Schlagwort: Äthiopien

Die Einnahme von Mekelle, der Regionalhauptstadt von Tigray, durch äthiopische Kräfte und verbündete Kämpfer der Tigray Peace Force hat schmerzhafte Erinnerungen an den Tigray-Krieg von 2020–22 wieder aufleben lassen, wobei die Einwohner eine Rückkehr zu anhaltender Gewalt, Vertreibung und wirtschaftlicher Not befürchten. Die Tigray People’s Liberation Front (TPLF) bestätigte, dass sie sich aus Mekelle zurückgezogen habe, und erklärte, ihre Regionalverwaltung werde vorübergehend von einem anderen Standort aus tätig sein. Die katholischen Bischöfe des Landes rufen zu Frieden, Dialog und Versöhnung auf.

Der nigerianische Milliardär Aliko Dangote hat angekündigt, dass er sich an der Finanzierung einer neuen, 660 Millionen US-Dollar teuren Kraftstoffpipeline zwischen Äthiopien und Dschibuti beteiligt. Die Pipeline ist 120 km lang. Sie verbindet den Hafen Damerjog in Dschibuti mit Dewele (Äthiopien) und hat eine Lagerkapazität von etwa 400 Millionen Litern. Die Inbetriebnahme ist innerhalb von 18 Monaten vorgesehen. Das Binnenland Äthiopien ist bei Importen, darunter auch Erdölprodukte, stark vom Hafen von Dschibuti abhängig. Auch Dschibuti dürfte von einer verstärkten Hafenaktivität, der Schaffung von Arbeitsplätzen und höheren Staatseinnahmen profitieren. In Kenia plant sein Unternehmen eine Rohölraffinerie mit einer Kapazität von 700.000 Barrel pro Tag auf der Insel Lamu vor der kenianischen Küste. Nach Inbetriebnahme wird die Anlage voraussichtlich die zweitgrößte Raffinerie Afrikas sein.

Tausende äthiopisch-orthodoxe Christen versammelten sich am Samstag in Addis Abeba, um Meskel, das wichtigste Fest des Landes, zu begehen. Auf dem Meskel-Platz in der Hauptstadt herrschte eine lebhafte Atmosphäre mit Gesängen, Gebeten und religiösen Prozessionen, bevor das riesige Lagerfeuer „Demera“ entzündet wurde. Vor dem Hintergrund der erneut aufflammenden Kämpfe zwischen äthiopischen Bundestruppen und der Tigray People’s Liberation Front (TPLF), riefen die Gläubigen zum Frieden auf: „Frieden ist für alles unerlässlich. Ohne ihn können wir weder unsere Feiertage begehen noch einen sinnvollen Dialog führen“. Die äthiopische Armee hat Berichten zufolge die strategisch wichtige Stadt Sekota von den tigrayischen Streitkräften zurückerobert. Die Kämpfe auf die Regionen Amhara, Tigray und Afar weiten sich jedoch aus. Die Eskalation folgt auf die Bildung eines Bündnisses aus sieben bewaffneten Gruppen, die die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed stürzen wollen

Am 20. September haben sich 7 äthiopische bewaffnete Gruppen zu einer neuen militärischen und politischen Allianz zusammengeschlossen: Sie erklärten: „Wir haben ein gemeinsames Bündnis namens ‚Allianz der äthiopischen Volkskräfte für das Überleben‘, kurz ‚Allianz für das Überleben‘, gegründet,“ mit dem Ziel eine inklusive Übergangsregierung zu bilden und die föderale Regierung von Premierminister Abiy Ahmed zu stürzen. Die 7 Gruppen sind: Tigray People’s Liberation Front (TPLF), Fano-Milizen, Oromo Liberation Army (OLA), Ogaden National Liberation Front (ONLF), Afar Revolutionary Democratic Unity Front, Benishangul Peoples’ Liberation Movement, Gumuz Peoples’ Democratic Movement.

