Schlagwort: Äthiopien

Berichten zufolge ist der Wasserstand des Blauen Nils im Sudan auf ein noch nie dagewesenes Niveau gesunken, wodurch die jährliche Hochwassersaison zwischen Juli und Oktober gestört wird, in der normalerweise heftige Regenfälle vom äthiopischen Hochplateau reißende Ströme flussabwärts schicken. Experten sagen, dass der Rückgang des Wasserstands in diesem Jahr durch die Befüllung des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) in Äthiopien verursacht wird, der nun fertiggestellt ist und Mitte September nach dem Zurückhalten großer Mengen an Hochwasser eingeweiht werden soll.

In Addis Abeba fand ein Seminar zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und des weltweiten antifaschistischen Krieges statt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Geschichte im Gedächtnis, Zukunft in der Hand“ brachte etwa 100 Teilnehmer zusammen, darunter hochrangige äthiopische Regierungsvertreter, die chinesische diplomatische Gemeinschaft in Addis Abeba sowie Wissenschaftler der Universität. Der Chinesische Botschafter wies darauf hin, dass der Sieg dank der Führungsstärke und der organisatorischen Fähigkeiten der Kommunistischen Partei Chinas möglich geworden sei, die das gesamte chinesische Volk mobilisiert habe, und sagte, die Partei habe seitdem „eine wundersame Transformation Chinas von einer rückständigen ländlichen Gesellschaft zu einem industriellen und technologisch fortgeschrittenen Land“ angeführt. Seiner Meinung nach hat sich das chinesische Entwicklungsmodell als „sehr effizient und widerstandsfähig“ erwiesen und ist für viele Entwicklungsländer zu einer Quelle der Inspiration geworden.

GERD gilt mit 145 m Höhe und 1,8 km Länge als größtes Wasserkraftwerk Afrikas. Im Jahr 2011 wurde mit dem Bau begonnen. Ägypten hat den Damm als „existenzielle Bedrohung“ bezeichnet, da das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt fast vollständig auf den Nil angewiesen ist, um die Landwirtschaft und seine mehr als 100 Millionen Einwohner mit Wasser zu versorgen. Die jahrelangen Verhandlungen zwischen Äthiopien und Ägypten haben nicht zu einem Abkommen geführt, und es bleibt fraglich, wie viel Wasser Äthiopien im Falle einer Dürre flussabwärts ablassen wird.  Die äthiopische Regierung argumentiert, die Talsperre sei unerlässlich für die Versorgungssicherheit des ganzen Landes. Die offizielle Einweihung soll im September stattfinden.

An der Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea wurde in Zalambessa in Anwesenheit von Dorfältesten und religiösen Führern gefeiert. Die Gemeinden aus den Grenzdörfern kamen zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder zusammenkamen. Seit dem Ausbruch des Konflikts in Äthiopiens nördlicher Tigray-Region im Jahr 2020 ist die Grenze geschlossen. Die Initiative zur Wiederöffnung eines Grenzabschnitts wurde von lokalen Aktivisten und Persönlichkeiten aus der Gemeinde ohne offizielle Unterstützung der Behörden auf beiden Seiten organisiert. Mehr als 55.000 Menschen leben, nun in Adigrat, 30 km südlich von Zalambessa, in Behelfsunterkünften und sind zum Überleben auf Verwandte angewiesen. Offiziell ist die Grenze geschlossen.

Äthiopiens Streben nach einem gerechten Zugang zum Roten Meer ist zu einem Brennpunkt in Ostafrika geworden, da die Regierung Abiy Bedenken über die entstehenden regionalen Allianzen äußert, die seinen Zugang zu dieser wichtigen Seeroute einschränken könnten.

Äthiopien ist dafür bekannt, den größten Rinderbestand in Afrika zu haben, der eine Fülle von Ressourcen liefert, die die lokale Wirtschaft seit jeher unterstützen. Unter diesen Ressourcen haben Häute und Felle eine entscheidende Rolle gespielt, insbesondere in der Lederindustrie. Der Aufstieg moderner Gerbereien und Lederfabriken hat jedoch zu einem beunruhigenden Paradoxon geführt: Während Lederprodukte wie Jacken, Taschen und Schuhe auf dem Markt florieren, wird ein erheblicher Teil der Häute und Felle verschwendet. Dies bedeutet nicht nur einen Verlust an wertvollen Materialien, sondern trägt auch zur Umweltver-schmutzung bei. Ein Künstler, der das Potenzial dieser weggeworfenen Materialien erkannt hat, ist Lemma Guya. Er behauptet: „Kunst sollte nicht nur Schönheit widerspiegeln, sondern auch die Probleme unserer Zeit ansprechen. Indem wir Abfall in Kunst verwandeln, können wir den Wandel inspirieren“.  Er ist ein Pionier der Porträtmalerei auf der Tierhaut. Seine Arbeiten, für die er hauptsächlich Ziegenhaut und Ölfarbe verwendet, haben den Begriff Lemmismus erhalten.                 

Generalleutnant Tadesse Werede wurde zum Chefverwalter der Region ernannt und unterzeichnete die Aufgabenbeschreibung für die Übergangsverwaltung des Regionalstaats Tigray. An der Zeremonie nahmen hohe Regierungsbeamte, darunter Premierminister Abiy Ahmed, sowie Vertreter der kontinentalen und internationalen diplomatischen Gemeinschaft teil. Premierminister Abiy Ahmed versprach, die laufenden Bemühungen der Bundesregierung zur Förderung von Frieden, Stabilität und Entwicklung für die Bevölkerung von Tigray zu konsolidieren.

Die Ethiopian Airlines Group und die Afrikanische Entwicklungsbank werden gemeinsam einen neuen Flughafen bauen, dessen Kosten auf 140 Milliarden Euro geschätzt werden. Es soll der größte Afrikas sein. Der neue Flughafen mit dem Namen Bishoftu wird in der Nähe der Hauptstadt Addis Abeba liegen. Bishoftu wird es Äthiopien ermöglichen, die jährliche Passagierkapazität von derzeit 17 Millionen auf mehr als 60 Millionen im Jahr 2040 zu erhöhen.

In der äthiopischen Region Gambella sind im vergangenen Monat mindestens 31 Menschen an erkrankt. In mehreren Regionen Äthiopiens, dem zweitbevölkerungsreichsten Land Afrikas mit rund 120 Millionen Einwohnern, kommt es zu Choleraausbrüchen, wobei Amhara – die zweitgrößte Region des Landes – am stärksten betroffen ist. Die Situation verschlimmert sich durch die Flüchtlinge von Südsudan.  

Eine abtrünnige Fraktion, der wichtigsten politischen Partei in Äthiopiens nördlicher Region Tigray, hat die Kontrolle über entscheidende Büros und einen Radiosender in der Regionalhauptstadt Mekelle übernommen. Dies ist die Folge eines sich verschärfenden Machtkampfes innerhalb der Tigray People’s Liberation Front (TPLF), der die Befürchtung einer Rückkehr zum Bürgerkrieg aufkommen lässt. Mehrere Länder, darunter die USA, Großbritannien und die Europäische Union, haben vor der Eskalation der Spannungen gewarnt.

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