Schlagwort: Mali

Ein Schiff der russischen Marine eskortiert ein Handelsschiff mit Waffenlieferung, um der malischen Regierung dabei zu helfen, den Vormarsch der Rebellen aufzuhalten. Die Ladung soll im Hafen von Conakry (Guinea) gelöscht werden, um über Land nach Mali zu gelangen. Mit Al-Qaida verbundene Kämpfer und Tuareg-Separatisten belagern Gebiete im Norden Malis, während von Russland unterstützte Truppen eingreifen, um den Zusammenbruch der malischen Militärjunta zu verhindern.

Russische Söldner des „Africa Corps“, das die bekannte Wagner-Gruppe bei der Unterstützung der malischen Armee abgelöst hat, setzen in Mali neue Kampfdrohnen ein. Diese Drohnen, die häufig an den Frontlinien in der Ukraine zu sehen sind, halten nun Einzug in die Sahelzone – ein Umfeld, für das sie nicht konzipiert wurden. Die „Lancet“ gleicht einer kleinen Rakete mit eingebautem Motor, die relativ lange in der Luft bleiben kann. Sie ist mit einer Kamera ausgestattet, über die ein Bediener sie steuern kann. Die Drohne wird von der Zala Aero-Gruppe hergestellt, einer Tochtergesellschaft des berühmten russischen Kalaschnikow-Konzerns. Die russische Armee setzt die „Lancet“ seit 2020 ein.

Die Lage im Land ist extrem angespannt. Tuareg-Separatisten und islamistische Dschihadisten haben sich zusammengetan und greifen großflächig die Armee die Armee und russischen Söldner an. Sie verkünden, dass sie die Junta des Landes stürzen werden. Die Demokratische Republik Kongo entsendet Bodentruppen, um ihre lukrativen Minen zu schützen.  Frankreich, Belgien, Deutschland und andere Länder fordern ihre Staatsbürger auf das Land zu verlassen.

Malis Verteidigungsminister Sadio Camara ist bei einem Autobombenanschlag auf sein Haus in der Nähe von Bamako ums Leben gekommen. Das Land wird von heftigen Kämpfen erschüttert wird. Unter der Führung von Tuareg-Rebellen, der Befreiungsfront von Azawad und Dschihadisten der JNIM werden Koordinierte Angriffe in mehrere Regionen im ganzen Land gemeldet. In den wichtigen Gebieten Kidal, Gao und Sévaré sind die Kämpfe wieder aufgeflammt.  Die Armee hatte Kidal im Jahr 2023 mit Unterstützung russischer Wagner-Kämpfer zurückerobert und damit die jahrelange Kontrolle der Rebellen beendet. Die malische Armee wird operativ von russischen Söldnern unterstützt. Ihnen stehen Tuareg-Separatisten (wie die FLA) sowie dschihadistische Gruppierungen gegenüber.

Ein neuer Bericht des International Press Institute (IPI) deckt ein eskalierendes hartes Vorgehen gegen Journalisten in den Ländern der Sahelzone auf und warnt vor einer zunehmenden Informationssperre mit regionalen und globalen Folgen. Die Militärregime in Mali, Niger und Burkina Faso haben nach einer Welle von Staatsstreichen die Unterdrückung unabhängiger Medien verschärft. Die Behörden greifen zunehmend auf Gesetze gegen Cyberkriminalität und zur nationalen Sicherheit zurück, um Journalisten zu verhaften, zu schikanieren und inhaftieren. Sowohl ausländische als auch lokale Medien, wie Radio France Internationale (RFI)France 24BBC und Deutsche Welle (DW), Joliba TV wurden suspendiert oder blockiert.

Zur Beendigung der Angriffe auf Treibstoffkonvois, die die Hauptstadt Bamako lahmgelegten, wurden mehr als 100 mutmaßliche Dschihadisten freigelassen. Seit September hatte, die mit Al-Qaida verbündete „Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime“ (JNIM) wiederholt Tankwagenkonvois angegriffen und damit eine akute Treibstoffknappheit verursacht. Der Waffenstillstand soll bis zum muslimischen Fest Eid al-Adha (Tabaski) Ende Mai gelten. Die Militärjunta unter General Assimi Goïta hat Schwierigkeiten, trotz Unterstützung durch russische Söldner (Africa Corps), die wichtigen Handelsrouten des Binnenstaates zu kontrollieren.

Mehr als 4.000 leere Schiffscontainer sind in Mali gestrandet. Unsicherheit, auf der wichtigsten Handelsroute nach Senegal, machen den Transport gefährlich. Anfang September wurde von der Dschihadistengruppe JNIM ein Embargo verhängt. Die Versorgung Malis ist gefährdet, da die Zahl der leeren Container im Hafen von Dakar sehr gering ist. Dies weckt Befürchtungen hinsichtlich Versorgungsengpässe und Preisanstiegen in einem Land, in dem die meisten Importe über den Hafen von Dakar abgewickelt werden. Angesichts des bevorstehenden Ramadans haben die Übergangsbehörden Malis wiederholt erklärt, dass sie daran arbeiten, die Versorgung sicherzustellen und Preissteigerungen zu bekämpfen.

Mali und Burkina Faso haben angekündigt, als Vergeltungsmaßnahme für das von US-Präsident Donald Trump verhängte Visumsverbot für ihre Bürger ein vollständiges Visumsverbot für US-Bürger zu verhängen. Die USA begründeten das Verbot mit den unzureichenden Überprüfungs- und Kontrollmöglichkeiten der Länder, ihren Richtlinien zum Informationsaustausch, der Häufigkeit von Visumsüberschreitungen und der Weigerung, ihre abgeschobenen Staatsangehörigen zurückzunehmen. Niger und Tschad hatten bereits zuvor die Erteilung von Visa an US-Bürger eingestellt.

In den letzten zwei Wochen sind Tausende Malier nach Westen in Richtung mauretanische Grenze geflohen, da eine mit Al-Qaida verbundene JNIM-Blockade weiterhin ganze Gemeinden von der Außenwelt abschneidet. Die meisten, denen es gelungen ist, Mauretanien zu erreichen, sagen, dass sie nicht die Absicht haben, zurückzukehren, und verweisen dabei auf die unerbittliche Gewalt, die die Region seit 2012 heimgesucht hat.

Seit Mali im Jahr 2023 eine neue Verfassung verabschiedet hat, gibt es im Land 13 Amtssprachen. Obwohl Französisch nicht mehr zu dieser Liste gehört, ist die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht nach wie vor allgegenwärtig, auch in den Klassenzimmern. Die malischen Behörden hoffen, dass künstliche Intelligenz dies ändern kann, indem sie den Schülern hilft, Lesen und Schreiben in den lokalen Sprachen zu lernen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Bildungsministerium RobotsMali hinzugezogen, ein KI-Unternehmen, das mehr als hundert Geschichten in Bambara, der am weitesten verbreitete Sprache des Landes, produziert hat. Nachdem Mali 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangt hatte, gab es mehrere Versuche, den Französischunterricht durch Sprachen wie Bambara zu ersetzen. Diese scheiterten jedoch wiederholt, vor allem aufgrund fehlender Ressourcen und mangelnden politischen Willens

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