Schlagwort: Äthiopien

Im Süden Äthiopiens haben sich tausende von Menschen zu einem dem größten kulturellen Ereignis des Landes versammelt. Alle acht Jahre findet die einwöchigen Gada-Zeremonie, die offizielle Machtübergabe von einem traditionellen Herrscher an seinen Nachfolger statt. Das Gadaa-System, das 2016 in die Liste des UN-Kulturerbes aufgenommen wurde, ist ein demokratisches System, das seit den letzten 500 Jahren unter dem Oromo in Ostafrika praktiziert wir.

Vom Berg Dofan, ein Vulkan im Nordosten Äthiopiens, 165 km nordöstlich von Addis Abeba stieg am Freitag Rauch auf.  Hunderte von Menschen haben ihre Häuser in Panik verlassen. Die Behörden haben Notunterkünfte eingerichtet. In den letzten Wochen gab es mehr als ein Dutzend seismische Ereignisse im Awash Fentale, einem erdbebengefährdeten Gebiet in der äthiopischen Region Afar.

In einer gemeinsamen Erklärung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, des somalischen Präsidenten Hassan Sheik Mohamud und des äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed heißt es: „Im Februar 2025 sollen Gespräche beginnen und innerhalb von vier Monaten abgeschlossen sein, die territoriale Integrität Somalias respektieren und gleichzeitig die „potenziellen Vorteile“ des äthiopischen Zugangs zum Meer anerkennen würden.“

Ein Erdbeben der Stärke 4,9 ereignete sich im äthiopischen Grabenbruch, westlich des Awash-Sees, im Gebiet des Berges Fentale und in der Stadt Metehara, so dass einige Bewohner in Sicherheit flüchteten. Die Erschütterung war in der Hauptstadt Addis Abeba, in Metehara im Südosten und in Kombolcha (bei Dessie) im Norden zu spüren. Die anhaltenden seismischen Ereignisse sind besorgniserregend.

Taye Astike Selassie, der seit Februar Außenminister ist, hat das weitgehend zeremonielle Amt übernommen. In Äthiopien liegt die politische Macht beim Premierminister – derzeit Abiy Ahmed. Sahle-Work hatte sich Berichten zufolge in den letzten Jahren mit Abiy zerstritten. Ihre erste Ernennung im Jahr 2018 wurde als Durchbruch für die Gleichstellung der Geschlechter in der äthiopischen Politik gefeiert.Während ihrer Präsidentschaft rief sie mehrfach zum Frieden im ganzen Land auf, obwohl sie dafür kritisiert wurde, dass sie nicht mehr über die geschlechtsspezifische Gewalt während des zweijährigen Bürgerkriegs in Tigray sprach. Es wird jedoch vermutet, dass sie über die aktuellen Konflikte in den Regionen Oromia und Amhara besorgt war.

Im Libanon leben schätzungsweise 175.000 bis 200.000 ausländische Hausangestellten, die meisten von ihnen Frauen. Während Israel den Libanon bombardiert, fliehen die Menschen aus Beirut und anderen Orten; viele kommen bei Verwandten unter.  Aber für Migranten gibt es keinen Ort, an den sie gehen können. Statistiken aus dem Jahr 2019 zeigen, dass mindestens 75 % der ausländischen Hausangestellten im Libanon Äthiopierinnen sind. Sie begannen in den 1980er Jahren zu kommen und strömten nach dem Ende des libanesischen Bürgerkriegs in den 1990er und 2000er Jahren in Scharen in das Land. Die meisten nehmen niedrig bezahlte Jobs als Pflegekräfte an und schicken Geld an ihre Familien in der Heimat. Nun wissen sie nicht wohin.

Tausende von Äthiopiern versammelten sich am 26. September auf dem Meskel-Platz in Addis Abeba. Sie feierten Meskel, das Fest erinnert an das Kreuz, an dem Jesus nach kirchlichem Glauben gekreuzigt wurde, und an seine Wiederherstellung durch die heilige Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin. Gleichzeitig haben sich die Spannungen am Horn von Afrika verschärft: Die Bemühungen von Premierminister Abiy Ahmed, den Zugang zum Meer über die halbautonome somalische Region Somaliland zu sichern, haben die Behörden in Somalia verärgert; Äthiopien streitet sich mit Ägypten über den großen Nilstaudamm; dies trägt zu Aufständen in der nordwestlichen Region Amhara bei. So findet das diesjährige Festival in einer schwierigen Zeit für Äthiopien statt, dem zweitbevölkerungsreichsten Land Afrikas und einem der größten Binnenstaaten der Welt.

Satellitenbilder enthüllen die Hungerkrise In Tigray, die durch Dürre, Ernteausfälle und die anhaltende Unsicherheit nach einem brutalen Krieg ausgelöst wurde. Die lokalen Behörden warnen, dass zwei Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind. Aktuelle Satellitenbilder zeigen leere Stauseen und ausgetrocknete Ackerflächen. Aufnahmen vom Juni 2023 zeigen volle Stauseen und unterhalb fruchtbares Land, das bewässert und mit Gemüse, Weizen und Sorghum bepflanzt ist. Es wird geschätzt, dass Hunderttausende von Menschen in dem Konflikt umkamen oder an Hunger und mangelnder Gesundheitsversorgung starben.

Äthiopien hat erklärt, Ägypten müsse seine aggressive Haltung gegenüber den Nilstaudamm „GERD“ aufgeben, da die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter eskalieren. Addis Abeba reagierte damit auf ein Schreiben, das Ägypten letzte Woche an den UN-Sicherheitsrat gerichtet hatte und in dem es Äthiopien beschuldigte, mit der weiteren Befüllung des Staudamms ohne Zustimmung der stromabwärts gelegenen Länder gegen internationales Recht zu verstoßen. Der Streit geht auf das Jahr 2011 zurück, als Äthiopien mit dem Bau des Großen Äthiopischen Renaissance-Staudamms (Gerd) am Blauen Nil begann, einem Nebenfluss, durch den 85 % des Nilwassers fließen. Für Ägypten ist dies ein existenzielles Problem, da es fast vollständig auf den Fluss angewiesen ist und befürchtet, dass der Damm zu einer Unterbrechung des Flusses führen könnte. Es behauptet außerdem, dass zwei Verträge aus der Kolonialzeit ihm ein Vetorecht bei Projekten flussaufwärts garantieren.

In der nordäthiopischen Region Amhara sind nach Angaben der staatlichen Medien 10 Menschen bei einem Erdrutsch ums Leben gekommen; bis zu 2.400 Menschen sind vertrieben und derzeit in örtlichen Sozialeinrichtungen untergebracht. Der Erdrutsch ist der jüngste in einer Reihe, die in Äthiopien infolge der starken saisonalen Regenfälle aufgetreten sind. Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen, der sich auf das Äthiopische Institut für Metrologie beruft, warnt „vor einem hohen Risiko weiterer Überschwemmungen und Erdrutsche in den meisten Teilen des Landes“.

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