Schlagwort: Afrika – Länder

Der G20 gehören 19 Länder und die Europäische Union an, unter ihnen die bevölkerungsreichsten Staaten und größten Volkswirtschaften der Welt. Aus Afrika ist bisher nur Südafrika dabei. Die meisten großen Weltmächte haben sich darauf geeinigt, Afrikas Bewerbung um die Mitgliedschaft in der G20, zu unterstützen. Mit der vollständigen Umsetzung des Afrikanischen Kontinentalen Freihandelsabkommens, das die 55 afrikanischen Volkswirtschaften in einen gemeinsamen Markt integriert, könnte die AU den achtgrößten Wirtschaftsblock der Welt bilden. Dem Institut für Sicherheitsstudien zufolge wäre der Beitritt zur G20 eine politische, kulturelle und technische Herausforderung für die AU, „Die AU müsste Arbeitsmethoden einführen, die es ihren Mitgliedern erlauben oder sie dazu zwingen, die Positionen, auf die sie sich auf den Gipfeltreffen einigen, anzuerkennen“.

Mindestens 26 Ugander haben in Paris eine Klage gegen den französischen Ölkonzern TotalEnergies eingereicht, um Entschädigung für angebliche Menschenrechtsverletzungen bei den riesigen Megaprojekten des Unternehmens in Uganda zu erhalten. Im Mittelpunkt der Klage vor dem Pariser Gericht stehen zwei riesige TotalEnergies-Projekte: die East African Crude Oil Pipeline (EACOP), eine 1.500 km lange Pipeline, die Rohöl durch eine Reihe von Naturschutzgebieten an die tansanische Küste bringen soll, und die Tilenga-Exploration mit 419 Ölquellen, von denen ein Drittel in Ugandas größtem Nationalpark Murchison Falls liegt. Unter Verletzung ihrer Eigentumsrechte wurde den von den Arbeiten Betroffenen drei bis vier Jahre lang der freie Zugang zu ihrem Land verwehrt. Bei den beiden TotalEnergies-Projekten soll es Berichten zufolge zur vollständigen oder teilweisen Enteignung von Land von mehr als 118.000 Personen gegeben haben. Während mehr als 30 Finanzinstitute auf der ganzen Welt offiziell angekündigt haben, dass sie das Projekt nicht unterstützen werden, richtet sich die Kampagne #StopEACOP weiterhin an Geldgeber und mögliche Finanziers.

Die britische Regierung kündigte an, Berufung einzulegen gegen das Gerichtsurteil, das die Abschiebungspolitik nach Ruanda für rechtswidrig erklärt hat.  Drei Richter des Berufungsgerichts hatten entschieden, dass Ruanda nicht als sicheres Drittland betrachtet werden kann. In der Berufungsinstanz stimmten die Richter zu, dass die britische Regierung nicht garantieren kann, dass Asylbewerber, die nach Ruanda geschickt werden, nicht in das Land abgeschoben werden, aus dem sie geflohen sind. Das Urteil wurde von Menschenrechtsgruppen begrüßt, löste aber eine empörte Reaktion in Kigali aus, das darauf bestand, die UN-Standards für die Behandlung von Flüchtlingen zu erfüllen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow versicherte den Verbündeten in Afrika, dass Tausende von Kämpfern der Wagner-Gruppe, die auf dem Kontinent stationiert sind, nach der Meuterei ihres Kommandeurs Jewgeni Prigoschin nicht abgezogen werden. In den afrikanischen Ländern ist die Wagner – Gruppe eingesetzt als Kampftruppen und/oder als Unternehmer, die sich mit der Gewinnung wertvoller Ressourcen beschäftigen und/oder Medienspezialisten, die Desinformationskampagnen starten, um Russland zu fördern und den Westen zu verunglimpfen.

1MT Nation OU, ein estnisches Unternehmen, das hochwertige Emissionsgutschriften auf natürlicher Basis entwickelt, hat eine Million Euro von estnischen Investoren erhalten. Das Unternehmen will degradiertes Land in Afrika wiederherstellen und hochwertige CO2-Zertifikate entwickeln. Das Ziel ist es, bis 2030 mindestens eine Million Hektar Land durch die Anpflanzung lokaler Bambusarten wiederherzustellen. Im April dieses Jahres wurden die ersten 300 Hektar Bambus in Uganda gepflanzt, und die Vorbereitungen für die Anpflanzung von Bambus auf 2.000 weiteren Hektar in Uganda und auf 1.000 Hektar in Kenia haben begonnen. Bambus ist eines der wirksamsten natürlichen Mittel zur Abschwächung des Klimawandels. Er wächst schnell, so dass die Kohlendioxidverschmutzung der Atmosphäre auch wesentlich schneller beseitigt wird. Die Anlage von Plantagen und die Wiederherstellung von geschädigtem Land erfordern jedoch hohe Investitionen.

Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben nach fast zwei Jahrzehnten harter Verhandlungen ein bahnbrechendes rechtsverbindliches Abkommen über die biologische Vielfalt der Meere verabschiedet, das zwei Drittel der Weltmeere umfasst. Die 5 wichtigsten Punkte sind: Schutz über Grenzen hinweg – Sauberere Ozeane – Nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände – Absenkung der Temperaturen – Entscheidung für die Umsetzung der Agenda 2030.

 Es ist der Tag, der daran erinnert, dass Millionen von Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen veröffentlicht dazu den jährlichen Bericht „Global Trends“, der die weltweit dramatische Situation in nüchterne Zahlen fasst. Aktuell sind rund 110 Millionen Menschen auf der Flucht – dies ist die größte Zahl an Vertriebenen, die je registriert wurde. Einzelheiten dazu https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluechtlingszahlen
Report : https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fileadmin/user_upload/global-trends-report-2022.pdf

Eine Gruppe demokratischer und republikanischer Abgeordneter in den USA hat das Weiße Haus aufgefordert, den diesjährigen Gipfel des African Growth and Opportunity Act (AGOA) nicht in Südafrika abzuhalten, da sie davor warnen, dass das Land seinen AGOA-Status verlieren könnte. Die Gründe dafür sind die wachsenden Beziehungen zu Russland und Waffenlieferungen. Ein russisches Schiff, Lady R, wurde am 9. Dezember 2022 beim Beladen einer unbestimmten Ladung auf dem militärischen Marinestützpunkt des Landes in Simonstown, Kapstadt, gesehen. AGOA gewährt zollfreien Zugang zu 25% der südafrikanischen Exporte in die USA, die nach China der zweitgrößte Handelspartner Südafrikas sind. Der Verlust des AGOA wäre vor allem für die südafrikanischen Automobilexporte ein harter Schlag; die USA waren 2022 der zweitgrößte Automobilexportmarkt Südafrikas. AGOA, für das derzeit 39 afrikanische Länder in Frage kommen, wurde im Jahr 2000 vom US-Kongress verabschiedet, um Handelsbeziehungen mit Afrika aufzubauen, indem für bestimmte Waren Kontingente und Zollfreiheit für die Einfuhr in die Vereinigten Staaten gewährt wurden. Das Gesetz, das zweimal vom Kongress verlängert wurde, läuft 2025 aus.

Ein Team von 200 Feuerwehrleuten und 15 Managern des südafrikanischen Ministeriums für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt ist in Edmonton gelandet, um bei der Bekämpfung von Waldbränden in der Provinz Alberta zu helfen. Kanadas Waldbrände, schlimmer als hier zuvor, haben Millionen Hektar Wälder verbrannt und Zehntausende von Einwohnern vertrieben. Sie erstrecken sich von Küste zu Küste und stellen die Nation vor einen „logistischen Albtraum“. Neben Südafrika haben auch die USA, Australien, Neuseeland, sowie Frankreich, Spanien und Portugal Verstärkung geschickt, alles Länder, die selbst viel Erfahrung in Feuerbekämpfung haben.

Der eritreische Präsident Isaias Afwerki ist auf Einladung von Präsident Wladimir Putin zu einem viertägigen offiziellen Besuch in Moskau gelandet; auch der Außen- und der Kulturminister nehmen an der Reise teil. Eritrea und Russland unterhalten herzliche Beziehungen – und Eritrea ist eines der wenigen Länder, die gegen UN-Resolutionen gestimmt haben, in denen Russlands Einmarsch in die Ukraine verurteilt wird. Präsident Isaias, der kürzlich von einem offiziellen Besuch in China zurückgekehrt ist, regiert Eritrea, seit es 1993 die Unabhängigkeit vom benachbarten Äthiopien erlangte. Das Land, ein Einparteienstaat und eine stark militarisierte Gesellschaft, liegt in einem strategisch wichtigen Gebiet am Horn von Afrika – und hat noch nie nationale Wahlen abgehalten.

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