Schlagwort: Kamerun

Jeden Montag steht im englischsprachigen Teil des Landes das Leben still. Die Separatisten forcieren die montägliche Ausgangssperre–ohne Büros, Märkte, Fabriken–um von der Regierung in Jaunde Zugeständnisse für ihre anglophone Gemeinschaft zu erhalten. Bis jetzt gab es nur bewaffnete Konflikte. Seit 2017 sind 6.000 Menschen umgekommen; fast eine Million wurden vertrieben. Die Aufständigen verlangen eine Abspaltung von der frankophonen größeren Region des Landes. Die Wirtschaft liegt am Boden; tausende Jobs gehen verloren und Investoren haben sich zurückgezogen. Um der Langeweile zu entkommen, gehen die Bürger in Sport- und Debattierclubs, pflegen Chormusik und üben Nachbarschaftshilfe. Kneipen freuen sich über den Umsatz, aber nur Ortsansässige werden bedient.

Kamerun fordert den Tschad auf, seine Truppen von der Fischerei- und Landwirtschaftsinsel Birnigoni abzuziehen. Kamerun will selbst die Kontrolle übernehmen. Das tschadische Militär besetzt die Insel seit 2014, um Boko-Haram-Kämpfer zu bekämpfen und Zivilisten zu schützen. Kamerun billigte die Besetzung, nachdem bei einem Boko-Haram-Angriff im Juli 2014 mindestens 20 Zivilisten getötet worden waren. Die Lage hat sich verbessert im größten Teil des 2.000 Quadratkilometer großen Sees und seiner Inseln, darunter auch Birnigoni; die Insel war eine von mehreren Unterschlupfmöglichkeiten für Boko-Haram-Kämpfer, als diese von Streitkräften im Tschad, in Kamerun oder Nigeria schwer angegriffen wurden.

Heftige Regenfälle haben in Yaoundé ganze Stadtteile unter Wasser gesetzt und mehrere Erdrutsche verursacht, die Menschen begruben, Bäume entwurzelten und viele Häuser zum Einsturz brachten. Die Bergungsarbeiten sind extrem schwierig und die Zahl der Toten und Vermissten steigt. Das Ablassen von Wasser aus dem kamerunischen Lagdo – Damm, das durch die starken Regenfälle notwendig wurde, spitzt die Lage noch zu und verursacht sogar Überschwemmungen im Nachbarland Nigeria.

Nach offiziellen Angaben haben Separatisten mehr als 30 Frauen in Big Babanki, einem Dorf nahe der Grenze zu Nigeria, entführt, weil sie angeblich gegen eine Ausgangssperre und Steuern protestierten, die ihnen von den Separatisten auferlegt wurden. Separatistenführer Capo Daniel sagte der Associated Press, die Frauen würden dafür bestraft, dass sie sich von der kamerunischen Regierung „manipulieren“ ließen. Das Militär sagt, es habe Truppen eingesetzt, um die Frauen zu befreien.

Zurzeit drängen sich Patienten um das Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Yaoundé, wo ehrenamtliche Ärzte kostenlose Korrekturoperationen anbieten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 7,9% der Sterblichkeit in Afrika südlich der Sahara auf angeborene Missbildungen zurückzuführen. Viele Patienten mit Körper und Gesichtsdefekten kommen aus armen Familien, die sich das Geld für eine Behandlung nicht leisten können. Für sie ist die Kampagne die einzige Chance, die Behinderung und Stigmatisierung loszuwerden.

Beamte in Kamerun haben zum ersten Mal Tausende von Geburtsurkunden für Kinder ausgestellt, die keine Schulbildung erhalten haben, weil ihnen das Dokument fehlte. Nach Angaben der Regierung haben etwa 3 Millionen Kinder keine Geburtsurkunden, davon mehr als 2 Millionen im schulpflichtigen Alter. Geburtsurkunden sind während des kamerunischen Separatistenkonflikts, der bisher 750 000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, vertrieben hat, verloren gegangen oder zerstört worden. Viele weitere gingen bei Angriffen von Boko Haram-Kämpfern an den nördlichen Grenzen zu Tschad und Nigeria verloren; auch gebären die meisten Frauen in Kamerun zu Hause, und viele versäumen es, dies zu registrieren. Geburtsurkunden sind in Kamerun für Babys, die weniger als 3 Monate alt sind, kostenlos. Alle, die älter sind, müssen eine Gebühr von 8 Dollar entrichten.

Die Mitglieder einer Trauerfeier hatten sich unter Zelten auf einem Hügel nahe der Hauptstadt Yaoundé versammelt, als ein Teil des Bodens unter Ihnen nachgab. 14 Tote konnten geborgen werden und 10 weitere Verletzte kamen in ein Krankenhaus. Die Rettungskräfte suchen noch weiter nach Verschütteten. Es ist die jüngste wetterbedingte Katastrophe in Kamerun seit Jahresbeginn. Schwere Regenfälle haben im ganzen Land verheerende Überschwemmungen verursacht, die Infrastruktur geschwächt und Tausende Menschen vertrieben.

5 Priester, eine Ordensfrau und zwei Kirchenbesucher sind von Angreifern, in der Kirche St. Mary im Dorf Nchang, entführt worden. Zu dem Anschlag wurde noch kein Bekennerschreiben verfasst, aber solche Anschläge werden häufig von separatistischen Gruppen verübt und führen dazu, dass die Geiseln nach Lösegeldforderungen oder Verhandlungen mit lokalen Führern freigelassen werden. In den Regionen Nordwest und Südwest Kameruns herrscht seit Jahren ein blutiger Konflikt zwischen anglophonen Separatisten und dem Staat.

Dank eines Pilotprogramms der kamerunischen Regierung und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), wurden 6.000 Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) biometrische Ausweise ausgestellt. Jetzt, da sie die Personalausweise haben, haben die Zentralafrikaner im östlichen Lager Gado-Badzéré und in der Gegend von Mandjou Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung und können sich ohne Angst vor Verhaftung fortbewegen. Die Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik hat nach Angaben des UNHCR mehr als 700.0000 Menschen gezwungen, das Land zu verlassen, seit Rebellen 2013 den damaligen Präsidenten François Bozizé entmachteten. Etwa die Hälfte von ihnen hat im benachbarten Kamerun Zuflucht gefunden, vor allem in den östlichen und nördlichen Regionen. Ohne einen legalen Ausweis sind Flüchtlinge auf dem ganzen Kontinent oft Diskriminierung und Missbrauch ausgesetzt, sagen Menschenrechtsgruppen.

Sintflutartigen Regenfälle, haben in den letzten Tagen haben, Elend hinterlassen. Die Menschen versuchen, mit Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrschaos fertig zu werden. Die Überschwemmungen wurden am Samstag durch einen plötzlichen Sturm ausgelöst, der über Gebiete an der Hauptverbindungsstraße zwischen den Städten Likomba und Mutengene, die durch Tiko führt, hinwegfegte. Der Likomba-Fluss trat über die Ufer und riss alles mit sich. Anhaltende Regenfälle erschweren die Lage. Für Viele in der Südwestregion ist es die schlimmste Regenzeit seit Menschengedenken.

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