kiir hat für verschiedene Regionen im Nordwesten für drei Monate den Notstand erklärt. Kein Grund wurde angegeben. Spannungen zwischen den beiden Parteien bleiben unverändert, nur dass die Kämpfe zeitweise eskalieren.

Südsudan – Der südsudanesische Kirchenrat (SSC) hat die politischen Führer des Landes vehement kritisiert, weil sie persönliche Interesen über das Wohl des Volkes stellen. Die Probleme seien menschengemacht, das Resultat von Misswirtschaft, Korruption, Hass, Gier und Machtstreben. Persönliche Berichte südsudanesischer Flüchtlinge haben die Kirchenführer bei ihrem Treffen in Addis Abeba erschüttert. Sie müssen sich der Leiden der ihnen anvertrauten Menschen annehmen. Zum Jahrestag der Unabhängigkeit, 9. Juli, verlangte auch der Präsident der kath. Bischofskonferenz , Bischof Kussala, von allen ethnischen Gruppen eine totale Waffenniederlegung.

Südsudan – Der emeritierte Bischof Paride Taban wurde mit dem Hubert Walter Preis für Versöhnung und Interreligiöser Kooperation des Erzbischofs von Canterbury ausgezeichnet. Er war Mitbegründer des Neuen Sudan Kirchenrats, der wesentlich zur Befreiung und zum Friedensvertrag mit dem Norden beigetragen hat. 2014 konnte Paride eine Rebellion durch Mediation friedlich beenden. In dem von ihm gegründeten Friedensdorf in Kuron arbeiten Menschen verschiedener Ethnien in Landwirtschafts- und Bildungsprojekten friedlich zusammen.

Südsudan – Sie wurde am Sonntag von Präsident Kiir ausgerufen und soll sofort in Kraft treten, um eine Dialogbasis mit den Rebellen zu schaffen und den Hilfsorganisationen sicheren Zugang zu allen Bedürftigen und Hungernden zu ermöglichen. Seinen Gegner Machar schließt er von den Plänen aus. UN-Ermittler sehen die Brutalitäten, die regierungstreue Kämpfer an Zivilisten verübten, besonders letzt in der Stadt Yei, als schwerwiegende Kriegsverbrechen, die auch eine ethnische Dimension aufweisen.

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