Schlagwort: Äthiopien

Die zweite Runde der trilateralen Verhandlungen über den Großen Äthiopischen Renaissance-Damm (GERD), der auch für Ägypten und den Sudan von großer Bedeutung ist, endete ohne Ergebnis, wobei Äthiopien zusagte, die Gespräche „in gutem Glauben“ fortzusetzen. An den Gesprächen in Addis Abeba nahmen Vertreter aus Äthiopien, Sudan und Ägypten teil. Die potenziellen Auswirkungen des Staudamms auf den Wasserfluss flussabwärts nach Ägypten und Sudan sind die größte Sorge. Ägypten und der Sudan, die für ihre Landwirtschaft, ihr Trinkwasser und ihren Lebensunterhalt in hohem Maße auf das Wasser des Nils angewiesen sind, haben immer wieder betont, wie wichtig es ist, eine faire Lösung zu finden. Nach Angaben der Vereinten Nationen könnte Ägypten „bis 2025 kein Wasser mehr haben“, und Teile des Sudan sind aufgrund des Klimawandels zunehmend von Dürren bedroht.

Premierminister Abiy Ahmed gab am Sonntag bekannt, dass Äthiopien die Füllung des Großen Renaissance-Staudamms am Nil, der eine Quelle regionaler Spannungen mit den stromabwärts gelegenen Ländern Ägypten und Sudan darstellt, abgeschlossen hat. Der Kommunikationsdienst der äthiopischen Regierung erklärte auf X, dass der GERD, der wohl größte Staudamm Afrikas, „ein Geschenk für Generationen“ sei. Bei voller Kapazität könnte der riesige Staudamm – 1,8 Kilometer lang und 145 Meter hoch – mehr als 5.000 Megawatt erzeugen. Die Stromerzeugung Äthiopiens wird verdoppelt; derzeit hat nur die Hälfte der 120 Millionen Einwohner Zugang. Ägypten, das unter schwerer Wasserknappheit leidet und zu 97 % vom Nil abhängig ist, sieht in der GERD eine existenzielle Bedrohung. Das ägyptische Außenministerium bezeichnete die Ankündigung Äthiopiens als „illegale“ und „einseitige“ Maßnahme.

Die Verhandlungen über die weitere Füllung des umstrittenen Megastaudamm am Blauen Nil sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wieder aufgenommen worden. Der 5 Mrd. $ teure Staudamm steht seit mehr als einem Jahrzehnt im Mittelpunkt eines diplomatischen Streits zwischen Äthiopien und den beiden flussabwärts gelegenen Ländern Ägypten und Sudan. Ägypten und der Sudan befürchten, dass ihre lebenswichtige Wasserversorgung durch den Staudamm gefährdet ist. Äthiopien erklärt, der Staudamm sei Teil seiner Bemühungen, Millionen von Haushalten vor allem in ländlichen Gebieten zu elektrifizieren.

Zum 1. Januar 2024 werden Saudi-Arabien, der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Argentinien, Ägypten und Äthiopien in die Brics-Gruppe aufgenommen.

Bei einem Drohnenangriff in Finote Selam in der Ost-Gojam-Zone der Region Amhara sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die äthiopischen Regierungstruppen und die regionale Amhara-Miliz Fano, die während des zweijährigen Krieges zwischen dem äthiopischen Militär und der Volksbefreiungsfront von Tigray in der Region Tigray auf derselben Seite kämpften, bekämpfen sich seit vier Monaten. Die Kämpfe zwischen der äthiopischen Bundesregierung und der Fano wurden im April 2023 ausgelöst, als die Regierung die Miliz aufforderte, sich nach dem in Südafrika unterzeichneten Friedensabkommen mit der Region Tigray in die Polizei oder das Militär des Landes zu integrieren.

Die katholischen Bischöfe Äthiopiens rufen zum Dialog auf, um einen neuen Konflikt in der nördlichen Amhara-Region zu lösen, in der es letzte Woche zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Streitkräften der Regierung und lokalen Milizen kam, während das afrikanische Land aufgrund einer lang anhaltenden Dürre unter akuter Ernährungsunsicherheit leidet.

Zum ersten Mal seit mehr als fünf Monaten ist der Zugang zu Facebook, Telegram, TikTok und YouTube wieder möglich. Die Sperrung wurde am 9. Februar 2023 nach Spannungen zwischen der äthiopisch-orthodoxen Kirche und der Regierung verhängt. Nach Angaben der Internet-Society hat der Ausfall Äthiopien wenigstens 42 Mio. Dollar gekostet, weil er sich auf die Unternehmen ausgewirkt hat. Einige Gebiete in der nördlichen Region Tigray, in der im November letzten Jahres ein zweijähriger brutaler Konflikt zu Ende ging, sind nach wie vor ohne Internetzugang.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat erklärt, dass wegen Unterschlagung, die Nahrungsmittelhilfe für Äthiopien vorübergehend ausgesetzt ist. Dies geschah einen Tag nach der Erklärung der US-Behörde. „Der Diebstahl von Nahrungsmitteln ist absolut inakzeptabel, und wir begrüßen die Zusage der äthiopischen Regierung, die Verantwortlichen zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte WFP-Exekutivdirektorin Cindy McCain. Rund 20 Millionen Äthiopier sind aufgrund von Dürre und Konflikten auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, bei einer Bevölkerung von rund 120 Millionen Menschen. Ein Großteil der Hilfe kommt von USAID und dem WFP. USAID, WFP und die äthiopische Regierung haben sich nicht dazu geäußert, wer für die Unterschlagung von Nahrungsmitteln verantwortlich ist, die die USA als „weit verbreitet und koordiniert“ bezeichnet haben. Es wird angenommen, dass der Diebstahl von Hilfsgütern in der nördlichen Tigray-Region, offenbar Absprachen zwischen Parteien auf beiden Seiten des im November beendeten Konflikts beinhaltet.

Schwester Emahoy Tsegué-Maryam Guèbrou, bekannte äthiopische Komponistin, ist in Jerusalem in einem äthiopischen Kloster im Alter von 99 Jahre gestorben. Mit 21 Jahren trat sie ins Kloster ein. Sie war eine der ersten klassischen Pianistinnen Äthiopiens. Ihre erste Schallplatte wurde Mitte der 1960er Jahre veröffentlicht, als Äthiopien eine blühende Jazz- und Klassikszene hatte. 2006 erlangte sie Weltruhm, als ihre Musik in Alben mit äthiopischer Musik aus früheren Jahrzehnten aufgenommen wurde. Zu ihren bekanntesten Kompositionen gehören The Homeless Wanderer und The Mad Man’s Laughter. Die Journalistin und Autorin Kate Molleson drehte für BBC Radio Four eine Dokumentation über sie mit dem Titel „The Honky Tonk Nun“. Sie beschrieb Guèbrou als „eine Frau, deren Entscheidungen durch religiöses Selbstexil, eigenwillige Geschlechterkämpfe und die dramatische politische Geschichte Äthiopiens im 20. Jahrhundert bestimmt wurden – und die dabei zu einer einzigartigen Künstlerin wurde“.

Amnesty International hat die Behörden in Äthiopien aufgefordert, die seit einem Monat bestehenden Beschränkungen für mehrere soziale Netzwerke unverzüglich aufzuheben. Zu den gesperrten Seiten gehören Facebook, Messenger, TikTok, Telegram und YouTube. Es handelt sich nicht um eine vollständige Abschaltung des Internets. Die Abschaltung des Internets ist eine gängige Taktik der Regierung.

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