Schlagwort: Kamerun

Verschleppungen, willkürliche Inhaftierungen und unmenschliche Haftbedingungen gehören zu den schwerwiegenden Missständen, die Erzbischof Samuel Kleda von Douala in einem Hirtenbrief über die Haftbedingungen anprangert. „Der Brief zielt darauf ab, die unerträgliche Praxis von Entführungen und Einzelhaft, die erniedrigenden und missbräuchlichen Bedingungen in Polizeistationen und Gendarmerieposten, die Realität des Strafvollzugssystems, die Korruption, die das gesamte Justizsystem plagt, sowie die häufigen Verstöße gegen Strafverfahren aufzudecken“, erklärt der Erzbischof. Er beschreibt dies als „eine gravierende Situation, die einen Umdenkprozess bei uns allen sowie eine Umgestaltung unserer Institutionen erfordert. „Die Art und Weise, wie wir mit Gefangenen umgehen, ist ein Maßstab für unsere Beziehung zu Gott. Ihr Leiden zu ignorieren bedeutet, Christus zu ignorieren. Uns dafür einzusetzen, ihr Leiden zu lindern und Gerechtigkeit wiederherzustellen, bedeutet, Christus zu dienen.“

Die Regierung hat beschlossen, mehrere Schiffe, die mit der „Schattenflotte“ in Verbindung stehen, aus dem Register zu streichen und Sanktionen gegen sie zu verhängen. Diese „Schattenflotte“ ermöglicht es Russland, internationale Sanktionen insbesondere im Öl- und Getreidehandel zu umgehen. Diese Entscheidung ist Teil umfassenderer Reformen der maritimen Governance, die als Reaktion auf den Druck der Europäischen Union (EU) eingeleitet wurden. Kamerun gilt seit langem als „Billigflagge“ und zieht risikoreiche Betreiber an, wie beispielsweise solche, die am Schmuggel von iranischem und venezolanischem Öl beteiligt sind. Seit Dezember 2025 wurden 100 Schiffe mit der russischen Schattenflotte in Verbindung gebracht, womit Kamerun neben Russland und Sierra Leone zu den drei Ländern mit den meisten Verbindungen zu diesem Netzwerk zählt. Reformen der Schiffsregistrierung allein werden jedoch nicht ausreichen, um Netzwerke vollständig daran zu hindern, das kamerunische Register zu nutzen, um außerhalb der Normen der internationalen maritimen Governance zu operieren.

Ein Bericht der Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft (EITI) enthüllte, dass Kamerun offiziell die Förderung von 953 kg Gold angab, jedoch nur einen Export von 22,3 kg verzeichnete. Eine eingeleitete Untersuchung stellte fest, dass in den Regionen Ost und Adamawa etwa 200 illegale Unternehmen tätig sind. Mehr als 95 % davon sind ausländische Firmen. Viele der Unternehmen werden von chinesischen Staatsangehörigen geführt. Die Behörden haben die Firmen aufgefordert, „die Bergbauaktivitäten unverzüglich einzustellen“, erwähnten jedoch keine möglichen Sanktionen oder rechtlichen Schritte. Korruption und der Einfluss mächtiger Eliten schränken die Durchsetzung ein.

Die Anti-Korruptionskonferenz des Commonwealth legt eine Vision für den KI-gestützten Kampf gegen Korruption in Afrika vor. In Yaoundé versammelten sich Vertreter aus 20 afrikanischen Staaten sowie über 200 internationale Expertenmit dem Ziel moderne Oversight-Mechanismen zu etablieren, um Haushaltsunregelmäßigkeiten, Unterschlagung und mangelnde Transparenz in öffentlichen Verwaltungen zu bekämpfen. Nigeria präsentierte seine Technologie-Initiative CEPTI (Constituency and Executive Projects Tracking Initiative) Das System nutzt Geospatial-Mapping und Datenanalysen zur Echtzeitüberwachung staatlich finanzierter Projekte. Seit dem Start der Initiative wurden Projekte im Wert von 22,9 Billionen Naira überwacht, über 4,9 Milliarden Naira direkt aus mangelhaften Verträgen zurückgewonnen und Einsparungen von 91,4 Milliarden Naira durch das Verhindern künstlich aufgeblähter Budgets erzielt.

