Schlagwort: Afrika – Länder

Eine aktuelle Studie der University of South Africa zeigt, dass die Eselspopulation in Südafrika von 210.000 im Jahr 1996 auf etwa 146.000 im Jahr 2019 geschrumpft ist. Südafrika exportiert jedes Jahr legal etwa 10.500 Eselshäute nach China; die tatsächliche Menge dürfte viel höher sein, da auch Schmuggler den Handel entdeckt haben. Begehrt ist die Eselshaut, aus der Ejiao hergestellt wird. Das Produkt soll ähnliche gesundheitliche Vorteile haben wie die aus Nashornhörnern gewonnenen Erzeugnisse, von der blutverdünnenden Wirkung bis hin zur Wirkung als Aphrodisiakum. Der Verkaufswert der Esel stieg erheblich; im Laufe der letzten Jahre von ca. 30 Dollar auf 125 Dollar. In China soll ein Esel sogar mehr als 1000 Dollar wert sein. Auf dem chinesischen Markt werden etwa 5 Millionen Esel gehandelt, 2 Millionen davon sollen aus dem Land selbst stammen, den Rest bezieht China aus dem Ausland. Tansania hat das Schlachten von Eseln für den Fellhandel verboten, da die Eselpopulation vom Aussterben bedroht ist. Andere afrikanische Länder, darunter Nigeria und Kenia, haben ebenfalls Verbote für das Schlachten von Eseln und die Ausfuhr der Tiere erlassen. Auch in Südafrika geht die Eselpopulation, wie in Ländern von Burkina Faso bis Kenia, zurück und bedroht andere Wirtschaftsunternehmen, die Seifen und Cremes aus Eselsmilch herstellen.

Außenminister Sergej Lawrow besucht vom 24. bis 28. Juli Ägypten, Uganda, Äthiopien und die Republik Kongo. Am Sonntag traf er den Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit. Ziel der Reise ist es, die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern zu verstärken. Er tritt den Vorwürfen des Westens entgegen, Moskaus Einmarsch in der Ukraine habe zu einer weltweiten Nahrungsmittelkrise geführt und lobte, dass afrikanische Länder „einen unabhängigen Pfad“ gewählt hätten, indem sie sich an Sanktionen gegen Russland nicht beteiligt hätten. Seit Jahren versucht Russland, seinen Einfluss in Afrika auszubauen und sich als verlässlicher Partner der afrikanischen Länder zu positionieren.

8 Milliarden Menschen sollen den Vereinten Nationen zufolge im November auf der Erde leben. Für 2030 sagen die Forscher 8,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten voraus, für 2050 9,7, bevor es 2080 eine Spitze von 10,4 Milliarden Menschen geben soll, die den Schätzungen zufolge bis etwa 2100 hält. Mehr als die Hälfte des prognostizierten Anstiegs der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 wird sich auf nur 8 Länder konzentrieren: die Demokratische Republik Kongo, Ägypten, Äthiopien, Indien, Nigeria, Pakistan, die Philippinen und die Vereinigte Republik Tansania. Ungleiche Wachstumsraten unter den größten Ländern der Welt werden ihre Rangfolge nach Größe neu ordnen. Die weltweite Lebenserwartung sank von 72,8 Jahren im Jahr 2019 auf 71,0 Jahre im Jahr 2021, was hauptsächlich auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) zurückzuführen ist.

Äquatorialguinea ist nun von der WHO als jüngstes Land bestätigt worden, dass es die Schlafkrankheit (Humane Afrikanische Trypanosomiasis) als Problem der öffentlichen Gesundheit innerhalb seiner Grenzen eliminiert hat. Die allgemeine Inzidenz der Krankheit ist in diesem Jahrhundert stark zurückgegangen. Im Jahr 2021 wurden in 11 endemischen Ländern 750 Fälle gemeldet, was einem Rückgang von 95 % gegenüber dem Jahr 2001 (26 095 Fälle) entspricht. Äquatorialguinea reiht sich nun neben Benin, Côte d’Ivoire, Togo und Uganda in diese wachsende Liste der Länder ein, in denen laut WHO, die Krankheit kein öffentliches Gesundheitsproblem darstellt.  

