Schlagwort: Afrika – Länder

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz IKRK teilte am 30. August, dem „Tag der Verschwundenen“ mit, dass 40% aller 60.000 gemeldeten Fälle verschwundener Personen auf dem afrikanischen Kontinent Kinder sind. Die Dunkelziffer könnte viel höher sein. Gründe für die hohe Zahl vermisster Kinder sind die 35 bewaffneten Konflikte, deren Kämpfer Kinder entführen oder anlocken, sowie die Migration vieler Menschen durch die Sahara und das Mittelmeer nach Europa. Wie viele Kinder im Wüstensand verscharrt oder im Meer ertrunken sind wird man nie wissen. Die unbegleiteten Kinder sind oft Angst, Ausbeutung, Gewalt und großer psychischer Belastung ausgesetzt. Am 25. Mai gibt es einen extra „Welt Tag der verschwundenen Kinder“.

Die erste Lieferung ukrainischen Getreides nach Afrika seit dem Einmarsch Russlands traf am 30. August 2022 in Dschibuti ein. Das Getreide wird in Äthiopien verteilt, um dem von einer Dürre heimgesuchten Land bei der Bewältigung des sich verschärfenden Hungers zu helfen, der sich zu einer Hungersnot auszuweiten droht.

In den von Dürre heimgesuchten Teilen der Region am Horn von Afrika droht die fünfte Regenzeit in Folge auszubleiben, was die Krise in der Region verschärfen und Millionen von Menschen in den Hunger treiben wird, so die Organisationen der Vereinten Nationen. Vor allem in den von der Dürre betroffenen Gebieten Äthiopiens, Kenias und Somalias werden bis zum Jahresende deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen erwartet. Es ist die längste Dürre seit 40 Jahren.

Mitten in der russischen Invasion in der Ukraine veranstaltet Präsident Wladimir Putin die Internationalen Armeespiele 2022. Die Zentralafrikanische Republik (ZAR), Ruanda, Simbabwe, Mali, Algerien, die Demokratische Republik Kongo (DRK), Ägypten, Nigeria und der Sudan schickten Armeen zu den Kriegsspielen, die vom russischen Verteidigungsministerium ausgerichtet werden. Die Mannschaften treten an, um ihre militärische Stärke und das Niveau ihrer Zusammenarbeit zu demonstrieren und zu zeigen. Die Spiele finden vom 13. bis zum 27. August statt. Zu den Teilnehmern gehören Russlands Verbündete wie China, Weißrussland, Indonesien und Usbekistan sowie andere asiatische und südamerikanische Länder, die enge militärische und diplomatische Beziehungen zu Russland und Putin unterhalten.

Ein hochrangiges regionales Treffen zum Schutz indigener Wälder fand statt unter dem Motto „Für eine nachhaltige und integrierte Bewirtschaftung der Miombo-Wälder zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und zum Schutz des Großen Sambesi“. Es gipfelte in der Verabschiedung der Maputo-Erklärung über die nachhaltige Bewirtschaftung und den Schutz indigener Wälder, einer länderübergreifenden Erklärung von neun afrikanischen Ländern zum Schutz und zur Erhaltung der Miombo-Wälder entlang des Sambesi-Beckens und als Beitrag zur Bekämpfung der #AfricaClimateCrisis. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist an dem Projekt beteiligt. Siehe Info

Seit Ende Juni ist die 29-jährige Aminata Touré Sozialministerin in der Schwarz-Grünen Regierung von Schleswig-Holstein. In ihrer Amtszeit will sie sich für mehr Gleichberechtigung einsetzen und den Rechtsradikalismus bekämpfen, Themen die ihr seit ihrer Wahl in den Landtag in 2017 wichtig sind. Seit 2012 ist Aminata Mitglied der Grünen; 2019 wurde sie zur Vizepräsidentin des Landtags gewählt. Geboren wurde sie 1992, ein Jahr nachdem ihre Eltern aus Mali flüchten mussten. Ihre ersten Jahre verbrachte sie in einer allgemeinen Asylbewerber Unterkunft. Erst mit 12 Jahren wurde sie deutsche Staatsbürgerin. Um nicht zwischen ihren „afrikanischen Wurzeln“ und ihrer „deutschen Heimat“ wählen zu müssen, benutzt sie gern den von der feministischen Bewegung schwarzer Frauen in Deutschland geprägten Begriff  „Afrodeutsch“.

In Melkbosstrand nördlich von Kapstadt endet die 14-Milliarden-Dollar-Reise des Equiano-Kabels, die 2019 in Lissabon begann. Es ist das erste Kabel, das die abgelegene Atlantikinsel St. Helena verbindet; und hat auch Anlandestationen in Namibia, Togo und Nigeria. Das im Besitz von Google befindliche Kabelsystem, das Südafrika mit Portugal und von dort aus mit anderen unterseeischen und terrestrischen Internetsystemen verbindet, hat eine Kapazität von 144Tbit/s und ist damit das bei weitem leistungsfähigste Internetkabel, das jemals an afrikanischen Küsten angelandet wurde. Das Kabelsystem, das im vierten Quartal 2022 betriebsbereit sein wird, wird zwischen 2022 und 2025 zur Schaffung von schätzungsweise 180.000 Arbeitsplätzen in Südafrika beitragen.

Nach Analyse von Daten zur Lebenserwartung aus 47 afrikanischen Ländern zwischen 2000 und 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgestellt, dass die Lebenserwartung in Afrika fast um 10 Jahre gestiegen ist, von 46 auf 56 Jahre. Grund dafür sei der bessere Zugang zu Gesundheitsdiensten, obwohl die Zahlen noch immer unter dem globalen Durchschnitt von 64 Jahren liegen. Der Anstieg der Lebenserwartung in Afrika sei größer als in allen anderen Regionen der Welt, obwohl die Verluste durch die Covid-Pandemie die Gewinne beeinträchtigen könnten.

Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo erklärte: „Es ist an der Zeit, dass auch Afrika, dessen 20 Millionen Söhne und Töchter in ihrer Freiheit beschnitten und in die Sklaverei verkauft wurden, Reparationen erhält“. Neben den Reparationen, sagte er, dass „der gesamte afrikanische Kontinent eine förmliche Entschuldigung von den europäischen Nationen verdient, die in den Sklavenhandel verwickelt waren, für die Verbrechen und den Schaden, den er der Bevölkerung, der Psyche, dem Image und dem Charakter der Afrikaner in der ganzen Welt zugefügt hat“. Er nannte auch jüdische Überlebende des Holocausts, sowie amerikanische Ureinwohner, die Wiedergutmachung erhalten haben und weiterhin erhalten“. Ghana war einer der Ausgangspunkte für viele der in Westafrika versklavten Menschen.

US-Außenminister Antony Blinken wird im August Pretoria (Südafrika), Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) und Kigali (Ruanda) besuchen, da Washington seine Diplomatie in Afrika verstärkt. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, wird im August ebenfalls nach Ghana und Uganda reisen. Das Außenministerium erklärte: „Blinken wird die Botschaft vermitteln, dass afrikanische Länder geostrategische Akteure und wichtige Partner bei den drängendsten Fragen unserer Zeit sind, von der Förderung eines offenen und stabilen internationalen Systems über die Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels, der Ernährungsunsicherheit und globaler Pandemien bis hin zur Gestaltung unserer technologischen und wirtschaftlichen Zukunft.“

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