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Kamerun – Am Wochenende wurden 166 Kinder und einige Lehrer durch Bewaffnete von einer kath. Schule in Kumbo entführt. Durch Vermittlung der Schulbehörden wurden die Kinder freigelassen, doch die Schule geschlossen. Kürzlich wurde dort auch ein Krankenhaus angezündet. Seit Monaten verunsichern Militär und „Ambazonier“, die Freiheitskämpfer, die sich vom französischen Teil trennen wollen, das Land im Nordwesten und verüben Gräueltaten, die nicht klar zugeordnet werden können. Immer mehr Menschen verlassen die gefährliche Gegend. Langzeit-Präsident Biya regiert mit harter Hand. Den Oppositionsführer Maurice Kamto hat er einsperren lassen.

Kamerun – Der junge kenianische Priester, Pater Cosmas Ombato Ondari, Mitglied der Mill-Hill Missionare, arbeitete seit seiner Priesterweihe letztes Jahr in der kamerunischen Stadt Kembong. Er wurde nach dem Gottesdienst von vorbeirasenden Soldaten erschossen. P. Cosmas hat sich besonders der Gläubigen angenommen, die durch den Konflikt zwischen Separatisten und Sicherheitskräften im englischsprachigen Südwesten aus ihren Heimatdörfern vertrieben wurden. Er ist schon das 4. Opfer des Klerus seit Juni 2017, als der Bischof von Bafia tot aufgefunden wurde.

Kamerun – Nur zwei Tage waren die 79 Schüler in den Händen der vermutlich englischsprachigen Separatisten. Inzwischen sind auch der Schuldirektor und Angestellte der presbyterianischen Schule wieder frei. Die Entführung scheint Teil einer Strategie zu sein, in dem Landesteil, das sich „Ambazonia“ nennt, noch mehr Chaos zu schaffen.

Kamerun – Nur zwei Wochen nachdem er in die gefährliche Region gezogen war, wurde Charles Wesco vor Frau und Sohn erschossen. Er war mit noch einem andern Missionar auf dem Weg nach Bamenda, als ihr Auto ins Kreuzfeuer zwischen Sicherheitskräften und Separatisten geriet. Jahrelang hatte die Familie gespart, bevor die US Baptisten Kirche sie nach Kamerun aussandte.

Kamerun – Der kamerunischen Dozentin Olivette Otele wurde von der Bath Spa Universität die Professur für Kolonial – und Postkolonialgeschichte verliehen. Ihr Doktorat hatte sie an der Sorbonne in Paris gemacht. Otele hofft, dass noch vielen strebsamen Frauen ihrer Hautfarbe sich diese Tür öffnet. Auf die Frage, welches die wichtigste Lektion sei, die Geschichte sie lehrte, kam die Antwort „Güte“. Wir verdanken alles unsern Vorfahren, die Raum, Ressourcen und Geschichten mit uns geteilt haben.

Kamerun – Nach 36 Jahren an der Macht kann der 85-jährige Paul Biya mit 71% der Stimmen weitermachen. Die Wahl war überschattet von militärischer Gewalt, Manipulation und Boykott, besonders in den anglophonen Gebieten. Dort wurden Schulen überfallen, Kinder entführt, Personal gefoltert und ermordet und Häuser angezündet. Ein Priesteranwärter wurde unweit von Bamenda nach dem Gottesdienst vor seiner Kirche von Soldaten erschossen. Biya lehnt jeden Dialog ab; er will den Konflikt mit Waffen lösen.

Kamerun – Im anglophonen Gebiet kam es zu Schusswechsel zwischen Separatisten und Polizei und zu verminderter Wahlbeteiligung. Die Aufständischen sperrten auch den Transport der Wahlurnen. Obwohl offizielle Ergebnisse noch ausstehen, hat sich der Oppositionskandidat Maurice Kamto zum Wahlsieger erklärt. Er habe „ein klares Mandat“ des Volkes erhalten. Wenn in zwei Wochen die offiziellen Ergebnisse verkündet werden, erwartet man, dass der „autoritäre Langzeitherrscher und politische Überlebenskünstler“, der 85jährige Paul Biya, als Wahlsieger erklärt wird. Die Wahl sei eine Farce; Biya besitze einen Wahlfälschungsapparat, sagen seine Kritiker.

Kamerun – Präsident Paul Biya will mit 85 Jahren im Oktober für eine weitere Amtszeit gewählt werden. Mit 36 Jahren als Präsident ist er das am längsten regierende Staatsoberhaupt Afrikas. Faire und freie Wahlen sind unwahrscheinlich und dürften in den englisch-sprechenden Regionen kaum durchzuführen sein. Dort herrschen seit zwei Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände.

Kamerun – In der nordwestlichen anglophonen Unruhe Region sind Bewaffnete in ein Gefängnis eingedrungen, haben Türen aufgebrochen, um sich geschossen und Feuer gelegt. So konnten die meist politisch Inhaftierten entkommen. Die Sicherheitslage wird immer ernster. Unbeachtet vom Rest der Welt bahnt sich ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den englisch geprägten Separatisten und den Sicherheitskräften an. Es gibt 180.000 Binnenflüchtlinge; 21.000 leben unter ärmlichsten Bedingungen im Nachbarland Nigeria; und der unbeugsame Langzeitherrscher Paul Biya will im Oktober eine weitere Amtszeit.

Kamerun – Der Konflikt zwischen der frankophonen Mehrheit und der anglophonen Minderheit spitzt sich zu. Berichte von brennenden Dörfern, grausamen Morden und fliehenden Menschen mehren sich. Ganze Gegenden sind verwaist; die Felder stehen leer und die Fabriken schließen. Es soll 160.000 Binnenflüchtlinge geben; weitere 30.000 seien ins Nachbarland Nigeria geflohen. Nun hat die Regierung in Yaoundé ein Entwicklungsprogramm mit mehreren Millionen für den englischsprachigen Raum beschlossen, um die Region wieder funktionsfähig zu machen und Frieden zu bringen.

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