Schlagwort: Kamerun

Kameruner, die in den Vereinigten Staaten leben, erhalten aufgrund des anhaltenden Konflikts zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Separatisten in dem westafrikanischen Land eine Arbeitserlaubnis und eine vorübergehende Befreiung von der drohenden Abschiebung. Nach Angaben des Catholic Legal Immigration Network könnten rund 39.000 Kameruner in den USA von der angekündigten Initiative profitieren. Seit seinem Amtsantritt im Januar letzten Jahres hat US-Präsident Joe Biden das Programm „Temporary Protected Status“ (Vorübergehender Schutzstatus) genutzt, um einigen Einwanderern, die aufgrund außergewöhnlicher Umstände wie gewaltsamer Konflikte oder Naturkatastrophen nicht sicher nach Hause zurückkehren können, die Möglichkeit zu geben, legal in den USA zu bleiben und zu arbeiten.

Die katholische Kirche in Kamerun erhofft sich vom Africa-Cup einen wichtigen Impuls für die Konfliktlösung im Land. Die katholischen Bischöfe erklärten, dass das Fußballturnier „der Beginn eines neuen Kamerun sein könnte, das an Frieden, Einheit und Brüderlichkeit glaubt“. Zum Start des Turniers gab es ein interreligiöses Gebet mit katholischen, protestantischen und muslimischen Geistlichen. Kamerun wird aktuell von zwei Krisen dominiert: zum einen dem Konflikt zwischen Regierung und englischsprachiger Minderheit im Südwesten; zum anderen der Bedrohung durch die islamistische Terrormiliz Boko Haram im Norden des Landes.

Kamerun hat seine Streitkräfte eingesetzt, um Ranger bei der Bekämpfung von Wilderern an der Ostgrenze zur Zentralafrikanischen Republik zu unterstützen. Nach Angaben der Wildtierbehörde nimmt die Wilderei wieder zu, nachdem die Zahl der getöteten Tiere aufgrund von Pandemiebeschränkungen zurückgegangen war. Allein in der letzten Woche sollen Wilderer mindestens acht Elefanten entlang der Grenze getötet haben. Der Lobeke-Nationalpark in Kamerun umfasst eine Fläche von 217.854 Hektar. Der „World Wide Fund for Nature“ berichtet, dass die Elefantenpopulation im Park von 4.200 im Jahr 2015 auf 3.500 im Jahr 2018 zurückgegangen ist. Der WWF führt den Rückgang auf die Wilderei für den Elfenbeinhandel zurück.

Unter den 4 Preisträgern des alternativen Nobelpreises der Right Livelihood Stiftung ist Marthe Wandou aus Kamerun. Ole von Uexküll, Vorsitzender der Stiftung, lobt sie als ein „ein Modell von globaler Bedeutung“, weil sie es trotz der terroristischen Aktivitäten, trotz der endemischen Gewalt gegen Mädchen schafft, Kinder besser zu schützen. Seit 30 Jahren setzt sie sich für die Rechte von Kindern, insbesondere von Mädchen im Norden Kameruns ein. Sie bekämpft sexualisierte Gewalt, fördert Bildungsangebote und bindet Gemeinden und Eltern in die Arbeit mit ein.

Einer der bedeutendsten Könige Afrikas, Ibrahim Mbombo Njoya Sultan von Foumban und „Fon“ des Königreiches Bamum, starb in Paris an Covid-19.  Seit 1992 hat er das Königreich Bamoun im heutigen Nordwesten Kameruns regiert. Es ist eines der ältesten und bedeutendsten Königreiche des Kontinents. Im 14. Jahrhundert wurde es gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von 768 km². Der 84-jährige Monarch war Politiker und zwischen 1960 und 1990 mehrmals Minister, zuletzt Außenminister; auch war er kamerunischer Botschafter in Äquatorialguinea, und Ägypten. Er schlug vor, die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Amtszeiten von jeweils fünf Jahren zu verkürzen. Das Volk von Bamoun ist bekannt für sein Nguon-Kulturfestival; das Königreich will es in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufnehmen lassen.

