Schlagwort: Afrika – Länder

Afrikanische Politiker und Wirtschaftsführer haben am letzten Tag eines großen Klimagipfels in Nairobi eine Erklärung zur Bewältigung der klimatischen Herausforderungen in Afrika verabschiedet. In der Erklärung, werden neue globale Steuern und Reformen der internationalen Finanzinstitutionen vorgeschlagen, um die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Die Erklärung wird die Grundlage für ihre Verhandlungsposition auf dem COP28-Gipfel im November bilden.

„Ernährungssicherheit und Ernährung lassen sich nicht mehr an Erträgen oder hoher Produktivität messen, die auf Düngemitteln, Hybrid- und GVO-Saatgut basieren“, sagte Juliet Nangamba von der sambischen Allianz für Agrarökologie und Biodiversität…Wir müssen zur Agrarökologie übergehen.“ Am 5. September findet in Dar es Salaam, Tansania, das jährliche Africa Food Systems Forum statt, das Motto lautete „Recover, Regenerate, Act: Afrikas Lösungen für die Transformation der Lebensmittelsysteme“. Kritisch wird die Vergangenheit von Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) gesehen bei dem hybriden und gentechnisch veränderten Saatgut, chemische Düngemittel und Pestizide und die industrielle Landwirtschaft favorisiert wurden. Das hat nicht zu „besseren Lebensmittelsystemen“ oder „Ernährungssouveränität“ geführt. In den 13 Staaten, mit denen AGRA hauptsächlich zusammengearbeitet hat, ist die Zahl der unterernährten Menschen in den letzten Jahren gestiegen. Der Summit kann unter https://agrf.org/summit/2023/  oder https://www.cgiar.org/news-events/event/agrf-2023/ mitverfolgt werden.

Der simbabwische Präsident Emmerson Mnangagwa wird für eine zweite Amtszeit vereidigt. Nach den offiziellen Ergebnissen, die nach Ansicht internationaler Beobachter nicht den demokratischen Standards entsprachen, erhielt er fast 53 % der Stimmen. Mnangagwas Hauptkonkurrent Nelson Chamisa hat zu Neuwahlen aufgerufen. Der Chef der Militärjunta in Gabun, General Brice Oligui Nguema, soll als Interimspräsident des Landes vereidigt werden. Die Armee hatte am Mittwoch Präsident Ali Bongo gestürzt, kurz nachdem dieser zum Sieger einer umstrittenen Wahl erklärt worden war.

Israel erwägt die sofortige Abschiebung von eritreischen Asylbewerbern. Bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei und Auseinandersetzungen zwischen Gruppen von Anhängern und Gegnern des eritreischen Regimes wurden rund 170 Menschen verletzt. Zudem ordnete er einen neuen Plan zur Abschiebung aller afrikanischen Migranten an, die er als „illegale Eindringlinge“ bezeichnete. In Israel leben etwa 25.000 afrikanische Migranten, vor allem aus dem Sudan und Eritrea, die nach eigenen Angaben vor Konflikten oder Unterdrückung geflohen sind. Israel erkennt nur sehr wenige als Asylsuchende an, da es sie überwiegend als Wirtschaftsmigranten betrachtet, und sagt, es habe keine rechtliche Verpflichtung, sie aufzunehmen. Nach internationalem Recht kann Israel Migranten nicht gewaltsam in ein Land zurückschicken, in dem ihr Leben oder ihre Freiheit in Gefahr sind.

„Der Klimaschutz ist weder ein Problem des globalen Nordens noch des globalen Südens. Es ist unsere kollektive Herausforderung und betrifft uns alle. Wir müssen zusammenkommen, um gemeinsame, globale Lösungen zu finden.“ Kenias Präsident William Ruto hat zum „Africa Climate Summit“ vom 4. bis 6. September 2023 in Nairobi eingeladen.  Ziel ist es, eine alternative Klima-Entwicklungsagenda zu gestalten, die dem afrikanischen Kontinent den Weg ebnet, um in Zeiten der Klimakrise Wohlstand und menschliches Wohlergehen zu schaffen. Im Vordergrund stehen Fragen der globalen Finanzierung von Klimaschutzprojekten, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Abbau von wichtigen Bodenschätzen. Erwartet werden auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und UN-Generalsekretär António Guterres. Sie können den Klimagipfel mitverfolgen:  https://africaclimatesummit.org

Die Verhandlungen über die weitere Füllung des umstrittenen Megastaudamm am Blauen Nil sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wieder aufgenommen worden. Der 5 Mrd. $ teure Staudamm steht seit mehr als einem Jahrzehnt im Mittelpunkt eines diplomatischen Streits zwischen Äthiopien und den beiden flussabwärts gelegenen Ländern Ägypten und Sudan. Ägypten und der Sudan befürchten, dass ihre lebenswichtige Wasserversorgung durch den Staudamm gefährdet ist. Äthiopien erklärt, der Staudamm sei Teil seiner Bemühungen, Millionen von Haushalten vor allem in ländlichen Gebieten zu elektrifizieren.

Rund 800 Teilnehmer nehmen an dem Treffen teil, das vom 28. August bis zum 1. September in Gaborone, Botsuana, stattfindet. Auf dem Treffen werden wichtige Maßnahmen zur Bewältigung der gesundheitlichen Herausforderungen in der Region sowie zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden diskutiert und vereinbart. Botsuanas Präsident Mokgweetsi Masisi sagt: „Wir sind mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, mit zunehmender Armut, humanitären Krisen, Ernährungsunsicherheit … die sich negativ auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken. Mehr denn je müssen wir die internationale Zusammenarbeit und die weltweite Solidarität stärken und dabei auf den Erfahrungen mit der COVID-19-Pandemie aufbauen“.

Zum 1. Januar 2024 werden Saudi-Arabien, der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Argentinien, Ägypten und Äthiopien in die Brics-Gruppe aufgenommen.

Da die weltweite Nachfrage nach grünen Mineralien wie Lithium, Kupfer und Kobalt stark ansteigt, entwickeln afrikanische Länder Strategien, um den Abbau und die Ausfuhr dieser wichtigen Mineralien zu kontrollieren. Ghana ist das jüngste Land, das die Verabschiedung einer Politik für grüne Mineralien ankündigte, um den Abbau und die Produktion von Lithium zu steuern und die lokalen Unternehmen bei der Erschließung einer Multimilliarden-Dollar-Industrie zu unterstützen. Namibia und Simbabwe haben die Ausfuhr von unverarbeitetem Lithium und anderen wichtigen Mineralien verboten.

Die Staatsoberhäupter, die am SADC-Gipfel in Luanda (Angola) teilnahmen, erklärten, sie hofften, dass die Wahlen in Simbabwe frei und fair verlaufen würden, ebenso wie die Wahlen in Eswatini, Madagaskar und der Demokratischen Republik Kongo (DRK), die alle im letzten Quartal des Jahres anstehen. Die Wahlen in Simbabwe finden nächste Woche, am 23. August, statt, gefolgt von Eswatini, das sein Tinkhundla-Wahlsystem am 29. September abhalten wird, Madagaskar am 9. November und der DRK am 20. Dezember. Der simbabwische Präsident Emmerson Mnangagwa nahm an dem Gipfeltreffen ebenso teil wie der König von Eswatini, Mswati III, und der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Felix Tshisekedi.

Länder