Schlagwort: Äthiopien

Premierminister Abiy Ahmed hat Pläne vorgestellt, Ausländern den Erwerb von Immobilien zu ermöglichen und den Einzelhandel für internationale Unternehmen zu öffnen. Derzeit ist es Ausländern untersagt, Wohn- oder Geschäftsgebäude zu besitzen. Die Ankündigung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas mit rund 120 Millionen Einwohnern seine Finanzen zu sanieren versucht. Das Binnenland hat Auslandsschulden in Höhe von rund 28 Mrd. USD und kämpft außerdem mit einer gigantischen Inflation und einem Mangel an Devisenreserven. Der Telekommunikationssektor wurde schon teilweise geöffnet, dem kenianischen Telekommunikationsriesen Safaricom wurde eine Lizenz erteilt und es wurde angekündigt, einen Anteil an der staatlichen Ethio Telecom zu veräußern. Ferner hat die Regierung berichtet, dass sie ausländische Investitionen im Bankensektor zulassen will.

Afrikas erste schwarze Leichtathletin, die bei den Olympischen Spielen Gold gewann, Derartu Tulu, wird auf Briefmarken in ihrem Heimatland Äthiopien abgebildet sein.  Die Briefmarken wurden in der Hauptstadt Addis Abeba anlässlich des Internationalen Frauentags enthüllt. Bei den Olympischen Spielen gewann sie 1992 Gold über 10.000 m, 2000 in Sydney ebenfalls Gold und 2004 in Athen Bronze. Sie ist die jüngste äthiopische Athletin, die in dem ostafrikanischen Land mit einer Briefmarke geehrt wird – zuvor waren es Abebe Bikila und Haile Gebrselassie.

Das erste 1935 in Äthiopien gebaute Flugzeug, wurde während der italienischen Besetzung des damaligen Abessiniens entwendet und im italienischen Luftfahrtmuseum in Rom ausgestellt. Bei einer Zeremonie in Rom wurde es Premierminister Aby Ahmed offiziell überreicht. Er sagte, dies sei „ein Tag des großen Stolzes“ für das Land.

Am 19. Januar feiern Orthodoxe Christen in Äthiopien das Timket-Fest. Das von der UNESCO anerkannte Fest beginnt mit dem Ritual, bei dem jede Kirche ein Tabot – eine heilige Nachbildung der Bundeslade – trägt. Bei diesem Ritual wird das Tabot mit einem Tuch bedeckt und von Priestern zu einer nahe gelegenen Wasserquelle getragen. Dort versammeln sich Hunderttausende von Menschen in weißen Gewändern, um spirituelle Lieder zu singen und zu beten. Das Timket – Fest ist einer der höchsten und heiligsten Feiertage im äthiopisch-orthodoxen christlichen Kalender. Timket war früher in Gondar, einer Stadt in der nördlichen Amhara-Region. Aufgrund des anhaltenden Konflikts zwischen Regierungstruppen und Rebellen in der Region ziehen es viele Menschen nun jedoch vor, in Addis Abeba zu feiern.

Das somalische Kabinett hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um über ein Hafenabkommen, zwischen Äthiopien und der abtrünnigen Region Somaliland, über die Nutzung des Rotmeerhafens Berbera, zu beraten. Das vom äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed und dem somaliländischen Präsidenten Muse Bihi Abdi unterzeichnete Abkommen ebnet Äthiopien den Weg für die Einrichtung kommerzieller Seeoperationen mit Zugang zu einer gepachteten Militärbasis am Roten Meer. Im Gegenzug erhält Somaliland einen Anteil an der staatlichen Fluggesellschaft Ethiopians. Seit Eritrea 1991 seine Unabhängigkeit erlangte, ist Äthiopien ein Binnenstaat, daher ist es für den größten Teil seines Seehandels auf das benachbarte Dschibuti angewiesen.

Zum ersten Mal seit dem Ende des zweijährigen Bürgerkrieges in der nördlichen Provinz Tigray, der hunderttausende Todesopfer kostete, sind jetzt bis zu einer halben Million Menschen in die heilige Stadt Aksum gekommen. Für äthiopisch-orthodoxe Christen ist Aksum die Heimat der Bundeslade, in der auch die Gesetzestafeln aufbewahrt würden. Aksum, das auch als Geburtsort der Königin von Saba gilt, war der Brennpunkt des Konfliktes. Jetzt feiern Priester und Gläubige ein Fest und danken für den Frieden. Das  traditionelle Friedensgebet hat im Gefolge des Konflikts eine besondere Eindringlichkeit.

Die zweite Runde der trilateralen Verhandlungen über den Großen Äthiopischen Renaissance-Damm (GERD), der auch für Ägypten und den Sudan von großer Bedeutung ist, endete ohne Ergebnis, wobei Äthiopien zusagte, die Gespräche „in gutem Glauben“ fortzusetzen. An den Gesprächen in Addis Abeba nahmen Vertreter aus Äthiopien, Sudan und Ägypten teil. Die potenziellen Auswirkungen des Staudamms auf den Wasserfluss flussabwärts nach Ägypten und Sudan sind die größte Sorge. Ägypten und der Sudan, die für ihre Landwirtschaft, ihr Trinkwasser und ihren Lebensunterhalt in hohem Maße auf das Wasser des Nils angewiesen sind, haben immer wieder betont, wie wichtig es ist, eine faire Lösung zu finden. Nach Angaben der Vereinten Nationen könnte Ägypten „bis 2025 kein Wasser mehr haben“, und Teile des Sudan sind aufgrund des Klimawandels zunehmend von Dürren bedroht.

Premierminister Abiy Ahmed gab am Sonntag bekannt, dass Äthiopien die Füllung des Großen Renaissance-Staudamms am Nil, der eine Quelle regionaler Spannungen mit den stromabwärts gelegenen Ländern Ägypten und Sudan darstellt, abgeschlossen hat. Der Kommunikationsdienst der äthiopischen Regierung erklärte auf X, dass der GERD, der wohl größte Staudamm Afrikas, „ein Geschenk für Generationen“ sei. Bei voller Kapazität könnte der riesige Staudamm – 1,8 Kilometer lang und 145 Meter hoch – mehr als 5.000 Megawatt erzeugen. Die Stromerzeugung Äthiopiens wird verdoppelt; derzeit hat nur die Hälfte der 120 Millionen Einwohner Zugang. Ägypten, das unter schwerer Wasserknappheit leidet und zu 97 % vom Nil abhängig ist, sieht in der GERD eine existenzielle Bedrohung. Das ägyptische Außenministerium bezeichnete die Ankündigung Äthiopiens als „illegale“ und „einseitige“ Maßnahme.

Die Verhandlungen über die weitere Füllung des umstrittenen Megastaudamm am Blauen Nil sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wieder aufgenommen worden. Der 5 Mrd. $ teure Staudamm steht seit mehr als einem Jahrzehnt im Mittelpunkt eines diplomatischen Streits zwischen Äthiopien und den beiden flussabwärts gelegenen Ländern Ägypten und Sudan. Ägypten und der Sudan befürchten, dass ihre lebenswichtige Wasserversorgung durch den Staudamm gefährdet ist. Äthiopien erklärt, der Staudamm sei Teil seiner Bemühungen, Millionen von Haushalten vor allem in ländlichen Gebieten zu elektrifizieren.

Zum 1. Januar 2024 werden Saudi-Arabien, der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Argentinien, Ägypten und Äthiopien in die Brics-Gruppe aufgenommen.

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