Der 1 Million Dollar Milken-Motsepe-Preis für KI und Fertigung ging an das Unternehmen BleagLee. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Edea, einer Stadt in der Küstenregion von Kamerun, wird die Abfallwirtschaft optimiert und nachhaltige Praktiken gefördert.  Eine patentierte KI-basierte Software hilft die Müllansammlungen in Gemeinden aufzuspüren und einzusammeln. BleagLee verarbeitet Kunststoff-, Landwirtschafts- und Elektroschrott zu hochwertigen Industrieprodukten wie recycelten Polymeren, Filamenten für den 3D-Druck und biobasierten Kohlenstoffmaterialien. Das in Tansania ansässige Unternehmen Freshpack Technologies wurde für seine KI-gestützte Kühlhauslösung zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung in Afrika, mit dem mit 250.000 Dollar dotierten, zweiten Preis ausgezeichnet. Der im Mai 2025 ins Leben gerufene „AI and Manufacturing“-Preis hat mehr als 2.000 Unternehmer aus 100 Ländern auf fünf Kontinenten dazu bewegt, sich zu bewerben.

Nachdem er von jubelnden Menschenmengen begrüßt worden war, richtete Papst Leo XIV. seine erste Ansprache in ungewöhnlich direktem Ton an die Amtsträger. Er forderte die kamerunischen Machthaber auf, ihr „Gewissen“ zu prüfen und „die Ketten der Korruption“ zu sprengen. „Sicherheit hat Priorität, muss aber stets unter Achtung der Menschenrechte ausgeübt werden,… Die öffentlichen Autoritäten sind dazu berufen, als Brücken zu dienen, niemals als Quellen der Spaltung, selbst wenn Unsicherheit vorherrschend zu sein scheint“, sagte der Papst in Anwesenheit von Biya; dessen Behörden hart gegen Proteste vorgingen, die durch seine umstrittene Wiederwahl für eine achte Amtszeit im Oktober ausgelöst worden waren. Zu seinen Zuhörern gehörte der 93-jährige Präsident Paul Biya, der das zentralafrikanische Land seit 1982 mit eiserner Hand regiert. Papst Leo XIV. forderte zudem ein Ende des Separatistenkonflikts im englischsprachigen Nordwesten, dass er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen besucht.

Englischsprachige Separatisten in Kamerun haben im Vorfeld des Besuchs von Papst Leo XIV. in der von Konflikten heimgesuchten Region in dieser Woche eine Phase „sicherer Durchreise“ angekündigt und die Kämpfe eingestellt. Führer mehrerer bewaffneter und separatistischer Gruppen erklärten, die dreitägige Maßnahme sei eine Anerkennung der „tiefgreifenden spirituellen Bedeutung“ des Papstbesuchs, der am Mittwoch beginnt, sowie der Notwendigkeit, das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen. Fast ein Jahrzehnt der Gewalt in den englischsprachigen Regionen hat mindestens 6.000 Tote gefordert und viele weitere Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

Die russischen Behörden haben den Tod von 16 Kamerunern bestätigt, die auf Seiten der Ukraine kämpften. In einer diplomatischen Note bezeichnete Kamerun die Verstorbenen als „militärische Auftragnehmer kamerunischer Staatsangehörigkeit“, die in einer Zone für spezielle Militäroperationen tätig waren – ein Begriff, den Russland zur Beschreibung des Krieges in der Ukraine verwendet. Kamerun hat erklärt, dass es offiziell keine Truppen im Ausland außerhalb internationaler oder regionaler Mandate einsetzt, und hat seine Bürger davor gewarnt, sich an ausländischen Konflikten zu beteiligen.

Die britische Regierung wird ab diesem Monat keine Studienvisa mehr an Personen aus Afghanistan, Kamerun, Myanmar und dem Sudan ausstellen, wie Innenministerin Shabana Mahmood mitteilte. Außerdem werden keine Arbeitsvisa für Fachkräfte aus Afghanistan mehr ausgestellt. Das Innenministerium begründete diese Maßnahme mit dem angeblich weit verbreiteten Missbrauch von Visa.  95 % der afghanischen Staatsbürger stellten nach dem Studienvisa einen Asylantrag. Die Anträge von Studierenden aus Kamerun und dem Sudan haben sich mehr als vervierfacht.

Die Trump-Regierung hat heimlich neun Personen nach Kamerun abgeschoben, obwohl viele von ihnen vor US-Gerichten Schutz vor solchen Maßnahmen genießen und keiner von ihnen aus diesem afrikanischen Land stammt. Unter ihnen Personen aus Simbabwe und Ghana. Mehrere der Männer und Frauen, die am 14. Januar mit einem Flug aus Alexandria, Louisiana, nach Kamerun gebracht wurden, kannten ihr Ziel nicht, bis sie in einen Flug des Heimatschutzministeriums gesetzt und mit Handschellen und Ketten gefesselt wurden. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat keine Vereinbarung bekannt gegeben, in der Kamerun sich bereit erklärt hätte, Deportierte aus anderen Ländern aufzunehmen. Die Gruppe wird in einem staatlichen Komplex in Yaoundé festgehalten. Die örtlichen Behörden verweigern ihnen die Ausreise, sofern sie nicht einer Rückkehr in ihre ursprünglichen Heimatländer zustimmen.

Länder