Schlagwort: Äthiopien

Ein Streit innerhalb der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche wurde beigelegt. An den Gesprächen nahmen neben Ältesten, die mit der Versöhnung der rivalisierenden Gruppen beauftragt waren, auch hochrangige Regierungsvertreter, darunter Premierminister Abiy Ahmed, teil. Die abtrünnigen Geistlichen haben nun ein Entschuldigungsschreiben an die Synode gerichtet, und es wird erwartet, dass sie wieder aufgenommen werden. Der Streit begann, als die abtrünnigen Erzbischöfe Dutzende von Bischöfen ohne Wissen der Kirche ernannten und der Synode vorwarfen, dass es ihr an Vielfalt fehle und sie es versäumt habe, die Gläubigen in ihrer Muttersprache zu erreichen.

Mehr als 40 % der Äthiopier gehören der orthodoxen Tewahedo-Kirche an, eine der größten und ältesten in Afrika. Doch nun kam es zu einer Spaltung in ihren Reihen, nachdem drei Bischöfe  ihr eigenes Patriarchat mit dem Namen „Oromia and Nations and Nationalities Synod“ gründeten und sich so von der Mutterkirche abgespalten haben. Die Heilige Synode als offizielle Vertretung erklärte die Gruppe für „illegal“. Dieser Schritt führte zu wochenlangen Unruhen, Spaltungen und Gewalt in einigen Regionen. Die Regierung hat Kundgebungen verboten und die sozialen Medien eingeschränkt. Der ökumenische Weltkirchenrat (ÖRK) äußerte sein „Bedauern“ über die Entwicklung. Er rief Äthiopiens politische Führer auf, die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo-Kirche in ihrem Bestreben zu unterstützen, Einigkeit und Frieden unter ihren Mitgliedern zu schaffen.

Millionen von Wählern im Süden Äthiopiens stimmen in einem Referendum über die Gründung eines neuen Regionalstaates ab. Es ist das dritte Referendum dieser Art in den letzten 4 Jahren. Bei früheren Abstimmungen wurden die Regionen Sidama und Südwest-Äthiopien gebildet. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich für die Wahl registriert, die in 6 subregionalen Verwaltungseinheiten (Zonen) und 5 Bezirken der derzeitigen Region Southern Ethiopian Nations, Nationalities and People’s (SNNP) abgehalten wird. Die neue Region soll den Namen Region Südäthiopien erhalten, wenn mit Ja gestimmt wird.

Zwei äthiopische Forscher und die kenianische Rechtsgruppe Katiba haben vor dem Obersten Gerichtshof Kenias Klage gegen Meta Platforms eingereicht. Meta Platforms wird beschuldigt, gewalttätige und hasserfüllte Posts aus Äthiopien auf Facebook zu verbreiten und damit den blutigen Bürgerkrieg in dem Land zu schüren. Die Kläger fordern das Gericht auf, Meta anzuweisen, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um gewalttätige Inhalte herabzustufen, das Personal für die Moderation in Nairobi aufzustocken und einen Entschädigungsfonds in Höhe von etwa 2 Milliarden Dollar für die Opfer von auf Facebook geschürter Gewalt einzurichten. Die Klage gegen Meta erinnert an die Vorwürfe, denen sich das Unternehmen seit Jahren ausgesetzt sieht, weil auf seinen Plattformen Gräueltaten geschürt werden, unter anderem in Myanmar, Sri Lanka, Indonesien und Kambodscha.

Die äthiopische Regierung und die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) einigten sich auf eine „dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten“ und beendeten damit die zehntägigen Verhandlungen, die von der Afrikanischen Union in Südafrika geführt wurden, sowie den im November 2020 begonnenen Bürgerkrieg. Beide Konfliktparteien, die in der nördlichen Region Tigray Tausende von Toten und Millionen von Vertriebenen zu beklagen haben, erklärten sich zu einer „geordneten, reibungslosen und koordinierten Entwaffnung“ und zur „Wiederherstellung von Recht und Ordnung“ bereit, so der ehemalige nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo, der federführend an den Gesprächen beteiligt war.

Da Journalisten schon 18 Monate keinen Zugang zu der umkämpften Region haben, zeigen die von NASA nachts aufgenommenen Satellitenbilder, wie schlimm die humanitäre Krise ist, wenn die Stromversorgung abgeschnitten ist und Städte wie Alamata, Korem und Shire fast verschwinden. Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer. Nach tausenden von Toten und von Hungersnot bedrohten Menschen haben die Konfliktparteien in Südafrika vereinbart, ihren zweijährigen Konflikt zu beenden. Premier Abiy Ahmed nannte das Abkommen „monumental“ und verpflichtet sich, es umzusetzen. Man hofft,  dass der Waffenstillstand hält und die Lichter in Tigray wieder angehen.

Die äthiopische Regierung hat den Erschließungsvertrag mit der chinesischen Ölgesellschaft Poly-PGL mit der Begründung gekündigt, sie habe die finanziellen und technischen Bedingungen der Vereinbarung nicht erfüllt. Das Unternehmen, das sich zum Teil im Besitz der chinesischen Regierung befindet, hat im Ogaden-Becken in Ostäthiopien nach Öl und Gas gebohrt. Anwohner haben dem Unternehmen vorgeworfen, das Wasser durch unsachgemäße Entsorgung gefährlicher Abfälle vergiftet zu haben. Das Unternehmen hat sich zu diesen Vorwürfen nicht geäußert.

Die Europäische Union hat erklärt, dass die Drohnenangriffe auf eine Großstadt in Tigray im Norden Äthiopiens „eine sehr zerbrechliche Hoffnung“ auf Frieden gefährden. Die Volksbefreiungsfront von Tigray machte die äthiopische Regierung für den Angriff verantwortlich. Nach Angaben von Ärzten in der Stadt Mekelle wurden bei den Drohnenangriffen am Mittwoch mindestens 10 Menschen getötet und 18 weitere verletzt.

Nach zwei Jahren des Kampfes gegen die Regierungstruppen hat die äthiopische Tigray-Führung ihr Interesse an einem von der Afrikanischen Union (AU) geführten Friedensprozess bekundet. Die nordäthiopische Region steht seit November 2020 im Mittelpunkt eines Konflikts zwischen der Tigray People’s Liberation Front (TPLF), die die vorherige Regierung des Landes führte, und der derzeitigen Regierung von Premierminister Abiy Ahmed.

Äthiopische und eritreische Streitkräfte haben eine massive „gemeinsame“ Offensive gegen die an Eritrea angrenzenden Gebiete von Tigray gestartet. Die äthiopische Regierung und die Rebellen in der Region Tigray beschuldigten sich gegenseitig, neue Fronten im Norden Äthiopiens eröffnet zu haben, eine Woche nachdem erneute Kämpfe einen fünfmonatigen Waffenstillstand zunichte gemacht hatten.

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