Das dreitägige Ashenda-Fest zu Ehren der Frauen und der Jungfrau Maria im Norden Äthiopiens wurde in Mekelle, der Hauptstadt der Region Tigray, aus Angst vor möglichen Drohnenangriffen abgesagt. Im Mittelpunkt des Ashenda-Festes, zu dem traditionelle Tausende junger Frauen in ihren festlichsten Gewändern strömen, sollte eine Massenkundgebung in einem Stadion in Mekelle stehen. Tigray erholt sich noch immer von einem brutalen, zweijährigen Bürgerkrieg, der 2022 endete. Es bestehen Befürchtungen, dass der Konflikt erneut aufflammen könnte, da die regionalen Behörden eine jüngste Serie tödlicher Drohnenangriffe den Streitkräften der Zentralregierung anlasten.

Im Norden Äthiopiens sind Hunderte von Tigrayanern, darunter auch verwundete Kämpfer, nach Kämpfen zwischen der äthiopischen Bundesarmee und Rebellen der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) in Shererina in den Sudan geflohen. Die Zusammenstöße am Wochenende, bei denen schwere Artillerie und Drohnen zum Einsatz kamen, stellten einen Verstoß gegen das vor drei Jahren geschlossene Friedensabkommen dar und erhöhen das Risiko eines erneuten Bürgerkriegs.

Ministerpräsident Abiy Ahmed ist der große Gewinner der Parlamentswahlen in seinem Land, da seine Partei ihre überwältigende Mehrheit im Parlament verteidigen konnte. Die Wahlen waren jedoch von Konflikten, Vorwürfen der Unterdrückung und einer geringen Beteiligung der Oppositionsparteien überschattet. Sicherheitsexperten befürchten, dass das Land erneut in einen Krieg abgleiten könnte, während die gewalttätigen und tödlichen Aufstände in den äthiopischen Regionen Amhara und Oromia kein Ende zu nehmen scheinen.

Die Stimmabgabe bei den Parlamentswahlen am Montag wurde in Teilen der äthiopischen Regionen Oromia und Amhara aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Anderswo bildeten sich lange Warteschlangen vor den Wahllokalen. Insgesamt waren zwar mehr als 50.000 Wahllokale in Betrieb, doch 143 konnten aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet werden. Tatsächlich wurde die gesamte nördliche Region Tigray, die versucht, sich von einem 2022 beendeten Bürgerkrieg zu erholen, vollständig von der Wahl ausgeschlossen. Die Medien unterliegen in Äthiopien strengen Auflagen, und vielen Organisationen, darunter der BBC, wurde keine Presseakkreditierung erteilt.

Äthiopien hat auf der Konferenz in Addis Abeba Investitionsvereinbarungen im Wert von 13 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Die unterzeichneten Vereinbarungen umfassen die Bereiche: Fertigung, Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung, Energie, Bauwesen sowie weitere strategische Sektoren. Die chinesische Ming Yang Smart Energy Group plant Investitionen (Über 10 Mrd. USD) in Windenergie sowie Infrastruktur für Wasserstoff und grünes Ammoniak. Chinas Liaoning Fangda Group beabsichtigt den Bau von Fabriken für die Stahlproduktion und pharmazeutische Erzeugnisse (Über 500 Mio. USD). Sun King, Hauptsitz Peking, wird Solarsysteme für Haushalte und Unternehmen bereitstellen (150 Mio. USD). Die Dangote Group (größtes Industriekonglomerat in Westafrika, Hauptsitz in Lagos) baut eine Harnstoff-Düngemittelfabrik (2,5 Mrd. USD).

Anhaltende Regenfälle in Kenia und Äthiopien verursachen Schlammlawinen und Überschwemmungen. In Nairobi und Umland gab es mindestens 48 Todesopfer und mehr als 2600 Menschen wurden vertrieben. In Äthiopien, im Süden, sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Wetterprognosen sagen weiterhin schwere Regenfälle voraus.

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