Die zivilgesellschaftliche Gruppe „Friends of the Earth Africa“ hat eine Kampagne gestartet, mit der ECOWAS aufgefordert werden soll, ein Moratorium für neue Landkonzessionen für industrielle Plantagen zu erlassen. „Es fordert die Regierungen auf, nationale und internationale Unternehmen und Finanziers für die Auswirkungen ihrer Plantagen zur Rechenschaft zu ziehen und den betroffenen Gemeinden und Menschenrechtsverteidigern im Umweltbereich Zugang zur Justiz zu verschaffen. …Zu den Auswirkungen industrieller Plantagen gehören Abholzung, Landraub, Verletzung von Arbeitnehmerrechten, Gewalt, Schikanen gegen Menschenrechtsaktivisten im Umweltbereich und der Verlust von Lebensgrundlagen. Die wichtigsten Wirtschaftssektoren, die für diese Schäden verantwortlich sind, sind Holz, Ölpalme, Kautschuk, Eukalyptus und Kakao.“

Die Staats- und Regierungschefs der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) haben die gegen Mali verhängten wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen aufgehoben, nachdem die Militärregierung einen 24-monatigen Übergang zur Demokratie vorgeschlagen und ein neues Wahlgesetz veröffentlicht hat. Der Block hatte im Januar strenge Sanktionen gegen Mali verhängt, nachdem die Militärregierung erklärt hatte, dass sie, nicht wie ursprünglich geplant, im darauffolgenden Monat demokratische Wahlen abhalten werde.

Die spanische Polizei hat 6 Unterwasserdrohnen beschlagnahmt, die gebaut wurden, um große Mengen illegaler Drogen aus der Ferne aus Marokko zu schmuggeln. Die unbemannten U-Boote – die jeweils 200 kg tragen können – hätten genug Reichweite, um die 15 km lange Strecke über die Straße von Gibraltar zurückzulegen. Die Polizei sagt, dass die Drogenhändlerbanden Drogen an Kriminelle in Frankreich, Dänemark, Italien und Spanien lieferten. 8 Personen wurden bei der Polizeiaktion in Barcelona und in den südlichen Provinzen Malaga und Cádiz festgenommen.

Die Staats- und Regierungschefs von 54 Ländern – aus Afrika, Europa, Asien und Südamerika – sind bis zum 25. Juni in Kigali, Ruanda, zum Treffen der Regierungschefs des Commonwealth zusammengekommen.  Die meisten, der 54 Staaten, wurden früher von den Briten regiert, obwohl Mosambik, das 1995 beitrat, und Ruanda, das 2009 beitrat, diese historische Verbindung zum Vereinigten Königreich nicht teilen. Es gibt 19 Commonwealth-Staaten in Afrika, acht in Asien, drei in Europa (darunter Zypern und Malta, die beide auch Mitglieder der Europäischen Union sind), 13 in der Karibik und in Amerika und 11 im Pazifik. Simbabwe ist 2003 ausgetreten, versucht nun aber wieder, Mitglied zu werden. Kagame wird diese Woche den Amtierenden Vorsitz des Commonwealth vom britischen Premierminister Boris Johnson übernehmen, der die Organisation seit dem letzten CHOGM im Jahr 2018 leitet. Dem Commonwealth gehören 2,5 Milliarden Menschen an. Mindestens 60 % der Commonwealth-Bevölkerung sind 29 Jahre alt oder jünger.

Unterhändler der Vereinten Nationen haben in Nairobi Gespräche über ein neues globales Abkommen zum Schutz von Natur und Wildtieren aufgenommen, nachdem bei einer früheren Gesprächsrunde im März keine Fortschritte erzielt werden konnten. Die UNO fordert die Länder auf, bis 2030 30 % ihrer Land- und Meeresgebiete für den Naturschutz auszuweisen. Das Erreichen dieses „30-mal-30“-Ziels würde dazu beitragen, die Umwelt weltweit vor Wilderei, Umweltverschmutzung oder einer sich ausbreitenden menschlichen Nutzung zu schützen. Nur 17 % der Landflächen der Erde und 7% der Ozeane stehen derzeit in irgendeiner Form unter Schutz. Wissenschaftler warnen, dass schätzungsweise eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind.

An der ersten Konferenz „China-Horn von Afrika über Sicherheit, Regierungsführung und Entwicklung“ nehmen bis Dienstag in Addis Abeba:  China, Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan und Uganda teil, Eritrea, das eingeladen war, ist nicht anwesend. Die Vereinigten Staaten haben Äthiopien im November wegen der Menschenrechtsverletzungen im Konflikt zwischen der Regierung und den Rebellen in der Region Tigray seit November 2020 aus einem wichtigen Handelsabkommen, dem Agoa, ausgeschlossen und 2021 Sanktionen gegen Eritrea wegen dessen Beteiligung an dem Konflikt verhängt. Der chinesische Außenminister Wang Yi hat zum Ausdruck gebracht, dass China gegen die US-Sanktionen gegen Eritrea ist. China erklärt sich bereit, für den Frieden am Horn von Afrika zu vermitteln und kündigte auch an, dass es bereit sei, verschiedene Projekte in den Bereichen Ernährungssicherheit, Gesundheit, Verkehr, Handelsförderung und Kapazitätsaufbau zu unterstützen.

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