Schulen öffnen zum ersten Mal seit drei bis fünf Jahren wieder in den unruhigen westlichen Regionen. Nach Angaben der Regierung haben Anglophone Separatisten zwischen 2017 und 2019 mehr als 200 Schulen angegriffen oder in Brand gesetzt, und fast alle Schulen in den Regionen Nordwest und Südwest wurden geschlossen. Lehrer und Schüler flüchteten in sicherere Orte. „Der zukünftige unabhängige Staat Ambazonien wird nicht von ungebildeten Menschen regiert werden“, sagte Capo Daniel (Stabschef der Ambazonia Defense Forces (ADF), der größten Separatistengruppe in Kamerun). „Deshalb ist es für uns sehr wichtig, dieses alternative Bildungssystem auch mitten in unserem Kampf, um die Trennung von Kamerun weiterzuführen.“

Msgr. Agbor, Generalvikar der Diözese Mamfe in der englischsprachigen Region im Südwesten des Landes, wurde am Sonntag gekidnappt. Die Entführer fordern ein Lösegeld von 20 Millionen CFA-Francs (ca. 30.489 Euro) für die Freilassung. Im Gebiet herrscht Krieg zwischen der regulären Armee und Milizionären, die die Unabhängigkeit der beiden englischsprachigen Gebiete fordern. In der Vergangenheit wurden wiederholt Bischöfe entführt. Der verstorbene Kardinal Christian Tumi, wurde zweimal entführt, zuerst am 5. und 6. November 2020 und dann am 30. Januar 2021. Mgr. Michael Miabesue Bibi, damaliger Weihbischof von Bamenda, jetziger Bischof von Buea im Südwesten, wurde am 5. und 6. Dezember 2018 entführt.Im Juni 2019 wurde auch der emeritierte Erzbischof von Bamenda, Mgr. Cornelius Fontem Esua, entführt, und zwei Monate später Mgr. George Nkuo, Bischof der Diözese Kumbo (Nordwesten).

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Tschad und die Europäische Kommission für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe teilten mit, dass mindestens 11. 000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, vor Zusammenstößen zwischen Fischern und Hirten in Kamerun geflohen sind. Es kam zu Kämpfen zwischen Mousgoum-Fischern und arabischen Choa-Hirten im Streit um Wasserlöcher, die die Fischer gegraben hatten. Bei den Auseinandersetzungen im äußersten Norden Kameruns sind etwa 20 Menschen getötet worden, die tödlichste Gewalt zwischen den Volksgruppen des Landes in der gegenwärtigen Zeit.

Die USA haben den Druck für eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen staatlichen Kräften und englischsprachigen Rebellen in Kamerun erhöht und Visabeschränkungen für Personen verhängt, von denen angenommen wird, dass sie die Bemühungen zur Beendigung der Krise untergraben. Kameruns anglophone Regionen werden seit 2017 von Kämpfen beherrscht, da die Rebellen versuchen, sich von der überwiegend frankophonen Regierung zu lösen. Die Trump-Administration beendete (2019) die präferenziellen Handelsvorteile Kameruns mit der Begründung, dass außergerichtliche Tötungen, Folter und andere Menschenrechtsverletzungen von Sicherheitskräften begangen würden. Mehr als 3.500 Menschen sind bei Kämpfen gestorben und 700.000 wurden vertrieben.

Kardinal Christian Wiyghan Tumi, Kameruns erster Kardinal, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Kardinal machte im November 2020 Schlagzeilen, als er von bewaffneten Separatisten in Kameruns Nordwest-Region entführt wurde. In einer Videobotschaft konfrontierten Tumis Entführer den Kardinal mit seinen Aufrufen an die Kämpfer in Kamerun, ihre Waffen niederzulegen und wiesen ihn dann an, die Botschaft der Separatisten an die Öffentlichkeit zu bringen. Darauf antwortete der Kardinal: „Ich werde predigen, was die Wahrheit ist, mit pastoraler und biblischer Überzeugung“…. Niemand hat das Recht, mir zu sagen, dass ich das Gegenteil predigen soll, weil ich von Gott berufen wurde“. Der Kardinal hat sich aktiv um eine friedliche Lösung der gewalttätigen anglophonen Krise bemüht. Er leistete einen wichtigen Beitrag bei der Gründung der Generalkonferenz der Anglophonen. Ende 2020 veröffentlichte er seine Memoiren mit dem Titel „Meine Nacht in der Gefangenschaft“, in denen er schrieb: „Alles, was ich will, ist, dass die Waffen schweigen und dass der Frieden ins Land zurückkehrt.“

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