Schlagwort: Äthiopien

Eine zweite Turbine, des umstrittenen Staudamms am Blauen Nil, wurde in Betrieb genommen. Das Mega-Staudamm führte zu heftigen Kontroversen zwischen Äthiopien und den beiden stromabwärts gelegenen Ländern Ägypten und Sudan, die für ihre Wasserversorgung stark vom Nil abhängig sind. Es ist nicht klar, welche Konsequenzen die Inbetriebnahme für die noch nicht verbindlichen Vereinbarungen zwischen den Ländern hat.

Äthiopische Kampfflugzeuge haben Teile der Region Hiran in Zentralsomalia bombardiert. Der Beschuss fand in den Gebieten Bagda, Qabno und Cowmaad statt, die zwischen den Bezirken Mataban und Mahaas in der Region Hiran liegen. Nach Angaben von Anwohnern zielten die Luftangriffe auf Gebiete, in denen sich Al-Shabaab-Kämpfer aufhielten. Weder die äthiopische Regierung noch Al-Shabaab haben sich zu dem Luftangriff und den daraus resultierenden offiziellen Verlusten geäußert.

Nach 18 Monaten Krieg mit der äthiopischen Regierung sind die tigrayanischen Streitkräfte bereit, eine hochrangige Delegation zu von Kenia vermittelten Gesprächen zu schicken. Der vom Vorsitzenden der  „Tigray People‘s Liberation Front“ unterschriebene Brief enthielt zum ersten Mal keine Vorbedingungen. Auch der äthiopische Premier Abiy Ahmed erklärte, dass Friedensgespräche der beste Weg zur Beendigung des Krieges seien. Jetzt besteht die Hoffnung, dass der Konflikt, der durch Massaker, Vergewaltigungen, Hunger und Krankheit gezeichnet war, 2 Mio. Menschen vertrieben und bis zu 50 Tausend getötet hat, durch Dialog beendet werden kann.

Der ehemalige nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo hat einen diplomatischen Sieg im äthiopischen Bürgerkrieg errungen: Die Übergangsregierung von Tigray hat sich verpflichtet, Kriegsgefangene freizulassen. Die Gefangenen stammen aus den Armeen der äthiopischen Behörden, der Amhara-Region und Eritreas. Ihre Freilassung ist eine „vertrauensbildende Maßnahme“, die zur Einhaltung des seit mehr als einem Monat bestehenden „Mini-Waffenstillstands“ gehört. Die meisten der Gefangenen stammen aus Gebieten außerhalb von Tigray. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gefangenen an Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren, ist daher gering bis null. Von den mehr als freigelassenen 4 000 Gefangenen sind 401 Frauen.

Als kürzlich Dutzende junge Männer sich vor der russischen Botschaft in Addis Abeba versammelten und sagten, sie wollten bei den Kriegsanstrengungen in der Ukraine helfen, kamen Gerüchte über Rekrutierung auf, die Russland heftig dementierte. Auch würde die Botschaft keine Bewerbungen entgegennehmen. Sie dankte jedoch der äthiopischen Regierung für ihre Unterstützung bei der UNO Abstimmung über den Ukraine Krieg.  Äthiopien hatte die Sitzung verpasst.

Berichten zufolge verbietet Israel äthiopischen Pilgern, die während des diesjährigen Osterfestes in das Land pilgern wollen, die Einreise, weil sie befürchten, nicht nach Hause zurückzukehren.

Der 14-jährige Adan Hussein Dida wird gefeiert, weil er mit Biogas erzeugtem Strom mehrere Häuser in der südlichen Borana Zone beleuchten konnte. Im Hinterhof seiner Eltern zersetzte er tierische Abfälle und erzeugte Strom für acht Häuser. Jedem berechnet er 0,87 $ pro Monat, eine Unterstützung für seine eigene Familie. Die Menschen sind glücklich, weil sie Geld für Batterien und Taschenlampen sparen und ihre Kinder Schularbeiten zu Hause machen können. Adans Lehrer ist stolz auf seinen brillanten Schüler, der das Projekt ausweiten will, neben Biogas sich auch mit Elektronik beschäftigt und Mitschüler zu eigenen Projekten inspiriert. Sein Traum  ist es, an der neuen Borana Universität in Yebelo Ingenieurwissenschaften zu studieren.

Regierungschef Abiy Ahmed, im Beisein weiterer hochrangiger Regierungsvertreter, eröffnete die Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre (Gerd). Eine der 13 Turbinen wurde in Betrieb genommen; sie soll etwa 375 Megawatt Strom erzeugen. Trotz scharfer Kontroversen mit den Nachbarländern soll das gesamte Projekt in etwa 3Jahren vollständig fertiggestellt sein.

Die bananenähnliche Pflanze Enset ist nur in Äthiopien als Kulturpflanze bekannt, wo 20 Mio. Menschen auf sie als Grundnahrungsmittel angewiesen sind. Die stärkehaltigen Stängel und Wurzeln werden für Brei und Brot verwendet, während die Frucht selbst nicht genießbar ist. Da die Enset Pflanze auch in anderen Teilen Afrikas wild wächst, glauben Wissenschaftler der Hawassa Universität in Äthiopien und der Royal Botanic Gardens Kew, UK, dass der Anbau von Enset als Pufferpflanze in Dürreperioden die Ernährungssicherheit Afrikas verbessern könnte. Sie könnte potenziell über hundert 100 Mio. Menschen ernähren. Weil Enset jederzeit gepflanzt und jederzeit geerntet werden kann und dazu noch mehrjährig ist, nennt man sie auch den „Baum gegen Hunger“.

Mitarbeiter der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines fliehen vor dem Konflikt im Land und verstecken sich in Frachträumen. Der Konflikt zwischen dem äthiopischen Militär und den Rebellen in der Region Tigray begann vor mehr als einem Jahr. Es wird geschätzt, dass 10000 von Menschen getötet wurden. In mehreren Berichten, darunter auch vom The Telegraph, heißt es, dass die Regierungstruppen eine ethnische Säuberung durchführen und Tausende von ethnischen Tigrayern in „Konzentrationslager“ stecken, foltern und töten. Militärexperten zufolge läuft ein Teil des militärischen Nachschubs für die äthiopische Armee über die Emirate. Vor allen die VAE, China und die Türkei sollen dabei massiv mit Drohnen aushelfen, deren Luftschläge mit dafür verantwortlich sind, dass die Zahl ziviler Opfer steigt. Der EU-Außenbeauftragte Josip Borrell glaubt nicht, dass die Regierung in Addis Abeba alles tut, um Hilfe zuzulassen: „Ich rufe sie auf, humanitäre Hilfe für Menschen in Not durchzulassen. Es sind viele – die Lage ist sehr, sehr schlimm“. Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind inzwischen 9,4 Millionen Menschen im Norden auf Hilfe angewiesen.

Länder